Demographischer Wandel als Herausforderung für den Wohnstandort München


Hausarbeit, 2019
16 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel des Themas
1.3 Ablauf der Arbeit

2. Demographischer Wandel
2.1 Demographischer Wandel in Deutschland
2.2 Demographischer Wandel in Bayern

3. Stadt München
3.1 Demographischer Wandel in München
3.2 Wohnungsmarkt

4. Auswirkungen auf die Stadt München
4.1 Entwicklung des Wohnungsmarkts
4.2 Herausforderung für die Stadt München

5. Zusammenfassung und Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Fre1st:aat Bayern Bevolkerungsentw1cklung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Entwicklung des Wohnungsbestands nach Wohnungsgrof3en seit 2008

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

In der nachfolgenden Hausarbeit soll der demographische Wandel im Hinblick auf die Herausforderung für den Wohnungsmarkt am Beispiel der Stadt München herausgearbeitet werden.

Der demographische Wandel wurde in den letzten Jahren immer mehr in den Medien, aber auch in der Politik kontrovers diskutiert und analysiert. Die Bevölkerung in Deutschland wird in den nächsten Jahren überaltern, denn es werden immer weniger Kinder geboren und durch den guten medizinischen Fortschritt werden die Menschen immer älter. Hieraus lässt sich ein klares Problem für den Wohnungsmarkt ableiten.

Die Herausforderung für die Städte, wie München, wird es sein, den derzeitigen Wohnbestand und den Wohnungsmarkt an die älter werdende Gesellschaft anzupassen und gerecht zu gestalten.

1.2 Ziel des Themas

Das Ziel der Hausarbeit ist es aufzuzeigen, ob die Stadt München für die Auswirkungen und die damit einhergehenden Herausforderungen des demographischen Wandels gewachsen ist. Hierbei soll vor allem der aktuelle Wohnungsmarkt beleuchtet werden, um einen Eindruck über den heutigen Stand zu erhalten. Es muss eine Prognose aufgestellt werden, welche die Entwicklung die Stadt München und der Wohnungsmarkt durchlaufen muss, um in der Zu- kunft gegen den demographischen Wandel und seine Auswirkungen bestand zu haben.

1.3 Ablauf der Arbeit

Zu Beginn der Hausarbeit werden die Definitionen hinsichtlich des demographischen Wan- dels ausgearbeitet. Hierbei wird vor allem ein Überblick über die Situation in ganz Deutsch- land gegeben, um dann genauer auf das Bundesland Bayern einzugehen. Es soll festgestellt werden, ob die Tendenzen in unterschiedlichen Bereichen von Deutschland anders ausfallen.

Im Anschluss wird ein Überblick über die Auswirkungen des demographischen Wandeels München gegeben. Es wird ein Vergleich zu dem restlichen Bundesland gezogen und die Unterschiede herausgearbeitet.

Mit diesem Vorwissen wird der Wohnungmarkt und die Situation in München erläutert und dargestellt. Der aktuelle Bestand wird ermittelt und vorgestellt. Aus diesem wird die zu- künftige Entwicklung abgeleitet, um unter dem Aspekt des demographischen Wandels eine Empfehlung für eine Veränderung auszusprechen.

Zum Schluss werden die wichtigsten Ergebnissen zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftige Wohnmarktsituation unter der Berücksichtigung der Entwicklung des demogra- phischen Wandels getätigt.

2. Demographischer Wandel

2.1 Demographischer Wandel in Deutschland

Der Demographische Wandel zeichnet sich durch drei Faktoren aus: die Geburtenrate, die Sterberate und die Migration. Des Weiteren beeinflusst die Bevölkerungsstruktur die Ent- wicklung von medizinischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Faktoren.

Eine positive Entwicklung der Geburtenrate und die verstärkte Wanderungsbewegung der letzten Jahre, welcher sich hauptsächlich durch eine Zuwanderung nach Deutschland aus- zeichnet, dass sich die Prognosen des demographischen Wandels geändert haben. Die Bun- desregierung veröffentlichte, dass sich die Bevölkerungsentwicklung bei gleichbleibender Zuwanderung und Geburtenrate stabilisieren könnte.1

Dennoch zeigt sich, dass die Entwicklung immer eine Wechselwirkung der drei Faktoren Fertilität, Mortalität und Migration ist. Diese sollen im folgenden näher erläutert werden.

Die Geburtenrate errechnet sich durch die Anzahl der Kinder die zur Welt gebracht wird und wie viele Frauen in einem bestimmten Alter Kinder gebären. Im Jahr 2017 lag die durch- schnittliche Geburtenziffer bei 1,57. Damit die Bevölkerung in Deutschland konstant bleibt, müsste die durchschnittliche Zahl bei 2,1 liegen.

Die Gründe für die geringen Geburten sind vielfältig, hierfür können zum Beispiel Krieg oder wirtschaftlicher Mangel einer der Gründe sein. Ende des 19. Jahrhundert lag die Ge- burtenrate bei über vier Kinder, nach dem 2. Weltkrieg hingegen sank die Zahl der im durch- schnitt pro Frau geborenen Kinder unter zwei. Im Jahr 1995 lag die Geburtenrate nur bei 1,25 Kinder. Seitdem steigt die Rate langsam aber kontinuierlich an.2

In der heutigen Zeit ist es schwierig die moderne Arbeitswelt und die Familie miteinander zu vereinbaren. Einer der Folgen ist der gänzliche Verzicht auf Kinder oder die Beschrän- kung auf ein Einzelkind. Der Faktor der Geburtenrate spielt die wichtigste Rolle bei der Entwicklung des demograpghischen Wandels und den damit verbundenen, wachsenden An- teil der älteren Bevölkerung.

Dies zeigt sich vor allem in der wachsenden Lebenserwartung der Menschen. Unter anderem liegt dies an der besseren gesundheitlichen Versorgung und dem damit verbundenen medi- zinischen Fortschritt. Das bessere Wissen über Krankheiten und die damit verbundene Vor- sorge führt zu einem längeren Leben. Aber auch die Belastungen durch Hunger, Krieg oder Arbeit sind geringer.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts haben die Frauen und Männer eine durchschnittliche Le- benserwartung von 60 Jahren. In der jetzigen Zeit werden Männer ca. 78 Jahre alt und Frauen sogar 83 Jahre, dies zeigt einen Anstieg von insgesamt 10 Jahren seit 1970. Die Statistiken zeigen, dass die Lebenserwartung noch weiter steigen wird, denn ein Baby, welches im Jahr 2010 geboren wurde, hat eine Lebenserwartung von 100 Jahren.

Im Jahr 2050 werden ca. ein Drittel der Gesamtbevölkerung über 60 Jahre alt sein, im Ver- gleich dazu waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur rund 8%. Hieraus lässt sich schlie- ßen, dass die Bevölkerung immer älter und die Zahl der älteren Menschen immer weiter steigen wird.

Der letzte wichtige Faktor ist die Migration, denn dieser hat einen wichtigen Anteil an dem Wachstum beziehungsweise der Schrumpfung der Bevölkerung. Im Jahr 2017 lebten mehr als 190.000 Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland.3

Mit dem Instrument der hohen Zuwanderung kann man der sinkenden Bevölkerung entge- genwirken. Jedoch kann die Alterung in Deutschland durch eine steigende Zuwanderung, obwohl die meisten Menschen mit Migrationshintergrund jünger sind, nicht verhindert wer- den.

Im Jahr 2015 hatte Deutschland einen positivenWanderungssaldo von 1,1 Millionen, welches der höchste in der gesamten Geschichte Deutschlands darstellt. Rund 0,3 Mio. Menschen waren Schutzsuchende aus dem Land Syrien. Parallel kann man beobachten, dass seit 2010, nach der Wirtschaftskrise,die Wanderungssalden in Deutschland positiv angestiegen sind.

In der Folge lässt sich sagen, dass der demographische Wandel in Deutschland sich durch eine deutlich alternde Geselleschaft auszeichnet. Aufgrund der geringen Geburtenrate und die gesteigerte Lebenserwartung führt dies außerdem zu einem Rückgang der Bevölkerung.

Die große Flüchtlingswelle hat dies jedoch gehemmt. Derzeit wird die Bevölkerung in den nächsten 5 Jahren steigen und im Jahr 2035 auf das heutige Niveau wieder sinken. Die Vo- raussage für das Jahr 2060 liegt bei 76,5 Millionen Einwohnern. Ob diese Prognose eintrifft, ist noch nicht absehbar. Jedoch kann man anhand dieser Prognose erkennen, dass im gesam- ten ein Bevölkerungsrückgang erwartet wird.

Die demographische Entwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich. Vor allem Groß- städte wie Berlin, München oder Hamburg werden vom Wachstum der Bevölkerung betrof- fen sein. Im Gegensatz dazu stehen die ländlichen und wirtschaftlich schwachen Regionen, welche weiter schrumpfen werden.4

2.2 Demographischer Wandel in Bayern

Im weiteren Verlauf soll der demographische Wandel im Freistaat Bayern untersucht werden. In der unten aufgeführten Abbildung kann man die Bevölkerungsvorausberechnung der einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte bis 2037 entnehmen. Im Ganzen wird in dem Bundesland keinen Rückgang der Bevölkerung geben. Jedoch kann man erkennen, dass insbesondere im Norden und Osten Bayerns schrumpfende Regionen mit einer alternden Gesellschaft geben wird.

Im Süden Bayerns wird eine flächendeckende Zunahme der Bevölkerung herrschen. Die Entwicklung der Bevölkerung rund um München wird sich 2037 gegenüber 2017 um ca. 10% verändern. Aber der demographische Wandel wird auch hier bei den Städten und Land- kreisen, die Einwohnerzuwächse haben, eine alternde Gesellschaft hervorrufen. Die hohen Migrationszahlen können die demographische Alterung nicht verhindern. Bis zum Jahr 2021 wird die Bevölkerung von 13 Millionen auf prognostizierte 13,2 Millionen Menschen an- steigen. Im gesamten Freistaat Bayern wird der Bevölkerungsstand bis zum Jahr 2037 um 3,7% steigen. Unter diesem Modell wird Bayern im gesamtem keine demographische Schrumpfung erleiden. Jedoch wird im Jahr 2037 der Anteil der 70-jährigen zusammen mit den 50-jährigen den größten Anteil der Bevölkerung ausmachen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Freistaat Bayern Bevölkerungsentwicklung5

Abschließend kann man sagen, dass der Freistaat Bayern in der Zukunft keinen Rückgang der Bevölkerung zu verzeichnen hat, aber die alternde Gesellschaft wird einen großen Stel- lenwert einnehmen. Wie in der Grafik zu erkennen ist, gehört die kreisfreie Stadt München zu dem Regierungsbezirk Oberbayern, welches die stärkste Entwicklung des Bevölker- ungswachstums in Bayern aufweist. Dies wird besonders wichtig im Hinblick auf die Analyse von München als Wohnstandort sein.6

3. Stadt München

3.1 Demographischer Wandel in München

Wie schon in den vorherigen Kapiteln herausgearbeitet, ist der demographische Wandel re- gional stark unterschiedlich zu erkennen.

Allein im Jahr 2017 lebten bereits mehr als 1,5 Millionen Menschen in der gesamte Region München. In den nächsten Jahren wird die Bevölkerungszahl weiter anwachsen, dies liegt vor allem daran, dass junge Menschen für ihr Studium oder die Arbeit in die Landeshaupt- stadt ziehen. Des Weiteren befinden sich viele der Menschen, die in München leben oder zugezogen sind, in der Phase der Familiengründung, welche ein Bevölkerungswachstum auf- grund von vielen Geburten mit sich ziehen wird.

Im Jahr 2017 lag der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 27,2 %, es wird prognostiziert, dass dieser sich in Zukunft leicht erhöhen wird.7

Hieran lässt sich erkennen, dass die Stadt München, im Vergleich zu dem Freistaat Bayern und Deutschland allgemein, nicht vom Rückgang der Bevölkerung betroffen sein wird. Denn ökonomisch erfolgreiche Städte wie München, können ihre Einwohner halten und ziehen Zuwanderer an.

Die alternde Bevölkerung wird sich in der Stadt München bemerkbar machen. Wie bereits in den Kapiteln vorher herausgearbeitet wird die in der Zukunft ein großer Teil der Bevöl- kerung älter als 60 Jahre alt sein.8

Jedoch muss dieser Aspekt in der Entwicklung des Wohnungsmarkts berücksichtigt werden. Denn die Landeshauptstadt München muss sowohl Wohnraum für die alternde Gesellschaft schaffen, aber auch genug Wohnungen für die steigende Bevölkerung zur Verfügung stellen.

3.2 Wohnungsmarkt

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum in München ist bereits seit vielen Jahren höher als das vorherrschende Wohnungsangebot. Im Jahr 2017 gab es in der Landeshauptstadt München ca. 800.000 Wohnungen. Im Verlgeich zum Jahr 2016 gab es unter der Berücksichtigung von Abbrüchen, Zusammenlegungen und Nutzungsänderungen einen Zugang von rund 14.400 Wohnungen.

[...]


1 Karsten Kassner; Iris Quander; Tobias Wandrei: Familienpolitik und Fertilität: demografische Entwicklungen und politische Gestaltungsmöglichkeiten, Berlin, Stand: März 2012, https://www.bmfsfj.de/blob/76228/3439c9738349eaf8aba65b595cd22df5/monitor-familienforschung-aus- gabe-27-data.pdf#page=1&zoom=page-fit,-190,842, Letzter Zugriff 23.07.2019.

2 o.A.: Zusammengefasste Geburtenziffer nach Kalenderjahren, o.O., Stand: 21.07.2019, https://www.desta- tis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Geburten/Tabellen/geburtenziffer.html, Letzter Zugriff 20.07.2019.

3 Vgl. Karsten Kassner; Iris Quander; Tobias Wandrei: Familienpolitik und Fertilität: demografische Entwick- lungen und politische Gestaltungsmöglichkeiten, S. 9–11.

4 Vgl. Franka Kühn: Die demografische Entwicklung, o.O., Stand: 29.08.2017, https://www.bpb.de/politik/in- nenpolitik/demografischer-wandel/196911/fertilitaet-mortalitaet-migration, Letzter Zugriff 23.07.2019.

5 Vgl. o.A. (Dezember 2018): Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2037. Fürth.

6 Vgl. ebd. S. 20–22.

7 Vgl. ebd. S. 20–22.

8 Vgl. Landeshauptstadt München: Demographie, München, Stand: 24.07.2019, https://www.muenchen. de/rathaus/Stadtverwaltung/Personal-und-Organisationsreferat/Personalentwicklung/Demographie. html, Letzter Zugriff 24.07.2019.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Demographischer Wandel als Herausforderung für den Wohnstandort München
Hochschule
EBZ Business School (ehem. Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft)
Autor
Jahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V497718
ISBN (eBook)
9783346024299
ISBN (Buch)
9783346024305
Sprache
Deutsch
Schlagworte
demographischer, wandel, herausforderung, wohnstandort, münchen
Arbeit zitieren
Jana Blienert (Autor), 2019, Demographischer Wandel als Herausforderung für den Wohnstandort München, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497718

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