Betrachten, Sammeln und Sortieren. Arbeitsmethoden des Sachunterrichts


Akademische Arbeit, 2015
9 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

Definitionen

Didaktische Funktion und Bedeutung

Bezug zum Rahmenplan und Kerncurriculum

Betrachten
Der Betrachtungsprozess
Anforderungsstrukturen des Betrachtens
Pro und Contra

Praxisbeispiel
Warum gerade Schnecken?
Unterrichtseinheiten
Vorgehen
Ziele

Literaturverzeichnis

Definitionen

Unter Sammeln versteht man die systematische Suche, Beschaffung und Aufbewahrung von Dingen und/oder Informationen. Man unterscheidet dabei das Sammeln von allgemeinen Gegenständen, das Sammeln von botanischen Objekten, das Sammeln von Säugetieren und anderem zoologischen Material und das Sammeln von ethnographischen Objekten und Beobachtungen. Allerdings ist das Sammeln keine eindeutig definierbare Tätigkeit. Auf den kleinsten Nenner reduziert bedeutet Sammeln: Unterschiedliches zusammenbringen.

Das Betrachten bezeichnet die direkte Ermittlung von typischen Merkmalen, Gegenständen, Lebewesen und Phänomenen ohne Hilfsmittel. Dem Betrachten liegt ein bewusster Wahrnehmungsprozess zu Grunde. Es bedeutet, das erkennende Sehen eines Objekts, das mit einer aktiven Fragehaltung und einem aktiven Denkprozess verbunden ist. Das Betrachten beschäftigt sich nur mit dem „Jetzt-Zustand“ und lässt einen Prozess oder Veränderungen außer Acht.

Das Ordnen beziehungsweise Sortieren meint, dass man etwas, das Bestandteil einer festgelegten Menge ist, in einer bestimmten Weise in eine bestimmte Reihenfolge bringt oder anordnet, die für das Genannte vorgesehen ist. Die Merkmale nach denen geordnet wird können entweder selbstbestimmt werden oder sind schon festgelegt.

Didaktische Funktion und Bedeutung

Sammeln wird mit der Entwicklung mentaler Kompetenzen verbunden, denn mit Sammlerstücken können methodische Formen des Umgangs mit Wissen geübt, differenziert und weiterentwickelt werden, im Gegensatz zum Einsatz verschiedener Medien (Dunker 2007,169). Des Weiteren werden mit dem Sammeln andere Methoden und Sozialkompetenzen erworben. Sammlungen oder das Sammeln unterliegen in der Regel einem Rahmenthema. Hierbei gilt es verschiedene Entscheidungen zu treffen in Bezug auf die Wichtigkeit einzelner Objekte. Dabei werden die Sammlungen und deren Objekte genau betrachtet. Bevor sie in eine Sammlung aufgenommen werden, es findet eher ein Zusammenspiel verschiedener Arbeitsmethoden wie dem Ordnen, Sortieren, Beobachten, genauem Betrachten oder Untersuchen statt. Wenn SuS Sammlungen anlegen oder angelegt haben, ist es ein Ziel diese Sammlung möglichst zu vervollständigen. Hier spielt der soziale Austausch eine große Rolle. Sammlungen sind eingebettet in ein Netz sozialer Kontakte. Hier finden sich Tauschpartner, die helfen eine Sammlung zu erweitern oder zu vervollständigen. Da die Objekte, die für eine Aufnahme in eine Sammlung interessant erscheinen, aus ihrem natürlichen Zusammenhang gerissen werden und zu etwas ,,Neuem‘‘ zusammengefügt werden, entsteht dadurch jedes Mal etwas Neues und fördert bzw. unterstützt somit ein kreatives Verhalten. Den eigentlichen Wert einer Sammlung kann man in den Zusammenhängen erkennen, die eine Sammlung darstellt. Denn anhand kleiner Sammlungen kann oft besser begriffen werden, was im großen Umfang oft schwierig nachvollziehbar/verständlich erscheint. Dadurch wird die Welt für Kinder ,,lesbar‘‘ und es kann ein direkter Bezug zur Lebenswelt der Kinder hergestellt werden. Die Qualität einer Sammlung besteht in ihrer Ordnung, doch die Leistung und Erfassung des Inhalts steht im Vordergrund. SuS müssen angeregt, motoviert und bestärkt werden Sammlungen weiterzuführen durch ein z.B. positives Feedback und Lob durch die Lehrkraft, da sonst Sammlungen schnell in der Versenkung verschwinden. Außerdem ist darauf zu keine Sammlungen zu unterstützen (Kontext Schule), die auf einer finanziellen Kaufkraft beruhen. Dadurch kann nicht das Selbstbewusstsein der SuS gestärkt werden, was ein Ziel beim Anlegen und führen einer Sammlung ist.

Die Arbeitsmethode des Betrachtens stellt eine gute Möglichkeit dar die Urteils- und Analysekompetenz zu stärken. Dies wird alleine schon mit dem Vergleichen zweier Objekte erreicht. Hier können wesentliche Merkmale betrachtet und unterschieden werden. Dies führt zu einem Urteil bezüglich des Objektes und der Relation zu anderen Objekten, bei denen ähnliche Merkmale betrachtet werden konnten. Betrachtungen unterliegen verschiedenen und individuellen Einflüssen wie Interesse, Stimmung, Motivation, Blickwinkel und Schwankung der Aufmerksamkeit. Dennoch wird bei einer Betrachtung die visuelle Wahrnehmung gestärkt und verschieden Sinne angesprochen. Hier kann der Geruchs-, Tast- und Geschmackssinn beim genauen Betrachten zum Einsatz kommen (z.B. Kräutersammlungen). Betrachtungen sind außerdem immer zielgerichtet. Den Ausgangspunkt bildet hier eine Fragestellung. Dies bewirkt eine Konzentration auf die wesentlichen Merkmale einer Betrachtung und lässt nicht zu viel Raum für die Entdeckungen, die Kinder bei Betrachtungen machen können. Aufgrund der vielen Möglichkeiten, die sich durch das Betrachten ergeben, gehört die Methode des Betrachtens zu den Erkenntnistätigkeiten.

Das Ordnen ist eng mit dem Sammeln verbunden, da auch das Sammeln mit dem Orden eng verknüpft ist. Hier werden Objekte nach bestimmten Kriterien geordnet und zu verschiedenen Mengen zusammengefügt. Dabei lässt sich auch eine propädeutische Funktion erkennen. SuS werden im Rahmen des Mathematikunterrichts immer wieder dazu aufgefordert Zahlen in eine bestimmte Ordnung zu bringen. Diese Ordnungsprinzipien zeigen sich in vielen mathematischen Themen bis in die Oberstufe. Das Orden im SU übernimmt als Arbeitsmethode also eine Art Vorbildungsfunktion ein. Die Ordnungen in Bezug auf die Zahlen geben den Schülern Bedeutungszusammenhänge auf. Dies trifft auf alle Ordnungen zu. So können z.B. Pflanzenteile anhand verschiedener Merkmale unterschieden und zu größeren Gruppen zusammengefügt werden.

Bezug zum Rahmenplan und Kerncurriculum

Die Arbeitsmethoden sind sowohl im Rahmenplan als auch im Kerncurriculum verankert. Im Kerncurriculum sind sie unter dem Inhaltsfeld 6.1 Natur zu finden. Hier steht zur Erkenntnisgewinnung das Untersuchen und Erkunden und es wird das ,,Beobachten/Betrachten‘‘ sowie das ,,Planen‘‘ und ,,Konstruieren‘‘ beschrieben. Im Rahmenplan finden sich die Methode unter dem Punkt 1.1 Aufgaben und Ziele des Sachunterrichtsà Lernfelderà Pflanzen: ,,Betrachten/Beobachten‘‘. Das ,,Sammeln‘‘ und ,,Ordnen‘‘ wird unter dem Punkt ,,Informationen sammeln, ordnen, weitergeben‘‘ kurz beschrieben (,,Bilder und Gegenstände sammeln, nach eigenen Kriterien ordnen und verschiedene Ordnungssysteme erkennen und verwenden‘‘).

Betrachten

In unserem Praxisteil haben wir einen Schwerpunkt auf das Betrachten gesetzt, deshalb soll diese Methode nochmal genauer beschrieben werden als in der oben genannten Definition und Besonderheiten hervorgehoben werden. Beim Betrachten muss zwischen dem ,,Betrachten‘‘ und ,,genauen Betrachten‘‘ unterschieden werden. Das genaue Betrachten erlaubt im Gegensatz zum allgemeinen Betrachten die Verwendung div. Hilfsmittel wie z.B. Lupe, Papier, Stift oder Fotoapparat. Das Betrachten und das genaue Betrachten müssen allerdings erst richtig erlernt werden. Unter dem Aspekt der Entwicklung der Medien (Film, Kino, Computerspiele und Konsolen oder auch seit jüngster Zeit die Smartphones), in denen auf Kinder schnelle Animationen wirken, muss sich das Auge in Bezug auf ein ruhendes Bild und nicht veränderbares Bild erst einmal einstellen. Der visuelle Reiz muss sich einstellen. Deswegen ist das Betrachten auch eine zielgerichtete Wahrnehmung von Objekten. Die Visuelle Wahrnehmung wird gefördert, was für die Kinder wichtig ist. Visuelle Wahrnehmungen werden gleich nach der Geburt wichtig für das Kind. Auf diesem Weg erschließen sich Kinder vom ersten Tag an die Welt. Sie unterscheiden Gesichter, schauen sich ihren eigenen Körper an, wie er funktioniert. Sie nutzen die visuelle Wahrnehmung als Lernweg, nehmen ihn aber einfach nur zur Kenntnis ohne darüber nachzudenken. SuS sollen die Arbeitsmethode des Betrachtens als wissenschaftliches Verfahren kennenlernen mit dem sie gesichertes, überprüfbares Wissen gewinnen können.

Der Betrachtungsprozess

Beim Betrachtungsprozess werden in der Regel verschiedene Aspekte unterschieden (Betrachter, Position, Hilfsmittel usw.). Hier können mit der Lehrkraft gemeinsam Fragen entwickelt werden, die den SuS als Hilfe beim Betrachten dienen sollen („Welche Position kann ich einnehmen?‘‘, ,,Objekte in natürlicher oder künstlicher Umgebung betrachten?‘‘, ,,mit eigenen Sinnen betrachten oder Hilfsmittel verwenden?‘‘,, wie kann ich meine Erkenntnisse festhalten?‘‘...). Je sicherer die SuS im Umgang mit diesen Aspekten sind, desto flexibler können sie diese nach eigenem Ermessen einsetzten und selbstständig damit umgehen. Wird bei der eigentlichen Aufgabenstellung dann nicht zu viel vorgegeben (wie SuS Objekte zu betrachten haben, worauf sie genau schauen sollen...), kann Intrinsische Motivation hervorgerufen werden, was den Lerneffekt deutlich erhöht. Um dieses Verhalten hervorzurufen sollen SuS nicht zu viel in den Arbeitsaufträgen vorgegeben werden. Sie sollen z.B. zwischen verschiedenen Betrachtungsobjekten wählen können, Objekte in verschiedenen Situationen und Zuständen betrachten können und Objekte mit verschiedenen Hilfsmitteln betrachten. Hier sollte das Ziel sein, dass SuS selbst erfahren können, welche Unterschiede sich beim Betrachten ergeben können.

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Details

Titel
Betrachten, Sammeln und Sortieren. Arbeitsmethoden des Sachunterrichts
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
9
Katalognummer
V497739
ISBN (eBook)
9783346013224
Sprache
Deutsch
Schlagworte
betrachten, sammeln, sortieren, arbeitsmethoden, sachunterrichts
Arbeit zitieren
Katharina Schmitt (Autor), 2015, Betrachten, Sammeln und Sortieren. Arbeitsmethoden des Sachunterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497739

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