„ Aus Fehlern wird man klug.“
Dieses alte Sprichwort lässt sich auf nahezu jeden Bereich des Lebens übertragen. Hier soll aber der Bezug auf den Spracherwerb genügen. Eine Sprache kann nicht erlernt werden ohne Fehler zu machen. Sie sollte auch nicht ohne Fehler erlernt werden, denn genau diese und deren Korrektur verdeutlichen dem Lernenden die Strukturen und Prinzipien der Sprache und bietet ihm die Möglichkeit, sich zu verbessern. Im Fremdsprachenunterricht der Schule erfolgt dies auf zwei Arten: schriftlich, als Korrektur der Leistungskontrollen, und mündlich zu fast jeder Zeit und jeder Phase des Unterrichts. Diese Arbeit konzentriert sich auf diese letztere Art der Korrektur im Englischunterricht und wird sich nach einer Einführung mit den Prinzipien und dann den Verfahrensweisen der mündlichen Fehlerkorrektur befassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Definition
2. Korrektur in den verschiedenen Phasen des Unterrichts
3. Arten der Korrektur
4. Korrekturstrategien
4.1 Grundsätzliches
4.2 Aufforderung zur Selbstkorrektur
4.2.1 Handicap-Signal mit mehr oder weniger direkter Einbringung der richtigen Form
4.2.2 Interpretierende Korrektur
4.2.3 Kommunikative Erweiterung der Schüleräußerung
4.2.4 Nonverbale Korrekturen
4.2.5 Aufforderung der Mitschüler zur Korrektur
4.2.6 Nachträgliche Korrektur und Besprechung typischer Fehler
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Prinzipien und Verfahrensweisen der mündlichen Fehlerkorrektur im Englischunterricht, um aufzuzeigen, wie Lehrer Lernende effektiv unterstützen können, ohne den Kommunikationsfluss oder die Motivation zu beeinträchtigen.
- Definition und Abgrenzung der mündlichen Fehlerkorrektur
- Phasenspezifisches Korrekturverhalten im Unterricht
- Unterscheidung von sprach- und mitteilungsbezogenen Korrekturformen
- Einsatz verschiedener Korrekturstrategien wie Selbstkorrektur und nonverbale Signale
- Berücksichtigung der affektiven Komponente beim Feedback
Auszug aus dem Buch
4.2.4 Nonverbale Korrekturen
Der Lehrer kann entweder durch nonverbale Signale (Kopfschütteln, Naserümpfen, erhobener Zeigefinger) darauf hinweisen, dass ein Fehler vorliegt, oder ein solches Signal als Hilfestellung für den Schüler verwenden, wie zum Beispiel ein Überkreuzen der Hände bei falscher Satzstellung oder das Formen einer „Schnute“ mit den Lippen als Hinweis auf das englische [w].
Die Vorteile nonverbaler Hilfen liegen auf der Hand: Sie sind kürzer als verbale Hilfen und damit Zeitsparender, sie sind einprägsamer, sie beeinflussen den Unterrichtsverlauf nicht so stark und sie sind flexibel einsetzbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition: Das Kapitel erläutert den Begriff der mündlichen Fehlerkorrektur durch Abgrenzung zu verwandten Konzepten wie Reparatur, Ignorieren und Helfen.
2. Korrektur in den verschiedenen Phasen des Unterrichts: Hier wird dargelegt, dass unterschiedliche Unterrichtsphasen wie Vorlese- oder Gruppenarbeitsphasen ein jeweils angepasstes Korrekturverhalten des Lehrers erfordern.
3. Arten der Korrektur: Dieses Kapitel klassifiziert Feedback in sprachbezogene und mitteilungsbezogene Rückmeldungen sowie direkte und indirekte Korrekturmethoden.
4. Korrekturstrategien: Der Hauptteil beschreibt verschiedene Techniken zur Fehlerbehandlung, wobei das Prinzip „message before accuracy“ und die Förderung der Selbstkorrektur im Fokus stehen.
Schlüsselwörter
Mündliche Fehlerkorrektur, Englischunterricht, Fremdspracherwerb, Korrekturstrategien, Selbstkorrektur, Feedback, Unterrichtsphasen, Sprachbezogene Rückmeldung, Mitteilungsbezogene Rückmeldung, Nonverbale Korrekturen, Kommunikative Kompetenz, Affektive Komponente, Fehleranalyse, Lehrer-Schüler-Interaktion, Unterrichtsklima
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen und die praktischen Verfahrensweisen der mündlichen Fehlerkorrektur im Englischunterricht an Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition der Fehlerkorrektur, ihre Anwendung in verschiedenen Unterrichtsphasen, die Differenzierung zwischen verschiedenen Korrekturarten und der Einsatz gezielter Strategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch ein reflektiertes Korrekturverhalten sprachliche Genauigkeit fördern können, ohne die Motivation oder den Kommunikationsfluss der Schüler zu stören.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse fachdidaktischer Literatur und Prinzipien, die in den Kontext der schulischen Fremdsprachenpraxis gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Unterrichtsphasen, die Kategorisierung von Feedback-Arten sowie eine detaillierte Auflistung verschiedener Korrekturstrategien, inklusive praktischer Beispiele.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fehlerkorrektur, Korrekturstrategien, Kommunikationsfluss, Selbstkorrektur und die Balance zwischen sprachlicher Korrektheit und emotionaler Dimension definiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen „sprachbezogenen“ und „mitteilungsbezogenen“ Rückmeldungen wichtig?
Diese Differenzierung hilft dem Lehrer zu entscheiden, ob der Fokus gerade auf der formalen Korrektheit oder dem erfolgreichen Austausch von Informationen („message before accuracy“) liegen sollte.
Welche Rolle spielt die „affektive Komponente“ bei der Fehlerkorrektur?
Die affektive Komponente ist entscheidend, da das Korrekturverhalten des Lehrers das Unterrichtsklima und das Selbstwertgefühl der Schüler direkt beeinflusst; eine demotivierende Korrekturpraxis kann den Lernprozess hemmen.
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- Lisa-Andrea Glatz (Author), 2005, Verfahrensweisen und Prinzipien der mündlichen Fehlerkorrektur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49777