Die Arbeit zeigt, inwiefern eine Global Sourcing-Strategie für mittelständische Unternehmen hinsichtlich der implementierten Chancen und Risiken interessant und erfolgsversprechend ist. Dabei werden mittelstandstypische Merkmale der zu untersuchenden Unternehmen mit betrachtet.
Die Globalisierung der Märkte fordert nicht nur Großunternehmen heraus – in einer ständig engeren Verflechtung, rückt sie auch für mittelständische Unternehmen immer mehr in den Fokus und das nicht nur vertriebsseitig. Das Wegfallen internationaler Handelsbarrieren und der technologische Fortschritt ermöglichen zunehmend auch ausländischen Wettbewerben den Markteintritt und erzeugen somit einen starken Wettkampf für die heimischen mittelständischen Unternehmen und natürlich einen hohen Kostendruck.
In einigen Großunternehmen ist es schon seit Jahren gängige Praxis eben jenen Herausforderungen mit einer Global-Sourcing Strategie zu begegnen – doch wie sieht es im Mittelstand aus? Eine Publikation des statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2016 zeigt, dass die Großunternehmen 81% der Importe bewerkstelligen, während mittlere Unternehmen hier lediglich einen Anteil von 12% haben. Hier ist zu berücksichtigen, dass hier nicht ausschließlich Beschaffungsgüter zur Weiterverarbeitung abgebildet werden, sondern alle Exporte, also auch Handelswaren. Dennoch wird hier bereits gezeigt, dass die internationale Beschaffung bei mittelständischen Unternehmen bisher noch nicht einen so hohen Stellenwert haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Ziele und Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffes “Global Sourcing”
2.2 Charakteristika mittelständischer Unternehmen
2.2.1 Quantitative Merkmale
2.2.2 Qualitative Merkmale
3 Anforderungen an ein Global Sourcing
3.1 Anforderungen an die Beschaffungsorganisation
3.2 Anforderungen an die Mitarbeiter
3.3 Formen der internationalen Beschaffungsmarkt-aktivitäten
4 Global Sourcing in mittelständischen Unternehmen – Analyse der Chancen und Risiken
4.1 Analyse der Chancen
4.1.1 Kostensenkung
4.1.2 Risikodiversifizierung
4.1.3 Qualitätsoptimierung
4.2 Analyse der Risiken
4.2.1 Lieferzeit
4.2.2 Kommunikation und Kultur
4.2.3 Rechtliche Risiken
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Umsetzbarkeit von Global-Sourcing-Strategien für mittelständische Unternehmen, wobei die spezifischen Stärken, Schwächen und Hemmnisse dieser Unternehmensgröße kritisch analysiert werden.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung von Global Sourcing
- Charakteristika und strukturelle Anforderungen mittelständischer Unternehmen
- Analyse der Chancen: Kostensenkung, Risikodiversifizierung und Qualitätsoptimierung
- Analyse der Risiken: Lieferzeiten, kommunikative sowie kulturelle Barrieren und rechtliche Hürden
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Kommunikation und Kultur
Hinsichtlich der Kommunikation zwischen beschaffendem und lieferndem Unternehmen auf globaler Ebene wird es Risiken geben, die darauf beruhen, dass die Entwicklung der Telekommunikation im Beschaffungsland71 anderen Standards entspricht, und dass Sprache, Mentalität und Kultur mitunter sehr gravierend voneinander abweichen72. In diesem Kontext ist nicht nur die Kommunikation mit dem Lieferanten, sondern auch mit Dienstleistern (z.B. internationale Spediteure) oder Behörden zu beachten.73 Im Folgenden werden die einzelnen Faktoren beschrieben und hinsichtlich der Stärken und Schwächen der mittelständischen Unternehmen analysiert:
Beginnend mit dem Entwicklungsstand der Telekommunikation ist zu sagen, dass hinsichtlich Festnetztelefonie, Mobilfunk und Datenleitungen die deutschen Unternehmen für eine internationale Kommunikation gerüstet sind – auch im Mittelstand. Lediglich bei den Datenleitungen gibt es Unterschiede, die zum einem regional und zum anderem in den Kosten begründet sind. Telekommunikationskosten stellen für die Unternehmen keine entscheidenden Kostenfaktor mehr dar, es geht hauptsächlich um gute Verfügbarkeit, schlanke Prozesse und intelligente Lösungen, wobei eine Besonderheit auf der internationalen Mobilfunk telekommunikation liegt.74 Andersherum kann das Unternehmen die Kommunikationsstruktur im Beschaffungsland nicht beeinflussen, es kann maximal das Risiko dieser bewerten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Entwicklungsstand der Telekommunikation kein Risiko birgt, dass speziell für mittelständische Unternehmen gilt, da mittlerweile jedes Unternehmen über die Möglichkeit verfügt über das Internet per Mail, Chat, Video-Telefonie u.v.m. zu kommunizieren und auf der anderen Seite große Unternehmen ebenso das Risiko der Kommunikationsstruktur im Ausland bewerten müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt das Thema Globalisierung und den aktuellen Stellenwert internationaler Beschaffung für mittelständische Unternehmen dar und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Definiert den Begriff Global Sourcing, grenzt ihn von allgemeiner internationaler Beschaffung ab und erläutert die Merkmale mittelständischer Unternehmen.
3 Anforderungen an ein Global Sourcing: Analysiert die organisatorischen Voraussetzungen und das Anforderungsprofil an Mitarbeiter sowie verschiedene internationale Beschaffungsformen.
4 Global Sourcing in mittelständischen Unternehmen – Analyse der Chancen und Risiken: Untersucht differenziert die Potenziale zur Kostensenkung, Risikostreuung und Qualitätssicherung sowie die Herausforderungen durch Lieferzeiten, kulturelle Barrieren und rechtliche Rahmenbedingungen.
5 Fazit: Bewertet die Chancen und Risiken abschließend und kommt zu dem Ergebnis, dass eine strategische Bearbeitung internationaler Märkte für den Mittelstand langfristig überlebenswichtig ist.
Schlüsselwörter
Global Sourcing, Mittelstand, Beschaffung, Kostensenkung, Risikodiversifizierung, Qualitätssicherung, Lieferzeiten, interkulturelle Kompetenz, Sprachbarrieren, rechtliche Risiken, KMU, Strategie, Beschaffungsmanagement, internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Chancen und Risiken, die eine Global-Sourcing-Strategie für mittelständische Unternehmen mit sich bringt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die theoretische Einordnung von Global Sourcing, die strukturellen Charakteristika von KMU, Anforderungen an die Beschaffungsorganisation sowie eine detaillierte Gegenüberstellung von Chancen und Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es herauszustellen, inwiefern Global Sourcing für mittelständische Unternehmen unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Merkmale als erfolgsversprechende Strategie dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Literatur sowie eine systematische Bewertung von Chancen und Risiken auf Basis der in der Fachliteratur identifizierten Merkmale und Anforderungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Anforderungen an die Beschaffungsorganisation und Mitarbeiter sowie eine Analyse der Chancen (Kosten, Risiko, Qualität) und Risiken (Lieferzeit, Kultur, Recht).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Global Sourcing, Mittelstand, Beschaffungsmanagement, Risikodiversifizierung und interkulturelle Kompetenz charakterisiert.
Warum spielen kulturelle Differenzen eine so große Rolle für den Mittelstand?
Da mittelständische Unternehmen oft stark durch die Person des Unternehmers geprägt sind, wirken kulturelle Unterschiede und psychologische Distanzen bei unerfahrenen Mitarbeitern häufig als signifikante Hemmnisse für den Erfolg einer Global-Sourcing-Strategie.
Wie werden rechtliche Risiken bewertet?
Rechtliche Risiken sind im Vergleich zu kulturellen Hürden meist kalkulierbarer, sofern Einfuhrzölle korrekt in die Kalkulation einfließen; lediglich nicht-tarifäre Handelshemmnisse erfordern eine genauere Betrachtung.
- Citar trabajo
- Tim Köster (Autor), 2018, Global Sourcing. Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498018