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Zum Situationskonzept in der Wissenssoziologie

Basierend auf "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" von Peter L. Berger und Thomas Luckmann

Titre: Zum Situationskonzept in der Wissenssoziologie

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2017 , 25 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Martin Radtke (Auteur)

Sociologie - Divers
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„If men define situations as real, they are real in their consequences“ (Thomas/ Thomas 1938). Das in dieser Form häufig zitierte Thomas-Theorem wird oft als einer der wesentlichen Ausgangspunkte der zunehmenden Relevanz qualitativer Sozialforschung gesehen. Insbesondere aufgrund der Fokussierung der Bedeutsamkeit subjektiver Interpretations- bzw. Definitionsleistungen des Individuums. Die Fruchtbarkeit des Thomas-Theorems zeigt sich vor allem im Zeitraum der 1960er bis 1980er Jahre: Soziologen wie Hans-Peter Dreitzel, Hans Buba, Jürgen Markowitz und Konrad Thomas haben sich explizit dem Konzept der Situation unter entsprechend unterschiedlichen soziologischen Perspektiven angenommen. Der Diskurs um den Begriff der Situation und dessen soziologische Verwendung scheint jedoch – außer beispielsweise von Hartmut Esser – kaum noch weitergeführt worden zu sein.
Eine mögliche Begründung für das Ausbleiben einer weiterführenden expliziten Ausarbeitung eines soziologischen Situationskonzepts, ließe sich eventuell darin finden, dass eben jenes Konzept in anderen soziologischen Grundbegriffen aufgegangen sein könnte. Zumindest bekräftigen die Erläuterungen Reiner Kellers zu den wissenssoziologischen Grundlegungen von Peter L. Berger und Thomas Luckmann diese Annahme: „Damit ist Thomas’ ‚Definition der Situation’ endgültig in eine umfassende soziologische Theorie der Wirklichkeit eingebettet“ (Keller 2009). Demnach sei das Thomas-Theorem in der Wissenssoziologie (nach Berger und Luckmann) vollständig aufgegangen. Weil Keller einerseits tiefergehende Erläuterungen auslässt und der Situationsbegriff andererseits von Berger und Luckmann nicht als Grundkonzept (wie z.B. der Begriff des Wissens) behandelt und ausgearbeitet wird, soll der folgenden Fragestellung nachgegangen werden: Inwiefern lässt sich auf Basis der Wissenssoziologie nach Berger und Luckmann ein Konzept der Situation rekonstruieren?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Allgemeine Erläuterungen zum Konzept der Situation in der Soziologie

III. Zentrale Konzepte der wissenssoziologischen Grundlegungen von Berger und Luckmann sowie deren Hinweise auf ein Situationskonzept

3.1 Habitualisierung und Situation

3.2 Typisierung und Situation

3.3 Institutionalisierung und Situation

3.4 Legitimierung und Situation

3.5 Der Dreischritt: Externalisierung – Objektivierung – Internalisierung

3.6 Wissen und Situation

IV. Die zwei zentralen Situationskonzepte

4.1 Die gesellschaftliche Situation

4.2 Die Vis-à-Vis Situation

V. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich auf Basis der Wissenssoziologie von Peter L. Berger und Thomas Luckmann ein eigenständiges Konzept der Situation rekonstruieren lässt, nachdem das Thomas-Theorem als vermeintlich in ihrer Theorie aufgegangen betrachtet wurde.

  • Analyse des Thomas-Theorems und soziologischer Situationsbegriffe
  • Untersuchung wissenssoziologischer Basisprozesse (Habitualisierung, Typisierung, Institutionalisierung, Legitimierung)
  • Rekonstruktion des Konzepts der "gesellschaftlichen Situation"
  • Erarbeitung des Konzepts der "Vis-à-Vis Situation" als zentrales Situationsmodell
  • Diskussion der Ambivalenz zwischen subjektiven und objektiven Wirklichkeitskonstruktionen

Auszug aus dem Buch

Die Vis-à-Vis Situation

Das weitaus aufschlussreichere Situationskonzept bezeichnen Berger und Luckmann als Vis-à-Vis Situation: „Die Vis-à-Vis-Situation ist der Prototyp aller gesellschaftlichen Interaktion. Jede andere Interaktionsform ist von ihr abgeleitet. Als Vis-à-Vis-Situation habe ich den Anderen in lebendiger Gegenwart [...] vor mir. [...] Mein und sein »Jetzt und Hier« fallen zusammen, solange die Situation andauert“ (Berger/ Luckmann: 1999: 31). Anhand dieses Zitats lassen sich die wesentlichen Elemente eines möglichen Situationskonzepts hervorheben sowie letztlich die zuvor erläuterten Prozesse als auch der Begriff des Wissens in selbiges integrieren.

Zunächst stellt der erste Teil eine direkte Verbindung zwischen Situation und Interaktion her. Im weiteren Verlauf wird dies weiter konkretisiert: Indem explizit eine andere Person angesprochen wird, bezieht sich Interaktion also auf wie auch immer im Konkreten stattfindende Handlungs- oder Kommunikationsprozesse zwischen verschiedenen Personen. Dementsprechend stellt sich die Frage, ob sich eine Person allein nicht in einer Situation befinden kann. Diese wird dadurch beantwortet, als dass die Vis-à-Vis-Situation als ‚Prototyp’ bezeichnet wird und die Möglichkeit der Ableitung anderer Interaktionsformen – und damit vermutlich auch anderer Situationsformen – explizit herausgestellt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Thomas-Theorems ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Rekonstruktion eines Situationskonzepts innerhalb der Wissenssoziologie.

II. Allgemeine Erläuterungen zum Konzept der Situation in der Soziologie: Dieses Kapitel expliziert den alltagsweltlichen Situationsbegriff und dessen soziologische Relevanz basierend auf dem Thomas-Theorem sowie der Mikro-Makro-Ambivalenz.

III. Zentrale Konzepte der wissenssoziologischen Grundlegungen von Berger und Luckmann sowie deren Hinweise auf ein Situationskonzept: Das Kapitel analysiert systematisch die zentralen Prozesse wie Habitualisierung, Typisierung und Institutionalisierung hinsichtlich ihrer impliziten Situationsbezüge.

IV. Die zwei zentralen Situationskonzepte: Hier werden die beiden von Berger und Luckmann prägenden Situationsmodelle – die gesellschaftliche Situation und die Vis-à-Vis Situation – differenziert und theoretisch eingeordnet.

V. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Rekonstruktion zusammen, diskutiert das ambivalente Verhältnis von Wissen und Situation und gibt Anregungen für weiterführende Studien.

Schlüsselwörter

Wissenssoziologie, Thomas-Theorem, Situation, Situationsdefinition, Habitualisierung, Typisierung, Institutionalisierung, Legitimierung, Berger und Luckmann, gesellschaftliche Wirklichkeit, Vis-à-Vis Situation, Handeln, Wissensvorrat, Sozialisation, Objektivierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, ob und wie aus den wissenssoziologischen Schriften von Berger und Luckmann ein theoretisches Konzept der „Situation“ abgeleitet werden kann.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die wissenssoziologischen Basisprozesse der Wirklichkeitskonstruktion wie Habitualisierung, Typisierung, Institutionalisierung und Legitimierung im Kontext situativen Handelns.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Studie?

Die Arbeit geht der Frage nach: Inwiefern lässt sich auf Basis der Wissenssoziologie nach Berger und Luckmann ein Konzept der Situation rekonstruieren?

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Rekonstruktion und Analyse der zentralen Konzepte aus Berger und Luckmanns Werk "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit".

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Aufarbeitung der wissenssoziologischen Grundkonzepte und deren Anwendung auf das Situationskonzept sowie eine differenzierte Untersuchung der zwei Hauptkonzepte der "gesellschaftlichen" und "Vis-à-Vis" Situation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Wissensvorrat, Situationsdefinition, interaktive Wirklichkeitskonstruktion sowie die Dialektik von Externalisierung, Objektivierung und Internalisierung.

Welche Rolle spielt das Thomas-Theorem für die Argumentation?

Das Thomas-Theorem dient als wesentlicher Ausgangspunkt, da es die grundlegende Bedeutung der subjektiven Situationsdefinition für die soziale Realität betont.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung zur "Vis-à-Vis" Situation?

Die Untersuchung identifiziert die Vis-à-Vis Situation als den Prototyp gesellschaftlicher Interaktion, in dem Zeit und Raum für die Beteiligten zusammenfallen.

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Résumé des informations

Titre
Zum Situationskonzept in der Wissenssoziologie
Sous-titre
Basierend auf "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" von Peter L. Berger und Thomas Luckmann
Université
University of Rostock  (Institut für Soziologie und Demographie)
Cours
Das Konzept der Situation
Note
1,0
Auteur
Martin Radtke (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
25
N° de catalogue
V498026
ISBN (ebook)
9783346013798
ISBN (Livre)
9783346013804
Langue
allemand
mots-clé
Wissenssoziologie Situation Konstruktivismus Theorie Peter L. Berger Thomas Luckmann Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Martin Radtke (Auteur), 2017, Zum Situationskonzept in der Wissenssoziologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498026
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Extrait de  25  pages
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