Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF

Literatur im Fremdsprachenunterricht aus historischer Perspektive. Deutsch als Zweit- und Fremdsprache

Titel: Literatur im Fremdsprachenunterricht aus historischer Perspektive. Deutsch als Zweit- und Fremdsprache

Seminararbeit , 2018 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Michael Prestele (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Stellenwert von Literatur im Fremdsprachen- und speziell im DaF/ DaZ- Unterricht aus historischer Perspektive auszuleuchten. Es erfolgt eine praxisnahe Didaktisierung des Textes „Die Leichtgläubigen oder Wie eine Taube zwei Gänse rettete“ vom Chamisso-Preisträger Rafik Schami aus dem Jahr 1990 für erwachsene DaZ-Lerner mit einem C1-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen.

Einführend sind hier zentrale Legitimationsgrundsätze für literarische Texte im Fremdsprachenunterricht zu formulieren, denn zahlreiche didaktische Entwürfe berücksichtigen die Integration von Literatur mit deren poetischen Komponenten nur unzureichend. Zu Gunsten eines optimalen Lernfortschritts wird Literarizität und die damit einhergehende Komplexität kommunikativ ausgerichteten Lernzielen untergeordnet.

Doch folgt man Harald Weinrichs Forderung nach "Reliterarisierung" oder etwa dem Mehrwert von literarischen Texten gegenüber der Alltagssprache, wie er bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in Konzepten von Deautomatisierung und Endkontextualisierung im russischen Formalismus skizziert wurde, wird schnell das Potenzial von literarischen Texten für den Fremdspracherwerb deutlich.

Die diachrone Perspektive auf die Rolle der Literatur im Fremdsprachenunterricht und auch im Hinblick auf das Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache ist eine interessante. Die Inkongruenz von Literatur- und Kulturauffassungen wirkt sich konsequenterweise auch auf kulturelle Schaffensprozesse – wie u.a. Literatur essentiell definiert werden kann – aus. Dass hierbei die Konzeption von Vermittlungsansätzen für literarische Texte in didaktischen Kontexten ebenso beeinflusst wird, liegt auf der Hand. Dabei ist die Beziehung zwischen Literatur und (Fremdsprachen-) Unterricht interdependent verwoben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Literatur im Fremdsprachenunterricht vor 1945

2.2 Die Entwicklungen nach 1945

2.3 Die Zäsur um das Jahr 1970

2.4 Der Interkulturelle Ansatz

2.5 Kompetenzorientierung versus Literarizität

3. Ausblick

4. Didaktisierung

4.1 Erste Unterrichtseinheit: Textstrukturelles Wissen

4.2 Zweite Unterrichtseinheit: Die Textlektüre

4.3 Dritte Unterrichtseinheit: Interkulturelle Kompetenz

5. Literaturverzeichnis

7. Anhang

7.1 Anhang 01: Lesetext

7.2 Anhang 02: Lehrskizzen der Projektwoche 1-3

7.3 Anhang 03: Arbeitsblatt

7.4 Anhang 04: Historische Tabelle: Methodenkonzeption im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert von Literatur im Fremdsprachenunterricht sowie speziell im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) unter Berücksichtigung einer diachronen historischen Perspektive. Ziel ist es, die Entwicklung der Literaturdidaktik kritisch zu beleuchten und anhand einer praxisnahen Didaktisierung des Märchens „Die Leichtgläubigen oder Wie eine Taube zwei Gänse rettete“ von Rafik Schami konkrete Anwendungsmöglichkeiten für erwachsene DaZ-Lerner auf C1-Niveau aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der Literaturdidaktik (vor 1945 bis heute).
  • Wechselverhältnis von Literatur, Kultur und Fremdsprachenunterricht.
  • Konzeptualisierung von Literatur unter den Aspekten des Interkulturellen Ansatzes und der Kompetenzorientierung.
  • Praktische Didaktisierung eines literarischen Textes für den C1-DaZ-Unterricht.
  • Förderung interkultureller Kompetenz durch literarische Texte.

Auszug aus dem Buch

2.1 Literatur im Fremdsprachenunterricht vor 1945

Diese Arbeit erlaubt sich einen lohnenswerten Blick auf den Umgang mit Literatur in didaktischen Konzeptionen weit vor der Zäsur durch den Zweiten Weltkrieg. Unabhängig von Epochen oder Strömungen ist es die klassische antike Literatur, die hohe historische Kontinuität an Rezeption und Einsatz in didaktischen Lehr- und Lehrkontexten aufweist (Roche 2013: 14 und Raithel/ Dollinger/ Hörmann 2007: 122). Konkret zeigte sich diese Dominanz kanonisierter Literatur im Humanismus. Hier wurden beispielsweise Homer oder Cicero zu unantastbaren Bildungsgütern stilisiert. Darauf aufbauend ist für Wilhelm von Humboldt die Sprache das Organ des Denkens (Harden 2006: 132-133) und Literatur bzw. genauer Literarizität höchstes Gut. Damit untermauerte er eine Legitimation für die institutionalisierte Einführung von Literatur in den Fremdsprachenunterricht an den Gymnasien (Thonhauser 2010: 1033-1034).

Auf Grundlage dessen ist es kaum verwunderlich, dass die sog. Grammatik-Übersetzungs-Methode (kurz "GÜM") im 18. und 19. Jahrhundert den Fremdsprachen-unterricht prägte. Mündliche Sprachfertigkeiten fanden hier keine Berücksichtigung, was aus heutiger Sicht sehr befremdlich wirkt. Doch hier ist anzumerken, dass sich didaktische Konzepte, ob im Fremdsprachenlernen allgemein oder von Literatureinsatz speziell, gesellschaftlichen Zielen unterordnen. Die GÜM übertrug Vermittlungsansätze für die antiken Sprachen auf moderne Fremdsprachen, was zur Gleichsetzung von Sprachbeherrschung mit Grammatikkenntnis führt. Deduktive Regelvermittlung sowie zweisprachige Vokabeldarstellungen sollen das Übersetzen in die Zielsprache ermöglichen. Einem passiven Lerner nach GÜM werden Inhalte in der Ausgangssprache präsentiert. Die Wahl der Unterrichtsinhalte ist geprägt von der (neu-)humanistischen Sicht auf Bildung und Literatur (Kniffka/ Siebert-Ott 2012: 76-77). Ein kanonisiertes Literaturkonzept liegt mit einer strengen bildungsbürgerlichen und antiken Ausrichtung auf Hochkultur vor (Weller 2003: 410).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Beziehung zwischen Literatur und Fremdsprachenunterricht und definiert das Ziel, den Stellenwert von Literatur im DaF/DaZ-Unterricht theoretisch einzuordnen und praktisch zu didaktisieren.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert chronologisch die Rolle von Literatur in verschiedenen didaktischen Ansätzen, angefangen bei der Grammatik-Übersetzungs-Methode vor 1945, über die Zeit nach 1945 bis hin zu aktuellen Paradigmen wie dem Interkulturellen Ansatz und der Kompetenzorientierung.

3. Ausblick: Der Ausblick plädiert für einen differenzierteren Kompetenzbegriff, um der Komplexität und Vieldeutigkeit literarischer Texte im Fremdsprachenunterricht trotz standardisierter Anforderungen gerecht zu werden.

4. Didaktisierung: Dieses Kapitel stellt ein konkretes Konzept zur Arbeit mit Rafik Schamis Text „Die Leichtgläubigen oder Wie eine Taube zwei Gänse rettete“ vor, das in drei Einheiten unterteilt ist und auf die Förderung interkultureller Kompetenz abzielt.

5. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

7. Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie den Lesetext, detaillierte Lehrskizzen, ein Arbeitsblatt sowie eine zusammenfassende historische Tabelle der Methodenkonzeptionen.

Schlüsselwörter

Literaturdidaktik, DaF, DaZ, Interkultureller Ansatz, Literarizität, Grammatik-Übersetzungs-Methode, Kommunikative Kompetenz, Kompetenzorientierung, Rafik Schami, Chamisso-Literatur, Fremdverstehen, Wirkungsästhetik, Literaturvermittlung, Sprachunterricht, Fremdsprachenerwerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und aktuelle Bedeutung von Literatur im Fremdsprachenunterricht, insbesondere im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die diachrone Entwicklung methodischer Ansätze, der Stellenwert literarischer Texte gegenüber kommunikativen Zielen sowie die Förderung interkultureller Kompetenz durch Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die theoretische Ausleuchtung des Stellenwerts von Literatur und die exemplarische, praxisnahe Didaktisierung eines literarischen Textes für fortgeschrittene DaZ-Lerner.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, um didaktische Konzepte zu vergleichen und darauf basierend ein fünfschrittiges Schema der Unterrichtsvorbereitung anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Phasen des Fremdsprachenunterrichts: von der Vor-1945-Ära (GÜM) über behavioristische Ansätze nach 1945 bis hin zum Paradigmenwechsel um 1970 und modernen Ansätzen wie der Kompetenzorientierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Literaturdidaktik, Interkultureller Ansatz, Literarizität, Kompetenzorientierung und DaF/DaZ charakterisiert.

Warum wurde Rafik Schamis Text für die Didaktisierung gewählt?

Der Text bietet sich durch seine Struktur und die Loslösung von festen Raum-Zeit-Kategorien (Dekontextualisierung/Verfremdung) besonders gut für die Arbeit mit Chamisso-Literatur und die Förderung des interkulturellen Perspektivwechsels an.

Welche Rolle spielen die Anhänge?

Die Anhänge enthalten die praktische Konkretisierung: Lehrskizzen für drei Unterrichtseinheiten, ein Arbeitsblatt und eine historische Vergleichstabelle der verschiedenen didaktischen Methoden.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Literatur im Fremdsprachenunterricht aus historischer Perspektive. Deutsch als Zweit- und Fremdsprache
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Deutsch als Fremdsprache)
Veranstaltung
Chamisso-Literatur in verschiedenen Lehr- und Lernkontexten
Note
1,7
Autor
Michael Prestele (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V498104
ISBN (eBook)
9783346023223
ISBN (Buch)
9783346023230
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsch als Fremdsprache Deutsch als Zweitsprache Fremdsprachendidaktik Literatur im Fremdsprachenunterricht Chamisso-Literatur Interkulturelle Literaturwissenschaft Literaturwissenschat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Prestele (Autor:in), 2018, Literatur im Fremdsprachenunterricht aus historischer Perspektive. Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498104
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  23  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum