Psychologie des Gesundheitswesens. Eine Analyse von Selbstwirksamkeitserwartung und Stress


Einsendeaufgabe, 2017
20 Seiten, Note: 1,4
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Selbstwirksamkeitserwartung
1.1 Definition: Selbstwirksamkeitserwartung
1.2 Auswertung des Fragebogens „gesunde Ernährung“ zur Messung der spezifischen Selbstwirksamkeitserwartung
1.3 Wissenschaftliche Studie zur Selbstwirksamkeitserwartung:„Sport im Tausch gegen den Rausch - Steigerung der sportbezogenen Selbstwirksamkeit bei Suchtkranken“

2 Literaturrecherche : STRESS
2.1 Definition
2.2 Theoretische Grundlagen
2.3 Entstehung
2.4 Überblick über aktuelle Daten und Fakten
2.5 Präventions-und Interventionsprogramme zur Reduktion von Gesundheitsrisiken
2.6 Konsequenzen für eine gesundheitsorientierte Beratung

3 Beratungsgespräch
3.1 Einordnung des Fallbeispiels in Modell des gesundheitspsychologischen Verhaltens
3.2 Rolle des Beraters einer gesundheitspsychologischen Beratung
3.3 Gesprächsverlauf

4 Literaturverzeichnis

Selbstwirksamkeitserwartung

1.1 Definition: Selbstwirksamkeitserwartung

Selbstwirksamkeit ist das Vertrauen an sich selbst, durch die eigenen Handlungsfähig-keiten eine gestellte Aufgabe erfolgreich zu erfüllen.

Nach der sozial kognitiven Lerntheorie Banduras (1992) wurde das Zentralkonzept der Selbstwirksamkeit entwickelt. Diese Theorie stellt eine individuell ausgeprägte subjektive Überzeugung dar, welche sich auf die Kompetenz zur Ausübung zielorientierter Handlungen bezieht (Bandura, 1992).

Die Erwartung und Konsequenz über Erfolg oder Misserfolg entscheidet darüber, ob eine Person ihr Ziel weiterhin verfolgt oder es aufgibt. Deshalb unterteilt Bandura

(zitiert nach Schwarzer, 2004, S.12-13) zwei Typen von Erwartungen, wobei beide Komponenten unabhängig voneinander zu betrachten sind.

1. Selbstwirksamkeitserwartung ( oder Kompetenzerwartung)
2. Handlungs-Ergebnis-Erwartung (auch Konsequenzerwartung)

Ersteres bezeichnet den Glauben an sich selbst, sowie die eigenen Erwartungen, Situationen aufgrund individueller Kompetenzen und persönlicher Ressourcen erfolgreich und eigenständig ausführen zu können. Wesentlich hierbei ist, dass der Person eine

Kontrollüberzeugung zugrunde liegt, mit welcher Sie die optimistische Annahme vertritt, Einfluss auf ihre Umwelt nehmen zu können.

Die Handlungs-Ergebnis-Erwartung bezieht sich auf die Konsequenzen welche sich aus dem Verhalten einer Person ergeben könnten.

Selbstwirksamkeit lässt sich durch verschiedene Erfahrungen erlernen und erhöhen. Bandura teilt diese in vier wesentliche Quellen ein. Die direkte Erfahrung, bei welchen Anforderungssituationen erfolgreich bewältigen werden (Bandura, 1997; zitiert nach Schwarzer, 2004, S.20-21.), die indirekte Erfahrung, welche stellvertretende

Erfahrungen durch Beobachtung einer dritten Person darstellen, die symbolische Erfahrung, welches die Mitteilung anderer Personen über sie eigenen Kompetenzen beinhalten und die Gefühlserregung, bei welcher physiologische Prozesse im Körper als Signal der eigenen Kompetenz gewertet werden.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass erfolgreiche Menschen eine hohe Selbstwirk-samkeitserwartung haben und im Umkehrschluss misserfolgsorientierte Menschen eine niedrige Selbstwirksamkeitserwartung. Diese Schlussfolgerung ist bezogen auf die

Attributionstheorie, sprich die Ursachenzuschreibung, welche Menschen an ihren Erfolgen und Misserfolgen misst, durch internale sowie externale Fähigkeiten.

1.2 Auswertung des Fragebogens „gesunde Ernährung“ zur Messung der spezifischen Selbstwirksamkeit serwartung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

-Die oben gezeigte Statistik ist die Auswertung eines Fragebogens zur Erfassung ernährungsbezogener Selbstwirksamkeit. Es wurden fünf Personen (vier Männer und eine Frau) befragt, ob Sie es schaffen, sich gesund zu ernähren, wenn bestimmte Situationen vorherrschen. Insgesamt wurden den fünf Personen, 18 unterschiedliche Gegebenheiten vorgelegt, welche Sie auf einer Skala von 1 „ gar nicht sicher“ bis 5 „ganz sicher“, bewerten sollten. Die individuelle Auswertung der Ergebnisse ist in einem Balkendiagramm dargestellt, wobei sich auf der X-Achse die Zahlen von 0-5 befinden und auf der Y-Achse die zu bewertenden Situationen. Die befragten Personen sind alle im Fitnessbereich tätig und zwischen 25 und 35 Jahren alt.

Besonders auffällig ist die große Übereinstimmung aller fünf Befragten in der Überzeugung, sich auch gesund ernähren zu können, in den Rubriken „… ich nicht auffallen will“, „…ich enttäuscht bin“ und „…ich alleine bin“. Ersteres deutet darauf hin, dass die befragten Personen ungesundes Essen mit Auffallen verbinden. Dies lässt darauf schließen, dass Sie dazu neigen sich gesund zu ernähren, sobald Sie Teil einer Gruppe sind. Voraussetzung ist jedoch, dass sich diese Gruppe gesund ernährt. Das bedeutet, dass Gruppenzwang eine große Rolle spielt, welche sich im Endeffekt aber positiv auf das Essverhalten auswirken kann. Somit erlangen die Befragten, trotz eines geringen Selbstwirksamkeitsgefühls, das gewünschte Ziel sich trotzdem gesund ernähren zu können. Der zweite Übereinstimmungspunkt zeigt, dass die Befragten eine Enttäuschung nicht mit ungesunder Ernährung in Verbindung und es für Sie kein Hindernis darstellt. Letzteres deutet auf eine sehr hohe Eigenmotivation der Befragten hin, welches von hoher Selbstdisziplin zeugt. Die Selbstwirksamkeit der Befragten ist in diesem Punkt sehr hoch, da Sie daran glauben mit Hilfe ihrer eigenen Ressourcen ihr Ziel zu erreichen.

Auf der anderen Seite sieht man ganz deutlich die Übereinstimmung, dass es allen fünf Befragten am Schwersten fällt sich gesund zu ernähren, wenn „... es etwas Leckeres, aber Ungesundes gibt“, „.. ich auf einem größeren Fest (Geburtstag, Hochzeit) bin“ und „… ich im Urlaub bin/ auf Ausflügen bin.“ Der erste Übereinstimmungspunkt zeugt von einer niedrigen Selbstwirksamkeit, da die Befragten nicht daran glauben, eine herausfordernde Situation selber bewältigen zu können. Hier werden die langfristigen Ziele, wie die Gesundheit oder der Verlust von Körpergewicht verdrängt und die kurzfristige Befriedigung, wie zum Beispiel der Geschmack in den Vordergrund gerückt. Die Konsequenzerwartung wird hierbei völlig außer Acht gelassen, welches von einer fehlenden Selbst-Steuerungskapazität zeugt.

Die letzten beiden Gegebenheiten zeigen, dass eine gesunde Ernährung deutlich schwieriger fällt, sobald man aus seiner Alltagsroutine herausgerissen wird. Entspannung und Geselligkeit sind für die Befragten Ausnahmesituationen, in welchen Sie sich weniger unter Druck setzten, wenn es zu gesundem Essen kommt. Wenn man diese Punkte in Verbindung mit dem Punkt des nicht Auffallen Wollens stellt, so wird deutlich, dass Gruppenzwang (welcher im oberen Abschnitt positiv analysiert wurde) sich auch negativ auf unser Ernährungsverhalten auswirken kann, folglich also auf eine niedrige Selbstwirksamkeit hindeuten lässt.

Interessant wäre es noch zu erwähnen, dass die Antwortschwankungen der fünf Befragten recht hoch sind, wenn es zu emotionalem Essen kommt (siehe „…Stress habe“, …“Deprimiert bin, „…Ärger habe“). Dies spricht von einer hohen Selbstdisziplin des Ernährungsverhaltens bei negativer Gefühlslage der Befragten.

1.3 Wissenschaftliche Studie zur Selbstwirksamkeitserwartung: „Sport im Tausch gegen den Rausch - Steigerung der sportbezogenen Selbstwirksamkeit bei Suchtkranken“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Literaturrecherche : STRESS

2.1 Definition

Der Begriff Stress kommt aus dem englischen und bedeutete ursprünglich „das Testen von Metallen oder Glas auf Ihre Belastbarkeit.“ Die Übertragung des Begriffs in die Psychologie fand erst mit dem Biochemiker Hans Selye statt. Syle fand heraus, dass unser Organismus auf verschiedene Umweltbelastungen wie zum Beispiel extreme Hitze oder eisige Kälte regiert. Eine weitere Entdeckung die er machte, war das unspezifische Reagieren unseres Körpers durch verschiedene Lebensereignisse. Stressoren, welche physischer, psychischer oder sozialer Art sein können, sind Faktoren, welche sich negativ auf das Wohlbefinden auswirken (Holz, Zapf & Dormann, 2004).

Seyle definiert Stress als „unspezifische Reaktion des Körpers auf jede an Ihn gestellt Anforderung oder Bedrohung.“ Der Körper reagiert auf jeden Reiz mit einer Aktivierung, welche sowohl durch positive als auch durch negative Ereignisse hervorgerufen werden können.

Hans Seyle (1988) unterscheidet des Weiteren zwischen „gutem“ Stress (Eustress), welcher unseren Organismus positiv beeinflusst und „schlechtem“ Stress (Disstress), welcher von unserem Körper negativ bewertet wird.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Stress „ … eine Aktivierungsreaktion des gesamten Organismus mit seiner aktuellen Belastbarkeit, seinen Erfahrungen, seinen Motiven und Denkmustern auf Stressoren, also auf alles was individuell als Anforderung, als Bedrohung oder als Schaden bewertet wird“ (Wagner-Link 2009,S. 8) ist.

2.2 Theoretische Grundlagen

Es werden unterschiedliche Phänomene mit dem Begriff „Stress“ beschrieben. Im Westlichen wird es verwendet um drei Stresskonzepte voneinander abgrenzen, die reaktionsbezogene, die stimulusorientierte und die transaktionale Stresstheorien. (Lazarus & Folkmann, 1984, 1999).

Reaktionsbezogene Stresstheorien sind Reaktionsmuster, welche sich im Verhalten des Menschen wiederspiegeln, wie z.B. Erhöhung der Herzfrequenz oder des Bluthochrucks. Das Reaktionskonzept fokussiert die physiologische Stressreaktion innerhalb eines Individuums bzw. auf spezifische physiologische Reaktionsmuster (Birmbaumer et al. 2012, 464).

Stimulusorientierte Stresstheorien beziehen sich auf bestimmte Situationen und Reize, welche nach ihrer Stärke des Bewältigungsaufwandes eingeordnet werden.

Bei den transaktionalen Stresstheorien resultiert Stress aus einer Interaktion von Umwelt und Individuum, wobei ebenfalls die Erwartungen, Interpretationen und das Coping des Individuums berücksichtigt werden

Im Laufe der Jahre haben sich viele Menschen mit dem Thema Stress auseinandergesetzt und unterschiedliche Stresstheorien entwickelt.

Das gegenwärtig wohl dominierenste psychologische Stressmodell ist das Transaktionale Stressmodell nach Lazarus (Lazarus & Folkman, 1984). Es betont die Bedeutung von individuellen Bewertungs- und Bewältigungsprozessen. Ob Reize also Stressoren sind oder nicht, ist abhängig von der subjektiv-kognitiven Bewertung, der Interpretation der Person-Umwelt-Konstellation sowie den der Person zur Verfügung stehenden individuellen Bewältigungsressourcen.

2.3 Entstehung

Stress entsteht, wenn die von außen und von innen gestellten Anforderungen nicht mit den wahrgenommenen persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten übereinstimmen. Es kommt zu einem Ungleichgewicht und somit zu einem Gefühl der Überbelastung. Quellen der äußerlichen Anforderungen sind z.B. Zeitdruck, Erwartungen von Dritten oder Termine, wobei innere Anforderungen persönliche Maßstäbe und Leistungsstandart sind, welche man an sich selber stellt. (Stuhlmann 2009, S.9-10)

Das Zitat von Elkin (2009, S.14) fasst die Entstehung der von Stress folgendermaßen zusammen: „Der Unterschied zwischen den Anforderungen einer Situation und Ihrer Wahrnehmung davon, wie gut Sie mit der Situation umgehen können, bestimmt, wie viel Stress Sie empfinden werden“.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Psychologie des Gesundheitswesens. Eine Analyse von Selbstwirksamkeitserwartung und Stress
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,4
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V498162
ISBN (eBook)
9783346030160
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstwirksamkeit, Stress, Beratungsgespräch
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Psychologie des Gesundheitswesens. Eine Analyse von Selbstwirksamkeitserwartung und Stress, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498162

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