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Kann Vergebung bedingungslos sein?

Titel: Kann Vergebung bedingungslos sein?

Seminararbeit , 2017 , 14 Seiten

Autor:in: Madita Dürholt (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob Vergebung bedingungslos sein kann und stellt die unterschiedlichen Positionen zu diesem Thema vor, welche gegenwärtig in der Theologie und in der Philosophie diskutiert werden.

Der Schwerpunkt liegt auf Martha Nussbaums Verständnis von Vergebung und ihrem Vorschlag einer "Ethik bedingungsloser Liebe". Neben Nussbaums Verständnis werden die Positionen der Philosophen Jacques Derridas und John Caputos angebracht. Vor dem Hintergrund semantischer und sprachlicher Aspekte folgen eine Definition von Vergebung und eine Abgrenzung von verwandten Begriffen. Des Weiteren untersucht der Autor, ob und inwieweit bedingungslose Vergebung in der Bibel vorkommt. Anschließend wird das Verhältnis von zwischenmenschlicher und göttlicher Vergebung zueinander untersucht. Abschließend werden die Konsequenzen erläutert, die aus der gegenwärtigen Debatte um die bedingungslose Vergebung resultieren. Ziel ist es herauszuarbeiten, wie mit dem Vergebungsbegriff umgegangen werden soll und wie dieser im Unterricht thematisiert werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Vergebung?

2.1 Wo kommt der Begriff Vergebung in der Theologie vor?

2.2 Wie verhalten sich zwischenmenschliche und theologische Vergebung Gottes zueinander?

3 Die kontroverse Debatte um die bedingungslose Vergebung

3.1 Nussbaums „Ethik bedingungsloser Liebe“

3.2 Jacques Derridas Position

3.3 John Caputos Position

3.4 Bedingungslose Vergebung in der Bibel

4 Konsequenzen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Vergebung bedingungslos sein kann, indem sie die aktuellen theologischen und philosophischen Debatten sowie biblische Perspektiven analysiert, um eine eigene fundierte Haltung für die berufliche Praxis als Lehrkraft zu entwickeln.

  • Semantische und sprachliche Abgrenzung des Vergebungsbegriffs
  • Gegenüberstellung von zwischenmenschlicher und theologischer Vergebung
  • Kritische Analyse der Positionen von Martha Nussbaum, Jacques Derrida und John Caputo
  • Untersuchung des Konzepts der bedingungslosen Vergebung in der Bibel
  • Reflektion der praktischen Anwendung und Thematisierung im Religionsunterricht

Auszug aus dem Buch

3.1 Nussbaums „Ethik bedingungsloser Liebe“

Nach Martha Nussbaum ist Vergebung immer an Bedingungen geknüpft und in menschlichen Beziehungen nie frei von Vergeltungswünschen. Bedingungslose Vergebung sei ein Aufgeben des Zorns; sie verlange, „dass die geschädigte Seite zunächst Zorn empfindet und sich dann entschließt, ihn aufzugeben“. Nussbaum versteht unter bedingungsloser Vergebung, dass denen vergeben wird, die uns Unrecht tun, auch wenn sie keine Reue zeigen. Als Beispiel nennt sie Stephanus, welcher während seiner Steinigung für dessen Mörder betet: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ (Apostelgeschichte 7,60). Nussbaum sieht dieses Handeln als Modell für bedingungslose Vergebung an, nach welchem man vergeben sollte. Sie kritisiert jedoch an der bedingungslosen Vergebung, dass diese keine produktive Zukunft errichte, da sie den Blick zurück in die Vergangenheit lenke. Nach Nussbaum entstehe im Vergebungsprozess der Wunsch nach Vergeltung. Die Person, welche vergibt, könnte sich auf einen hohen moralischen Standpunkt stellen oder „selbst einen moralischen Vorteil verschaffen und dem Angreifer eine Demütigung beibringen wollen“. Nussbaum bezweifelt die konstruktive Absicht von bedingungsloser Vergebung; sie „ist immer noch vergangenheitsbezogen, und sie gibt uns nichts Konkretes an die Hand, mit dem sich vorangehen ließe. Sie merzt lediglich etwas aus, umfasst aber keine konstruktiv zukunftsgerichtete Haltung“. In einigen Teilen der Evangelien und bei späteren jüdisch christlichen Denkern gebe es die „Ethik bedingungsloser Vergebung“ als Gegenstrang.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung der bedingungslosen Vergebung ein und umreißt die theoretischen Schwerpunkte sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2 Was ist Vergebung?: Dieses Kapitel differenziert den Begriff Vergebung von Versöhnung sowie zwischenmenschlichen und theologischen Perspektiven und legt eine semantische Grundlage.

2.1 Wo kommt der Begriff Vergebung in der Theologie vor?: Der Abschnitt beleuchtet die christliche Theologie und das Verständnis der Sündenvergebung in reformatorischer sowie römisch-katholischer Tradition.

2.2 Wie verhalten sich zwischenmenschliche und theologische Vergebung Gottes zueinander?: Hier werden die Symmetrie zwischenmenschlicher Beziehungen und die Asymmetrie der Beziehung zu Gott gegenübergestellt sowie das Abhängigkeitsverhältnis analysiert.

3 Die kontroverse Debatte um die bedingungslose Vergebung: Dieses Kapitel eröffnet den Diskurs über die Möglichkeit und den Charakter der bedingungslosen Vergebung in Philosophie und Theologie.

3.1 Nussbaums „Ethik bedingungsloser Liebe“: Martha Nussbaums Position wird vorgestellt, die bedingungslose Vergebung ablehnt und stattdessen eine zukunftsorientierte Ethik der Liebe vorschlägt.

3.2 Jacques Derridas Position: Es wird die Sichtweise Derridas dargelegt, der bedingungslose Vergebung als "reine" Vergebung ohne Souveränität und als "Wahnsinn des Unmöglichen" beschreibt.

3.3 John Caputos Position: John Caputos Verständnis wird analysiert, der Vergebung als Gabe deutet, während er die menschliche Vergebung als kalkulierten Austausch von Gottes bedingungsloser Vergebung abgrenzt.

3.4 Bedingungslose Vergebung in der Bibel: Dieser Teil untersucht biblische Texte und das Verständnis von Gottes Vergebung aus Liebe und Gnade als Modell für menschliches Handeln.

4 Konsequenzen: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Relevanz der Thematik für den Religionsunterricht.

Schlüsselwörter

Vergebung, bedingungslose Vergebung, Theologie, Philosophie, Martha Nussbaum, Jacques Derrida, John Caputo, Ethik, Versöhnung, Sünde, Liebe, Gnade, Religionsunterricht, christliches Ethos, Sündenvergebung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theologischen und philosophischen Kontroverse, ob Vergebung bedingungslos möglich ist und wie sich dieses Konzept begrifflich und praktisch einordnen lässt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die semantische Abgrenzung von Vergebung und Versöhnung, die Rollen von Gott und Mensch im Vergebungsprozess sowie die Debatten führender Denker wie Nussbaum, Derrida und Caputo.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die aktuellen Positionen zur bedingungslosen Vergebung darzustellen, um daraus eine fundierte persönliche Haltung für die berufliche Praxis als Lehrkraft abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine systematisch-theologische und philosophische Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Zeitschriftenartikeln und biblischen Texten basiert.

Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?

Den Kern bilden die kritische Gegenüberstellung der Theorien von Martha Nussbaum, Jacques Derrida und John Caputo sowie die biblische Exegese zum Thema Gottes Vergebung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe bedingungslose Vergebung, Ethik, Liebe und Sündenvergebung charakterisiert.

Warum lehnt Martha Nussbaum den Begriff der bedingungslosen Vergebung ab?

Nussbaum lehnt den Begriff ab, weil sie Vergebung stets als an Bedingungen geknüpft und vergangenheitsbezogen betrachtet, während sie für eine zukunftsorientierte „Ethik bedingungsloser Liebe“ plädiert.

Was bedeutet es, wenn Derrida von einem „Wahnsinn des Unmöglichen“ spricht?

Damit drückt Derrida aus, dass eine „reine“ Vergebung, die weder Bedingungen stellt noch einen Zweck verfolgt, logisch unbegreifbar und damit für menschliche Verhältnisse unerreichbar bleibt.

Wie unterscheidet sich die biblische Vergebung von der menschlichen?

Die biblische Vergebung wird als ein Akt Gottes aus Liebe und Barmherzigkeit beschrieben, der nicht auf Gegenseitigkeit oder Bedingungen angewiesen ist, im Gegensatz zu zwischenmenschlichen Interaktionen, die oft auf Reue und Veränderung des Schuldigen zielen.

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Details

Titel
Kann Vergebung bedingungslos sein?
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Autor
Madita Dürholt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V498326
ISBN (eBook)
9783346025609
ISBN (Buch)
9783346025616
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergebung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Madita Dürholt (Autor:in), 2017, Kann Vergebung bedingungslos sein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498326
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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