Maßnahmen zum Selbstmanagement anhand eines Grundschullehrers


Skript, 2019
15 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Der Klient
1.1 Klientenbeschreibung
1.2 Klientenanliegen

2 Selbstmanagement
2.1 Theoretische Grundlagen Selbstmanagement – Ansatz
2.2 Das 7-Phasenmodell
2.3 Aufbau des 7 - Phasenmodells
2.4 Grundregeln für die praktische Umsetzung

3 Methodenauswahl für Klienten: Aufbau allgemeiner Selbstmanagement-Fertigkeiten
3.1 Veränderung der Umgebung
3.2 Hausaufgaben
3.3 Entspannungsübungen / Körperliche Fitness

4 Literaturverzeichnis

5 Abbildungsverzeichnis

Der Klient

1.1 Klientenbeschreibung

Die Klient (Herr M.) ist 29 Jahre alt, wohnhaft in R. und absolviert aktuell sein Referendariat zum Grundschullehrer. Seine Lehrfächer umfassen Heimat- und Sachunterricht, Deutsch, Mathematik und Kunst. Im Grundschullehramtsstudium waren Geographie (Hauptfach, nicht vertieft studiert), Deutsch/ Mathematik/ Kunst (Didaktikfächer), sowie Pädagogik und Psychologie, die von ihm belegten Studienfächer. Im Anschluss an das Lehramtsstudium hat der Klient ein Masterstudium an der selben Universität im Studienfach erziehungswissenschaftlich-empirische Bildungsforschung absolviert. Als Lehramtsanwärter erfüllt Herr M. an drei Tagen die Woche (Mo, Mi, Fr) eine Unterrichtsstundenanzahl von 8 Stunden eigenverantwortlich in der 3. Und 4. Klasse in den Fächern Heimat- und Sachunterricht, Deutsch und Kunst. Zusätzlich hospitiert er neun Stunden die Woche bei unterschiedlichen Lehrkräften und Klassen der Schule und hat eine Stunde die Woche Sprechstunde. Hinzukommen zwei Seminartage die Woche (Di, Do; insgesamt 10 Stunden), an welchen der Anwärter mit Lehramtsanwärtern der selben Seminarschule Ausbildungstage zu Unterrichtsplanung und –gestaltung wahrnimmt. Die offizielle Gesamtarbeitszeit beträgt damit 28 Stunden (Vollzeit für Grundschullehrkräfte) zuzüglich ca. 20 Stunden Arbeitsaufwand für Seminartätigkeit und Unterrichtsvorbereitung von zu Hause aus. Somit ergibt sich eine gesamt Arbeitszeit von mind. 48 Stunden die Woche, in Prüfungszeiten sind es ca. 60 Stunden die Woche, da Unterrichtsvorführungen vor dem Seminarleiter sehr zeitintensiv in der Planung sind. Des Weiteren arbeitet er ca. drei Stunden die Woche im Büro des Handwerksbetriebes seines Vaters und kümmert sich dort um Lohnabrechnung und Zahlungsverkehr der Firma.

Herr M. ist noch verheiratet, lebt aber getrennt von seiner Ehefrau mit seinen zwei Kindern aus dieser Ehe in einer eigenen Wohnung. Das Trennungsjahr ist erfüllt und die Scheidung wurde seinerseits vor Kurzem eingereicht. Die zwei Kinder sind ein 5-jähriges Mädchen und 3 Jahre alter Junge. Die Kinder, die tagsüber in den selben Kindergarten gehen, befinden sich überwiegend bei ihm. Beide teilen sich das Sorgerecht, jedoch leben die Kinder aus Gründen der Kindergarten- und zukünftigen Schulsituation beim Vater. Die Mutter darf die gemeinsamen Kinder sehen und abholen wann sie möchte. Die von beiden vereinbarte Umgangsregel besagt, dass jedes zweite Wochenende die Kinder bei der Mutter sind, Ausnahmefälle können abgesprochen werden. Der Sohn leidet seit der Trennung unter Schlafstörungen. Er wacht jede Nacht mehrfach auf und schreit, bis der Vater ihn bei sich schlafen lässt. Seit ca. einem Jahr befindet Herr M. sich in einer neuen glücklichen (Fern-)Beziehung, aus der er Kraft schöpft.

1.2 Klientenanliegen

Die Klient fühlt sich durch das enorme Arbeitspensum und wenig Unterstützung (Haushalt, Kinder) häufig sehr müde und teilweise überfordert. Er hat manchmal das Gefühl, dass ihm alles über den Kopf wächst und er die geforderte Leistung nicht ausreichend erbringen kann.

Herr M. hat das Gefühl nie abschalten zu können, da selbst am Wochenende Nachrichten über den Nachrichtendienst WhatsApp von der Betreuungslehrerin in der Schule oder E-Mails des Seminarleiters eintreffen. Sport, welchen er vor Beginn der Ausbildung regelmäßig betrieben hat, schafft er mit diesem Pensum nicht mehr. An dieser Stelle möchte er es wieder fertig bekommen zweimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Es ist sehr wichtig die Schlafstörungen des Sohnes in den Griff zu bekommen, um sich wenigstens nachts ausruhen zu können. Da das Verhältnis zur „Noch-Ehefrau“ nicht besonders gut ist, möchte er einen Weg finden nicht mehr mit ihr kommunizieren zu müssen. Was sich jedoch mit gemeinsamen Sorgerecht kaum bewältigen lässt.

Bisweilen entsteht in ihm das Gefühl es jedem Recht machen zu müssen und verzichtet hierbei auf sein eigenes Wohl. Er betont, dass die Kinder nicht noch mehr leiden sollen. In Anbetracht der Scheidung und der daraus für die Kinder schwierigen Situation möchte er gegenüber den Kindern nicht den Eindruck vermitteln, diese nicht bei sich haben zu wollen. Daraus resultieren jedoch Probleme hinsichtlich seiner Zeitplanung für Erziehung und berufliche Anforderungen. Spätestens nach dem Referendariat möchte er mit seiner aktuellen Partnerin eine gefestigte Beziehung mit gemeinsamen Wohnsitz.

Der Klient möchte das zweijährige Referendariat ohne ein Burnout zufriedenstellend abschließen. Zudem wünscht er sich hilfreiche Tipps, wie er seinen (Arbeits-) Alltag besser bzw. effizienter gestalten kann, um somit weniger am Schreibtisch sitzen zu müssen. Außerdem sollte ihm ein Weg aufgezeigt werden, wie er mit dem Stress (Belastung/ Beanspruchung) seitens der Ausbildung besser umgehen kann. Er hofft, dass ihm mit Hilfe eines Coachings geholfen werden kann, um mit Allem besser umgehen zu können.

2 Selbstmanagement

2.1 Theoretische Grundlagen Selbstmanagement – Ansatz

„Die Hilfe zur Selbsthilfe“ wird im Rahmen des Selbstmanagements als häufige Floskel genutzt und trifft die grundsätzliche Aussage im Kern. Der kommerzielle Markt bietet eine Vielzahl an Ratgebern in Form von Zeitschriften, Büchern und anderen Medien an. Diese beinhalten u.a. oft nur Themenaspekte wie Zeitmanagement, Erreichen eigener Ziele und Stressbewältigung. Analog hierzu, bedient sich das Arbeitsfeld der Industriewirtschaft in den Bereichen Personalmanagement, Organisations- und Unternehmensberatung dieser Begrifflichkeit um ihre Ideologie zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation und Arbeitsleistung, in Form von Zeitplanungs-, Zielsetzungs- und Arbeitstechniken, durchzusetzen (vgl. Rühle, 1991; Seiwert, 1991; Zelms, 1992 etc.).

Der Begriff des „Selbstmanagements“ unterliegt keinem Namensschutz und bedarf im wissenschaftlichen Zusammenhang einer deutlichen Abgrenzung zum allgemein angenommenem Kontext der Selbstkontrolle. Preiser (1998, S. 1) definiert „Selbstmanagement“, als „das Bedürfnis und die Fähigkeit des Menschen, Kontrolle über sein Leben, über seine Handlungen und seine Umwelt zu gewinnen“.

Im deutsch- und englischsprachigen Raum ist im kognitiv-verhaltenstherapeutischen Bereich dieser Ansatz ein anerkanntes Grundkonzept für Beratung und Therapie. Der Selbstmanagement – Ansatz nach Kanfer (vgl. Kander & Phillips, 1966 S. 114 ff.) sieht ein systematisch und zielorientiertes Problemlösungsmodell vor, in dem die persönliche Kompetenz, zumeist unabhängig von äußeren Einflüssen, gestaltet und weiterentwickelt werden kann. Im Vordergrund steht die Konstruktion eines therapeutisch / diagnostischen Prozesses, in dem die theoretische und praktische Umsetzung der „Instigation Therapy“ als Grundlage dient. Der Therapeut unterstützt den Klienten als Impulsgeber in der Realisierung seiner Änderungswünsche (Kanfer et al. 1996, S. 6 -7) und in der stetigen Selbstoptimierung solange, bis das Ziel erreicht wurde.

Für die in der psychologischen Fachwelt bereits anerkannten und empirisch belegten Therapieformen zur Entwicklung von Selbstmanagement-Fähigkeiten werden nach Kanter et al. (1996, S. 12ff) u.a. folgende Anwendungsbereiche aufgelistet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Anwendungsbereiche nach Kanfer (1996)

Ergänzend dazu werden nach Kanfer et al (2006, S. 454) folgende Anwendungsbreiche vorgeschlagen und explizit darauf hingewisen, dass diese als Anregungen zu verstehen sind weniger als Verpflichtungen:

- Entspannung
- Stressbewältigung
- Zeit – Management
- Arbeitsorganisation
- Problemlösen und Entscheiden
- Selbstmanagement
- Soziale Kompetenz
- Körperliche Fitness
- Gesundheitsprävention

Bei Einleitung des Selbstmanagementprozesses wird im Vorfeld davon ausgegangen, dass die Probleme des Klienten nicht direkt mit seinem Verhaltensmuster emotional gekoppelt sind, sondern vielmehr stehen die äußeren Einflussfaktoren wie bspw. Arbeit, Familie und Freunde im Kontext seines Verhaltens. Der Grundannahme des therapeutischen Ansatzes ist zu entnehmen, dass die Fähigkeiten einer herbeizuführenden Verhaltensänderung vermittelt werden können und somit erlernbar sind (Kanfer et al., 1996, S.43).

2.2 Das 7-Phasenmodell

In der Selbstmanagement-Therapie zur Verhaltenssteuerung wurde das 7-Phasen-Modell (Kanfer & Grimm, 1980 S. 419 ff.), ergänzt durch das „OPTIMIZE-Modell“ von Schmelzer (1986), zuzüglich weiterer Ergänzungen durch Kanfer und Schefft (1987, 1988; zitiert nach Kanfer et al., 2006, S.110) entwickelt und findet in seiner derzeitigen Version Anwendung in Gestaltung und Steuerung von Beratungsdurchführungen. Es fungiert für den Berater im Rahmen der praktischen Umsetzung als Leitfaden und ist in seiner Konzeption überwiegend als Einzelsitzungskonzept für Erwachsene anzuwenden.

Wichtig hierbei zu beachten ist die aktuelle Gültigkeit angelehnt an den jeweils wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnissen (Kanfer et al. 1996 S. 359).

2.3 Aufbau des 7 - Phasenmodells

Das 7 – Phasenmodell nach untergliedert sich im Groben in drei Hauptphasen die sich, je nach Zielerreichung, in weitere Einzelphasen unterteilen lassen. Erst bei Erreichung bzw. Abschluss einer Phase werden die Ziele der nächsten Stufe angestrebt.

In der unten abgebildeten Grafik sind die jeweiligen Stufen und Zielvorgaben detailliert aufgeführt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Aufbau des 7-Phasenmodells (modifiziert nach Kanfer et al., 1996, S. 139)

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Maßnahmen zum Selbstmanagement anhand eines Grundschullehrers
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V498404
ISBN (eBook)
9783346030801
ISBN (Buch)
9783346030818
Sprache
Deutsch
Schlagworte
maßnahmen, selbstmanagement, grundschullehrers
Arbeit zitieren
Candy Konz (Autor), 2019, Maßnahmen zum Selbstmanagement anhand eines Grundschullehrers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498404

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