Zur Vorbereitung der Gesellschafterversammlung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) entwickelt der Autor eine Übersicht denkbarer Qualitätsstrategien. Er stellt fest, dass für das MVZ als Einrichtung des Gesundheitswesens mit ambulanter Leistungserbringung die Qualitätsphilosophie der kontinuierlichen Verbesserung sehr geeignet erscheint und begründet dies anhand von vier Qualitätsphilosophien. Zentral ist die fortwährende Thematisierung von Verbesserungen auf Ebene der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Interne Sicht und Kundensicht können sinnvoll miteinander verknüpft werden und somit Interessen der Einrichtung, deren Mitarbeitern und deren Kunden aufeinander abgestimmt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Qualitätsphilosophien und Vorschlag für eine Qualitätsstrategie
1.1 Übersicht der Qualitätsstrategien
1.1.1 Null-Fehler-Philosophie
1.1.2 Kontinuierliche Qualitätsverbesserung
1.1.3 Qualitätsführerschaft
1.1.4 Total Quality Management
1.2 Empfehlung einer Qualitätsstrategie für das MVZ
2 Vergleich des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9000 ff und der Zertifizierung nach KTQ
2.1 System der KTQ
2.1.1 Vorteile des KTQ- Modells
2.1.2 Nachteile des KTQ-Modells
2.2 QMS nach DIN EN ISO 9000 ff
2.2.1 Vorteile des QMS nach DIN EN ISO 9000 ff
2.2.2 Nachteile des QMS nach DIN ISO EN 9000 ff
3 Qualitätsindikatoren in der stationären Versorgung
3.1 Patienten-Sicherheits-Indikatoren
3.2 Helios - Qualitätsindikatoren
3.3 Qualitätssicherung aus Routinedaten
3.4 Qualitätsindikatoren der Bundesgeschäftsstelle für Qualität
3.5 Krankenhausindividuelle Qualitätsindikatoren
4 Einrichtungsspezifische Qualitätsindikatoren für das MVZ
4.1 Qualitätsindikatoren für den Bereich Potenzialqualität
4.2 Qualitätsindikatoren für den Bereich Prozessqualität
4.3 Qualitätsindikatoren für den Bereich Ergebnisqualität
5 Abschließende Bemerkung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erarbeitung einer geeigneten Qualitätsstrategie für ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) sowie die Definition spezifischer Qualitätsindikatoren zur Messung und Verbesserung der Versorgungsqualität im ambulanten Bereich.
- Vergleich gängiger Qualitätsphilosophien (u.a. TQM, Null-Fehler-Ansatz).
- Gegenüberstellung von Zertifizierungsmodellen (DIN EN ISO 9000 ff vs. KTQ).
- Analyse bestehender Qualitätsindikatoren aus der stationären Versorgung.
- Ableitung von praxisrelevanten Indikatoren für die Potenzial-, Prozess- und Ergebnisqualität im MVZ.
Auszug aus dem Buch
1.1.2 Kontinuierliche Qualitätsverbesserung
Die Philosophie der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung (Continuous Quality Improvement, CQI; Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP) geht auf DEMING geht zurück [vgl. KAMISKE & BRAUER 2006, S. 287 ff]. Bezogen auf die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung werden Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität als zentrale Qualitätsdimensionen betrachtet. Dabei werden somit Fehler innerhalb von Systemen detektiert und somit Optimierung erzielt werden.
Diesem kontinuierlichen Verbesserungsprozess wird in § 135 SGB V Rechnung getragen. Hinsichtlich der Leistungserbringung in der gesetzlichen Kranken versicherung sind die Leistungserbringer insbesondere zur Qualitätsverbesserung verpflichtet. Dies schließt medizinische Weiterentwicklung und die Berücksichtigung von Innovationen mit ein. Hinzu tritt die Optimierung von subjektiven Indikatoren der Qualität [vgl. ACKERMANN 2008A, S. 40].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Qualitätsphilosophien und Vorschlag für eine Qualitätsstrategie: Dieses Kapitel stellt verschiedene Qualitätsphilosophien vor und empfiehlt für das MVZ den Ansatz der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung.
2 Vergleich des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9000 ff und der Zertifizierung nach KTQ: Hier werden die Vor- und Nachteile der beiden gängigen Zertifizierungsmodelle KTQ und DIN EN ISO 9000 ff gegenübergestellt.
3 Qualitätsindikatoren in der stationären Versorgung: Das Kapitel bietet einen Überblick über etablierte Messgrößen zur Qualitätssicherung in Kliniken, wie etwa Patienten-Sicherheits-Indikatoren oder Routinedaten-Analysen.
4 Einrichtungsspezifische Qualitätsindikatoren für das MVZ: Auf Basis der theoretischen Grundlagen werden konkrete Qualitätsindikatoren für die Potenzial-, Prozess- und Ergebnisqualität in einem MVZ abgeleitet.
5 Abschließende Bemerkung: Der Autor resümiert die Bedeutung des Qualitätsmanagements und weist auf weiterführende Ansätze wie die Servicequalität hin.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, MVZ, Qualitätsstrategie, DIN EN ISO 9000, KTQ, Qualitätsindikatoren, Potenzialqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, RUMBA-Regel, Gesundheitswesen, kontinuierliche Qualitätsverbesserung, Patientenzufriedenheit, Zertifizierung, Strukturqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Optimierung von Qualitätsmanagementsystemen in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Vergleich von QM-Normen (ISO/KTQ), die Analyse von Qualitätsindikatoren in stationären und ambulanten Sektoren sowie die strategische Ausrichtung auf Qualitätsverbesserung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Herleitung einer passenden Qualitätsstrategie für ein MVZ und die Definition von Indikatoren, die im Controlling zur Steuerung der Versorgungsqualität genutzt werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender QM-Standards und der Übertragung wissenschaftlich etablierter Qualitätsindikatoren auf den ambulanten Versorgungsbereich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auswahl der QM-Strategie, eine kritische Gegenüberstellung von Zertifizierungsstandards sowie die praktische Ableitung von Indikatoren für Potenzial-, Prozess- und Ergebnisqualität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Qualitätsmanagement, MVZ, Qualitätsindikatoren, Zertifizierung, Patientenzufriedenheit und kontinuierliche Verbesserung.
Warum wird die „RUMBA-Regel“ bei der Auswahl der Indikatoren genannt?
Die RUMBA-Regel dient als Gütekriterium, um sicherzustellen, dass die gewählten Indikatoren relevant, verständlich, messbar, verhaltensorientiert und erreichbar sind.
Was ist der Vorteil der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung für ein MVZ?
Dieser Ansatz ermöglicht eine teamorientierte und objektive Fehleranalyse, die nicht bei einzelnen Personen ansetzt, sondern systematische Schwachstellen in Prozessen und Strukturen identifiziert.
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- Dr. Manuel Anhold (Author), 2014, Qualitätsmanagement für die ambulante Leistungserbringung im Gesundheitswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498494