Die Digitalisierung der Arbeitswelt, oder auch Arbeit 4.0 genannt, ist einer der Megatrends des 21. Jahrhunderts. Das Thema hat nicht nur in wirtschaftswissenschaftliche und technologische Bereiche Einzug erhalten, sondern war unter anderem auch eines der zentralen Themen im deutschen Bundestagswahlkampf im Jahr 2017 mit dem Motto „Digital First“. Zu den relevanten Technologien des Themas zählen zum Beispiel auch Robotik, Software und künstliche Intelligenz. Eine Kombination aus den drei Gebieten bietet die sog. Robotic Process Automation (RPA) an. Diese Technologie wird immer stärker von Unternehmen aller Branchen nachgefragt und eingesetzt, um beispielsweise die Prozesseffizienz zu steigern. Auch für Banken, Versicherer und Finanzdienstleister ist sowohl die Prozesseffizienz als auch die Automatisierung von Prozessen im Meldewesen ein sehr großes Thema, da in diesem Bereich zum einen viele wiederkehrende, standardisierte, regelbasierte und zeitaufwendige Prozesse ablaufen. Zum anderen steigen die regulatorischen Anforderungen stetig, wodurch die Datenübermittlung immer detaillierter und granularer erfolgen muss. Es stellt sich also die Frage, ob und wie der Faktor Mensch sowie die Prozesse innerhalb eines Unternehmens durch den Einsatz dieser Technologie nutzenbringend unterstützt werden können. Für wen eignet sich RPA? Was muss ein Unternehmen berücksichtigen? Welche Alternativen gibt es, um die Prozesse innerhalb eines Unternehmens zu automatisieren und gleichzeitig effizienter zu gestalten?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Robotic Process Automation
2.1 Grundlagen
2.2 Voraussetzungen
2.3 Abgrenzung zu anderen Ansätzen der Prozesseffizienz-Steigerung
3 Robotic Process Automation im Meldewesen von Banken und Finanzdienstleistern
3.1 Anwendungsbereiche im Meldewesen
3.2 Use Case: Erstellung einer Meldung gemäß Außenwirtschaftsverordnung
4 SWOT-Analyse: Robotic Process Automation
4.1 Stärken und Schwächen von Robotic Process Automation
4.2 Chancen und Risiken von Robotic Process Automation
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Robotic Process Automation (RPA) als Technologie zur Effizienzsteigerung, insbesondere im spezifischen Kontext des regulatorischen Meldewesens bei Banken und Finanzdienstleistern. Das zentrale Forschungsziel besteht darin, das Potenzial sowie die Grenzen der Automatisierung durch Software-Roboter kritisch zu analysieren, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, ob und wie durch RPA Prozesse effizienter gestaltet und der Faktor Mensch entlastet werden kann.
- Grundlagen und Funktionsweise der Robotic Process Automation
- Vergleichende Analyse von Ansätzen zur Steigerung der Prozesseffizienz
- Anwendungsbereiche und praktische Fallbeispiele im Banken-Meldewesen
- SWOT-Analyse zur Evaluierung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken von RPA
Auszug aus dem Buch
3.2 Use Case: Erstellung einer Meldung gemäß Außenwirtschaftsverordnung
Um den Nutzen von RPA im Meldewesen zu verdeutlichen, wird im folgenden Abschnitt dessen Verwendung anhand der Beschreibung eines fachspezifischen Use Cases verdeutlicht. Hierbei wird zunächst das Vorgehen eines Mitarbeiters bei der Erstellung einer Meldung gemäß Außenwirtschaftsverordnung (AWV-Meldung) einer zentralen Genossenschaftsbank ohne den Einsatz von RPA beschrieben. Anschließend wird erläutert, an welchen Stellen im Prozess RPA sinnvoll eingesetzt werden kann, um es Angestellten zu ermöglichen, effizienter zu arbeiten. Zur Veranschaulichung werden hierfür zwei vereinfachte Prozessabbildungen genutzt. Die ausführlichen Abbildungen zum Prozess einer AWV-Meldung an die deutsche Bundesbank mit und ohne Einsatz von RPA ist im Anhang einsehbar (Siehe Anhang I und II).
Als Mitarbeiter für das Meldewesen in einer zentralen Genossenschaftsbank ist es eine der Aufgaben, eine AWV-Meldung gem. §64 AWV durchzuführen. Hierbei besteht u.a. eine Meldepflicht für „den Stand und ausgewählte Positionen der Zusammensetzung des Vermögens eines ausländischen Unternehmens, wenn der Inländer mindestens 10 Prozent der Anteile oder der Stimmrechte an dem Unternehmen zuzurechnen sind.“ Bevor eine solche Meldung jedoch durchgeführt werden kann, bedarf es einer Reihe von Schritten, welche von den Mitarbeitern ausgeführt werden müssen (Siehe Abb. 4: AWV-Meldung ohne RPA erstellen).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Trends der Digitalisierung und Arbeit 4.0 ein und stellt die Relevanz von Robotic Process Automation für Banken und Finanzdienstleister vor.
2 Robotic Process Automation: In diesem Kapitel werden die technologischen Grundlagen von RPA, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung und der Vergleich mit anderen Ansätzen zur Effizienzsteigerung dargelegt.
3 Robotic Process Automation im Meldewesen von Banken und Finanzdienstleistern: Das Kapitel erläutert die spezifischen Anforderungen des Meldewesens und demonstriert den Nutzen von RPA anhand eines praxisnahen Use Cases der Außenwirtschaftsverordnung.
4 SWOT-Analyse: Robotic Process Automation: Dieser Abschnitt bietet eine deduktive Bewertung von RPA durch die Analyse von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, um dessen Eignung im Unternehmenseinsatz zu prüfen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und schließt, dass RPA besonders für repetitive, regelbasierte Prozesse mit geringer Komplexität geeignet ist.
Schlüsselwörter
Robotic Process Automation, RPA, Meldewesen, Banken, Finanzdienstleister, Digitalisierung, Prozesseffizienz, Außenwirtschaftsverordnung, Prozessautomatisierung, SWOT-Analyse, Software-Roboter, Compliance, regulatorische Anforderungen, Arbeit 4.0, Geschäftsprozessmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von Robotic Process Automation (RPA) als innovative Technologie, um Geschäftsprozesse, insbesondere im regulatorischen Meldewesen, zu automatisieren und effizienter zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?
Die zentralen Schwerpunkte umfassen die Definition und Anwendung von RPA, den Vergleich mit alternativen Optimierungsansätzen, die spezifischen Anforderungen des regulatorischen Meldewesens sowie eine umfassende SWOT-Analyse der Technologie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin, das Potenzial und die Herausforderungen von RPA zu untersuchen und zu beantworten, ob und wie diese Technologie Prozesse innerhalb eines Finanzunternehmens und den Faktor Mensch sinnvoll unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie eine deduktive SWOT-Analyse zur Bewertung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken von RPA.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Grundlagen, die Abgrenzung von anderen Effizienzansätzen wie IT-Transformation oder BPM, sowie eine spezifische Fallstudie zur automatisierten Erstellung von AWV-Meldungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die Kernaspekte lassen sich durch Begriffe wie RPA, Prozesseffizienz, Bank-Meldewesen, regulatorische Konformität, Prozessautomatisierung und digitale Transformation beschreiben.
Wie unterscheidet sich RPA von anderen Ansätzen wie BPM oder IT-Transformation?
RPA zeichnet sich laut Arbeit durch eine besonders schnelle Umsetzungsgeschwindigkeit und einen sehr geringen Eingriff in bestehende IT-Systeme aus, da es lediglich die Benutzeroberfläche imitiert, anstatt zugrundeliegende Systeme grundlegend zu ändern.
Welche Rolle spielt die Außenwirtschaftsverordnung in dieser Untersuchung?
Sie dient als konkreter Praxis-Beispiel (Use Case), um zu verdeutlichen, wie ein repetitiver, regelbasierter Prozess im Meldewesen von einem rein manuellen Vorgehen durch den Einsatz von Software-Robotern effizienter gestaltet werden kann.
Welches sind laut der SWOT-Analyse die größten Risiken beim Einsatz von RPA?
Die Arbeit identifiziert insbesondere die Automatisierung nicht ausgereifter Prozesse, datenschutzrechtliche Risiken bei fehlerhafter Konfiguration sowie die mangelnde Anpassungsfähigkeit des Roboters an kurzfristige Änderungen regulatorischer Vorgaben als signifikante Risiken.
Müssen Mitarbeiter für die Einführung von RPA spezifische IT-Kenntnisse besitzen?
Nein, die Arbeit stellt heraus, dass für die Einführung von RPA kein tiefgreifendes IT-Know-how erforderlich ist, da die Prozesse durch benutzerfreundliche Werkzeuge wie Drag-&-Drop-Funktionen oder Aufzeichnungsmodi modelliert werden können.
- Quote paper
- Patrick Hohmann (Author), 2019, Robotic Process Automation. Die Betrachtung des Anwendungsbereichs im Meldewesen sowie eine Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498553