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Betrügen sich die Bürger im Lalebuch selbst, um den Freiheitsbrief zu erhalten?

Title: Betrügen sich die Bürger im Lalebuch selbst, um den Freiheitsbrief zu erhalten?

Essay , 2019 , 6 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sarah Lillig (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, ob man den Bürgern im Lalebuch Selbstbetrug vorwerfen kann, um den Freiheitsbrief zu erhalten, ob sie also mit kaltem Kalkül handeln, oder ob ihre Torheit im Laufe der Handlung von ihnen Besitz ergreift, sodass sie für ihre Taten nicht mehr zurechnungsfähig sind.

Um die zentrale Fragestellung differenziert beantworten zu können ist eine nähere Beleuchtung der Annahme, ob die Lalen nun jemals weise waren, es immer waren, oder es darauf keine eindeutige Antwort gibt, unausweichlich.
Anhand hinzugezogener Hypothesen verschiedener Sprachwissenschaftler sowie entsprechend angeführter Beispiele aus den Kapiteln 6, 26, und 28 zeige ich mit der Methode der Gegenüberstellung verschiedene Deutungsansätze auf und beantworte auf Basis meiner Rechercheergebnisse die Frage nach selbstbetrügerischen Tendenzen in der Narrenfigur des Lalen und inwiefern ihre Weisheit, beziehungsweise Narrheit damit einhergeht.

Abschließend werde ich noch einmal auf die ursprüngliche Fragestellung eingehen und die gewonnenen Untersuchungsergebnisse in einem persönlichen Fazit zusammenführen sowie einen Ausblick formulieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zentrale Fragestellung, ob sich im Verhalten der Lalen selbstbetrügerische Tendenzen identifizieren lassen und inwiefern ihre Weisheit oder Narrheit diesen Prozess beeinflusst.

  • Analyse der Narrenfigur der Lalen im Kontext von Selbstbetrug
  • Diskursanalyse von Hans-Rudolf Velten bezüglich der Freiheitsbrief-Thematik
  • Gegenüberstellung der Ansätze von Gert Hübner zur Nützlichkeit und Narrheit
  • Untersuchung der Wechselbeziehung von Weisheit und Torheit nach Andreas Bässler
  • Betrachtung gesellschaftskritischer Aspekte durch die Forschung von Hans-Jürgen Bachorski

Auszug aus dem Buch

Hauptteil

Im Folgenden möchte ich auf Hans-Rudolf Veltens Diskursanalyse eingehen, welcher zwar von einer bestehenden, aber im Laufe der Handlung immer mehr verkümmernden Weisheit ausgeht. Die ehemals als Mittel zum Zweck genutzte Narrheit der Lalen ergreift Besitz von ihnen und ohne sich dessen Gewahr zu sein, geraten sie in eine Abwärtsspirale, welche sie letzten Endes sogar noch tiefer in die Abhängigkeit zieht, als dies zu Beginn der Fall war. Für Velten markiert der Freiheitsbrief der Lalen in Kapitel 28 eine Wendung in der Handlung, ab welcher fortan die närrische Seite der Lalen dominiert und der Triumpf darüber, den Freiheitsbrief erhalten und somit ihr Ziel erreicht zu haben, die weittragenden Konsequenzen der Tatsache, sich nun endgültig in die Sackgasse der Torheit manövriert zu haben, überstrahlt.

Somit üben die Lalen, ohne sich dessen bewusst zu sein, Betrug an sich selbst aus, indem sie sich unbemerkt mit der Rolle des Narren identifiziert haben, jedoch in ihrer Torheit nicht das Zerwürfnis ihrer Situation bemerken und somit ihre ehemaligen Werte verraten. Es sprechen die Bewohner von Lalenburg zwar in ihrem Freiheitsbrief davon „ein newes Leben fuͤrohin anzufangen“, lassen jedoch außer Acht, schon seit geraumer Zeit in ihrem närrischen Zustand zu leben und sich ihm nicht mehr entledigen zu können. Auch die scheinbare Ehre, die ihnen der Kaiser durch sein Einverständnis und Zustimmen auf ihren Freiheitsbrief entgegenbringt, ist nur ein bitterer Vorgeschmack dessen, dass sie auf ewig ihren Respekt eingebüßt haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob die Lalen einem selbstbetrügerischen Konsens unterliegen, und stellt die methodische Vorgehensweise sowie die verwendeten Quellen vor.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert auf Basis verschiedener literaturwissenschaftlicher Positionen – insbesondere von Velten, Hübner, Bässler und Bachorski – die widersprüchliche Natur der Lalen zwischen Weisheit, Narrheit und bewusstem oder unbewusstem Selbstbetrug.

Schlüsselwörter

Lalen, Lalebuch, Selbstbetrug, Narrheit, Weisheit, Diskursanalyse, Hans-Rudolf Velten, Gert Hübner, Freiheitsbrief, Andreas Bässler, Hans-Jürgen Bachorski, Schwankroman, Gesellschaftskritik, Literaturwissenschaft, Interpretation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob das Verhalten der Lalen als Selbstbetrug gewertet werden kann und wie sich ihre vermeintliche Narrheit zu ihrer einstigen Weisheit verhält.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Analyse der Narrenrolle, das Verhältnis von Nützlichkeitskalkülen zur Torheit sowie die literarische Ambivalenz der Hauptfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Frage nach selbstbetrügerischen Tendenzen im Lalebuch durch eine Gegenüberstellung verschiedener Forschungspositionen differenziert zu beantworten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird die Methode der Gegenüberstellung verschiedener Deutungsansätze und Hypothesen von Sprachwissenschaftlern angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Diskursanalysen von Velten, Hübner, Bässler und Bachorski, um die Motive der Lalen zu hinterfragen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lalen, Selbstbetrug, Narrheit, Weisheit und Gesellschaftskritik.

Welche Rolle spielt der Freiheitsbrief in Kapitel 28 für die Argumentation?

Er markiert laut Velten einen Wendepunkt, ab dem die närrische Seite der Lalen dominiert und ihre Torheit endgültig zementiert wird.

Wie interpretiert Bachorski das Lalebuch?

Bachorski sieht das Werk nicht als bloße Geschichte über Narren, sondern als gesellschaftskritisches Werk, das die Missstände des 16. Jahrhunderts scharf angreift.

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Details

Title
Betrügen sich die Bürger im Lalebuch selbst, um den Freiheitsbrief zu erhalten?
College
Dresden Technical University
Grade
2,0
Author
Sarah Lillig (Author)
Publication Year
2019
Pages
6
Catalog Number
V498661
ISBN (eBook)
9783346008503
Language
German
Tags
betrügen bürger lalebuch freiheitsbrief
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Lillig (Author), 2019, Betrügen sich die Bürger im Lalebuch selbst, um den Freiheitsbrief zu erhalten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498661
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