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Die Umformung desintegrativer Elemente zur Integration in die Theorie der Weltgesellschaft in Rudolf Stichwehs 'Die Weltgesellschaft'

Title: Die Umformung desintegrativer Elemente zur Integration in die Theorie der Weltgesellschaft in Rudolf Stichwehs 'Die Weltgesellschaft'

Seminar Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Müller (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Summary Excerpt Details

Rudolf Stichwehs These, dass es nur noch eine abgeschlossene Gesellschaft, die Weltgesellschaft, gibt, ist in Zeiten der Globalisierung von Wirtschaft und Kommunikation zunächst einleuchtend. Bei näherer Betrachtung erscheinen jedoch zahlreiche desintegrative Elemente, wie die Institution des Nationalstaats und die Vielfalt der Kulturen, welche die Theorie der Weltgesellschaft angreifen. Stichweh verfolgt nun das Ziel, zu zeigen, dass die scheinbar desintegrativen Tendenzen nur scheinbar gegen die Weltgesellschaft wirken, jedoch so umgeformt werken können, dass sie als ihr Produkt erscheinen.
Ich werde im Folgenden die Argumente Stichwehs darstellen, ihre Gültigkeit untersuchen versuchen zu ermitteln, auf welche Weise er vorgeht. Hierbei werde ich darauf verzichten, die Systemtheorie anzugreifen und mir einzig das Ziel setzen, aufzuzeigen, wieweit seine Argumentation schlüssig ist und an welchen Stellen seine Argumente falsch oder zumindest zu schwach sind, um seine gewagte Theorie zu stützen. Dabei werde ich weniger die von ihm vorausgesetzte Konklusion, sondern in der Hauptsache seine Prämissen und die Folgerungen, die er aus ihnen zieht, untersuchen.
Sollte mir mein Unternehmen gelingen, werde ich am Ende also nicht zu dem Resultat kommen, dass seine These richtig oder falsch ist, da der Rahmen für eine gründliche Falsifikation nicht ausreicht, sondern nur aufzeigen, ob Stichweh dazu beitragen kann, die These für wahr zu halten.
Ich werde im Folgenden versuchen, Stichwehs Argumentationsschema aufzudecken, es kritisch zu prüfen und zu zeigen, ob seine Argumente gültig sind und wenn sie das sind, ob sie stark genug sind, um die umstrittene Theorie der Weltgesellschaft zu stärken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Ziele und Methoden meiner Arbeit

2. Die zentrale Argumentation

a. Stichwehs Argumente

b. Kritische Prüfung

3. Weitere desintegrative Elemente

a. Nation

b. Kulturelle Vielfalt

4. Gelingt die Stärkung der Theorie der Weltgesellschaft?

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Argumentationsstruktur in Rudolf Stichwehs Werk "Die Weltgesellschaft", um zu prüfen, ob dessen Theorie der Weltgesellschaft schlüssig gegen Einwände durch desintegrative Elemente verteidigt wird. Dabei liegt der Fokus nicht auf einer Systemtheorie-Kritik, sondern auf der methodischen Überprüfung der Prämissen und Folgerungen, die der Autor zur Stützung seiner These heranzieht.

  • Theorie der Weltgesellschaft nach Rudolf Stichweh
  • Methodische Prüfung der Argumentationsstruktur
  • Umgang mit desintegrativen Elementen (Nationalstaat, kulturelle Vielfalt)
  • Rolle der Kommunikation und Systemdifferenzierung
  • Kritische Reflexion der Plausibilität und Beweisführung

Auszug aus dem Buch

2.a Stichwehs Argumente

Die erste Hürde bei seinem Versuch, die Theorie der Weltgesellschaft zu verteidigen, stellt die Bestimmung des Gesellschaftsbegriffs dar. Stichweh nennt zunächst die Möglichkeiten der Bindung des Gesellschafts- an den Kulturbegriff sowie an den Staat. Beide Möglichkeiten hält er jedoch für ausgeschlossen, da die Soziologie hierdurch einmal zu einer Teildisziplin der Sozialanthropologie, einmal zu einer Disziplin der Politikwissenschaft degradiert würde und folgert hieraus in Anlehnung an Talcott Parsons, „Gesellschaft sei [...] das Sozialsystem höchster Ordnung, das ein Ordnungsniveau in der Weise etabliere, dass innerhalb eines Gesellschaftssystems alle Strukturen und Prozesse, an denen ein Analytiker sozialer Systeme interessiert sein könne, eine relativ vollständige und stabile Entwicklung finden.“(S.11/12)1

Durch diesen umfassenden Inklusivismus ist der einzig mögliche Gesellschaftsbegriff der einer Weltgesellschaft. Einen weiteren Kritikpunkt gegen seine Theorie führt Stichweh an, um ihn zu entkräften, und zwar das Kriterium der Einheitlichkeit der Lebensbedingungen, welches von einer globalen Gesellschaft nicht erfüllt werden kann. Er stimmt diesem Vorwurf zu, entgegnet jedoch, dass auch auf der Ebene von Nationalstaaten diese Einheitlichkeit nicht vorliegt und somit nur die Familie als Gesellschaft übrig bliebe. Um jedoch den diversen Inhomogenitäten Rechnung zu tragen, ist es notwendig, diese „Unterschiede im System der Weltgesellschaft als interne Differenzierung dieses Systems zu erweisen“(S.13)², was Stichweh sich zunächst zum Ziel macht. Hierbei will er zeigen, dass diese Unterschiede nicht nur historisch bedingt oder ein gleichzeitiges Vorkommen verschiedener Entwicklungsstufen, sondern Effekte der Weltgesellschaft sind und dabei deutlich machen, dass die Inhomogenitäten bezüglich des Entwicklungsniveaus durch diese genutzt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Ziele und Methoden meiner Arbeit: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, Stichwehs Argumentation für die Theorie der Weltgesellschaft kritisch zu untersuchen und deren schlüssige Herleitung zu prüfen.

2. Die zentrale Argumentation: Dieses Kapitel stellt Stichwehs Herleitung des Gesellschaftsbegriffs und seine Leitunterscheidungen zur Verteidigung der Weltgesellschaft vor und unterzieht diese einer kritischen Prüfung.

3. Weitere desintegrative Elemente: Die Untersuchung konzentriert sich hier auf die Analyse, wie der Nationalstaat und kulturelle Vielfalt von Stichweh als Bestandteile der Weltgesellschaft interpretiert werden.

4. Gelingt die Stärkung der Theorie der Weltgesellschaft?: Das Kapitel diskutiert die Erfolgsaussichten von Stichwehs Theorie und hinterfragt, ob die gewählten Kriterien wie Kommunikation und staatliche Institutionen für eine Beweisführung ausreichen.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Werk zwar ein informativer Beitrag zur Theoriebildung ist, aber aufgrund argumentativer Schwächen und mangelnder empirischer Untermauerung kein vollumfänglich überzeugendes Plädoyer darstellt.

Schlüsselwörter

Weltgesellschaft, Rudolf Stichweh, Systemtheorie, Gesellschaftsbegriff, Nationalstaat, kulturelle Vielfalt, Kommunikation, Inklusivismus, interne Differenzierung, desintegrative Elemente, soziale Systeme, Argumentationsanalyse, Globalisierung, Organisationen, Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Argumentationsschema von Rudolf Stichwehs Werk "Die Weltgesellschaft" hinsichtlich der Frage, ob seine Thesen zur Verteidigung eines globalen Gesellschaftsbegriffs logisch und argumentativ überzeugend sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören der soziologische Gesellschaftsbegriff, die Rolle des Nationalstaats als Institution der Weltgesellschaft sowie die Frage, wie kulturelle Vielfalt als interne Differenzierung innerhalb eines globalen Systems begriffen werden kann.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, an welchen Stellen Stichwehs Argumentation schlüssig ist und wo sie Schwächen aufweist, ohne dabei die zugrunde liegende Systemtheorie selbst anzugreifen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine methodische Analyse der Prämissen und Folgerungen aus Stichwehs Text, um die Qualität der Argumentation zu prüfen, statt eine empirische Falsifikation der Theorie anzustreben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Stichwehs Kernargumente dargelegt und einer kritischen Prüfung unterzogen, gefolgt von einer detaillierten Auseinandersetzung mit der Rolle der Nation und der kulturellen Vielfalt als scheinbar desintegrative Elemente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Weltgesellschaft, Systemtheorie, Nationalstaat, kulturelle Vielfalt, Kommunikation und interne Differenzierung.

Wie bewertet der Autor Stichwehs Umgang mit der "Kulturellen Vielfalt"?

Der Autor kritisiert, dass Stichweh zwar interessante Alternativen für den Kulturbegriff anbietet, jedoch versäumt, argumentativ zu stützen, warum diese den "klassischen" Kulturbegriffen überlegen sein sollen.

Warum kommt der Autor im Fazit zu dem Schluss, dass das Werk kein vollständig gelungenes Plädoyer ist?

Der Autor argumentiert, dass Stichwehs Ausführungen zu selten durch schlagkräftige Argumente oder empirische Daten gestützt werden und oft eine gewisse inhaltliche Verworrenheit aufweisen, was die Überzeugungskraft der Theorie für den Leser mindert.

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Details

Title
Die Umformung desintegrativer Elemente zur Integration in die Theorie der Weltgesellschaft in Rudolf Stichwehs 'Die Weltgesellschaft'
College
University of Heidelberg  (Soziologie)
Course
Einführung i.d. Entwicklungssoziologie
Grade
1,7
Author
Sebastian Müller (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V49873
ISBN (eBook)
9783638462174
Language
German
Tags
Umformung Elemente Integration Theorie Weltgesellschaft Rudolf Stichwehs Weltgesellschaft Einführung Entwicklungssoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Müller (Author), 2005, Die Umformung desintegrativer Elemente zur Integration in die Theorie der Weltgesellschaft in Rudolf Stichwehs 'Die Weltgesellschaft', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49873
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