Diese Arbeit beschäftigt sich mit der aktuellen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (kurz EZB) unter besonderer Berücksichtigung der Niedrigzinspolitik.
Grundsätzlich bestimmt die EZB das Leitzinsniveau, zu welchem sich Geschäftsbanken Geld von der Zentralbank leihen können. Durch den geldpolitischen Transmissionsprozess wird dabei Einfluss auf die Nachfrage am Gütermarkt und so auf das Preisniveau genommen. Das vorrangige Ziel der EZB ist ein stabiles Preisniveau um 2%, wobei maßgeblich inflationäre und deflationäre Tendenzen durch die Veränderung des Leitzinssatzes reduziert und die Konjunktur beeinflusst werden sollen.
Seit 2008 jedoch befinden sich die Euroländer in einer anhaltenden Niedrigzinsphase, deren Ende derzeit nicht absehbar ist. Von den Folgen der expansiven Geldpolitik sind alle Marktteilnehmer betroffen und dennoch werden die von der EZB gewünschten Anreizeffekte der niedrigen Zinsen verfehlt.
Ziel dieser Arbeit ist es, herauszustellen, warum gegenwärtig eine Niedrigzinspolitik von der EZB praktiziert wird, welche Folgen sich daraus ergeben und wie möglicherweise zukünftige Entwicklungen aussehen könnten.
Zu Anfang der Arbeit werden zunächst die Begriffe "EZB" und "Geldpolitik" thematisiert, um den Sprachgebrauch für den weiteren Verlauf der Arbeit zu definieren. Aufbauend auf diesen Definitionen wird die europäische Zentralbank fokussiert, indem die zentralen Aufgaben, Ziele und Instrumente beschrieben werden. Außerdem wird der geldpolitische Transmissionsprozess thematisiert, der die Wirkung einer Leitzinsveränderung erklären soll.
Den Fokus dieser Arbeit bildet die aktuelle Niedrigzinspolitik der EZB, bei der zunächst geklärt werden soll, wie sich die Status-Quo-Situation darstellt, um anschließend die Auswirkungen auf die unterschiedlichen Marktteilnehmer zu beschreiben. Abschließend sollen die Zukunftsaussichtsaussichten dargestellt werden, wobei das geplante Vorgehen der EZB einem alternativen Ansatz gegenüber gestellt werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Begriffliche Abgrenzung
2.1 Europäische Zentralbank
2.2 Geldpolitik
3 Geldpolitik der EZB
3.1 Ziele und Aufgaben der EZB
3.2 Einsatz und Wirkungen geldpolitischer Instrumente
3.3 Geldpolitischer Transmissionsmechanismus
4 Die aktuelle Niedrigzinspolitik
4.1 Gründe für die expansive Geldpolitik und Status-Quo
4.2 Auswirkungen der Niedrigzinspolitik
4.2.1 Für Geschäftsbanken
4.2.2 Für Unternehmen
4.2.3 Für private Haushalte
4.2.4 Für den Staat
4.3 Zukunftsaussichten
4.3.1 Geplantes Vorgehen der EZB
4.3.2 Ein alternatives Szenario
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit analysiert die Beweggründe der Europäischen Zentralbank für die anhaltende Niedrigzinspolitik und untersucht die daraus resultierenden ökonomischen Folgen für verschiedene Marktteilnehmer sowie mögliche zukünftige Szenarien.
- Ursachen und Ziele der expansiven Geldpolitik seit der Finanzkrise 2008
- Analyse des geldpolitischen Transmissionsmechanismus
- Auswirkungen der Niedrigzinsphase auf Banken, Unternehmen, Haushalte und den Staat
- Diskussion über das geplante Vorgehen der EZB versus alternativer Ansätze wie Negativzinsen oder Vollgeldkonzepte
Auszug aus dem Buch
3.3 Geldpolitischer Transmissionsmechanismus
Am Anfang des Transmissionsmechanismus steht der Beschluss der EZB die Leitzinsen für die geldpolitischen Instrumente zu ändern. Auf Basis dieses festgelegten Zinssatzes stellen die NZBen den Geschäftsbanken liquide Mittel (Zentralbankgeld) zur Verfügung, um den „öffentlichen Bargeldbedarf zu decken, Interbanksalden auszugleichen und die Verpflichtungen hinsichtlich der bei der Zentralbank zu hinterlegenden Mindestreserven“ zu erfüllen. Zinsen stellen dabei einen „Preis für die temporäre Bereitstellung von liquiden Mitteln“ dar. Anders formuliert, bestimmt die EZB die Höhe Refinanzierungskosten für die Geschäftsbanken, welche bei der Kreditvergabe in Form von Kreditmarktzinsen an private Haushalte und Unternehmen weitergegeben werden. Dieser Prozess wird auch „Zinskanal“ genannt und ist in der folgenden Abbildung dargestellt:
Die Geldnachfrage am Kapitalmarkt richtet sich wie auf dem Gütermarkt nach dem Preis. Umso höher der Preis/die Refinanzierungskosten (bestimmt durch den Zinssatz), desto geringer die Kreditnachfrage. Hohe Zinsen bedeuten gleichzeitig einen größeren Anreiz Einkommen zu sparen/anzulegen, anstatt dieses auszugeben. Niedrige Zinsen hingegen fördern die Kreditnachfrage, wodurch die Geldmenge und folglich auch Konsum und Investitionen steigen. Die steigende Nachfrage auf dem Gütermarkt lässt die Güterpreise steigen (gesamtwirtschaftlich steigt das Preisniveau).
Dieser Prozess beschreibt allerdings nur kurzfristige Wirkungen. Langfristig hat die Zentralbank aufgrund des neutralen Charakters des Geldes keinen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum durch Veränderungen der Geldmenge.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Arbeit führt in die Problemstellung der EZB-Geldpolitik ein und definiert die Zielsetzung sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Begriffliche Abgrenzung: Es werden die zentralen Begriffe „Europäische Zentralbank“ und „Geldpolitik“ für den weiteren Kontext der Arbeit definiert.
3 Geldpolitik der EZB: Dieses Kapitel erläutert die Ziele, Aufgaben und Instrumente der EZB sowie den Prozess der geldpolitischen Transmission.
4 Die aktuelle Niedrigzinspolitik: Hier werden die Gründe für die aktuelle Phase, deren Auswirkungen auf verschiedene Akteure sowie zukünftige Prognosen und Szenarien intensiv diskutiert.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Niedrigzinspolitik und dem Ausblick auf alternative geldpolitische Ansätze.
Schlüsselwörter
Europäische Zentralbank, EZB, Geldpolitik, Niedrigzinspolitik, Leitzins, Transmissionsmechanismus, Preisstabilität, Geschäftsbanken, Negativzinsen, Kapitalmarkt, Eurozone, Inflation, Deflation, Finanzkrise, Zinswende
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die aktuelle Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und deren Konsequenzen für die europäische Wirtschaft und verschiedene Akteure wie Banken, Staaten und private Haushalte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Neben den Grundlagen der EZB und ihrer geldpolitischen Instrumente fokussiert die Arbeit auf die Ursachen des aktuellen Zinsniveaus, die Übertragungsprozesse der Geldpolitik sowie die Auswirkungen auf unterschiedliche wirtschaftliche Sektoren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Gründe für die anhaltende Niedrigzinspolitik zu hinterfragen, deren Auswirkungen zu bewerten und zu diskutieren, wie zukünftige geldpolitische Entwicklungen aussehen könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und aktuellen Berichten zur Geldpolitik, um die Wirkungszusammenhänge der EZB-Maßnahmen darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Zentralbankgrundlagen, der Erläuterung geldpolitischer Instrumente, der detaillierten Untersuchung der Niedrigzinspolitik sowie einer Analyse von Zukunftsszenarien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind EZB, Niedrigzinspolitik, Leitzins, Transmissionsmechanismus, Preisstabilität, Negativzinsen und Kapitalmarkteffekte.
Warum führt die EZB laut der Autorin trotz geringer Wirkung ihre Politik fort?
Die Autorin stellt fest, dass die EZB an der Niedrigzinspolitik festhält, um Exporte im Euroraum attraktiv zu halten, da eine Zinswende den Euro weiter stärken und die wirtschaftliche Erholung gefährden könnte.
Welche Rolle spielt das in der Arbeit erwähnte alternative Szenario?
Das alternative Szenario diskutiert die Möglichkeit dauerhaft niedriger oder negativer Zinsen, um spekulative Geldhortung zu verhindern und stattdessen Investitionen anzuregen, wobei auch auf Konzepte wie die Vollgeldreform eingegangen wird.
- Citar trabajo
- Laura Dahlhaus (Autor), 2018, Die aktuelle Geldpolitik der EZB mit Bezug auf die Niedrigzinspolitik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498749