Handelsstrategien mit Optionen. Empirische Untersuchung des Short Straddle und Strangle anhand der Blue-Chips des DAX30


Masterarbeit, 2017
81 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Formelverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen von Optionen
2.1 Definition von Optionen
2.1.1 Optionstypologie
2.1.2 Arten von Optionen
2.1.3 Optionspositionen
2.1.3.1 Long–Option
2.1.3.2 Short Optionen
2.2 Motivation für Optionsgeschäfte
2.2.1 Spekulationsmotiv
2.2.2 Absicherungsmotiv
2.2.3 Ertragsmaximierung
2.3 Wert einer Option
2.4 Out of the money und in the money Optionen
2.5 Einflussfaktoren auf den Optionspreis
2.5.1 Kurs des Basiswertes
2.5.2 Volatilität
2.5.3 Laufzeit
2.5.4 Niveau des risikolosen Zinssatzes
2.5.5 Zukünftige Dividendenzahlung
2.6 Tradingstrategien mit Optionen
2.6.1 Short Straddle
2.6.2 Short Strangle

3. Mathematische Grundlagen
3.1 Renditemessung
3.2 Risikomessung
3.2.1 Historische Volatilität
3.2.2 Implizite Volatilität
3.3 Optionsbewertung
3.3.1 Black Scholes Modell
3.3.2 Kritische Würdigung des Black Scholes Modells
3.4 Optionshandel an der European Exchange

4 Empirische Studie
4.1 Aktueller Forschungsstand mit Optionsstrategien
4.2 Aufbau und Durchführung der empirischen Studie
4.2.1 Untersuchungsgegenstand
4.2.2 Untersuchungszeitraum und –gebiet
4.3 Empirische Studie zur Short Straddle Strategie
4.3.1 Auswertung des Short Straddle mit Restlaufzeit von 30 Tagen
4.3.2 Auswertung des Short Straddle mit Restlaufzeit von 180 Tagen
4.3.3 Auswertung des Short Straddle mit Restlaufzeit von 360 Tagen
4.3.4 Interpretation der Ergebnisse der Short Straddle Strategie
4.4 Empirische Studie zur Short Strangle Strategie
4.4.1 Auswertung des Short Strangle mit Laufzeit 30 Tagen
4.4.2 Auswertung des Short Strangle mit Laufzeit 180 Tagen
4.4.3 Auswertung des Short Strangle mit Laufzeit 360 Tagen
4.4.4 Strike Anpassung bei der Short Strangle Strategie
4.4.5 Interpretation der Ergebnisse der Short Strangle Strategie
4.5 Historische vs. Implizite Volatilität

5. Resümee der Studie
5.1 Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis
5.2 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grundpositionen Optionen

Abbildung 2: Long Call und Long Put

Abbildung 3: Short Call und Short Put

Abbildung 4: Optionsstrategien

Abbildung 5: Der Short Straddle

Abbildung 6: Der Short Strangle

Abbildung 7: Handelsablauf an der Eurex

Abbildung 8: Jahresrenditen Short Straddle (Laufzeit 30 Tagen)

Abbildung 9: Jahresrenditen Short Straddle (Laufzeit 180 Tage)

Abbildung 10: Jahresrenditen Short Straddle (Laufzeit 360 Tage)

Abbildung 11: Jahresrenditen Short Strangle (Laufzeit 30 Tage)

Abbildung 12: Jahresrenditen Short Strangle (Laufzeit 180 Tage)

Abbildung 13: Jahresrenditen Short Strangle (Laufzeit 360 Tage)

Abbildung 14: Jahresrenditen optimierter Short Strangle (Laufzeit 30 Tagen)

Abbildung 15: Jahresrenditen optimierter Short Strangle (Laufzeit 180 Tage)

Abbildung 16: Jahresrenditen optimierter Short Strangle (Laufzeit 360 Tage)

Abbildung 17: Historische und implizite Volatilität

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Interpretation der Short Straddle Strategie

Tabelle 2: Interpretation der Short Strangle Strategie

Tabelle 3: Interpretation der optimierten Short Strangle Strategie

Formelverzeichnis

Formel 1: Gesamtrendite

Formel 2: Annualisierte Gesamtrendite

Formel 3: Berechnung der Volatilität

Formel 4: Schätzung der impliziten Volatilität

Formel 5: Black Scholes Formel

Formel 6: Schätzwert für die geforderte Margin

Formel 7: Ermittlung Gewinn– und Verlustprofil

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Seit der 1973 erschienen Forschungsarbeit von Fischer Black und Myron Samuel Scholes, die ein revolutionäres Modell zur Optionspreisbewertung hervorbrachte, hat der systematische Optionshandel weltweit massiv zugenommen und sich als eigenständiges und umfangreiches Segment im Investmentbanking etabliert. Heutzutage sind Optionen als Mittel zur Risikoabsicherung oder für Spekulationszwecke nicht mehr von den Kapitalmärkten wegzudenken. Allein an der weltweit größten Optionsbörse Chicago Mercantile Exchange (CME) wurden im Jahr 2016 15,6 Millionen Optionsverträge geschlossen, mit einem Gesamtvolumen von über 1.380,0 Billionen US–Dollar.[1] Im Vergleich dazu betrug im Jahr 2014 das Bruttoinlandsprodukt der gesamten Welt nur 77,4 Billionen US–Dollar.[2] Dabei sind Optionen als Anlagemöglichkeit im privaten Anlagesektor noch nicht flächenmäßig verbreitet, weil sie von vielen Investoren als zu komplex und undurchsichtig gehalten werden. Derweil sind Optionen Finanzverträge, welche dem Halter das Recht einräumen, einen zugrundeliegenden Basiswert wie zum Beispiel Aktien, Indizes oder Devisen, zu einem vorher festgelegten Preis an einem zukünftigen Zeitpunkt kaufen oder verkaufen zu dürfen. Optionen werden standardisiert über die Börse gehandelt oder auch maßgeschneidert für den Kunden „over the counter“ (OTC–Optionen) vereinbart. Gerade bei OTC–Optionen kann der Preis sich nicht über Angebot und Nachfrage regulieren und es muss über Berechnungen und Modellierungen ein „fairer Preis“ bestimmt werden.

Die beschriebene Komplexität der Derivate machte es bisher schwer, den Markt des Optionshandels für private Investoren zu öffnen. Aufgrund des lang anhaltenden niedrigen Zinsniveaus eröffnen sich allerdings immer mehr Anleger für alternative Investitionslösungen mit Derivaten. Besonders Stillhaltergeschäfte mit Aktien– und Indexoptionen werden in verschiedenen Börsenratgebern und Investorenbriefen, welche sich mit Optionshandel beschäftigen, als einfache und triviale Anlagemethode dargestellt.[3] Laut einer Studie der CME aus dem Jahr 2000 verfielen in den Jahren 1996 bis 1999 76,5% der „out of the money“ (OTM) Optionen[4] wertlos. Auf der Grundlage dieser Wahrscheinlichkeit würden institutionelle Anleger, mit dem Verkauf von OTM–Optionen, sehr große Gewinne erwirtschaften.[5] Dabei bergen passive Optionsstrategien, zu denen auch die Stillhaltergeschäfte gehören, zum Teil erhebliche Risiken, die gerade ein privater Investor nicht absehen kann. Hierbei kann der Verlust die Höhe des eingesetzten Kapitals übersteigen, wodurch große Nachschusspflichten für den Anleger entstehen würden. Daher stellen sich für die vorliegende empirische Arbeit die folgenden Fragen:

- Generieren die Optionshandelsstrategien Short Straddle und Short Strangle einen positiven Ertrag?
- Wenn ja, welche Laufzeiten müssen emittiert werden? Oder welche Underlyings eignen sich besonders für die Ausübung dieser Strategien?
- Sind die Handelsstrategien in der Praxis realisierbar?

1.2 Ziel der Arbeit

Das Ziel der Arbeit ist es durch eine empirische Studie die Renditechancen von Stillhaltergeschäften aufzuzeigen. Hierzu werden die Handelsstrategien des Short Strangle und des Short Straddle untersucht. Als Basiswerte für die Berechnung werden die Kursverläufe der 30 DAX Unternehmen herangezogen. Um einen tieferen Einblick auf die Preisbildung der Optionen zu erhalten, werden die verschiedenen einwirkenden Parameter wie zum Beispiel verschiedene Laufzeiten der europäischen Optionen angenommen und simuliert. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Analyse der Rendite der simulierten Anlagestrategien. Abschließend soll zudem die Realisierbarkeit in der Praxis erörtert werden.

1.3 Aufbau der Arbeit

Nach der Einführung werden im zweiten Kapitel zunächst die bedeutendsten Arten von Optionsverträgen und deren Grundpositionen erläutert. Aus den Grundlagen der Optionen kann die Entwicklung der Bedeutsamkeit von Optionen für den Kapitalmarkt abgeleitet werden. Im Weiteren wird darauf aufbauend veranschaulicht, wie man Optionen zur Risikoabsicherung oder zu Spekulationszwecken nutzen kann. Daraufhin werden die Parameter beleuchtet, welche Einfluss auf die Preise der Optionen haben. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird auf verschiedene Handelsstrategien und die dahinter liegenden Motivationen eingegangen.

Im dritten Abschnitt werden zuerst die mathematischen Grundlagen für die weitere Arbeit sowie für die Ermittlung der benötigten Parameter der Optionsbewertung geschaffen. In Abschnitt 3.3 wird, auf Grundlage der im vorangegangenen Kapitel erläuterten Daten, das Black Scholes Modell eingeführt. Dabei wird auf die Modellannahmen eingegangen und die Hypothesen des Modells kritisch gewürdigt. Anschließend wird die Umsetzung von Optionsgeschäften an der Eurex vorgestellt und alle notwendigen Voraussetzungen für einen Handel dargestellt.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf Kapitel 4, in dem die empirische Untersuchung enthalten ist. Hierzu wird zunächst der aktuelle Forschungsstand im Bereich der Optionsstrategien, insbesondere die der Stillhalterstrategien, aufgezeigt. Anschließend werden der Untersuchungsumfang und die Rahmenbedingungen definiert. Nach der Erläuterung des Untersuchungsaufbaus und –umfangs wird auf die Resultate und die Interpretation dieser eingegangen. Dabei wird zwischen den Strategien Straddle und Strangle unterschieden und zusätzlich wird eine veränderte Parameterauswahl beim Strangle dargestellt. Infolgedessen werden die Ergebnisse anhand der in der Theorie dargestellten Renditeberechnung ausgewertet und interpretiert.

In der Schlussbetrachtung werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst sowie Rückschlüsse zur Realisierbarkeit der Strategien für private Investoren gezogen.

2 Grundlagen von Optionen

Bei Optionen handelt es sich um derivative[6] Finanzinstrumente, welche aus anderen Finanzprodukten (Basiswert oder synonym verwendet Underlying) abgeleitet sind und deren Preise entsprechend an der Preisentwicklung des Underlyings partizipieren. Als Basiswert für Optionen können beispielsweise Devisen, Aktien, Indizes, Rohstoffe oder festverzinsliche Titel dienen. Wiederum dienen auch derivative Finanztitel einigen Derivaten als Underlying wie zum Beispiel sogenannte Compound Optionen, die eine Option auf eine Option sind.[7] Im Weiteren werden in diesem Kapitel die komplexen Gestaltungsmöglichkeiten von Optionen sowie die verschiedenen Grundpositionen dargestellt, die dabei eingenommen werden können. Daraufhin werden die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten erläutert und ferner zwei Handelsstrategien mit Optionen aufgezeigt. Zum Ende dieses Kapitels wird die Motivation für den Optionshandel vorgestellt und vermittelt wie der Erfolg einer Option bewertet und berechnet werden kann.

2.1 Definition von Optionen

Optionen sind Finanzverträge und zählen zu der Gruppe der Termingeschäfte. Bei Vertragsabschluss eines Termingeschäfts wird festgelegt, welche Vertragsbedingungen an einen in der Zukunft liegenden Zeitpunkt erfüllt werden müssen. Rechtlich gesehen lassen sich Termingeschäfte in bedingte und unbedingte Termingeschäfte differenzieren. Unbedingte Termingeschäfte sind für die beteiligten Kontrahenten bindend, somit müssen beide Parteien ihre vertraglichen Pflichten erfüllen. Ein Beispiel hierfür sind Futures und Swaps, bei denen Zahlungsströme oder Vermögensgegenstände zwischen dem Käufer und Verkäufer des Finanzinstruments übertragen werden. Demgegenüber sind bedingte Termingeschäfte für einen Kontrahenten nicht bindend – dieser kann am Erfüllungstag wählen, ob er das Geschäft eingehen möchte oder nicht. Demzufolge sind Optionen bedingte Termingeschäfte, welche entweder standardisiert an der Börse gehandelt werden oder OTC. Standardisierte Optionen besitzen einheitliche Kontraktspezifikationen, wie zum Beispiel den Basispreis, Bezugsverhältnis, Laufzeit etc. Demgegenüber emittieren Banken und Wertpapierbörsen OTC–Optionen, welche jeweils individuelle und maßgeschneiderte Lösungen für die Bedürfnisse der Vertragspartner bieten.[8]

2.1.1 Optionstypologie

Optionen werden an Terminbörsen für Finanzderivate gehandelt, wie beispielsweise an der European Exchange (Eurex). An ihr werden unverbriefte Optionen gehandelt, welche Bezugs–, Lieferungs– oder Veräußerungsrechte zu einem festgelegten Basispreis beinhalten. Eng verwandt mit unverbrieften Optionen sind Optionsscheine (= verbriefte Optionen) oder auch Warrants genannt, welche von Banken emittiert und an einer Wertpapierbörse gehandelt werden. Wirtschaftlich gesehen unterscheiden sich Optionen und Warrants nicht. Bei gleicher Ausgestaltung kann ein Konkurrenzverhältnis zwischen diesen Finanzinstrumenten existieren. Ursprünglich wurden Warrants in Verbindung mit Optionsanleihen ausgegeben, wobei das verbriefte Recht des Bezuges der Aktie die Minderverzinsung der Anleihe ausgleichen sollte.[9]

Im Laufe der Zeit und der immer größer werdenden Optionsmärkte haben sich vermehrt Ausgestaltungen von Optionen gebildet, wie beispielsweise standardisierte oder exotische Optionen. Zu den gängigsten und bekanntesten Optionen gehören die amerikanische und die europäische Option, welche die Gruppe der standardisierten Optionen bilden. Diese unterscheiden sich durch die Möglichkeit der Ausübung des Finanzinstruments. Bei europäischen Optionen besteht das Ausübungsrecht der Option nur am Fälligkeitstag. Darf hingegen das Recht nur einmalig, während der Laufzeit in Anspruch genommen werden, handelt es sich um eine amerikanische Option. Neben den standardisierten Optionen wurden außerdem sogenannte exotische Optionen konstruiert. Zu dieser Gattung gehören Bermuda Optionen, Asiatische Optionen und Barriere Optionen.[10] Innerhalb dieser Arbeit wird auf exotische Optionen nicht näher eingegangen, da sie für die empirische Studie und Bewertung nicht relevant sind. Zudem wird im weiteren Verlauf jederzeit von unverbrieften europäischen Optionen ausgegangen.

2.1.2 Arten von Optionen

Prinzipiell unterscheidet man Optionen in zwei Grundformen. Zum einen die Call Option (Kauf), welche das Recht beinhaltet, das Underlying zu dem festgelegten Fälligkeitstag und zu einem bei Vertragsabschluss vereinbarten Basispreis zu erwerben. Für dieses Optionsrecht hat der Optionskäufer am Vertragsabschluss einen Preis an den Optionsverkäufer (Stillhalter) zu entrichten: die Optionsprämie. Zum anderen existiert die Put Option (Verkauf), welche das Recht beinhaltet, den Basiswert zum Fälligkeitstag zu einem am Vertragsabschluss vereinbarten Preis (Basispreis) an den Stillhalter zu verkaufen. Auch hierfür muss der Optionskäufer eine Optionsprämie bezahlen.[11]

Abbildung 1: Grundpositionen Optionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Beike, R.; Schlütz, J. (2010), S. 580.

In Bezug auf Abbildung 1 und der beiden Grundformen Call und Put lassen sich vier Positionen unterscheiden, welche der Anleger einnehmen kann. Von einer Long Position spricht man, wenn der Anleger Optionen kauft. Ein Optionsverkauf ist dagegen als eine Short Position charakterisiert.[12]

Der Verkäufer einer Option, der somit die Short Position innehat, wird ebenfalls als Stillhalter bezeichnet. Im Falle einer Long Aktienoption hat der Stillhalter eine Kaufoption verkauft. Demzufolge ist der Optionsverkäufer verpflichtet dem Optionsrechtsinhaber am Fälligkeitstag die Aktie zu liefern, sofern dieser dies wünscht. Bei einer verkauften Put Aktienoption muss der Stillhalter damit rechnen, am Fälligkeitstag die Aktien zum vereinbarten Bezugspreis von Optionsrechtsinhaber angedient zu bekommen. Hierbei spricht man vom Stillhalter im Geld, da dieser im vornherein das Geld bereitstellen musste.[13]

2.1.3 Optionspositionen

Aus den vorher genannten vier Grundpositionen entwickelten sich in der Vergangenheit verschiedene Handelsstrategien. Den Grundpositionen liegen heutzutage verschiedene komplexe Finanzprodukte zu Grunde. Dadurch sind Optionsgeschäfte ein wichtiger Bestandteil der Finanzproduktentwicklung geworden, welche in der Praxis „Financial Engineering“ betitelt werden.[14] Deshalb sind in den folgenden Abschnitten die Gewinn– und Verlustmöglichkeiten der Grundpositionen zu erörtern. Hierfür werden sogenannte Hockeystick Diagramme zur Erläuterung herangezogen. Der Begriff resultiert aus der Form, welche durch die drastische Veränderung der Steigung, positiv sowie negativ, der Geraden entsteht, die einem Hockeyschläger ähneln.[15] Dabei stellen die Diagramme den Erfolg der Optionen am Fälligkeitstag in Interdependenz zum Aktienkurs des Underlyings dar.

2.1.3.1 Long–Option

Long Calls und Long Puts können als einfache Handelsstrategien angesehen werden, da nur eine Optionsart gekauft werden muss. Wie im vorangegangen Abschnitt erwähnt, sieht der Long Call einen Erwerb einer Kaufoption vor, dabei geht der Käufer der Option von steigenden Kursen des Underlyings aus.[16] Durch den Anstieg des Kurses des Basiswerts während der Optionslaufzeit, nimmt grundsätzlich der Wert der Option zu. Beim Long Put ist die Erwartung des Optionsrechtsinhabers, dass der Kurs des Underlyings fällt. Somit entsteht hier eine positive Entwicklung der Option nur, wenn der Wert des Basispreises fällt.[17] Um dies zu veranschaulichen, wird die Zahlungsstruktur der Long Optionen in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung 2: Long Call und Long Put

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Hull, J. (2015), S. 280.

Anhand eines einfachen Beispiels soll der Verlauf der Diagramme verdeutlicht werden. Der Käufer des Long Calls vereinbart bei Vertragsabschluss mit dem Stillhalter den Basiswert für 40 Euro zu erwerben. Hierfür zahlt er eine Optionsprämie von 10 Euro an den Stillhalter. Solange der Kurs des Underlyings unterhalb von 40 Euro steht, ist der Optionsschein wertlos und der Käufer wird die Option nicht ausführen. Wenn hingegen der Kurs der zugrunde liegenden Aktie am Fälligkeitstag zwischen 40 und 49,99 Euro liegt, wird die Option ausgeführt. Dabei erwirtschaftet der Käufer zwar immer noch einen Verlust, dieser ist aber geringer als bei einem Verfallen der Option. In diesem Long Call Beispiel ist die Option OTM, wenn der Kurs des Underlyings zwischen 0 bis 49,99 Euro liegt. Vorausgesetzt der Basiswert steht am Fälligkeitstag bei 50 Euro, dann ist die Option at the money (ATM) und der Käufer wird die Option ziehen, dabei generiert er zwar keinen Gewinn, aber die Option hat den Wert seiner gezahlten Optionsprämie ausgeglichen. In den Gewinnbereich gelangt der Käufer der Option, sobald der Kurs des Underlyings oberhalb von 50 Euro steigt. Hierbei ist der Gewinn theoretisch unbegrenzt, da der Kurs der Aktie sich ins Unendliche erhöhen könnte. Ab diesem Punkt ist die Option in the money (ITM).[18]

Der Long Put ist das horizontale Spiegelbild des Long Calls. Der Käufer der Option erwirtschaftet hiermit einen Gewinn, sobald die Aktie unterhalb von 50 Euro liegt. Ein großer Unterschied zum Long Call ist, dass der Gewinn begrenzt ist, da der Kurs nie unter 0 Euro fallen kann. Stagniert der Kurs des Underlyings oder steigt über 50 Euro, ist der Verlust auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt.[19]

Somit sind die Markterwartungen des Käufers und die Fixierung des Basispreises wichtige Parameter für die Wahl der Long Option. Um das Auszahlprofil darzustellen, bezeichnet man den Bezugspreis des Underlyings mit K und den Kurs des Basiswertes am Fälligkeitstag mit ST. Somit ergibt sich das Auszahlprofil einer europäischen Long Option unter Missachtung der Optionsprämie folgendermaßen:[20]

max(ST – K, 0)

Dies entspricht der Tatsache, dass der Long Call nur dann ausgeübt wird, wenn ST > K ist. Für alle Fälle, in denen ST ≤ K ist, lässt man die Option verfallen. Dagegen wird beim Long Put die Option nur ausgeübt, wenn ST < K, dadurch ergibt sich folgendes Auszahlprofil:[21]

max(K – ST, 0)

2.1.3.2 Short Optionen

Wie die Long Optionen können die Short Optionen in die Kategorie der einfachen Handelsstrategien eingeordnet werden. Bei Short Optionen nimmt der Anleger die Stillhalterposition ein, er hat also die Option verkauft. Hierfür erhält er im Voraus die Optionsprämie. Der Gewinn oder Verlust ist dem Käufer der Option entgegengesetzt, dadurch können dem Stillhalter zum Ende der Laufzeit Verbindlichkeiten gegenüber dem Käufer entstanden sein.[22] Bei dem Short Call sowie dem Short Put sind die Gewinne auf die Optionsprämie begrenzt. Durch die Einnahme der Prämie verpflichtet sich jedoch der Stillhalter zur Lieferung beziehungsweise zum Kauf des Underlyings oder zum Barausgleich.[23] Nachfolgendes Auszahlungsprofil veranschaulicht die Gewinn– und Verlustmöglichkeiten der Short Positionen:

Abbildung 3: Short Call und Short Put

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Hull, J. (2015), S. 280.

Auch bei den Short Grundpositionen soll zur Verdeutlichung ein einfaches Beispiel herangezogen werden. Wie in Abbildung 3 dargestellt, vereinnahmt der Verkäufer des Short Calls die Optionsprämie in Höhe von (i.H.v.) 10 Euro. Solange der Basiswert unter dem Basispreis von 40 Euro liegt, hat er die Optionsprämie als Gewinn eingenommen. Steigt der Kurs des Underlyings über 40 Euro, so wird der Gewinn des Stillhalters geringer. Ab dem Underlyingkurs von 50 Euro steigt der Wert der Option über die Einnahmen der Optionsprämie und der Stillhalter macht Verluste. Die Höhe des Verlusts kann dabei unbegrenzt ausfallen, indem der Kurs des Underlyings ins Unendliche steigt. Beim Short Put verkauft der Stillhalter eine Verkaufsoption und garantiert dem Käufer das Underlying zum Kurs von 60 Euro abzunehmen. Hierfür erhält er die Optionsprämie i.H.v. 10 Euro. Sobald der Kurs des Underlyings unter 60 Euro sinkt, wird der Gewinn des Stillhalters geringer. Ab einem Kurs von 50 Euro entsteht ein Verlust für den Verkäufer des Short Puts. Dieser ist im Gegensatz zum Short Call begrenzt, da der Kurs des Underlyings maximal auf null fallen kann.[24] Somit ergibt sich das Auszahlprofil einer europäischen Short Option unter Missachtung der Optionsprämie folgendermaßen:[25]

min(K – ST, 0)

und die Auszahlung an den Inhaber des Short Puts: min(ST – K, 0)

2.2 Motivation für Optionsgeschäfte

Die Motivation, Optionsverträge einzugehen, kann vielfältig sein. Optionen bieten die Möglichkeit die Chancen und Risiken des Underlyings von der Anlage zu trennen und in einer neuen Form wiederzugeben. Diese Form ist dann für den Anleger so optimiert, dass das Risikoprofil und die Erwartungen des Anlegers vollumfänglich erfüllt sind. Im Allgemeinen lassen sich daher drei Gründe für den Optionshandel nennen: Spekulations–, Absicherungsmotiv und Ertragsmaximierung.[26]

2.2.1 Spekulationsmotiv

Im wirtschaftlichen Gebrauch steht das Wort „Spekulation“ für die gewinnstrebend motivierte Ausnutzung von erwarteten zeitlichen Preisunterschieden bei Wirtschaftsgütern auf einem bestimmten Handelsmarkt.[27] Dies kommt insbesondere bei Optionsverträgen zum Tragen, wobei der Inhaber der Long Option an steigenden beziehungsweise fallenden Kursen des Underlyings partizipieren kann, ohne Gefahr zu laufen mehr als seine gezahlte Optionsprämie zu verlieren.[28] Der Leverage–Effekt beziehungsweise Hebel–Effekt beschreibt das Spekulationsmotiv am besten. Dieser besagt, dass der prozentuale Gewinn durch das Optionsgeschäft wesentlich höher ausfällt als bei einem direkten Investment in das Underlying. Um die richtige Option zu wählen, muss der Investor genaue Erwartungen für die Entwicklung des Basispreises haben, denn der Zeitraum für das Eintreffen dieser Erwartung muss in der Optionslaufzeit geschehen.[29] Obwohl diese Art von Motivation eine sehr risikofreudige Einstellung des Anlegers voraussetzt, werden immer mehr dieser Geschäfte an den Terminbörsen abgewickelt.[30]

2.2.2 Absicherungsmotiv

Anders als beim Spekulationsmotiv besitzt der Optionskäufer/–verkäufer beim Absicherungsmotiv das Underlying und möchte es gegen etwaige Kursschwankungen in eine Richtung hedgen.[31] Hierbei lassen sich zwei Möglichkeiten des Vermögenserhalts darstellen. Zum einen die Absicherung gegen fallende Kurse durch Erwerb einer Verkaufsoption und Ausübung der Option. Hierbei lassen sich bei sinkenden Kursen, durch den Verkauf der Aktien zum festgeschrieben Basispreis, größere Vermögensschäden verhindern. Dabei führt der Verkauf der Aktien zu einer Minderung des Aktienbestands. Zum anderen die Absicherung gegen fallende Kurse durch Erwerb einer Verkaufsoption mit Barausgleich. Hierbei wird durch den Stillhalter die Differenz vom aktuellen Kurs des Underlyings zum Basispreis erstattet: es kommt zu einem sogenannten Barausgleich. Dabei bleibt der Aktienbestand des Inhabers der Put Option unverändert.[32]

2.2.3 Ertragsmaximierung

Optionen bieten einem Investor, der den Basiswert im eigenen Depot besitzt, weitere Ertragschancen. Hierbei kann dieser durch den Verkauf von Optionen zusätzliche Einnahmen in Form von Optionsprämien generieren.

Erwartet der Investor beispielsweise steigende Kurse des Underlyings, wird er Put Optionen verkaufen. Trifft nun die Erwartung des Investors ein, verfällt die Option wertlos und die eingenommene Optionsprämie kann als Gewinn verbucht werden. Somit ist der Ertrag des Gesamtdepots gesteigert worden. Im Gegensatz dazu macht es bei Erwartung von fallenden Kursen keinen Sinn Call Optionen zu emittieren, da die Einnahme der Optionsprämie die Kursverluste des Basiswertes nicht ausgleichen würden. Somit ist es wirtschaftlicher den Basiswert aus dem Depot zu verkaufen.[33]

2.3 Wert einer Option

Der Preis einer Option ergibt sich immer aus zwei Faktoren: zum einen aus dem Zeitwert und zum anderen dem inneren Wert. Beide Faktoren werden aufsummiert und bilden somit den Optionspreis. Weiterhin spielen andere Parameter, wie die Volatilität, eine Rolle bei der Preisbildung, auf welche im Kapitel 2.5 eingegangen wird.[34]

Der innere Wert einer Option berechnet sich aus der Differenz des Basispreises zum aktuellen Kurs des Underlyings. Bei einer Call Option ergibt sich der innere Wert aus der positiven Differenz zwischen dem aktuellen Kurs und dem Basispreis. Bei einer Put Option besteht der innere Wert aus der positiven Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Kurs des Underlyings. Somit entspricht der innere Wert einer Option der Höhe des Kapitals, welche die Option bei Ausübung generiert. Man unterscheidet bei Optionen drei verschiedene Zustände:

- „out of the money“ dabei besitzt die Option keinen inneren Wert (OTM),
- „at the money“ die Option besitzt immer noch keinen inneren Wert (ATM) und
- „in the money“ die Option hat einen positiven inneren Wert (ITM).[35]

Durch den Zeitwert besitzen OTM– und ATM–Optionen einen Wert, obwohl die Ausübung keinen Erlös erbringen würde. Der Zeitwert stellt die Risikoprämie dar, die bezahlt werden muss, weil die Möglichkeit besteht, dass die Option je nach Laufzeit ins Geld gelangen kann. Hierbei gilt, je länger die Restlaufzeit der Option, desto mehr Zeitwert hat die Option, woraus ein höherer Optionspreis resultiert. In der Regel verringert sich der Zeitwert von Optionen über die Laufzeit nur schwach, erst im letzten Monat vor Verfallsdatum verringert sich der Zeitwert drastisch. Am Verfallstag der Option beträgt der Zeitwert immer null. Bei der Bestimmung des Zeitwertes spielen, wie vorher bereits erwähnt, mehrere Faktoren eine Rolle. Den größten Einfluss übt die Volatilität auf das Underlying aus. Je höher die Volatilität, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Option einen inneren Wert aufbaut. Generell ist der Optionspreis von Underlyings, welcher eine hohe Volatilität besitzt, höher als bei Basiswerten mit geringer Volatilität.[36]

2.4 Out of the money und in the money Optionen

Eine OTM–Option weist einen negativen inneren Wert auf, somit besteht sie nur aus dem Zeitwert. Grundsätzlich gilt, dass die Optionsprämie mit steigendem innerem Wert der Option zunimmt. Dadurch ist der Erwerb einer ITM–Option unter ansonsten gleichbleibenden Rahmenbedinungen mit höheren Kosten verbunden. Durch die Asymmetrie, welche zwischen dem Käufer und dem Verkäufer einer Option besteht, ist die Optionsprämie immer größer gleich null.[37] Diese Asymmetrie entsteht dadurch, dass der Käufer ein Recht erwirbt und der Verkäufer eine Verpflichtung eingeht. Bei OTM–Optionen ist die prozentuale Ertragschance bei größeren Kursbewegungen höher, während bei geringen Kursänderungen die ITM–Optionen größere Gewinne versprechen. Demzufolge erhöht eine hohe Volatilität des Underlyings die Wahrscheinlichkeit, dass eine OTM–Option bis zum Fälligkeitstag „ins Geld kommt“ und somit einen positiven inneren Wert besitzt.[38]

2.5 Einflussfaktoren auf den Optionspreis

Auf den Preis von Optionen haben fünf verschiedene Einflussfaktoren Auswirkung. Dabei sind die Veränderungen auf den Kurs der Option je Einflussfaktor unterschiedlich stark.[39] Im Weiteren erfolgt demnach eine kurze Erläuterung der einzelnen Parameter.

2.5.1 Kurs des Basiswertes

Wie in den vorangegangenen Kapiteln dargestellt, hat der Kurs des Underlyings den größten Einfluss auf die Entwicklung des Optionspreises, da dieser am Fälligkeitstag die Bewertungsgrundlage für die Option ist. Während der Laufzeit wirkt sich die Bewegung des Underlyings nicht immer eins zu eins auf den Optionspreis aus. Dieser Grad der Intensität wird mit der Kennzahl Delta ausgedrückt. Dabei gibt Delta an, wie stark die Auswirkungen einer Preisänderung des Basispreises tatsächlich auf deren Optionspreis sind – davon ausgehend, dass alle anderen Parameter konstant bleiben.[40]

2.5.2 Volatilität

Die Volatilität hat, nach dem Kurs des Underlyings, den zweitgrößten Einfluss auf den Optionspreis. Die genaue Definition wird in Kapitel 3.2 vorgenommen. Zusammengefasst gibt die Volatilität die Unsicherheit der zukünftigen Bewegungen des Kurses des Underlyings wieder. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Kurs des Basispreises stark fällt oder steigt, wenn sich die Volatilität erhöht. Für einen Inhaber des Basispreises gleichen sich diese Kursbewegungen tendenziell aus. Der Besitzer einer Kaufoption profitiert daher eher von einer hohen Volatilität, weil er nur ein begrenztes Risiko für Verluste bei Kursrückgängen hat – seine gezahlte Optionsprämie. Analog dazu profitiert der Inhaber einer Verkaufsoption von einem Kursrückgang, da sein Risiko auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt ist. Die daraus resultierende erhöhte Wahrscheinlichkeit Gewinne zu erzielen, wird mit einer höheren Optionsprämie für den Stillhalter kompensiert. Zusammengefasst bedeutet dies, dass sich bei steigender Volatilität der Optionspreis bei Call und bei Put Optionen erhöht.[41]

2.5.3 Laufzeit

Betrachtet man die Auswirkungen der Laufzeit auf den Optionspreis muss zwischen amerikanischen und europäischen Optionen unterschieden werden. Bei amerikanischen Optionen steigt der Preis des Derivates, wenn die Laufzeit länger wird, da der Inhaber der Option mehrere Möglichkeiten hat die Option auszuüben. Daher muss die langfristige Option immer mindestens so viel Wert sein wie die kurzfristige.[42]

Auch europäische Optionen gewinnen mit zunehmender Laufzeit gewöhnlich an Wert, dies muss aber nicht immer zutreffen. Falls bei dem Basiswert einer Option während der Laufzeit eine Dividendenausschüttung erwartet wird, kann der Wert der Option mit der längeren Laufzeit, in der die Dividendenzahlung einfließen würde, geringer sein als der Preis der Option mit kürzerer Restlaufzeit, welche den Fälligkeitstag vor der Dividendenzahlung hat,[43] denn die Ausschüttung hätte einen Kursrückgang zur Folge.[44]

2.5.4 Niveau des risikolosen Zinssatzes

Einen weitaus geringeren Einfluss auf den Optionswert hat das Zinsniveau des risikolosen Zins, der von der Europäischen Zentralbank veröffentlicht wird. Sobald die Zinssätze in einer Volkswirtschaft steigen, haben Anleger auch einen höheren Anspruch an die Renditen von Wertpapieren. Hinzukommend wird der Barwert der zukünftigen Zahlung des Optionsinhabers durch einen Zinsanstieg gesenkt. Diese zwei kombinierten Punkte sind ausschlaggebend dafür, dass bei steigendem Zinsniveau der Optionspreis von Kaufoptionen steigt und analog der Optionspreis von Verkaufsoptionen sinkt. Dabei ist es aber wichtig, dass alle anderen Parameter als konstant betrachtet werden.

In der Praxis ist dies nur selten der Fall, denn bei fallendem Zinsniveau neigen die Aktienkurse zum Anstieg und bei steigenden Zinsen fallen die Kurse. Daher könnte es durch den kombinierten Effekt von sinkenden Zinsen und steigenden Kursen dazu kommen, dass eine Kaufoption an Wert gewinnt und die Kaufoption an Optionswert verliert. Analog kann auch eine Verkaufsoption bei steigendem Zinsniveau an Wert gewinnen, wenn die Kurse des Underlyings darauf fallen.[45]

2.5.5 Zukünftige Dividendenzahlung

Wenn in der Laufzeit eine Dividendenauszahlung liegt, hat dies zudem Einfluss auf den Optionspreis, denn die ausgeschüttete Dividende bewirkt eine Reduktion des Underlyingkurses am Ausschüttungstag. Dies wirkt sich negativ auf den Wert einer Kaufoption aus und ist positiv für den Optionswert einer Verkaufsoption. Zusammenfassend ist zu sagen, dass bei einer Option, bei der die Dividendenzahlung während der Laufzeit liegt, der Wert dieser Option in Höhe der erwarteten Dividende negativ beeinflusst wird, wenn die Option ein Call ist und positiv, wenn es sich um eine Verkaufsoption handelt.[46]

2.6 Tradingstrategien mit Optionen

In der Praxis haben sich verschiedene Optionsstrategien entwickelt, welche sich in einfache und kombinierte Strategien unterteilen. Dabei zeichnen sich einfache Handelsstrategien durch einen einzelnen isolierten Kauf oder Verkauf einer Optionsart aus. Hingegen werden bei kombinierten Strategien mehrere Optionen zusammengesetzt.[47] Häufig werden mit Hilfe von Optionen Produkte für den Privatkunden kreiert und haben dadurch in der heutigen Anlagepraxis mehr denn je ihre Anwendung,[48] vor allem deshalb, weil jede Erwartung durch eine Tradingstrategie abgebildet werden kann. Abbildung 4 liefert einen kurzen Überblick über die gängigsten Optionsstrategien.

Abbildung 4: Optionsstrategien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bruns, C.; Meyer–Bullerdiek, F. (2013), S. 442.

Wie in Abbildung 4 dargestellt, ergeben sich im Hinblick auf die verschiedenen Erwartungen bezüglich der Volatilität und der Entwicklung des Basispreises Optionsstrategien neun Optionsstrategiebereiche.[49] Für die weitere Arbeit sind der Short Straddle und der Short Strangle (siehe farblich gekennzeichneten und hervorgehobenen Strategien) von Bedeutung, daher beschränken sich die folgenden Kapitel auf diese zwei Handelsstrategien.

[...]


[1] Vgl. Chicago Mercantile Exchange Group Inc. (2017), S. 4 f.

[2] Vgl. United Nations Conference on Trade and Development (2015), o.S.

[3] Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, o.V. (2007), o.S.; Berliner Zeitung, o.V. (2013), o.S.

[4] Optionen, die bei Ausübung keinen Wert haben würden.

[5] Vgl. Summa, J. (2003), o.S.

[6] Stammt aus dem lateinischen „ableiten“.

[7] Vgl. Bruns, C.; Meyer-Bullerdiek, F. (2013), S. 413 f.

[8] Vgl. Steiner, M.; Bruns, C.; Stöckl, S. (2012), S. 312 f.

[9] Vgl. Jacob, M, (2012), S. 75.

[10] Vgl. Daume, P. (2009), S. 38.

[11] Vgl. Steiner, M.; Bruns, C.; Stöckl, S. (2012), S. 312 f.

[12] Vgl. Beike, R.; Schlütz, J. (2010), S. 580 f.

[13] Vgl. Steiner, M.; Bruns, C.; Stöckl, S. (2012), S. 312 f.

[14] Vgl. Gondring, H.; Zoller, E.; Dinauer, J. (2003), S. 289 f.

[15] Vgl. Megginson W.; Lucey B.; Smart, B. (2008), S. 545.

[16] Vgl. Götte, R. (2011), S. 166 ff.

[17] Vgl. Bruns, C.; Meyer-Bullerdiek, F. (2013), S. 443.

[18] Vgl. Bruns, C.; Meyer-Bullerdiek, F. (2013), S. 443.

[19] Vgl. Bruns, C.; Meyer-Bullerdiek, F. (2013), S. 443 f.

[20] Vgl. Hull, J. (2015), S. 278 f.

[21] Vgl. Steiner, P.; Uhlir, H. (2000), S. 220 f.

[22] Vgl. Hull, J. (2015), S. 279 f.

[23] Vgl. Götte, R. (2011), S. 179 ff.

[24] Vgl. Bruns, C.; Meyer-Bullerdiek, F. (2013), S. 445 f.

[25] Vgl. Hull, J. (2015), S. 278 f.

[26] Vgl. Trigoergis, L.; Mason, S. P. (1995), S. 15.

[27] Vgl. Casper, M. (2005), S. 13 f.

[28] Vgl. Gresser, U. (2005), S. 3 f.

[29] Vgl. Götte, R. (2007), S. 99.

[30] Vgl. Gresser, U. (2005), S. 30 f.

[31] Hedgen bezeichnet das Absichern der Kurse gegen Rückgänge.

[32] Vgl. Kohler, H. P. (1992), S. 50 f.

[33] Vgl. Gresser, U. (2005), S. 30 f.

[34] Vgl. Götte, R. (2011), S. 123 f.

[35] Vgl. Hull, J. (2015), S. 282 f.; Götte, R. (2011), S. 123 f.

[36] Vgl. Götte, R. (2011), S. 123 f.

[37] Vgl. Kruse, S. (2014), S. 188 f.

[38] Vgl. Wiedemann, A. (2009), S. 226 f.

[39] Vgl. Hull, J. (2015), S. 302 ff.

[40] Vgl. Geyer, C.; Uttner, V. (2007), S. 73 ff.

[41] Vgl. Hull, J. (2015), S. 305.

[42] Ebenda S. 305 f.

[43] Dabei wird unterstellt, dass die Dividendenhöhe und der Ausschüttungszeitpunkt unverändert bleiben, während sich die Laufzeit der Option ändert.

[44] Vgl. Hull, J. (2015), S. 305.

[45] Vgl. Daume, P. (2009), S. 44; Hull, J. (2015), S. 305.

[46] Vgl. Hull, J. (2015), S. 306.

[47] Vgl. Bruns, C.; Meyer-Bullerdiek, F. (2013), S. 442.

[48] Vgl. Hull, J. (2015), S. 326 f.

[49] Vgl. Bruns, C.; Meyer-Bullerdiek, F. (2013), S. 442.

Ende der Leseprobe aus 81 Seiten

Details

Titel
Handelsstrategien mit Optionen. Empirische Untersuchung des Short Straddle und Strangle anhand der Blue-Chips des DAX30
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
81
Katalognummer
V498777
ISBN (eBook)
9783346020536
Sprache
Deutsch
Schlagworte
handelsstrategien, optionen, empirische, untersuchung, short, straddle, strangle, blue-chips, dax30
Arbeit zitieren
Steffen Scherer (Autor), 2017, Handelsstrategien mit Optionen. Empirische Untersuchung des Short Straddle und Strangle anhand der Blue-Chips des DAX30, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498777

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Handelsstrategien mit Optionen. Empirische Untersuchung des Short Straddle und Strangle anhand der Blue-Chips des DAX30


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden