In dieser Arbeit untersucht der Verfasser in Gestalt einer empirischen Studie die Performance von Short Straddle- und Short Strangle-Optionsstrategien für drei unterschiedliche Laufzeiten (30, 180 und 360 Tage) im Zeitraum 2006 bis 2016 anhand der DAX30-Titel.
Das Ziel der Arbeit ist es durch eine empirische Studie die Renditechancen von Stillhaltergeschäften aufzuzeigen. Hierzu werden die Handelsstrategien des Short Strangle und des Short Straddle untersucht. Als Basiswerte für die Berechnung werden die Kursverläufe der 30 DAX Unternehmen herangezogen. Um einen tieferen Einblick auf die Preisbildung der Optionen zu erhalten, werden die verschiedenen einwirkenden Parameter wie zum Beispiel verschiedene Laufzeiten der europäischen Optionen angenommen und simuliert. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Analyse der Rendite der simulierten Anlagestrategien. Abschließend soll zudem die Realisierbarkeit in der Praxis erörtert werden.
Nach der Einführung werden im zweiten Kapitel zunächst die bedeutendsten Arten von Optionsverträgen und deren Grundpositionen erläutert. Im dritten Abschnitt werden zuerst die mathematischen Grundlagen für die weitere Arbeit sowie für die Ermittlung der benötigten Parameter der Optionsbewertung geschaffen.Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf Kapitel 4, in dem die empirische Untersuchung enthalten ist. Hierzu wird zunächst der aktuelle Forschungsstand im Bereich der Optionsstrategien, insbesondere die der Stillhalterstrategien, aufgezeigt. Anschließend werden der Untersuchungsumfang und die Rahmenbedingungen definiert. Nach der Erläuterung des Untersuchungsaufbaus und –umfangs wird auf die Resultate und die Interpretation dieser eingegangen.
In der Schlussbetrachtung werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst sowie Rückschlüsse zur Realisierbarkeit der Strategien für private Investoren gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen von Optionen
2.1 Definition von Optionen
2.1.1 Optionstypologie
2.1.2 Arten von Optionen
2.1.3 Optionspositionen
2.1.3.1 Long–Option
2.1.3.2 Short Optionen
2.2 Motivation für Optionsgeschäfte
2.2.1 Spekulationsmotiv
2.2.2 Absicherungsmotiv
2.2.3 Ertragsmaximierung
2.3 Wert einer Option
2.4 Out of the money und in the money Optionen
2.5 Einflussfaktoren auf den Optionspreis
2.5.1 Kurs des Basiswertes
2.5.2 Volatilität
2.5.3 Laufzeit
2.5.4 Niveau des risikolosen Zinssatzes
2.5.5 Zukünftige Dividendenzahlung
2.6 Tradingstrategien mit Optionen
2.6.1 Short Straddle
2.6.2 Short Strangle
3. Mathematische Grundlagen
3.1 Renditemessung
3.2 Risikomessung
3.2.1 Historische Volatilität
3.2.2 Implizite Volatilität
3.3 Optionsbewertung
3.3.1 Black Scholes Modell
3.3.2 Kritische Würdigung des Black Scholes Modells
3.4 Optionshandel an der European Exchange
4 Empirische Studie
4.1 Aktueller Forschungsstand mit Optionsstrategien
4.2 Aufbau und Durchführung der empirischen Studie
4.2.1 Untersuchungsgegenstand
4.2.2 Untersuchungszeitraum und –gebiet
4.3 Empirische Studie zur Short Straddle Strategie
4.3.1 Auswertung des Short Straddle mit Restlaufzeit von 30 Tagen
4.3.2 Auswertung des Short Straddle mit Restlaufzeit von 180 Tagen
4.3.3 Auswertung des Short Straddle mit Restlaufzeit von 360 Tagen
4.3.4 Interpretation der Ergebnisse der Short Straddle Strategie
4.4 Empirische Studie zur Short Strangle Strategie
4.4.1 Auswertung des Short Strangle mit Laufzeit 30 Tagen
4.4.2 Auswertung des Short Strangle mit Laufzeit 180 Tagen
4.4.3 Auswertung des Short Strangle mit Laufzeit 360 Tagen
4.4.4 Strike Anpassung bei der Short Strangle Strategie
4.4.5 Interpretation der Ergebnisse der Short Strangle Strategie
4.5 Historische vs. Implizite Volatilität
5. Resümee der Studie
5.1 Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis
5.2 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht empirisch die Renditechancen der Stillhalter-Handelsstrategien "Short Straddle" und "Short Strangle" anhand der 30 DAX-Unternehmen, um deren Eignung als alternative Investitionslösung für private Anleger unter Berücksichtigung verschiedener Laufzeiten und Volatilitätsparameter zu bewerten.
- Analyse der Renditechancen von Short Straddle und Short Strangle Strategien.
- Simulation verschiedener Laufzeiten europäischer Optionen auf DAX-Basiswerte.
- Untersuchung der Auswirkungen von Volatilität auf die Preisbildung und Performance.
- Evaluierung der praktischen Realisierbarkeit für private Investoren inkl. Transaktionskosten.
- Vergleich zwischen historischer und impliziter Volatilität.
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Optionspositionen
Aus den vorher genannten vier Grundpositionen entwickelten sich in der Vergangenheit verschiedene Handelsstrategien. Den Grundpositionen liegen heutzutage verschiedene komplexe Finanzprodukte zu Grunde. Dadurch sind Optionsgeschäfte ein wichtiger Bestandteil der Finanzproduktentwicklung geworden, welche in der Praxis „Financial Engineering“ betitelt werden. Deshalb sind in den folgenden Abschnitten die Gewinn– und Verlustmöglichkeiten der Grundpositionen zu erörtern. Hierfür werden sogenannte Hockeystick Diagramme zur Erläuterung herangezogen. Der Begriff resultiert aus der Form, welche durch die drastische Veränderung der Steigung, positiv sowie negativ, der Geraden entsteht, die einem Hockeyschläger ähneln. Dabei stellen die Diagramme den Erfolg der Optionen am Fälligkeitstag in Interdependenz zum Aktienkurs des Underlyings dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Optionshandels ein und definiert die zentrale Fragestellung der empirischen Untersuchung zur Performance von Stillhalterstrategien.
2 Grundlagen von Optionen: In diesem Kapitel werden die Definition, Typologie, Funktionsweise sowie die grundlegenden Handelsstrategien und Einflussfaktoren von Optionen erläutert.
3. Mathematische Grundlagen: Dieses Kapitel behandelt die mathematische Herleitung der Renditemessung, Risikomessung mittels Volatilität sowie das Black Scholes Modell zur Optionsbewertung.
4 Empirische Studie: Das Hauptkapitel präsentiert die Durchführung und Ergebnisse der Untersuchung von Short Straddle und Short Strangle Strategien anhand von DAX-Aktien unter verschiedenen Parametern.
5. Resümee der Studie: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst, auf die praktische Umsetzbarkeit für Privatanleger eingegangen und ein Fazit zur Eignung der Strategien gezogen.
Schlüsselwörter
Optionen, Short Straddle, Short Strangle, DAX30, Volatilität, Stillhaltergeschäfte, Black Scholes Modell, Rendite, Risikomessung, Finanzderivate, Optionsprämie, Eurex, Margin, Termingeschäfte, Empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der empirischen Untersuchung von passiven Optionshandelsstrategien, namentlich dem Short Straddle und dem Short Strangle, im Kontext des deutschen Aktienmarktes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit beleuchtet die Grundlagen von Optionen, die mathematische Risikobewertung durch Volatilität, die Optionspreisbildung nach Black-Scholes und die empirische Performance-Analyse spezifischer Strategien.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und unter welchen Bedingungen die Handelsstrategien Short Straddle und Short Strangle auf Basis der 30 DAX-Werte für Anleger positive Erträge generieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Der Autor führt eine quantitative empirische Studie durch, bei der historische Kursverläufe der DAX-Unternehmen simuliert werden, um die Renditen der Strategien unter verschiedenen Laufzeiten und Parametern zu berechnen.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung der Optionsbewertung als auch die umfangreiche empirische Auswertung, die nach Laufzeiten und Strategietypen unterteilt ist.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Stillhaltergeschäfte, Volatilität, DAX30-Underlyings, Black-Scholes-Modell und Performance-Analyse.
Wie unterscheiden sich Short Straddle und Short Strangle in der Praxis?
Der Short Straddle nutzt Optionen mit gleichem Basispreis, während der Short Strangle Optionen mit unterschiedlichen Basispreisen verwendet, was ihn zu einer risikoaverseren Variante für den Anleger macht.
Welche Rolle spielt die Volatilität für die Ergebnisse der Strategien?
Die Volatilität ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren für den Optionspreis; die Studie zeigt, dass Phasen hoher Volatilität die Performance der Short-Strategien durch unvorhergesehene Kursschwankungen negativ beeinflussen können.
Warum spielt die Wahl der Laufzeit eine wichtige Rolle?
Die Ergebnisse zeigen, dass kürzere Laufzeiten (z.B. ein Kalendermonat) oft effizienter sind, da sie ein besseres Chancen-Risiko-Profil bieten als längere Laufzeiten, bei denen das Risiko unvorhersehbarer Marktbewegungen steigt.
Sind diese Strategien für Privatanleger realistisch umsetzbar?
Die Realisierbarkeit hängt stark von den Transaktionskosten ab; die Arbeit verdeutlicht, dass sich die Handelsstrategien in der Praxis nur bei einem günstigen Broker und ausreichenden Kontraktvolumina wirklich lohnen.
- Citar trabajo
- Steffen Scherer (Autor), 2017, Handelsstrategien mit Optionen. Empirische Untersuchung des Short Straddle und Strangle anhand der Blue-Chips des DAX30, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498777