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Systemisch-lösungsorientierte Arbeit in Familien mit bikulturellem Hintergrund

Titel: Systemisch-lösungsorientierte Arbeit in Familien mit bikulturellem Hintergrund

Diplomarbeit , 2005 , 114 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Doreen Wild (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dank der zunehmenden Globalisierung sind bikulturelle Partnerschaften und Familien keine Seltenheit mehr und werden in Zukunft immer häufiger zu finden sein. In dem aktuellsten und gerade erst Anfang diesen Jahres erschienenen Ratgeber: „Binational? Genial!“ wird sogar kühn folgendes darüber gesagt:„Binationale Partnerschaften sind die Beziehungsform von
morgen.“ Dabei spielt es erst einmal keine große Rolle, welche Nationen und Kulturen genau sich hier treffen. Da kann ein Chinese sich in eine Amerikanerin verlieben oder ein Däne trifft seine Traumfrau aus dem Kongo - egal!
Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich in diesen Konstellationen spezifische Problemfelder finden lassen, die aus einer fremden Religion, fremden Sprache, fremden Mimik, fremden Essgewohnheit, aus fremden Verständigungsregeln oder einem fremden Aussehen resultieren. Natürlich wird man sich im Laufe einer Partnerschaft näher kommen, vieles kennen lernen und plötzlich wird das Fremde vertraut sein. Doch bleibt immer die Schwierigkeit, ständig neu zu definieren, wo genau man steht und immer wieder etwas Unbekanntes treffen zu können und sich darauf einstellen zu müssen. So lebt man oft zwischen zwei Kulturen, mit verschiedenen Vorstellungen, Erwartungen, Erfahrungen, Denkmustern und Hintergründen, deren Annäherung doch schwer fällt und langsam passiert. Jedoch findet dieses komplexe Thema bis heute keine ausreichende Reflektion in der wissenschaftlichen sozialpädagogischen Literatur und es existiert kaum Material über spezielle Arbeitsansätze im expandierenden bikulturellen Bereich.
Beschreibungen sozialpädagogischer Arbeitsmethoden für den interkulturellen Kontext existieren größtenteils zum Thema Migration und ihre Auswirkungen und dort wird dann davon ausgegangen, dass die gesamte Familie eine gemeinsame Migrationsgeschichte erzählen kann. Bei bikulturellen Familien dürfte dies selten der Fall sein. Daher war es mir ein persönlich wichtiges Anliegen, speziell für diesen Adressatenkreis mit der vorliegenden Arbeit ein erhöhtes Verständnis durch einen umfassenden Einblick in die spezifischen Problemfelder zu ermöglichen und auf dessen Grundlage praktische Handlungsanleitungen für die Soziale Arbeit in bikulturellen Familien geben zu können. In Berlin wird bereits jede vierte Ehe zwischen einem ausländischen und einem deutschen Partner geschlossen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Reise nach Jerusalem beginnt

1.1. Erläuterungen der zentralen Begriffe

1.1.1. Definition des Familienbegriffs

1.1.2. Verschiedene Kulturen und was sich damit verbinden lässt

1.1.3. Therapeutische Elemente

1.1.4. Ambulante Familienhilfe

2. Kreative Ansätze in der sozialpädagogischen Praxis

2.1. Die systemische Betrachtungsweise der Welt

2.1.1. Die künstlich erzeugte Wirklichkeit

2.1.2. Konstruktionen verändern

2.1.3. Die Selbstreflexion stets im Hinterkopf

2.2. Lösungsorientierung leicht gemacht

2.2.1. Fokussierung der Ausnahmen und Wunder

2.2.2. Die Komplimente und der „Clou“

2.2.3. Möglichkeiten und Grenzen lösungsorientierter Techniken

3. Besondere Stolpersteine im bikulturellen Familienalltag

3.1. Die Zahlen und Fakten zum Thema binational

3.1.1. Binationale Ehen

3.1.2. Kinder aus binationalen Ehen

3.2. Rechtliche Hürden für das bikulturelle Zusammensein

3.2.1. Rechtliche Rahmenbedingungen bei einer binationalen Heirat

3.2.1.1. In Deutschland

3.2.1.2. In Dänemark

3.2.1.3. Im Heimatland des ausländischen Partners

3.2.2. Familiennachzug

3.2.3. Verdachtsmoment „Scheinehe“

3.2.4. Die rechtliche Abhängigkeit des ausländischen Partners

3.3. Die Einflussfaktoren Ethnozentrismus und Rassismus

3.3.1. Eine Annäherung an beide Begriffe

3.3.2. Rassistische Gedanken bei Freunden und in der Familie

3.3.3. Diskriminierende Haltungen der Umwelt

3.3.3.1. Arbeit finden, Geld verdienen – aber wie?

3.3.3.2. Auswirkungen der schwierigen Arbeitsmarktsituation auf die Familie

3.4. Gesagt, getan und warum manchmal einfach gar nichts passiert

3.4.1. Die Entstehung der Welt durch sprachliches Symbolisieren

3.4.2. Interkulturelle Kommunikationsprobleme aufgrund der Sprache

3.4.3. Nonverbale Kommunikation

3.5. Kulturelle Missverständnisse im Alltag

3.5.1. Kulturspezifische Rollenzuweisungen und Ehe- und Familienkonzepte

3.5.2. Kulturell bedingtes Zeiterleben

3.5.3. Unterschiedliche Konfliktbewältigungsstrategien

3.6. Kinder zwischen zwei Welten

3.6.1. Kollektivismus vs. Individualismus – zwei Gesellschaftsformen, die prägen

3.6.2. Auf der Suche nach den Wurzeln

4. Die Anlieferung des Methodenkoffers in heimischen Gefilden

4.1. Die sozialpädagogische Familienhilfe im bikulturellen Kontext

4.1.1. Verhandlungssache Hilfeform

4.1.2. Die Adressaten

4.1.3. Die Ziele der Arbeit

4.2. Systemische Methoden in der bikulturellen Praxis

4.2.1. Die Motivation der Familie zu Beginn

4.2.2. Die Sprache als Botschafter bzw. gemeinsamer Nenner

4.2.3. Die Familie als Kulturenexperte

4.2.4. Systemische Hypothesen sinnvoll eingesetzt

4.2.5. Zirkuläre Fragen führen weiter ins unbekannte Gebiet

4.2.6. Genogrammarbeit

4.2.7. Kulturgegenstände und Skulpturen machen sehend

4.2.8. Bewusstwerdung eigener Werte und Normen

4.3. Das Bild der Partner verändert sich

5. Die Ankunft auf unbekanntem Boden

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Diplomarbeit untersucht die Anwendung systemisch-lösungsorientierter Arbeitsmethoden in der sozialpädagogischen Familienhilfe für binationale bzw. bikulturelle Familien in Deutschland. Ziel ist es, spezifische Problemfelder dieser Familienkonstellationen aufzuzeigen und praxistaugliche Interventionsansätze zu entwickeln, die kulturelle Unterschiede und rechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigen.

  • Systemische Betrachtungsweise und lösungsorientierte Kurzzeittherapie
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Hürden für binationale Ehen
  • Einflussfaktoren wie Ethnozentrismus, Rassismus und kulturelle Missverständnisse
  • Kommunikationsprobleme im bikulturellen Kontext
  • Identitätsentwicklung bei Kindern in bikulturellen Familien

Auszug aus dem Buch

2.1. Die systemische Betrachtungsweise der Welt

Wir alle leben in Systemen, die sich in komplexer Weise organisieren und verändern. Jeder Einzelne kann nicht einzeln betrachtet werden, denn verändert sich seine Welt, in der er lebt, so verändert auch er sich. Damit jedoch nicht genug, denn das Ganze funktioniert wechselseitig. Verändert sich also der Einzelne selbst, so wird sich auch die Welt bzw. das System um ihn herum verändern.

„Menschen bilden mit Anderen größere Systeme, z.B. Paare, Familien, Nachbarschaft, Vereine, Institutionen, Staaten, Völkergemeinschaften. Jedes umschriebene System ist immer Bestandteil mehrerer noch größerer Systeme, die in Wechselwirkung mit einander treten und Auswirkungen auf einander haben.“

Es wäre also in der praktischen Arbeit in einer Familie unter dieser Betrachtungsweise sinnvoll, diese als Ganzes zu begreifen und zu betrachten. Auf einzelne Familienmitglieder wird man sich zwangsläufig zeitweise konzentrieren, doch der Blick auf das System im kleinen Rahmen sollte dabei nicht aus den Augen verloren werden.

Würde man den systemischen Gedanken frei weiter verfolgen, so findet man sich schlussendlich in einer Sackgasse wieder, denn wo genau beginnen eigentlich Systeme und wo enden sie? Übers Makrosystem mit Umwegen übers Mesosystem hin zum Mikrosystem, ja sogar bis zum Zellsystem?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Reise nach Jerusalem beginnt: Einleitung in die Thematik bikultureller Familien, Definition zentraler Begriffe und Vorstellung des therapeutischen Arbeitsansatzes sowie des Settings der ambulanten Familienhilfe.

2. Kreative Ansätze in der sozialpädagogischen Praxis: Detaillierte Darstellung des systemischen und lösungsorientierten Modells, deren Übertragbarkeit auf die soziale Arbeit sowie methodische Besonderheiten wie die Wunderfrage und Skalierung.

3. Besondere Stolpersteine im bikulturellen Familienalltag: Umfassende Analyse von Herausforderungen wie rechtlichen Hürden, Diskriminierungserfahrungen, kulturellen Differenzen im Zeit- und Rollenverständnis sowie die Identitätsfindung der Kinder.

4. Die Anlieferung des Methodenkoffers in heimischen Gefilden: Konkrete Implementierung systemischer Methoden (Genogramm, Skulpturarbeit) in die sozialpädagogische Familienhilfe unter Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse bikultureller Klienten.

5. Die Ankunft auf unbekanntem Boden: Fazit und Ausblick auf die Notwendigkeit, Deutschland als Zuwanderungsland durch angepasste soziale Angebote zu gestalten.

Schlüsselwörter

Sozialpädagogische Familienhilfe, bikulturelle Familien, Systemische Arbeit, Lösungsorientierung, Migration, Binationale Partnerschaften, Interkulturelle Kommunikation, Rassismus, Ethnozentrismus, Identitätsfindung, Familienrecht, Aufenthaltsgesetz, Genogrammarbeit, Kulturspezifische Rollen, Sozialarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der sozialpädagogischen Unterstützung für binationale und bikulturelle Familien, indem sie systemisch-lösungsorientierte Methoden auf deren spezifische Lebenslagen anwendet.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernpunkten gehören rechtliche Aspekte bei Eheschließungen, Rassismus und Ethnozentrismus im Alltag, kulturelle Kommunikationsprobleme sowie die Identitätsentwicklung von Kindern aus binationalen Partnerschaften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel besteht darin, sozialpädagogischen Fachkräften ein besseres Verständnis für die Problemfelder bikultureller Familien zu vermitteln und konkrete Handlungsanleitungen für die praktische Arbeit bereitzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin nutzt den systemisch-lösungsorientierten Ansatz, kombiniert mit einer theoretischen Analyse von Fachliteratur und Einblicken in die soziologische und psychologische Perspektive auf Migration.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Stolpersteine wie rechtliche Unsicherheiten, Alltagsdiskriminierung und interkulturelle Missverständnisse sowie den praktischen Einsatz von Methoden wie der Wunderfrage und Genogrammarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind soziale Familienhilfe, bikulturelle Identität, systemische Beratung, interkulturelle Kompetenz und binationale Ehen.

Warum spielt die rechtliche Situation in der Arbeit eine so große Rolle?

Weil die rechtliche Abhängigkeit des ausländischen Partners vom Aufenthaltsstatus die gesamte Familiendynamik beeinflusst und ein wesentlicher Stressfaktor für das Zusammenleben ist.

Was macht den Einsatz von Genogrammen in diesem Kontext besonders wertvoll?

Genogramme visualisieren komplexe familiäre Strukturen und Herkunftskontexte, was besonders bei Sprachbarrieren hilft und die Ressourcen und Identitätsfragen der betroffenen Familie greifbar macht.

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Systemisch-lösungsorientierte Arbeit in Familien mit bikulturellem Hintergrund
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Veranstaltung
Moderne Methoden in der Psychotherapeutischen Sozialarbeit
Note
1,0
Autor
Doreen Wild (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
114
Katalognummer
V49882
ISBN (eBook)
9783638462259
ISBN (Buch)
9783656476962
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Systemisch-lösungsorientierte Arbeit Familien Hintergrund Moderne Methoden Psychotherapeutischen Sozialarbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Doreen Wild (Autor:in), 2005, Systemisch-lösungsorientierte Arbeit in Familien mit bikulturellem Hintergrund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49882
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  114  Seiten
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