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Instrumentalisierung von Infrastrukturprojekten

Wie China mit Hilfe der "Belt and Road Initiative" seine wirtschaftlichen und politischen Ziele erreichen will

Titel: Instrumentalisierung von Infrastrukturprojekten

Seminararbeit , 2019 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Tim Bisch (Autor:in)

Politik - Region: Südasien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Volksrepublik China (VRC) verfolgt bereits seit vielen Jahren eine Strategie, die darauf beruht, in die Infrastruktur anderer Staaten zu investieren, um Gegenleistungen zu erhalten, die die Volksrepublik unterstützen, ihre politischen und wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Das chinesische Entwicklungshilfekonzept für Afrika, das zu einem großen zum Teil auf dieser Strategie aufgebaut ist, kann als Beispiel dafür genannt werden.

Die von der Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) initiierte "Belt and Road Initiative" (BRI) kann ebenso aus diesem Blickwinkel betrachtet werden, auch wenn China bemüht ist, die Initiative als "Win-Win-Projekt" darzustellen, das für alle beteiligten Staaten eine Vielzahl an Vorteilen mit sich bringt. Dies soll auch ein offizieller "Aktionsplan" ausdrücken, der gemeinsam von der chinesischen Nationalen Kommission für Entwicklung und Reform sowie von den chinesischen Handels- und Außenministerien (2015) vorgestellt wurde. Eine andere Bezeichnung für die BRI lautet "Neue Seidenstraße" bzw. die englische Übersetzung davon "New Silk Road". Dieser Name soll an die antike Seidenstraße erinnern, die vor 2000 Jahren Asien und Europa über ein Netz von vielen verschiedenen Handelswegen verband.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es darzustellen, wie die Volksrepublik China mithilfe der Belt and Road Initiative ihre politischen und wirtschaftlichen Ziele umzusetzen gedenkt. Dafür ist die Arbeit wie folgt gegliedert: Zunächst wird das Projekt selbst vorgestellt. Hierbei liegt der Fokus zuerst auf den der Initiative zugrunde liegenden Kernprinzipien und den offiziellen Zielen der Neuen Seidenstraße. Danach wird der geographische Verlauf der verschiedenen Routen dargestellt und auf den strategischen Hintergrund dieser eingegangen. Zudem werden die verschiedenen Finanzierungsquellen vorgestellt. Im anschließenden Kapitel 3 wird aufgezeigt, wie die chinesische Führung die BRI verwendet, um ihre ökonomischen sowie innen- und außenpolitischen Ziele zu erreichen. Abschließend wird die Initiative als zielführendes Instrument bewertet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Belt and Road Initiative (BRI)

2.1 Kernprinzipien und Ziele der Initiative

2.2 Strategischer Hintergrund des geografischen Verlaufs der BRI

2.3 Finanzierung

3. BRI als Instrument zur Erreichung chinesischer nationaler Ambitionen

3.1 Anhaltendes Wirtschaftswachstum

3.2 Ökonomische Harmonisierung Westchinas

3.3 Außenpolitischer Einfluss

3.4 Errichtung von Abhängigkeiten

3.5 Absicherung der maritimen Handelswege

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Instrumentalisierung der „Belt and Road Initiative“ (BRI) durch die Volksrepublik China, um ökonomische und machtpolitische nationale Interessen durchzusetzen und sich als Führungsmacht zu etablieren.

  • Analyse der offiziellen Kernprinzipien im Vergleich zu realpolitischen Motiven.
  • Untersuchung der Finanzierungsstrategien und deren Auswirkungen auf beteiligte Staaten.
  • Bewertung des Einflusses der BRI auf das chinesische Wirtschaftswachstum und den Abbau von Überkapazitäten.
  • Erörterung der Instrumentalisierung zur Ausweitung des außenpolitischen Einflusses in Europa und Südostasien.
  • Kritische Beleuchtung der Entstehung von Abhängigkeitsverhältnissen durch Infrastrukturprojekte.

Auszug aus dem Buch

3.4 Errichtung von Abhängigkeiten

China sieht sich der Kritik ausgesetzt, gezielt Länder durch Überschuldung wirtschaftlich abgängig zu machen. Dabei erhalten Staaten wie Pakistan, Kirgistan, Laos oder Montenegro – also in der Regel Staaten mit schlechter Kreditwürdigkeit – Kredite von chinesischen Staatsbanken, die zum einen an die Bedingung geknüpft sind, chinesische Bauunternehmen mit den durchzuführenden Projekten zu beauftragen und zum anderen oftmals eine kurze Laufzeit besitzen. Die Zinsraten dieser Kredite sind zudem vergleichsweise hoch, da damit das Ausfallrisiko ausgeglichen werden soll. Als Sicherheit gegen einen Zahlungsausfall sichert sich China dabei ein Pfandrecht auf das Infrastrukturobjekt oder – wie im Falle des „Angola Modes“ – Rückzahlungen in Form von Rohstoffen zu (Becker et al. 2018; Müller 2018).

Ein verdeutlichendes Beispiel zeigt der Fall des Hafens von Hambantota in Sri Lanka. Der moderne Tiefseehafen wurde durch chinesische Darlehen in Höhe von sechs Milliarden US-Dollar. finanziert und von einem chinesischen Bauunternehmen errichtet. Da die Region an der Südküste Sri Lankas wirtschaftlich schwach ist, war der Hafen nach seiner Fertigstellung, genauso wie der dortige Flughafen, nicht ausgelastet und erwirtschaftete Verluste. Nachdem dann die Regierung in Colombo aufgrund der hohen Kredite in Zahlungsschwierigkeiten gekommen war und die Schulden bei den chinesischen Staatsbanken nicht mehr bedienen konnte, war sie gezwungen, die Pachtrechte des neu errichteten Hafens mitsamt des angrenzenden Industriegebietes für 99 Jahre an das chinesische Unternehmen China Merchants Port Holdings zu übertragen. Im Gegenzug wurden Sri Lanka Schulden in Höhe von 1,12 Milliarden US-Dollar erlassen (Becker et al. 2018; von Wallwitz 2018; Pabst 2017).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Strategie der Volksrepublik China ein, durch Infrastrukturinvestitionen weltweit politische und ökonomische Ziele zu verfolgen und verortet die „Belt and Road Initiative“ (BRI) in diesem Kontext.

2. Belt and Road Initiative (BRI): Dieses Kapitel erläutert die Entstehung, die offiziellen Kernprinzipien, den geografischen Verlauf sowie die Finanzierungsstrukturen der Initiative.

3. BRI als Instrument zur Erreichung chinesischer nationaler Ambitionen: Der Hauptteil analysiert, wie China die Initiative konkret nutzt, um Wirtschaftswachstum zu sichern, Regionen zu harmonisieren, politischen Einfluss auszuüben, Abhängigkeiten zu schaffen und Handelswege abzusichern.

4. Fazit: Das Fazit bewertet die BRI als machtpolitisches Instrument, das trotz der offiziellen „Win-Win“-Rhetorik primär den nationalen Interessen Chinas dient und kritisch zu betrachten ist.

Schlüsselwörter

Belt and Road Initiative, China, Neue Seidenstraße, Infrastrukturpolitik, Wirtschaftswachstum, Außenpolitik, Abhängigkeiten, Finanzierung, geopolitische Interessen, maritime Seidenstraße, Überkapazitäten, Energiepolitik, Machtposition, Handelswege, Südchinesisches Meer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der „Belt and Road Initiative“ der Volksrepublik China und der Frage, inwiefern diese als Instrument zur Erreichung chinesischer nationaler wirtschaftlicher und politischer Ziele instrumentalisiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die offiziellen Ziele versus die tatsächlichen Interessen Pekings, die Finanzierungsmodelle für Großprojekte, der Abbau chinesischer Überkapazitäten und die geopolitische Absicherung globaler Handelswege.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit der Arbeit?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der offiziellen Darstellung der BRI als kooperatives „Win-Win-Projekt“ und der faktischen Nutzung als Machtinstrument aufzuzeigen und zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung aktueller Entwicklungen im Kontext der chinesischen Außen- und Wirtschaftspolitik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Wirtschaftswachstumsstrategien, die Binnenentwicklung Westchinas, den Ausbau von außenpolitischem Einfluss, die Mechanismen von Schuldenfallen und die Sicherung der maritimen Handelswege.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Belt and Road Initiative“, „Instrumentalisierung“, „Schuldenfalle“, „Geopolitik“ und „Wirtschaftsharmonisierung“ geprägt.

Wie trägt die BRI zur Lösung des Überkapazitätsproblems in China bei?

Durch die Realisierung von Infrastrukturprojekten im Ausland können chinesische Unternehmen ihre Kapazitäten in den Bereichen Stahl, Zement und Aluminium auslasten, was die Regierung entlastet, ohne im Inland massenhaft Stellen abbauen zu müssen.

Welche Rolle spielt der Fall des Hafens von Hambantota in Sri Lanka in der Arbeit?

Dieser Fall dient als konkretes, verdeutlichendes Beispiel für die Entstehung von wirtschaftlichen Abhängigkeiten durch hohe Kredite, die zur Übertragung von Pachtrechten an China führen, wenn die Rückzahlung nicht geleistet werden kann.

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Details

Titel
Instrumentalisierung von Infrastrukturprojekten
Untertitel
Wie China mit Hilfe der "Belt and Road Initiative" seine wirtschaftlichen und politischen Ziele erreichen will
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,7
Autor
Tim Bisch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V498840
ISBN (eBook)
9783346056030
ISBN (Buch)
9783346056047
Sprache
Deutsch
Schlagworte
instrumentalisierung infrastrukturprojekten china hilfe belt road initiative ziele
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tim Bisch (Autor:in), 2019, Instrumentalisierung von Infrastrukturprojekten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498840
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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