In dieser Arbeit wurden 3 Theorien zu der Thematik Beratung und Gesundheitsförderung im Zusammenhang mit der Pflegetheorie von Orem untersucht. Hierbei wurde der Versuch unternommen, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und infolgedessen eine Symbose zu konstruieren.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 METATHEORETISCHER ENTWURF DER GESUNDHEITSFÖRDERNDEN BERATUNG
3 WELCHES VERSTÄNDNIS VERBIRGT SICH HINTER DER BEGRIFFLICHKEIT GESUNDHEIT FÖRDERN / GESUNDHEITSFÖRDERUNG
4 BERATUNG - BERATERIN
5 DIE PARADIGMEN PATHOGENESE UND SALUTOGENESE
5.1 PATHOGENESE ALS BESTIMMUNGSFAKTOR FÜR WISSENSCHAFTLICHE PARADIGMEN?
5.2 SALUTOGENSE MEHR ALS NUR DICHOTOMIE VON GESUNDHEIT UND KRANKHEIT
6 „ICH FÜHL MICH GESUND – BIN ICH DESHALB GESUND? DETERMINANTEN DER GESUNDHEIT
6.1 GESUNDHEITSFÖRDERUNG IN DER NANDA TAXONOMIE II
7 GESUNDHEITSFÖRDERUNG AM ANSATZ DER GESUNDHEITSAUFKLÄRUNG
7.1 BERATUNG IM KONTEXT DES MODELLS DER STADIEN DER VERÄNDERUNG (STAGES OF MODEL) VON PROCHASKA UND DICLEMENT
8 DIE SELBSTPFLEGEDEFIZIT-THEORIE VON OREM
8.1 THEORIE DER SELBSTPFLEGE
8.1.1 Entwicklungsbedingte Selbstpflegeerfordernisse
8.1.2 Allgemeine Selbstpflegeerfordernisse
8.1.3 Gesundheitsbedingte Selbstpflegeerfordernisse
9 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Bedeutung der gesundheitsfördernden Beratung unter Einbeziehung pflegewissenschaftlicher Theorien zu erörtern. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Beratung professionell gestaltet werden kann, um Ressourcen von Klienten zu stärken und sie bei der individuellen Bewältigung von gesundheitlichen Anforderungen zu unterstützen.
- Grundlagen der Gesundheitsförderung und Abgrenzung von Prävention
- Vergleich der Paradigmen Pathogenese und Salutogenese
- Analyse gesundheitlicher Determinanten und deren pflegerische Relevanz
- Anwendung des Modells der Stadien der Veränderung nach Prochaska und DiClement
- Implementierung der Selbstpflege- und Selbstpflegedefizit-Theorie nach Dorothea Orem
Auszug aus dem Buch
Die Paradigmen Pathogenese und Salutogenese
Geht es darum, Gesundheit und Krankheit zu erklären, gibt es eine Vielzahl von Ansätzen. Sie entstammen je nach Erklärungsversuch, einer bestimmten wissenschaftlichen Richtung, wie beispielsweise der Psychologie, Soziologie, Medizin, oder Pflege. Die Bewertung erfolgt auf den „...normativen Urteilen...welche von Fachpersonen und der Gesellschaft bezüglich physischer, psychischer und sozialer Erscheinungen gefällt werden.“
Innerhalb der Professionen unterteilen sich die Erklärungsmethoden nochmals, so dass es zu einer Theorienpluralität kommt. Es wird deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, das im Folgendem, weder eine Bewertung noch eine Vollständigkeit der angeführten Modelle angestrebt wird. Es werden die zwei Ansätze Pathogenese und Salutogenese in einer kurzen wissenschaftlichen Darstellung, als Bezugspunkt für spätere Erläuterungen, darlegt. Sie verstehen sich als Basis im beruflichen Handeln. Es sind Abstraktionen, die keine konkreten Handlungsanweisungen geben, sondern vielmehr eine Grundposition deutlich machen.
Während der Pathogenese Ansatz beispielsweise danach fragt: „Warum erkranken Konsumenten von Cannabis teilweise an einer Psychose?“, widmet sich der Salutogenese Ansatz der Frage: „Warum bleiben Konsumenten von Cannabis trotz der bekannten Zusammenhänge gesund?“. Dieses Beispiel kann auf eine beliebige Anzahl von risikohaftenden Verhalten bzw. umweltschädigender Faktoren (Rauchen, Viren, Ernährung, Bewegung, Soziales etc.) erweitert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Motivation und die Fragestellung der Arbeit vor dem Hintergrund der psychiatrischen Pflege und der Notwendigkeit einer individuellen, gesundheitsfördernden Beratung.
2 METATHEORETISCHER ENTWURF DER GESUNDHEITSFÖRDERNDEN BERATUNG: Dieses Kapitel etabliert das integrative Supervisionsmodell als Bezugsebene für den Beratungsprozess und ordnet die weiteren Theorien in eine systematische Struktur ein.
3 WELCHES VERSTÄNDNIS VERBIRGT SICH HINTER DER BEGRIFFLICHKEIT GESUNDHEIT FÖRDERN / GESUNDHEITSFÖRDERUNG: Hier wird die historische Entwicklung der Gesundheitsförderung nachgezeichnet und eine Begriffsbestimmung vorgenommen, die den Menschen als aktiven Akteur in den Mittelpunkt stellt.
4 BERATUNG - BERATERIN: Das Kapitel definiert den Beratungsbegriff als Wissens- und Erfahrungsvermittlung und beschreibt die Rolle der Beraterin.
5 DIE PARADIGMEN PATHOGENESE UND SALUTOGENESE: Es erfolgt eine Gegenüberstellung des klassischen pathogenetischen Modells mit dem salutogenetischen Konzept von Antonovsky, wobei letzteres den Fokus auf die Entstehung von Gesundheit legt.
6 „ICH FÜHL MICH GESUND – BIN ICH DESHALB GESUND? DETERMINANTEN DER GESUNDHEIT: Dieses Kapitel identifiziert diverse Einflussfaktoren auf die Gesundheit und verknüpft diese mit pflegerischen Interventionen und der NANDA Taxonomie II.
7 GESUNDHEITSFÖRDERUNG AM ANSATZ DER GESUNDHEITSAUFKLÄRUNG: Hier wird der nondirektive Ansatz der Gesundheitsaufklärung erläutert und das Modell der Stadien der Veränderung nach Prochaska und DiClement zur praktischen Umsetzung vorgestellt.
8 DIE SELBSTPFLEGEDEFIZIT-THEORIE VON OREM: Die Theorie von Dorothea Orem wird als pflegewissenschaftliche Grundlage präsentiert, die den Menschen als selbstpflegende Person betrachtet und bei Defiziten den professionellen Pflegebedarf definiert.
9 ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung führt die vier vorgestellten Konzepte in einer Synthese zusammen und verdeutlicht das Zusammenwirken von Salutogenese, Determinanten, Stadien der Veränderung und Selbstpflegetheorie.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Beratung, Pflege, Selbstpflegedefizit-Theorie, Orem, Salutogenese, Pathogenese, Kohärenzgefühl, Gesundheitsdeterminanten, NANDA, Stadien der Veränderung, Prochaska, DiClement, Ressourcen, Pflegewissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der gesundheitsfördernden Beratung aus pflegewissenschaftlicher Perspektive unter Einbindung systemischer und entwicklungspsychologischer Theorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Konzepte der Salutogenese, des Modells der Stadien der Veränderung, der Gesundheitsdeterminanten sowie der Selbstpflegedefizit-Theorie nach Dorothea Orem.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein theoretisches Fundament für gesundheitsfördernde Pflegeberatung zu legen, das es der Beraterin ermöglicht, Klienten bei der Stärkung ihrer Ressourcen systematisch zu unterstützen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Synthese bestehender Konzepte und Modelle (Salutogenese, TTM, NANDA Taxonomie II, Orem), um ein integriertes Handlungsmodell für die Pflegeberatung zu entwickeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Salutogenese, Determinanten) und die praxisorientierten Konzepte der Beratung (Stadien der Veränderung und Selbstpflegetheorie).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gesundheitsförderung, Beratung, Orem'sche Pflegetheorie, Salutogenese und Empowerment charakterisiert.
Wie integriert die Arbeit das Modell der Stadien der Veränderung?
Das Modell wird als methodisches Werkzeug genutzt, um den jeweiligen Stand der Veränderungsbereitschaft eines Klienten zu erfassen und darauf aufbauend passende Interventionen zu planen.
Welche Rolle spielt die Selbstpflegedefizit-Theorie von Orem?
Sie dient dazu, den Pflegebedarf der Person präzise zu definieren und ist die Grundlage für das Ziel, die Selbstpflegekompetenz der Klienten zu erhöhen.
Warum wird das Flugzeug-Gleichnis verwendet?
Das Gleichnis dient als Metapher für die Beraterin, die wie eine Pilotin die verschiedenen "Anzeigen" (Gesundheitsdeterminanten) überwachen und die richtigen "Hebel" (Beratungsmethoden) bedienen muss, um den Kurs zur Gesundheit zu halten.
Welche Bedeutung hat das Kohärenzgefühl in diesem Kontext?
Es fungiert als zentraler Faktor der Salutogenese, der darüber entscheidet, wie ein Mensch Herausforderungen wahrnimmt und welche Widerstandsressourcen er zur Stressbewältigung mobilisieren kann.
- Quote paper
- Diplom Pflegewirt FH Peter Ullmann (Author), 2005, Die Bedeutung der gesundheitsfördernden Beratung unter Bezugnahme der Selbstpflege- und Selbstpflegedefizit-Theorie von Dorothea Orem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49885