Im Folgenden wird es um den Roman "L‘ Assommoir" von Émile Zola aus dem Jahre 1877 gehen, anhand dessen eine exemplarische Darstellung des Naturalismus und des naturalistischen Romans erfolgen soll.
L’Assommoir ist der siebte Band des zwanzigbändigen Romanzyklus „Les Rougon-Macquart. Histoire naturelle et sociale d’une famille sous le Second Empire“ und brachte Zola als Schriftsteller großen Ruhm. Bereits der Untertitel „Histoire naturelle et sociale d’une famille sous le Second Empire“ des Romanzyklus macht deutlich, dass Zola mit diesem Werk eine wissenschaftliche Intention verfolgte, denn indem Zola das Schicksal der Familien Rougon, Macquart und Mouret über fünf Generationen hinweg beschreibt und beobachtet, um so die Auswirkungen der Milieus auf das menschliche Leben darzustellen, schafft er ein breitgefächertes Bild der verschiedenen Schichten und Berufsgruppen des Zweiten Kaiserreiches mit einer naturgetreuen Wirklichkeit. Mit der Rougon-Macquart Reihe wollte Zola die gesamte zeitgenössische Gesellschaft erfassen, indem die einzelnen Familienmitglieder der fünf Generationen nicht einfach alltägliche Menschen darstellen sollten, sondern vielmehr aufgrund ihrer Verankerung im zeitgenössischen Milieu typenhaft die gesamte Gesellschaft versinnbildlichen sollten.
Mit dem siebten Band aus dieser genannten Reihe, L’Assommoir von 1877, schaffte Zola einen ersten Roman, der ganz im proletarischen Elendsviertel spielte und somit in die unterste Schicht der Pariser einführte. Mit L’Assommoir, durch den Zola berühmt wurde, war Zola der erste Schriftsteller, der die Existenz der Arbeiterschaft als eine Klasse in den Griff bekommen hatte, was wohl allein durch die zum Naturalismus vorangetriebene Weltauffassung möglich gewesen war. Aufgrund dessen soll in der vorliegenden Arbeit auch folgender Fragestellung nachgegangen werden, nämlich inwieweit es sich bei dem Roman L’Assommoir um einen naturalistischen Roman handelt, wie sich das äußert und welche Intention Zola mit der naturalistischen Darstellung verfolgte.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Émile Zola und der Naturalismus
II.1 Émile Zola – Eine Biographie
II.2 Der Naturalismus als Epoche
II.2.1 Der naturalistische Roman bei Zola
III. Der Roman L‘ Assommoir
III.1 Der Inhalt des Romans L‘ Assommoir
III.2 Naturalistische Züge im Roman L‘ Assommoir – eine exemplarische Darstellung
IV. Émile Zolas Intention der naturalistischen Darstellung in L‘ Assommoir
V. Fazit
VI. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman L’Assommoir von Émile Zola, um eine exemplarische Darstellung des Naturalismus zu leisten. Dabei wird analysiert, inwieweit das Werk als naturalistischer Roman klassifiziert werden kann, welche ästhetischen und inhaltlichen Merkmale dieser Strömung in Zolas Darstellung dominieren und welche sozialen sowie pädagogischen Intentionen der Autor mit seiner Milieustudie im 19. Jahrhundert verfolgte.
- Biographische Einordnung von Émile Zola
- Grundlagen des Naturalismus als Epoche
- Merkmale und Methodik des naturalistischen Romans
- Analyse von Milieubeschreibung und Sozialkritik in L’Assommoir
- Zolas Intentionen einer moralisch engagierten Literatur
Auszug aus dem Buch
Naturalistische Züge im Roman L‘ Assommoir – eine exemplarische Darstellung
„Quand Gervaise s’éveilla, vers cinq heures, raidie, les reins brisés, elle éclata en sanglots. Lantier n’était pas rentré. Pour la première fois, il découchait. Elle resta assise au bord du lit, sous le lambeau de perse déteinte qui tombait de la fléche attachée au plafond par une ficelle. Et, lentement, de ses yeux voilés des larmes, elle faisait le tour de la misérable chambre garnie, meublée d’une commode de noyer dont un tiroir manquait, de trois chaises de paille et d’une petite table graisseuse, sur laquelle traînait un pot à eau ébréché. […] un vieux chapeau d’homme tout au fond, enfoui sous des chemises et des chaussettes sales; tandis que, le long des murs, sur le dossier des meubles, pendaient un châle troué, un pantalon mangé par la boue, les dernières nippes dont les marchands d’habits ne voulaient pas.“
An diesem exemplarischen Zitat konnte deutlich werden, welche Empfindungen Gervaise hat, dass sie sich um Lantier sorgt, dass sie traurig ist und geweint hat. Aber auch die Wohn- und Lebensumstände, in denen Gervaise lebt, werden hinreichend von Zola beschrieben, sodass vor dem inneren Auge des Lesers ein klares Bild von der ärmlichen Wohnung entstehen kann. Des Weiteren konnte bereits erkannt werden, dass es Zola, dem naturalistischen Roman entsprechend, nicht um eine fiktive Geschichte und Welt geht, sondern vielmehr um eine Geschichte, die die vorherrschenden realen Fakten abbildet.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk L’Assommoir ein und formuliert die Fragestellung nach der naturalistischen Ausgestaltung und der Intention Zolas.
II. Émile Zola und der Naturalismus: Dieses Kapitel behandelt die Biographie des Autors, die historische Einordnung der Epoche des Naturalismus und definiert die theoretischen Kriterien des naturalistischen Romans.
III. Der Roman L‘ Assommoir: Neben einer Inhaltsangabe des Romans erfolgt hier eine Untersuchung, wie der Text durch Milieuschilderungen und Sprache die naturalistische Ästhetik umsetzt.
IV. Émile Zolas Intention der naturalistischen Darstellung in L‘ Assommoir: Hier wird dargelegt, dass Zola durch seine sozialkritische Darstellung moralische und soziale Missstände anprangern wollte.
V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass L’Assommoir als Initialzündung für Zolas Erfolg und als Musterbeispiel des Naturalismus gelten kann.
VI. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der im Seminar verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Émile Zola, L’Assommoir, Naturalismus, Realismus, Proletariat, Milieustudie, Romanzyklus, Les Rougon-Macquart, Sozialkritik, Literatur des 19. Jahrhunderts, Experiment, Determination, Pariser Arbeiterviertel, Gesellschaftsdarstellung, Determinismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den 1877 erschienenen Roman L’Assommoir von Émile Zola, um diesen als Paradebeispiel für die literarische Strömung des Naturalismus zu analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Milieubeschreibung des Pariser Proletariats, die Anwendung wissenschaftlicher Methoden in der Literatur und das Streben nach einer objektiven Abbildung sozialer Realitäten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Roman L’Assommoir naturalistische Kriterien erfüllt, wie sich diese im Text äußern und welche Intentionen Zola mit seiner Darstellung verfolgte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman auf spezifische naturalistische Merkmale hin prüft und diese anhand von Zolas theoretischen Schriften sowie biographischem Kontext kontextualisiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung, eine Definition des Naturalismus, eine Inhaltsangabe und eine exemplarische Untersuchung naturalistischer Stilmittel im Roman, gefolgt von einer Analyse der Absichten des Autors.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Naturalismus, Soziale Frage, Proletariat, Milieubeschreibung, Determinismus und Sozialkritik charakterisieren.
Warum spielt die Kneipe im Roman eine so große Rolle?
Die Kneipe symbolisiert das zerstörerische Milieu, in dem die Figuren verkommen, und dient Zola als Ort der naturalistischen Milieustudie, um das Elend und den moralischen Zerfall greifbar zu machen.
Was verstand Zola unter dem „Experimentalroman“?
Zola betrachtete den Roman als ein kontrolliertes Experiment, bei dem Charaktere unter Einfluss ihres Milieus und ihrer sozialen Herkunft beobachtet werden, um physiologische und soziologische Gesetzmäßigkeiten nachzuweisen.
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- Anonym (Autor), 2016, Eine exemplarische Darstellung des Naturalismus anhand des Romans "L’Assommoir" von Émile Zola, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498901