Diese Arbeit versucht die verschiedenen Perspektiven einer möglichen einheitlichen elektronischen Finanzberichterstattung aufzunehmen.
Von der Seite des Bundesanzeigers werden täglich über einhunderttausend Finanzberichte abgerufen sowie weitere Informationen. Die Einreichung der Finanzberichte durch die Unternehmen im Bundesanzeiger kann in einer Vielzahl verschiedener elektronischer Format erfolgen. Die damit einhergehende Heterogenität der zulässigen Berichtsformate erschwert den Empfängern eine technische Auswertung der Inhalte von Finanzberichten. Auch ergeben sich für die Ersteller von Finanzberichten verschiedene Hürden.
Dabei wird unter anderem der Frage nachgegangen, welchen Nutzen eine einheitliche elektronische Berichterstattung stiften kann. Als theoretisches Grundgerüst wird die Transaktionskostentheorie genutzt. Im Fokus dieser Arbeit steht das Berichtsformat extensible Business Reporting Language kurz XBRL. Dieses Berichtsformat wird bereits national sowie international für die Vereinheitlichung von Berichterstattung verwendet. Den Fragestellungen dieser Arbeit wird mittels Experteninterviews nachgegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Untersuchungsgegenstand
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen aktueller Finanzberichterstattung
2.1 Begriff und Arten der Finanzberichterstattung
2.1.1 Rechnungslegungsvorschriften
2.1.2 Funktionen und Inhalte
2.1.3 Bereitstellung von Finanzberichten
2.2 Gegenwärtige nationale Ausprägung
2.2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2.2 Elektronische Finanzberichterstattung
2.3 Erklärungsansätze der Finanzberichterstattung
2.3.1 Neue Institutionenökonomie
2.3.2 Transaktionskostentheorie
2.3.3 Finanzberichterstattung aus Sicht der Transaktionskostentheorie
3. Konzeption und Methodik
3.1 Untersuchungsgeleitende Fragestellungen
3.1.1 Forschungsstand Theorie
3.1.2 Forschungsstand Empirie
3.1.3 Forschungsdefizit
3.2 Forschungsdesign
3.2.1 Grundposition
3.2.2 Forschungsziele
3.2.3 Forschungsmethode
3.3 Operationalisierung des Forschungsvorhabens
3.3.1 Erhebungsform
3.3.2 Interviewform
3.3.3 Gesprächsvorbereitung
3.4 Durchführung des Forschungsvorhabens
3.4.1 Gesprächsdurchführung
3.4.2 Gesprächsnachbereitung
3.4.3 Auswertungsmethode
4. Evaluierung der Forschungsergebnisse
4.1 Interpretation und Generalisierbarkeit
4.1.1 Theoretischer Bezugsrahmen
4.1.2 Methodische Herangehensweise
4.1.3 Stichprobe
4.2 Forschungsergebnisse
4.2.1 Sichtweise der Ersteller von Finanzberichten
4.2.1.1 Vorbedingungen
4.2.1.2 Charakteristiken
4.2.1.3 Auswirkungen
4.2.2 Sichtweise der Empfänger von Finanzberichten
4.2.2.1 Vorbedingungen
4.2.2.1 Charakteristiken
4.2.2.3 Auswirkungen
4.2.3 Interessenspositionen
4.2.3.1 Prüfungs- und Beratungsunternehmen
4.2.3.2 Softwarehersteller
4.2.3.3 Forschung
4.2.3.4 Gesetzgeber
4.2.3.5 Banken
4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.3.1 Vorbedingungen des E-Jahresabschlusses
4.3.2 Transaktionscharakteristiken
4.3.3 Auswirkungen des E-Jahresabschlusses
4.3.4 Interessenspositionen
5. Fazit
6. Ausblick
6.1 Implikationen für die Forschung
6.2 Implikationen für die Praxis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, unter Anwendung der Transaktionskostentheorie zu untersuchen, ob die Einführung eines E-Jahresabschlusses, basierend auf XBRL- und Taxonomie-Standards, für nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen zu einer effizienteren Koordinationsform führt. Dabei wird analysiert, wie sich diese digitale Berichtsform auf die verschiedenen Akteure (Ersteller und Empfänger) auswirkt und welche Vorbedingungen für eine erfolgreiche Implementierung erforderlich sind.
- Analyse der Transaktionskosten in der elektronischen Finanzberichterstattung
- Einfluss der E-Bilanz und XBRL-Standards auf Unternehmensprozesse
- Perspektiven von Erstellern und Empfängern von Finanzberichten
- Identifikation von Interessenkonflikten bei Prüfungs- und Beratungsunternehmen
- Untersuchung technischer und organisatorischer Hürden bei der Standardisierung
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Gesprächsdurchführung
Die Terminabsprache mit den Interviewpartnern erfolgt fast ausschließelich per E-Mail. In vier von fünf Fällen wurden Vorortgespräche und in einem Fall ein Telefoninterview durchgeführt. Beide Möglichkeiten bieten jeweils entsprechende Vorteile. So erhöhen bspw. Telefoninterviews die räumliche und zeitliche Erreichbarkeit möglicher Gesprächspartner. Vorortgespräche hingegen erhöhen die Wahrnehmung für Informationsverluste, oder Verzerrungen, die auf Mimik, Gestik und andere persönlichen Aspekte zurückzuführen sind. Im Fall von den Interviewpartnern A4 und A5 wurde zur Vereinfachung der räumlichen Erreichbarkeit ein gemeinsames Telefoninterview vorgenommen. In der Literatur werden Telefoninterviews im Rahmen von Experteninterviews neben Vorortgesprächen als geeignetes Mittel angesehen. Allgemein wurde seitens des Autors Vorotgespräche gegenüber Telefoninterviews präferiert. Diese Entscheidung hatte jedoch zur Folge, das eine zeitintensivere Variante zum Tragen kam, die mit einer regionalen Eingrenzung der Interviewpartner einhergehen kann.
Um die Interviews im Nachgang verschriftlichen zu könnnen, wurde für die Interviewaufzeichnung ein Aufnahmegerät in Form eines Smartphones mit externem Mikrofon sowie einer Aufnahmesoftware verwendet. Diese Form der Aufzeichnung bietet die Möglichkeit, Informationen umfassender aufzunehmen und sich stärker auf das Gespräch sowie die Situation zu konzentrieren. Die Gesprächspartner wurden in der Kurzzusammenfassung zum Interviewleitfaden über die Aufnahme und Verwendung der Interviews vorabinformiert, dies wurde in verbaler Form zu Beginn der Gespräche wiederholt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der elektronischen Finanzberichterstattung ein und definiert das Ziel, den Nutzen vereinheitlichter Formate wie des E-Jahresabschlusses zu untersuchen.
2. Grundlagen aktueller Finanzberichterstattung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Finanzberichterstattung, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Transaktionskostentheorie als Analyseansatz dargelegt.
3. Konzeption und Methodik: Hier werden die Forschungsfragen, das Forschungsdesign sowie das qualitative Vorgehen mittels Experteninterviews und deren Auswertung dargelegt.
4. Evaluierung der Forschungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Experteninterviews, unterteilt in die Sichtweisen von Erstellern und Empfängern sowie spezifische Interessenspositionen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, ob eine effizientere Koordinationsform durch den E-Jahresabschluss erreicht werden kann.
6. Ausblick: Der Ausblick gibt Anregungen für zukünftige Forschungsansätze und leitet praktische Implikationen für die weitere Verbreitung des XBRL-Standards ab.
Schlüsselwörter
E-Jahresabschluss, Finanzberichterstattung, Transaktionskostentheorie, XBRL, Taxonomie, Elektronischer Bundesanzeiger, E-Bilanz, Informationsasymmetrien, Qualitative Experteninterviews, Standardisierung, Unternehmensgröße, Massendatenverarbeitung, Rechnungswesen, Datenqualität, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen und den Nutzen einer einheitlichen elektronischen Finanzberichterstattung, insbesondere des sogenannten E-Jahresabschlusses, für nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Themen sind die Harmonisierung von Berichtsformaten, der Einsatz von XBRL-Technologien, die Reduzierung von Transaktionskosten sowie die Analyse der Interessen unterschiedlicher Akteure am Finanzmarkt.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Einführung eines E-Jahresabschlusses zu einer effizienteren Koordinationsform im Sinne der Transaktionskostentheorie führt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin oder der Autor verwendet einen empirisch-qualitativen Forschungsansatz, der auf Experteninterviews basiert und mittels einer computergestützten qualitativen Inhaltsanalyse (unter Verwendung von MAXQDA) ausgewertet wurde.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Konzeption des Forschungsdesigns, den Vorbedingungen einer Einführung, den Transaktionscharakteristiken sowie den Auswirkungen auf Ersteller und Empfänger von Finanzberichten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschungsarbeit?
Wichtige Begriffe sind Transaktionskostentheorie, E-Jahresabschluss, XBRL-Standard, Informationsasymmetrien und qualitative Inhaltsanalyse.
Wie bewerten die Experten den Aufwand für Unternehmen?
Die befragten Experten ordnen die Einführung des E-Jahresabschlusses als komplexes Einführungsprojekt ein, das insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen mit erheblichem Anpassungsaufwand und Investitionsbedarf in Know-how verbunden ist.
Welche Rolle spielen Banken und Datenanbieter bei der Umsetzung?
Banken und Informationsdienstleister werden als Akteure identifiziert, die am stärksten von einer effizienteren, massenhaften Datenverarbeitung durch ein einheitliches Berichtsformat profitieren, da dies ihre Kreditwürdigkeitsprüfung und Benchmark-Analysen vereinfacht.
- Arbeit zitieren
- Marian Schellmoser (Autor:in), 2015, Perspektiven einer einheitlichen elektronischen Finanzberichterstattung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499147