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Beziehungsarbeit als zentrale Erfolgsvoraussetzung? Sozialpädagogische Wirkfaktoren in der ambulanten Erziehungshilfe des Kinderschutz e.V.

Eine empirische Studie

Titel: Beziehungsarbeit als zentrale Erfolgsvoraussetzung? Sozialpädagogische Wirkfaktoren in der ambulanten Erziehungshilfe des Kinderschutz e.V.

Bachelorarbeit , 2019 , 69 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob die Beziehungsarbeit eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Kinder- und Jugendhilfe ist, und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen.

Die rechtlichen Grundlagen der ambulanten Erziehungshilfe sind eindeutig. Eine ebenso klare pädagogische Definition hierfür gibt es jedoch noch nicht. Die Wichtigkeit einer gelingenden Arbeitsbeziehung wird in der wissenschaftlichen Literatur der Sozialarbeit dem methodischen Handeln meist gleichgestellt. In den methodischen Ausführungen ist der Aspekt der Beziehung jedoch eher eine Randerscheinung. Durch diese Arbeit soll sich einer pädagogischen Präzisierung angenähert werden. Das gute Beziehungsarbeit zwischen sozialpädagogischen Fachkräften und den zu betreuenden Familien wichtig ist, ist kein Geheimnis mehr. Hierbei stellt sich jedoch die Frage nach der Qualität der Beziehung. Es ist herauszufinden, wie die sozialarbeitenden Fachkräfte des Kinderschutz e.V. arbeiten, um eine vertrauensvolle, tragfähige und professionelle Beziehung zu ihren Klienten und Klientinnen aufzubauen und wie diese aufrecht zu erhalten ist. Ist die Beziehungsarbeit der Schwerpunkt für gelingende Hilfeprozesse oder spielen andere gleichwertige Vorsetzungen auch eine Rolle?

Im ersten Teil dieser Bachelorarbeit wird sich deshalb der Definition von ambulanter Erziehungshilfe aus pädagogischer, theoretischer und rechtlicher Sicht angenommen. Zusätzlich wird die Entwicklung des freie Träger Kinderschutz e.V. mit seinem Leitbild vorgestellt. In diesem Teil wird sich auch theoretisch mit der Bindungstheorie, der Beziehungsarbeit und dem vielfältigen Aufgabenbereich der Sozialarbeit beschäftigt. Die lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch wird hierbei ebenfalls genauer erläutert. Der zweite Abschnitt befasst sich mit der Theorie des empirischen Untersuchungskonzeptes und der Entwicklung des Interviewleitfadens. Die vorliegende Arbeit versucht dabei mithilfe von theoriegenerierenden Expertinnen- und Experteninterviews und durch deren Deutungswissen, zu erarbeiten, welche sozialpädagogischen Wirkfaktoren in einer ambulanten Erziehungshilfe vorzufinden sind, und welche Wichtigkeit die Beziehungsarbeit dabei einnimmt. Im letzten Teilstück geht es um die Resultate und Interpretation der geführten Fachkräfte-Interviews der ambulanten Erziehungshilfe des Kinderschutz e.V. München.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Forschungsstand

3 Die ambulanten Hilfen zur Erziehung

4 Sozialrechtliches Dreiecksverhältnis

5 Einzelfallarbeit

5.1 Bindungsarbeit

5.2 Beziehungsarbeit

5.3 Fallarbeit in den ambulanten Erziehungshilfen

6 Arbeiten in und mit dem Sozialraum

6.1 Unterschied zwischen Sozialraum und Lebenswelt

6.2 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch

7. Vorstellung des Trägers Kinderschutz e.V.

8. Empirische Erfassung zum Thema Beziehungsarbeit in der ambulanten Erziehungshilfe aus Sicht der AEH - Fachkräfte

8.1Theoretischer Hintergrund der Forschung

8.2 Entwicklung des Interviewleitfadens

9. Zwischenfazit:

10. Analyse der Interviews

10.1 Arbeitsbeziehung zwischen AEH-Fachkraft und den Familien

10.2 Arbeitsbedingungen beim Kinderschutz e.V.

10.3 Das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis

11Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht empirisch, ob die Beziehungsarbeit eine zentrale Voraussetzung für die Zielerreichung in der ambulanten Erziehungshilfe des Kinderschutz e.V. darstellt und welche weiteren Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen.

  • Bedeutung der Beziehungsarbeit im Kontext ambulanter Erziehungshilfen.
  • Einfluss von Bindungstheorien und lebensweltorientierter Sozialer Arbeit.
  • Herausforderungen der Kooperation im sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis.
  • Einfluss von wirkungsorientierter Steuerung auf die Praxis.
  • Bedeutung der Arbeitsbedingungen und der Teamatmosphäre für Fachkräfte.

Auszug aus dem Buch

5.1 Bindungsarbeit

Die fundierteste menschliche Entwicklungstheorie unserer heutigen Gesellschaft ist die Bindungstheorie, welche für den Erwerb von Urvertrauen verantwortlich ist. Die wichtigste Ressource hierfür ist es, eine verlässliche Bindung zu einer Bezugsperson aufbauen zu können. Diese Ressource ist zusätzlich für die Entwicklung sämtlicher Fähigkeiten und der Aneignung von Resilienz erforderlich. Für gewöhnlich sollten die ersten Bindungspartner eines Säuglings die Eltern darstellen. Falls hierbei Probleme auftreten, kann die Bindungsfähigkeit jedoch auch durch andere Bezugspersonen im Hörern Alter noch erlernt werden (vgl. Trost 2014, S. 7).

Der britische Kinderpsychiater John Bowlby befasste sich erstmals in den 60er Jahren mit dem Thema der Bindungstheorie. Prof. Dr. med. Karl Heinz Brisch, ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, der an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg lehrt, geht davon aus, dass jedes Neugeborene mit der Motivation auf die Welt kommt, sich an eine Person zu binden, die ihm Schutz und Geborgenheit bietet. Wenn ein Säugling von seiner auserwählten Bindungsperson getrennt ist, bekommt er Angst und das Bindungsbedürfnis setzt sich frei. In dieser Zeit sucht das Baby nach Körperkontakt und die Nähe zu seiner Bezugsperson.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der ambulanten Erziehungshilfe und führt in die Fragestellung nach den zentralen Wirkfaktoren der Beziehungsarbeit ein.

2 Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der Jugendhilfe von 1878 bis zur modernen ambulanten Erziehungshilfe.

3 Die ambulanten Hilfen zur Erziehung: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen und die Charakteristika der ambulanten Erziehungshilfe sowie deren Einbettung in die Lebenswelt der Klienten erläutert.

4 Sozialrechtliches Dreiecksverhältnis: Das Kapitel beschreibt das Zusammenwirken von öffentlichem Träger, freiem Träger und Familien im Hilfeprozess nach SGB VIII.

5 Einzelfallarbeit: Es wird die Bedeutung von Bindung und Beziehung sowie die Fallarbeit als Kernaufgaben der ambulanten Erziehungshilfe theoretisch fundiert.

6 Arbeiten in und mit dem Sozialraum: Hier wird das Konzept der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit nach Hans Thiersch vorgestellt und dessen Bedeutung für die praktische Arbeit dargelegt.

7. Vorstellung des Trägers Kinderschutz e.V.: Vorstellung des Leitbildes und der Arbeitsweise des Kinderschutz e.V. als freier Träger.

8. Empirische Erfassung zum Thema Beziehungsarbeit in der ambulanten Erziehungshilfe aus Sicht der AEH - Fachkräfte: Darstellung des qualitativen Forschungsdesigns und der Methoden zur Expertenbefragung.

9. Zwischenfazit: Eine erste Reflektion der theoretischen Ansätze im Abgleich mit der Praxis der Fachkräfte.

10. Analyse der Interviews: Auswertung der Experteninterviews zu Arbeitsbeziehungen, Arbeitsbedingungen und dem sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis.

11Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Bedeutung der Beziehungsarbeit.

Schlüsselwörter

Ambulante Erziehungshilfe, AEH, Beziehungsarbeit, Bindungstheorie, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Kinderschutz e.V., SGB VIII, Fallarbeit, Sozialraum, Experteninterviews, wirkungsorientierte Steuerung, Hilfeprozess, Fachkräfte, Vertrauensaufbau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die empirischen Wirkfaktoren der ambulanten Erziehungshilfe beim Kinderschutz e.V., mit einem speziellen Fokus auf die Bedeutung der Beziehungsarbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Bindungstheorien, das Konzept der Lebensweltorientierung nach Thiersch, die Gestaltung professioneller Arbeitsbeziehungen sowie die Rahmenbedingungen der Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Beziehungsarbeit eine zentrale Voraussetzung für die Zielerreichung der Hilfe ist und welche weiteren Faktoren (z.B. Teamstruktur, Arbeitsbedingungen) hierbei eine Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign mit theoriegenerierenden Experteninterviews gewählt, um das Deutungswissen von sechs Fachkräften zu erheben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Grundlagen und eine anschließende Analyse der geführten Interviews zur Praxis der ambulanten Erziehungshilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ambulante Erziehungshilfe, Beziehungsarbeit, Bindungstheorie, Lebensweltorientierung und wirkungsorientierte Steuerung beschreiben.

Wie bewerten die Fachkräfte die wirkungsorientierte Steuerung?

Die Fachkräfte stehen der wirkungsorientierten Steuerung überwiegend kritisch gegenüber, da sie diese als zu statisch empfinden und fürchten, dass sie den Hilfeprozess zugunsten einer schnelleren Beendigung einschränkt.

Welchen Einfluss hat die Bindungssicherheit auf den Hilfeprozess?

Die Bindungssicherheit ist ein wesentlicher Faktor. Wenn Klienten keine sichere Bindung erlernt haben, erfordert der Aufbau einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung deutlich mehr Zeit und Geduld der Fachkraft.

Was bedeutet das "Doppelmandat" in der ambulanten Erziehungshilfe?

Es beschreibt die Spannung zwischen dem gesetzlichen Auftrag zur Kontrolle (Hilfe und Kontrolle) und dem Ziel, eine vertrauensvolle, unterstützende Beziehung zu den Familien aufzubauen.

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Details

Titel
Beziehungsarbeit als zentrale Erfolgsvoraussetzung? Sozialpädagogische Wirkfaktoren in der ambulanten Erziehungshilfe des Kinderschutz e.V.
Untertitel
Eine empirische Studie
Hochschule
Hochschule München
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
69
Katalognummer
V499177
ISBN (eBook)
9783346037909
ISBN (Buch)
9783346037916
Sprache
Deutsch
Schlagworte
AEH Beziehungsarbeit empirisch Kinderschutz e.V. Sozialrechtliche Dreiecksverhältnis Bindungstheorie Bindungsarbeit Sozialraum Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Hans Thiersch qualitative Forschungsmethode Interview von Experten bzw. Expertinnen theoriegenerierende Experteninterview Leitfaden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Beziehungsarbeit als zentrale Erfolgsvoraussetzung? Sozialpädagogische Wirkfaktoren in der ambulanten Erziehungshilfe des Kinderschutz e.V., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499177
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Leseprobe aus  69  Seiten
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