Der Frage, inwieweit die sozialraumorientierte Herangehensweise, insbesondere das spezifische Methodenrepertoire, den selbst gesetzten Professionsansprüchen von Effektivität, Effizienz und Nachhaltigkeit entspricht, soll in dieser Arbeit nachgegangen werden. Dazu wird exemplarisch die Technik des Eco-Mappings vorgestellt und diese anschließend anhand einer praktischen Durchführung diskutiert und beurteilt. Zunächst müssen hierzu jedoch die theoretischen Vorannahmen und Grundzüge des Fachkonzeptes kurz angerissen werden.
Fragt man sich nach den Zielperspektiven der heutigen Sozialen Arbeit, so lassen sich diese, zumindest auf theoretischer Ebene, noch relativ einfach formulieren. Natürlich geht es ihr um die Verwirklichung der Menschenrechte, um soziale Gerechtigkeit, um Teilhabe und funktionierende soziale Netzwerke und nicht zu vergessen um die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE RAHMUNG DES ECO-MAPPINGS
2.1 Grundzüge der Sozialraumorientierung
2.2 Das Eco-Mapping in der sozialraumorientierten Methodik
2.3 Beschreibung des Eco-Mappings
3 ANWENDUNG DER TECHNIK
3.1 Vorbereitung des Einsatzes
3.2 Sozialer und persönlicher Hintergrund der Testperson
3.3 Durchführung der Technik
3.3.1 Die Erstellung der Eco-Map
3.3.2 Die Anfertigung der Schatzkarte
4 ERGEBNISSE UND EVALUATION DES TECHNIKEINSATZES
4.1 Beschreibung der Ergebnisse
4.2 Bewertung der Ergebnisse
4.2.1 Effektivität und Nachhaltigkeit
4.2.2 Wertschöpfung und Zufriedenheit
4.3 Reflexion der verschiedenen Einflussfaktoren
4.4 Mögliche Verbesserungsansätze
5 KRITISCHE WÜRDIGUNG DES VERFAHRENS
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die experimentelle Anwendung des Eco-Mappings als methodisches Instrument der Sozialraumorientierung in der Sozialen Arbeit. Ziel ist es, durch die grafische Rekonstruktion persönlicher Netzwerke verborgene Ressourcen bei Klienten zu identifizieren und die Effektivität sowie Praktikabilität dieses Ansatzes kritisch zu reflektieren.
- Theoretische Fundierung der Sozialraumorientierung und Netzwerktheorie
- Praktische Durchführung von Eco-Mapping und "Schatzsuche"
- Visualisierung und Erfassung persönlicher Ressourcen
- Evaluation von Effektivität, Wertschöpfung und Nutzerzufriedenheit
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit in der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Die Erstellung der Eco-Map
Am Beginn unserer ersten Sitzung beschrieb ich Frau E. nochmals genau den Anlass und Zweck sowie die theoretischen Hintergründe und den exakten Ablauf der Übung und sicherte ihr Anonymität und Verschwiegenheit zu. Sie erklärte sich mit allem einverstanden und bestätigte, dass sie sich nun unter den Begriffen Sozialkapital, Netzwerktheorie, Eco-Map und Schatzkarte etwas vorstellen konnte.
Bevor wir mit der eigentlichen Anwendung der Technik begannen, befragte ich sie kurz zu ihrer Person und ihrer momentanen Situation, indem ich sie aufforderte, frei heraus über sich zu erzählen. Ihre Antworten habe ich unter Punkt 3.2 bereits zusammengefasst.
Zur Erstellung der Eco-Map bot sich aus Platzgründen der Fußboden an. Wir zeichneten gemeinsam zunächst den Kreis mit dem „Ich-Zentrum“ und den acht Segmenten auf einen Bogen Papier. Als wir nun über die „Findestrategie“ sprachen und ich Frau E. die möglichen Bereiche des Alltags beschrieb, welche wir den Blick richten könnten, um Kontakte zu finden, bezeichneten wir schließlich sechs der acht Sektoren wie folgt:
Der „familiäre Bereich“ sollte uns auf Partner, Familie und Verwandte aufmerksam machen; im Bereich der „engen Kontakte“ wollten wir vorwiegend nach Freundschaften suchen; den Bereich, in dem wir u. a. Nachbarn, Bekannte und Personen in Vereinen, Klubs und Initiativen vermuteten, überschrieben wir mit „sozialer Nahbereich und Freizeit“; Kollegen, Vorgesetzte bzw. auch Mitschüler und Kommilitonen wollten wir im „beruflich-schulischen Bereich“ identifizieren; der „institutionalisierte Bereich“ sollte auf Kontakte in Behörden und Organisationen aufmerksam machen; und um den Blick in die Vergangenheit zu richten, hielten wir noch einen Bereich für „verblasste Kontakte“ für hilfreich. Die verbleibenden zwei Sektoren behielten wir uns als Platzreserve und für sonstige Netzwerkpersonen frei.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung verortet das methodische Vorgehen im Kontext aktueller Debatten der Sozialen Arbeit und führt in die Fragestellung zur Effektivität des Eco-Mappings ein.
2 THEORETISCHE RAHMUNG DES ECO-MAPPINGS: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Sozialraumorientierung sowie die theoretischen Hintergründe der Netzwerk- und Ressourcenperspektive.
3 ANWENDUNG DER TECHNIK: Hier wird der konkrete Ablauf der methodischen Umsetzung, von der Vorbereitung bis zur Erstellung der Eco-Map und der Schatzkarte, detailliert beschrieben.
4 ERGEBNISSE UND EVALUATION DES TECHNIKEINSATZES: Das Kapitel präsentiert die Ergebnisse des Praxistests und reflektiert diese hinsichtlich Effektivität, Zufriedenheit sowie methodischer Einflussfaktoren.
5 KRITISCHE WÜRDIGUNG DES VERFAHRENS: Abschließend erfolgt eine kritische Bewertung der Grenzen und Potenziale des Eco-Mappings für die Soziale Arbeit.
Schlüsselwörter
Sozialraumorientierung, Eco-Mapping, Netzwerktheorie, Sozialkapital, Ressourcenorientierung, Soziale Arbeit, Empowerment, Netzwerkanalyse, Schatzsuche, Klientenarbeit, Methodenreflexion, Lebenswelt, Interventionsmethode, Gesprächsführung, Ressourcenidentifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der experimentellen Erprobung der Methode des Eco-Mappings in der Sozialen Arbeit, um soziale Netzwerke von Klienten sichtbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Sozialraumorientierung, die Theorie des Sozialkapitals, Netzwerkarbeit und die praktische Anwendung grafischer Darstellungstechniken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu prüfen, wie effektiv das Eco-Mapping als Instrument ist, um Ressourcen innerhalb des persönlichen Umfelds von Klienten zu identifizieren und zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine empirische Einzelfallstudie durch, in der er die Technik des Eco-Mappings mit einer Testperson praktisch anwendet und anschließend evaluiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die detaillierte Beschreibung der praktischen Durchführung (Eco-Map und Schatzkarte) sowie die anschließende Ergebnisauswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Sozialraumorientierung, Eco-Mapping, Ressourcen, Netzwerktheorie und Empowerment.
Welche Rolle spielt die sogenannte "Schatzsuche" in der Arbeit?
Die Schatzsuche ist ein methodischer Schritt, bei dem gezielt nach den Potenzialen und Ressourcen innerhalb des zuvor erstellten sozialen Netzwerks gesucht wird.
Wie bewertet der Autor die Praktikabilität der Methode?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Technik eine gute Arbeitsgrundlage bietet, jedoch eine hohe Reflexionsbereitschaft der Klienten voraussetzt und bei komplexen Netzwerken zeitintensiv sein kann.
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- Jürgen Hönle (Autor), 2009, Sozialraumorientierung. Die Technik des Eco-Mappings, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499411