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Lehren anderer Länder für Deutschland: Arbeitsmarkt

Title: Lehren anderer Länder für Deutschland: Arbeitsmarkt

Seminar Paper , 2002 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kerstin Geib (Author)

Economics - Job market economics
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Schon seit mehreren Jahren herrscht eine Flaute auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 9,5 % (Stand Juni 2002).1 Viele Programme wurden in Deutschland ins Leben gerufen, wie beispielsweise das Jump-Programm, das Ausbildungsstellen schaffen soll. Diese Programme führten jedoch zu keinem richtigen Umschwung am Arbeitsmarkt. Auch das Arbeitsamt konnte nur durch negative Schlagzeilen auf sich aufmerksam machen, vor allem aufgrund der verfälschten Statistiken. Die deutsche Bürokratie hemmt zudem eine schnelle Vermittlung von Arbeitslosen durch die Arbeitsämter. Andere Länder hatten in der Vergangenheit mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Durch Reformen in unterschiedlichen Bereichen konnten diese Probleme in weiten Teilen behoben werden. Diese Arbeit soll Aktivitäten aus der Schweiz, Österreich, Dänemark, Frankreich und den Niederlanden vorstellen, die auch in Deutschland den Arbeitsmarkt wieder beleben könnten und deren Ideen auch von der Hartz-Kommission aufgegriffen wurden. Auf diese Kommission soll aufgrund der Aktualität, die sich erst im Verlaufe der Bearbeitung dieser Arbeit ergeben hat, noch einmal detaillierter im Fazit eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in das Thema

2 Das Erfolgsmodell der Schweiz

2.1 Der Arbeitsmarkt

2.2 Die Reformen des Arbeitsmarktes

2.3 Weitere Gründe für die niedrige Arbeitslosenquote

3 Das Erfolgsmodell von Österreich

3.1 Der Arbeitsmarkt in Österreich

3.2 Die Reform der Arbeitsverwaltung

3.3 Die Reformen des Beratungs- und Vermittlungsservices

4 Das Erfolgsmodell aus Dänemark

4.1 Der dänische Arbeitsmarkt

4.2 Ursachen für die hohe Erwerbstätigenquote Geringqualifizierter

4.3 Dänemark – ein flexibler Arbeitsmarkt

4.4 Die Rolle des Staates

5 Das Erfolgsmodell von Frankreich

5.1 Der Arbeitsmarkt in Frankreich

5.2 Gründe für die niedrige Beschäftigungsschwelle

5.3 Die Rolle des Staates

6 Das Erfolgsmodell der Niederlande

6.1 Der Arbeitsmarkt in den Niederlanden

6.2 Gründe für das Beschäftigungswachstum

6.3 Die beschäftigungspolitischen Reformen

7 Fazit und aktuelle Entwicklung in Deutschland

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht erfolgreiche arbeitsmarktpolitische Strategien verschiedener europäischer Länder, um Anregungen für die Bewältigung der strukturellen Probleme auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Ansätze aus dem Ausland auf Deutschland übertragbar sind und wie diese im Kontext der aktuellen Reformbemühungen durch die Hartz-Kommission zu bewerten sind.

  • Analyse erfolgreicher Arbeitsmarktmodelle in der Schweiz, Österreich, Dänemark, Frankreich und den Niederlanden.
  • Untersuchung von Beschäftigungsstrategien für Geringqualifizierte und Maßnahmen zur Flexibilisierung.
  • Evaluierung von Reformen der Arbeitsverwaltung und Beratungsstrukturen.
  • Bewertung der Rolle des Staates bei der Förderung von Beschäftigung und Lohnpolitik.
  • Einordnung internationaler Erfahrungen in den aktuellen deutschen Reformdiskurs (Hartz-Kommission).

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Reformen des Arbeitsmarktes

Ab 1996 wurden verschiedene Reformen durchgeführt, die das Ziel hatten, den erwarteten Arbeitslosenansturm zu bewältigen und der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Es sollte ein flächendeckendes Netz Regionaler Arbeitsvermittlungszentren eingerichtet werden, die bei Bedarf auch private Vermittler hinzuziehen können. Der Vorteil dieser RAV’s liegt im Vergleich zu deutschen Arbeitsämtern darin, dass bereits bei der Arbeitslosmeldung eine intensive Beratung einsetzt.

Die RAV’s werden jährlich aneinander verglichen. Zum 1.1.2000 traten für die Beurteilung folgende vier Indikatoren in Kraft: mit dem Indikator des durchschnittlichen Arbeitslosengeldes aller im Laufe eines Jahres abgemeldeten Leistungsbezieher eines RAV soll die Geschwindigkeit der Wiedereingliederung gemessen werden. Die Zahl der Arbeitslosen, die als Leistungsempfänger zum Langzeitstellensuchenden (länger als ein Jahr) werden, im Verhältnis zu allen Leistungsempfängern innerhalb eines Jahres, soll den Erfolg vermiedeter Langzeitarbeitslosigkeit messen. Die Anzahl der Aussteuerungen, d.h. dem Ende des Leistungsbezuges bei Arbeitslosigkeit, ins Verhältnis zu allen Leistungsbeziehenden gesetzt, misst die Wirkung des RAV auf vermeidete Aussteuerungen. Die Zahl wiederangemeldeter Leistungsbezieher in Relation zu allen Leistungsbeziehenden misst die Wirkung des RAV auf die Dauer der Wiedereingliederung. Bei einer überdurchschnittlichen Bewertung erhält das RAV einen Bonus in Höhe von bis zu drei Prozent seiner Kosten, alle anderen erhalten eine volle Kostenerstattung. Seit 2001 haben die Kantone, die in drei aufeinanderfolgenden Jahren unterdurchschnittlich abschnitten, bis zu drei Prozent ihrer Kosten selbst aufzubringen.

Zentrales Element der Reform in der Arbeitslosenversicherung war das Limit auf Erhalt von passivem Tagesgeldbezug auf 150 Werktage, bei älteren Arbeitslosen auf bis zu 400 Werktage ausdehnbar. Arbeitslosengeld kann beziehen, wer in den letzten zwei Jahren mindestens sechs Monate einer Beschäftigung nachgegangen ist. Bis zum Bezug von Arbeitslosengeld gibt es eine Wartezeit von generell fünf Tagen, für jugendliche Arbeitslose nach der Ausbildung 120 Tage. Während des Bezuges von Tagesgeld müssen die Arbeitslosen monatlich bestätigen, dass sie aktiv auf der Suche nach Arbeit sind, wobei ca. zehn Bewerbungen pro Monat erfolgen sollen, die vom Arbeitgeber bestätigt werden müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung in das Thema: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Flaute auf dem deutschen Arbeitsmarkt und stellt das Ziel vor, durch den Vergleich mit anderen europäischen Ländern Lösungsansätze für die deutsche Arbeitsmarktpolitik zu identifizieren.

2 Das Erfolgsmodell der Schweiz: Dieses Kapitel analysiert das Schweizer Arbeitsmarktmodell, das sich durch hohe Beschäftigungsquoten, Flexibilität und ein innovatives System von Arbeitsvermittlungszentren (RAV) auszeichnet.

3 Das Erfolgsmodell von Österreich: Der Fokus liegt auf der Neustrukturierung der Arbeitsverwaltung durch das Arbeitsmarktservice (AMS), die durch Kundenorientierung und ein zielorientiertes Steuerungssystem effizientere Vermittlungserfolge erzielt.

4 Das Erfolgsmodell aus Dänemark: Es wird untersucht, wie Dänemark durch Flexibilität und spezifische Aktivierungsprogramme erfolgreich die Beschäftigungschancen für Geringqualifizierte gesteigert hat.

5 Das Erfolgsmodell von Frankreich: Das Kapitel diskutiert die Auswirkungen der gesetzlich verordneten Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden und die damit verbundenen staatlichen Lohnkostensubventionen.

6 Das Erfolgsmodell der Niederlande: Die Analyse konzentriert sich auf den massiven Anstieg der Teilzeitarbeit als Motor für das Beschäftigungswachstum sowie auf die kooperative Lohnpolitik seit den 80er Jahren.

7 Fazit und aktuelle Entwicklung in Deutschland: Das abschließende Kapitel reflektiert die internationalen Erkenntnisse im Hinblick auf den deutschen Reformprozess und diskutiert die (damals) laufenden Vorschläge der Hartz-Kommission.

Schlüsselwörter

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenquote, Hartz-Kommission, Beschäftigungswachstum, Flexibilität, Arbeitsverwaltung, Geringqualifizierte, Arbeitszeitverkürzung, Teilzeitarbeit, Schweiz, Österreich, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Strukturreformen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert erfolgreiche Ansätze der Arbeitsmarktpolitik in verschiedenen europäischen Ländern, um daraus Impulse für notwendige Reformen auf dem deutschen Arbeitsmarkt abzuleiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Flexibilisierung von Arbeitsmärkten, die Gestaltung von Arbeitsverwaltungen, Maßnahmen zur Aktivierung von Arbeitslosen sowie Strategien zur Förderung der Beschäftigung von Geringqualifizierten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, internationale „Erfolgsmodelle“ zu identifizieren und zu bewerten, inwieweit deren Konzepte dazu beitragen könnten, den deutschen Arbeitsmarkt wieder zu beleben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse der Arbeitsmarktpolitiken und strukturellen Rahmenbedingungen ausgewählter Länder unter Heranziehung aktueller statistischer Daten und Fachberichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich detailliert den Modellen der Schweiz, Österreichs, Dänemarks, Frankreichs und der Niederlande, wobei jeweils die spezifischen Arbeitsmarktbedingungen, Reformen und die Rolle des Staates beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Arbeitsmarktpolitik, Beschäftigungswachstum, Flexibilität, Strukturreformen sowie der Vergleich zwischen dem deutschen Modell und europäischen Erfolgsbeispielen.

Warum wird die Schweiz als Erfolgsmodell angeführt?

Die Schweiz überzeugt durch eine hohe Beschäftigungsquote über alle Altersgruppen hinweg sowie durch ein effizientes, dezentrales Vermittlungssystem (RAV), das auf intensiver Beratung basiert.

Wie bewertet die Autorin die Hartz-Kommission im Fazit?

Die Autorin sieht in den damals geplanten Maßnahmen der Hartz-Kommission Parallelen zu den erfolgreichen ausländischen Modellen, betont jedoch die Abhängigkeit der Umsetzung vom politischen Willen und dem Ausgang kommender Wahlen.

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Details

Title
Lehren anderer Länder für Deutschland: Arbeitsmarkt
College
University of Trier
Course
Vergleichende Ökonomik der Wohlfahrtsstaaten
Grade
2,0
Author
Kerstin Geib (Author)
Publication Year
2002
Pages
26
Catalog Number
V49942
ISBN (eBook)
9783638462693
ISBN (Book)
9783656068471
Language
German
Tags
Lehren Länder Deutschland Arbeitsmarkt Vergleichende Wohlfahrtsstaaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Geib (Author), 2002, Lehren anderer Länder für Deutschland: Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49942
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