Diese Arbeit befasst sich mit Qualitätsmanagement im Rettungsdienst. Zunächst stellt die Projektarbeit die Grundlagen eines Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen inklusive der dazugehörigen gesetzlichen Anforderungen dar. Zusätzlich betont die Arbeit, dass es im Rettungsdienst nach der Einführung des Notfallsanitätergesetzes zu einer Besonderheit gekommen ist. Diese Besonderheit ist die Ausarbeitung und Einführung eines medizinischen Qualitätsmanagements zur Evaluation durchgeführter medizinischer Maßnahmen durch nicht ärztliches Rettungsdienstpersonal. Im weiteren Verlauf der Projektarbeit geht diese auf die Unterschiede vom internen und externen Qualitätsmanagement ein und stellt Vor- und Nachteile des jeweiligen Modells dar. Beim externen Qualitätsmanagementmodell bezieht sich das Projekt auf das im Rettungsdienst meist verbreitete System nach der DIN EN ISO 9001:2015 und das selten angewendete System nach der DIN EN ISO 15224:2012. Im abschließenden Fazit kommt das Projekt zu der Entscheidung, welches der drei hier behandelten Qualitätsmanagementsysteme auf Grund der Abwägung von Vor- und Nachteilen am besten geeignet ist für die Implementierung im Rettungsdienst.
Das Qualitätsmanagement gewinnt seit mehreren Jahren immer mehr an Bedeutung im Gesundheitswesen. Dies gilt nicht nur in der ambulanten und stationären Patientenversorgung, sondern auch in der präklinischen Akutversorgung - dem Rettungsdienst. Der Stellenwert eines Qualitätsmanagements im Rettungsdienst ist nicht nur bei den Rettungsdienstbetreibern gestiegen, sondern besonders bei den Kostenträgern. Die Kostenträger fordern inzwischen regelhaft ein funktionierendes Qualitätsmanagement bei den Entgeltverhandlungen. Allerdings honorieren die Kostenträger die Einführung eines Qualitätsmanagements durch einen erhöhten Abschlag beim Entgelt für die geleisteten Einsätze. Dieses soll dafür sorgen, dass die Hemmschwelle für die Einführung bei den Rettungsdienstbetreibern minimiert wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorstellung des Rettungsdienstes in Deutschland
3 Grundlagen des Qualitätsmanagements im Rettungsdienst
3.1 Definition von Qualität und Qualitätsmanagement im Rettungsdienst
3.2 Rechtliche Vorgaben für ein Qualitätsmanagement im Rettungsdienst
3.3 Besonderheit des medizinischen Qualitätsmanagements im Rettungsdienst
4 Qualitätsmanagementsysteme
4.1 Internes Qualitätsmanagement
4.1.1 Vorteile
4.1.2 Nachteile
4.2 Externes Qualitätsmanagement
4.2.1 DIN EN ISO 9001:2015
4.2.2 DIN EN 15224:2012
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen fundierten Überblick über Qualitätsmanagementsysteme im Rettungsdienst zu geben und zu analysieren, welche Systeme unter Berücksichtigung der gesetzlichen und strukturellen Besonderheiten am besten geeignet sind. Dabei werden interne sowie externe Ansätze kritisch gegenübergestellt und auf ihre praktische Anwendbarkeit untersucht.
- Grundlagen des Qualitätsmanagements im Rettungswesen
- Gegenüberstellung von internem und externem Qualitätsmanagement
- Analyse der DIN EN ISO 9001:2015 im Rettungsdienst
- Eignung der branchenspezifischen DIN EN 15224:2012
- Rechtliche Anforderungen und Notfallsanitätergesetz
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition von Qualität und Qualitätsmanagement im Rettungsdienst
Die Definition von Qualität im medizinischen Bereich, dem auch der Rettungsdienst angehört ist sehr anspruchsvoll. In der medizinischen Dienstleistung geht es im wesentlich darum Gesundheit zu erreichen bzw. wiederherzustellen. Allerdings ist Gesundheit wie sie von der Weltgesundheitsorganisation WHO definiert wird oft unerreichbar. Dieses begründet sich drauf, dass Krankheiten und Verletzungen nicht immer heilbar sind oder in der Folge schwere nicht reversiblen Schäden zurückbleiben. Medizinische Dienstleister wie der Rettungsdienst gelingt es demzufolge nicht dauerhaft das Ideal Gesundheit zu erreichen (Hellmich, 2010).
Christian Hellmich definiert in seiner Veröffentlichung die Qualität einer medizinischen Dienstleistung wie folgt: „Die Qualität medizinischer Dienstleistungen ist die Gesamtheit der Merkmale oder Merkmalswerte der Dienstleistung bezüglich ihrer Eignung, individuell festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse erfüllt. Sie besteht aus der Struktur-, der Prozess- und der Ergebnisqualität. Die Ergebnisqualität ist der Vergleich des Erreichten im Bezug auf das Machbare und das Wünschenswerte bzw. individuelle unter Betrachtung ethischer Ansprüche und rechtlicher Möglichkeiten festgelegte. Um die objektiv beurteilen zu können, muss Qualität messbar sein“ (Hellmich, 2010, S. 21 f.).
Die Definition von Hellmich verdeutlicht, dass Qualität messbar ist bzw. sein muss. Die Messung von Qualität obliegt dem QM. Das QM umfasst die Planung, die Überwachung, die Steuerung und das Überwachen eines Qualitätsprozesses und die Ergebnisse des Prozesses. Das QM im Allgemeinen hat u. a. das Ziel Kunden an das Unternehmen zu binden und somit die Marktanteile dauerhaft zu sichern. Im Rettungsdienst ist das Ziel des QM die Optimierung der Prozesse im Rettungsdienstunternehmen, um eine effiziente und effektive medizinische Dienstleistung an den Patientinnen und Patienten anzubieten und somit die oben aufgeführte Definition von Qualität zu erreichen (Hellmich, 2010).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die wachsende Bedeutung des Qualitätsmanagements im Rettungsdienst ein und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Projektarbeit.
2 Vorstellung des Rettungsdienstes in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den Rettungsdienst als öffentliche Aufgabe und erläutert die organisatorischen Strukturen sowie die Aufgabenbereiche Notfallrettung und qualifizierter Krankentransport.
3 Grundlagen des Qualitätsmanagements im Rettungsdienst: Es werden die begrifflichen Grundlagen, die gesetzlichen Verpflichtungen der Leistungserbringer und die spezifischen Herausforderungen im Rettungswesen dargelegt.
4 Qualitätsmanagementsysteme: Dieser Hauptteil analysiert die Unterschiede zwischen internem und externem Qualitätsmanagement und beleuchtet die Normen DIN EN ISO 9001:2015 sowie DIN EN 15224:2012 detailliert.
5 Fazit: Das Fazit bewertet die Eignung der untersuchten Systeme und kommt zu der Schlussfolgerung, dass die DIN EN 9001 auch ohne Systemwechsel erfolgreich im Rettungsdienst implementiert werden kann.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Rettungsdienst, DIN EN ISO 9001, DIN EN 15224, Patientensicherheit, Notfallsanitäter, Prozessqualität, Strukturqualität, Ergebnisqualität, internes Qualitätsmanagement, externes Qualitätsmanagement, Zertifizierung, Gesundheitswesen, PDCA-Zyklus, Stakeholder.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und den verschiedenen Modellen des Qualitätsmanagements im Bereich des deutschen Rettungsdienstes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, der Vergleich zwischen internen und externen QM-Systemen sowie die Anwendung spezifischer Normen wie der DIN EN ISO 9001 und der DIN EN 15224.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, welche Qualitätsmanagementsysteme sich am besten für den Rettungsdienst eignen, um Prozesse effizient zu gestalten und die Versorgungsqualität zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Projektarbeit, die auf einer Literaturanalyse der einschlägigen Fachliteratur und normativen Vorgaben basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden interne QM-Modelle, das externe Qualitätsmanagement sowie die spezifischen Anforderungen und Vorteile der DIN-Normen für medizinische Dienstleister erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Rettungsdienst, Patientensicherheit, Zertifizierung und Prozessoptimierung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die DIN EN 15224 von der DIN EN ISO 9001?
Die DIN EN 15224 ist eine branchenspezifische Norm für das Gesundheitswesen, die auf der ISO 9001 aufbaut, aber zusätzliche, klinisch relevante Anforderungen und Definitionen ergänzt.
Warum ist eine Messung von Qualität im Rettungsdienst so schwierig?
Aufgrund der Unvorhersehbarkeit von Notfällen und der Tatsache, dass medizinische Ergebnisse nicht immer durch den Rettungsdienst allein beeinflussbar oder bei chronischen Verläufen vollständig „heilbar“ sind, ist die Messbarkeit komplex.
Welche Rolle spielt das Notfallsanitätergesetz für das QM?
Das Gesetz hat zu einer Neuordnung der Kompetenzen geführt, was die Notwendigkeit für ein strukturiertes Qualitätsmanagement zur Absicherung und Evaluation der medizinischen Maßnahmen erhöht hat.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor im Fazit?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein Wechsel auf eine spezifische Bereichsnorm nicht zwingend erforderlich ist, da die DIN EN ISO 9001 bereits eine hohe Eignung aufweist, wenn sie um spezifische rettungsdienstliche Anforderungen ergänzt wird.
- Citation du texte
- Oliver Zawal (Auteur), 2019, Qualitätsmanagement im Rettungsdienst. Anforderungen und Besonderheiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499448