„Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf.“
Sokrates (um 470 - 399 v.Chr.)
In den vergangenen 10 Jahren ist eBay zum größten Online-Marktplatz mit 33 internationalen Märkten aufgestiegen. Bei eBay werden ständig ca. 60 Millionen Artikel angeboten, pro Sekunde werden Waren im Wert von 1.359 US Dollar gehandelt – im dritten Quartal 2005 betrug das Handelsvolumen 10,8 Mrd. US Dollar. Aufgrund dieser herausragenden Zahlen soll in dieser Ausarbeitung geklärt werden, welche Architektur das Geschäftsmodell hat und wie die Ströme zwischen den einzelnen Modellen (Marktmodell, Leistungserstellungsmodell, Leistungsangebotsmodell, Distributionsmodell und Kapitalmodell), aus denen das Geschäftsmodell besteht, fließen. Einzelheiten werden in dieser Ausarbeitung am Online-Marktplatz Deutschland näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Definition
3. Das Marktmodell
3.1. Das Nachfragermodell
3.1.1. Die Privatkunden
3.1.2. Die eBay Shops
3.1.3. Die eBay Business Kunden
3.2. Das Wettbewerbsmodell
3.2.1. Der deutsche Markt für Onlineauktionen
3.2.2. Amazon vs. eBay
3.2.3. Zukünftige Konkurrenz
4. Das Leistungserstellungsmodell
5. Das Leistungsangebotsmodell
5.1. Das Auktionsverfahren
5.2. Die Hauptleistungen für eBay Kunden
5.3. Hauptleistungsangebot für eBay-Shops
5.4. Die Sicherheit von eBay
5.4.1. Betrügerische Auktionen
5.4.2. Zugriff auf Benutzeraccounts durch Passwortdiebstahl
5.5. Die eBay-Gemeinschaft
5.6. Fortbildungsangebote
5.7. Die mobile Verfügbarkeit von eBay
6. Das Distributionsmodell
6.1. Die internen Elemente der Wertekette
6.2. Das externe Element der Wertekette
7. Das Kapitalmodell
7.1. Das Finanzierungsmodell
7.2. Das Erlösmodell
8. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Diese Projektarbeit analysiert das Geschäftsmodell von eBay auf Basis eines integrierten Partialmodells, um die interne Struktur, das externe Agieren und die Erlöserzielung des Unternehmens zu durchleuchten.
- Struktur des Geschäftsmodells (Markt-, Leistungs-, Distributions- und Kapitalmodell)
- Wettbewerbsanalyse im deutschen Online-Auktionsmarkt
- IT-Architektur und Datensicherheit bei eBay
- Auktionsmechanismen und Sicherheitsaspekte für Nutzer
- Finanzierungs- und Erlösstrategien des Unternehmens
Auszug aus dem Buch
3.2.2. Amazon vs. eBay
Im April 1999 kam es zwischen Amazon und eBay zu einem direkten Konkurrenzkampf, wobei Amazon mit einem Kundenstamm von 8 Millionen Kunden in den Auktionsmarkt einstieg. Die beiden Webseiten glichen sich in vielen Punkten, sowohl im Design als auch bei den Kundenvereinbarungen und in der Logistik. Amazon bot bis zum Spätsommer 1999 kostenlose Auktionen an, wobei die Auktionen zu diesem Zeitpunkt pro Tag auf 100.000 anstiegen. Nach Ablauf dieser Gratisaktion blieben die Kunden jedoch aus und eBay konnte den Markt wieder weitestgehend dominieren.
Die Unterschiede in Bezug auf das Angebot der Internetauktionanbieter wird heute zunehmend geringer. eBay hat daher gehandelt und erkannt, dass viele Kunden Neuware statt gebrauchter Sammlerware wünschen. Wie bereits in Kapitel 3.1.2. erwähnt, hat eBay das Handeln von Ware zum Festpreis durch offizielle eBay-Shops eingeführt.
Aber auch der Konkurrent amazon.de hat sein Warensortiment stark verändert: 1995 startete Amazon als Onlinebuchhändler, 1999 erweiterte sich die Produktpalette um den Bereich Musik & Video und das Auktionshaus. Im Jahr 2000 kam der Bereich Software & Spiele, 2001 die Bereiche Kinderwelt sowie Elektronik & Foto und im Jahr 2003 die Sparte Küche & Haushalt hinzu. In Zukunft sind noch weitere Produktwelten geplant.
Amazon.de bietet auch die Möglichkeit, gebrauchte Ware von Kunden zu verkaufen – zu diesem Zweck hat Amazon.de den Marketplace eingeführt. Gegen eine geringere Gebühr als bei eBay wird es dem User ermöglicht, seine Waren direkt neben den Amazon-Angeboten listen zu lassen. Des Weiteren schaltet sich Amazon bei erfolgreichem Verkauf direkt ein, wobei der Verkäufer seinen erzielten Kaufpreis sofort gutgeschrieben bekommt – Risiken aufgrund von Betrug entfallen nahezu (siehe Punkt 5.4. - Die Sicherheit von eBay).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Vorstellung der Entstehungsgeschichte von eBay und der Zielsetzung der Arbeit, die Architektur des Geschäftsmodells zu untersuchen.
2. Definition: Einführung der theoretischen Grundlagen und der Partialmodell-Struktur für die Analyse des Geschäftsmodells.
3. Das Marktmodell: Untersuchung der Nachfragergruppen sowie eine Analyse des Wettbewerbsumfelds, insbesondere im Vergleich zu Amazon.
4. Das Leistungserstellungsmodell: Beschreibung der technischen Infrastruktur und des massiven Hardware-Aufwands zur Aufrechterhaltung der Plattform.
5. Das Leistungsangebotsmodell: Analyse der Auktionsverfahren, Sicherheitsmaßnahmen sowie Unterstützungs- und Fortbildungsangebote für Nutzer.
6. Das Distributionsmodell: Erläuterung der virtuellen Wertekette und der Vermittlung von Logistikpartnern sowie Bezahldiensten.
7. Das Kapitalmodell: Analyse der Finanzierungshistorie, des Aktienverlaufs und des transaktionsabhängigen Erlösmodells.
8. Schlussbetrachtungen: Fazit zur Wettbewerbsdynamik, Notwendigkeit der ständigen Anpassung und Bedeutung der Sicherheitsaspekte für den Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
eBay, Geschäftsmodell, Onlineauktionen, E-Commerce, Marktmodell, Auktionsverfahren, Käuferschutz, PayPal, IT-Architektur, Umsatzwachstum, Wettbewerbsmodell, Online-Marktplatz, Kundenvertrauen, Logistik, Erlösmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Projektarbeit untersucht das Geschäftsmodell von eBay anhand eines integrierten Partialmodells, um die Struktur, Abläufe und Erlösmechanismen des Online-Marktplatzes zu verdeutlichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf das Marktmodell, die Leistungserstellung, das Leistungsangebot inklusive Sicherheitsaspekten, das Distributionsmodell sowie das Kapital- und Finanzierungsmodell von eBay.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Architektur des eBay-Geschäftsmodells zu erklären und die Ströme zwischen den verschiedenen Modellen, aus denen das Gesamtkonstrukt besteht, zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Analyse basiert auf einem theoretischen Partialmodell eines integrierten Geschäftsmodells nach Wirtz, welches für eBay-spezifische Strukturen angepasst wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Elemente des Geschäftsmodells detailliert erläutert, angefangen bei der Marktsegmentierung über die IT-Infrastruktur bis hin zu den verschiedenen Gebührenmodellen und Distributionswegen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Onlineauktionen, E-Commerce, Auktionsverfahren, Käuferschutz, Plattform-Ökonomie und IT-basierte Geschäftsmodelle.
Warum spielt die Sicherheit bei eBay eine so große Rolle?
Da eBay als Makler fungiert und Transaktionen zwischen Privatleuten ermöglicht, ist das Vertrauen der Nutzer der wichtigste Erfolgsfaktor; Risiken durch Betrug oder Passwortdiebstahl bedrohen dieses Fundament direkt.
Wie generiert eBay seine Umsätze?
eBay erzielt seine Umsätze primär durch transaktionsabhängige Gebühren, unterteilt in Angebotsgebühren, Verkaufsprovisionen und Gebühren für Zusatzoptionen sowie durch fixe monatliche Gebühren für eBay-Shops.
- Quote paper
- Martin Polifke (Author), 2006, Das Geschäftsmodell von eBay, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49945