Die ökologische Gewinn- und Verlustrechnung von PUMA. Die ökologische Berichterstattung


Studienarbeit, 2019
27 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II.Abbildungsverzeichnis

III.Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung und Motivation

2. Begriffsdefinitionen

3. Ökologische Berichterstattung
3.1. Bisherige Berichterstattung von ökologischen Aspekten
3.2. Environmental Profit and Loss Account (E P&L)

4. Kritische Betrachtung des Sustainability Reporting

5. Vorstellung der Methodik für die vorliegende Arbeit
5.2. Vorgehensmodell der Literaturrecherche
5.3. Vorgehen der Literaturrecherche der vorliegenden Arbeit

6. Diskussion weiterer Forschungsdesigns
6.2. Experteninterview
6.3. Internetbasierte Befragung
6.4. Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

7. Ausblick

IX. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zuordnung von Umwelteinflüssen und Ursache.

Abbildung 2: PUMA's E P&L for the year ended 31.12.2010

Abbildung 3: Die neun Schritte der qualitativen Inhaltsanalyse

III. Abkürzungsverzeichnis

BGBl.: Bundesgesetzblatt

CO2: Kohlenstoffdioxid

CC: Corporate Citizenship

CSR: Corporate Social Responsibility

DAX: Deutscher Aktienindex

DNK: Deutscher Nachhaltigkeitskodex

EU: Europäische Union

E P&L: Environmental Profit and Loss Account

GRI: Global Reporting Initiative

HGB: Handelsgesetzbuch

IIRC: International Integrated Reporting Council

IT: Informationstechnologie

OPAC: Online Public Access Catalogue

PWC: PriceWaterhouseCoopers

SASB: Sustainability Accounting Standards Board

SEC: Securities and Exchange Commision

RNE: Rat für Nachhaltige Entwicklung

TEEB: The Economics of Ecosystems and Biodiversity

UNGC: United Nations Global Compact

1. Einleitung und Motivation

Die Bedeutung der ökologischen Berichterstattung hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In einer Zeitspanne von 9 Jahren von 1997 bis 2006 erhöhte sich die Anzahl der jährlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte von fünf auf über 1.200. In diesen Zeitraum und darüber hinaus haben aber auch gesetzliche Regelungen dazu geführt, dass diese Zahl weiter ansteigt.1 So veröffentlichten im Jahr 2015 bereits 72 von 150 der größten deutschen Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht, was eine Steigerung von 11 % im Vergleich zum Jahr 2011 bedeutet. Auch bei den kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) hat die Anzahl in diesem Zeitraum um 38 Berichte zugenommen. Im Laufe der Zeit hat sich die Art und Weise der Nachhaltigkeits-berichterstattung weiterentwickelt und verändert, auch wenn die Qualität der Berichte teilweise noch rückläufig ist.2 Die Beweggründe für Ihre Veröffentlichung sind allerdings umstritten. Gerade große Unternehmen erhalten in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit durch nachhaltige Maßnahmen. Diese Aufmerksamkeit könnte zum einen dazu genutzt werden um von negativen Geschäftspraktiken abzulenken, zum anderen kann die freiwillige soziale Verantwortung durch das Kreieren eines positiven Image auch ökonomisch lohnend für Unternehmen sein.3 Im Rahmen dieser Arbeit soll die Entwicklung der Bedeutung von nichtfinanziellen Kennzahlen aufgezeigt werden und inwieweit sich die Berichterstattung dieser Kennzahlen im Laufe der Zeit verändert hat. Dabei soll auch das Konzept der Environmental Profit and Loss Account (E P&L) vorgestellt werden. Des Weiteren soll die ökologische Berichterstattung im Allgemeinen kritisch betrachtet werden. Zuletzt wird die Methodik dieser Arbeit vorgestellt und auf weitere mögliche Forschungsdesigns eingegangen.

2. Begriffsdefinitionen

Das Wort Nachhaltigkeit kann als sogenanntes Containerwort bezeichnet werden. Der Begriff kann auf verschiedene Weise interpretiert werden und jeder kann zu dem Begriff das zuordnen, was seiner Meinung nach zu dem Begriff dazu gehört. Es hat sich im Verlauf der letzten Jahre zu einem Trendwort entwickelt, welches gerne in den Medien und in Analysen verwendet wird, um den Aussagen eine besondere Bedeutung zuzusprechen. Dabei muss zwischen Nachhaltigkeit im Unternehmen und in der Gesellschaft unterschieden werden, denn ein Unternehmen setzt sich nicht zum Ziel eine verantwortungsvolle Gesellschaft zu schaffen. Dennoch müssen Unternehmen, als Teil der Gesellschaft, gesellschaftliche und ökologische Verantwortung übernehmen.4 Die Vereinten Nationen definieren Nachhaltigkeit wie folgt: „Eine nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ohne Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“5 Zudem kann Nachhaltigkeit in drei verschiedene Dimensionen eingeteilt werden. Die ökonomische Dimension, die ökologische Dimension und die gesellschaftliche Dimension. Bei der ökonomischen Dimension geht es vor allem um die Erreichung eines langfristigen finanziellen Wertzuwachses. Die ökologische Dimension beschäftigt sich mit den negativen Auswirkungen auf die Umwelt und wie diese minimiert werden können. In der gesellschaftlichen Dimension geht es um die Erreichung von möglichst positiven Auswirkungen auf das gesellschaftliche Umfeld.6 Die Maßnahmen die Unternehmen im Sinne der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung durchführen, werden oftmals unter dem Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) zusammengefasst. Hierbei geht es vor allem um die ökologische Verantwortung gegenüber der Umwelt und um die soziale Verantwortung gegenüber Stakeholdern und Mitarbeitern. Die Maßnahmen reichen dabei weit über die gesetzlichen Richtlinien hinaus. Die Veröffentlichung über CSR-Maßnahmen erfolgt dabei auf freiwilliger Sozial- und Umweltberichterstattung. CSR steht in einer engen Verbindung mit Corporate Citizenship (CC), hierbei handelt es sich hauptsächlich um Spenden und oder Sponsoring Tätigkeiten der Unternehmen.7 Doch um die unternehmerischen Tätigkeiten im Bereich Nachhaltigkeit veröffentlichen zu können, müssen diese zunächst messbar gemacht werden. In diesem Zusammenhang fällt oftmals der Begriff Nachhaltigkeitscontrolling. Auch wenn es unterschiedliche Meinungen dazu gibt ob das zahlenbasierte Controlling und Nachhaltigkeit zusammenpassen. Viele Unternehmen steuern deshalb die Nachhaltigkeitsmaßnahmen nur über das Marketing oder den Vertrieb, andere Unternehmen beziehen das Controlling ganz bewusst mit ein.8 Dieses bewusste Einbeziehen des Controllings wird auch unter dem Begriff Sustainability Controlling zusammengefasst. Es gehört zusammen mit dem Sustainability Reporting zu dem Sustainability Accounting. Während sich das Sustainability Controlling mit der Beschaffung und Aufbereitung der Informationen im Bereich der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit beschäftigt, nutz das Sustainability Reporting die Daten des Sustainability Controlling um sie an die Stakeholder zu kommunizieren.9

3. Ökologische Berichterstattung2

3.1. Bisherige Berichterstattung von ökologischen Aspekten

Bei der Berichterstattung von ökologischen Aspekten oder auch „Sustainability Reporting“ genannt kann zwischen normiertem Sustainability und freiwilligem Sustainabiliy Reporting unterschieden werden. Das normierte Sustainability Reporting beschäftigt sich dabei ausschließlich um die Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften zur Berichterstattung von Nachhaltigkeitsaspekten. Zudem wird damit auch das Informationsinteresse der Anteilseigner erfüllt. Das freiwillige Sustainability Reporting geht über die Pflichtangaben hinaus.10

Die Global Reporting Initiative (GRI) ist zu einer weltweit anerkannten Grundlage für die Berichterstattung von Nachhaltigkeitsaspekten geworden. Diese verlangt, dass neben den allgemeinen Angaben auch Informationen zur ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit veröffentlicht werden sollen.11 Die GRI wurde bereits 1997 gegründet und veröffentlichte zwei Jahre später den ersten Richtlinienentwurf zur Berichterstattung von Nachhaltigkeit. Seitdem haben sich die Richtlinien stetig weiterentwickelt und befinden sich mittlerweile in der 4. Generation. Wer seine Berichterstattung offiziell „in Übereinstimmung mit GRI“ veröffentlichen will, der muss alle wesentlichen Themen und Prinzipien erfüllen, kann aber zwischen einer Darstellungsart nach wesentlichen Kernindikatoren oder umfassenden Indikatoren wählen.12 Im Jahr 2000 wurde eine weitere globale Initiative gegründet, der United Nations Global Compact (UNGC). Das Rahmenwerk des UNGC besteht aus zehn Prinzipien, die sich in vier Themenbereiche aufteilen. Das Ziel dieser Initiative ist es, Unternehmen bei ihrer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen. Es ist auf internationale Unternehmen ausgerichtet, aber auch kleine und mittelständige Unternehmen können das Rahmenwerk des UNGC anwenden.13 Die Bedeutung der Berichterstattung von nichtfinanziellen Kennzahlen erkannte auch das International Integrated Reporting Council (IIRC), als es im Jahr 2010 gegründet wurde. Das Framework, welches das IIRC im Dezember 2013 veröffentlichte war das erste, dass die Nachhaltigkeitsberichtserstattung in den finanziellen Bericht integrierte. Welche Inhalte in welchem Ausmaß von den Unternehmen angewandt werden, liegen aber in Ihrem Ermessen. Da das IIRC eine private Institution ist, ist sie nicht in der Lage Vorschriften zu erlassen, die rechtlich bindend sind.14

Während das Framework der Global Reporting Initiative (GRI) vor allem in Deutschland angewandt wird, hat sich in den Vereinigten Staaten ein anderes Konzept mehrheitlich durchgesetzt, die Standards des Sustainability Accounting Standards Board (SASB). Diese beschäftigen sich seit dem Jahr 2012 mit der Entwicklung von Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die Standards konzentrieren sich dabei vor allem auf Unternehmen die an der Securities and Exchange Commission (SEC) gelistet sind. Im März 2016 haben 79 unterschiedliche Branchen aus elf verschiedenen Wirtschaftssektoren den vorläufigen Prozess des SASB abgeschlossen.15 Auch in Deutschland entwickelten sich die Regelungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung weiter. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat im Oktober 2011 den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) entwickelt. Die Anwendung des Kodex ist zwar freiwillig, wird aber empfohlen. Die Anwendungsempfehlung bezieht sich dabei in erster Linie auf kapitalmarktorientiere Unternehmen. Der Kodex besteht aus insgesamt zwanzig Kriterien und aus einer Auswahl von Indikatoren, mit deren Hilfe die Nachhaltigkeitsleistungen transparenter und vergleichbarer gemacht werden sollen. Damit kann eine Beurteilung erfolgen inwieweit Nachhaltigkeit im Kerngeschäft der Unternehmen verankert ist. Innerhalb von 2 Jahren haben bereits 43 Unternehmen den Kodex unterschrieben. Die Unternehmen sind Mittelständler, börsennotierte Unternehmen und auch Unternehmen mit Bundesbeteiligung.16 Die bisher größte und verpflichtende Änderung, die die Nachhaltigkeitsberichtserstattung beeinflusst hat, ist die im Jahr 2014 verabschiedete Richtlinie der EU-Kommission. In der Richtlinie wurde festgelegt welche Unternehmen bestimmte Angaben über ihre CSR-Aktivitäten veröffentlichen müssen. Nachdem im Jahr 2001 die EU-Kommission CSR noch als freiwilliges Konzept bezeichnete ist dies ein bedeutender Schritt für die Berichterstattung von nachhaltigen Aspekten.17 Die Umsetzung der Richtlinie erfolgte am 18.04.2017 im Rahmen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes im Bundesgesetzblatt (BGBl.). Die Umsetzung der Richtlinie verursachte damit eine Änderung des Dritten Buches des HGB. So wurden insbesondere die Paragraphen 289 und 315 geändert und um nichtfinanzielle Regulierungsbestrebungen ergänzt. Demnach sind große Unternehmen im Sinne des §367 Abs. 3 Satz 1 seit dem 31.12.2016 zu der Anwendung des CRS-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes verpflichtet und müssen damit eine nichtfinanzielle Erklärung in den Lagebericht aufnehmen, welche Informationen in Bezug auf Umwelt-, Sozial-, und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung enthalten.18

Bei der Veröffentlichung lässt das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz unterschiedliche Optionsmöglichkeiten offen. Die Unternehmen können zuerst einmal wählen, ob sie die nichtfinanzielle Erklärung innerhalb des Lageberichtes veröffentlichen oder einen separaten nichtfinanziellen Bericht veröffentlichen. Wird der nichtfinanzielle Teil im Lagebericht veröffentlicht, so kann der Lagebericht entweder um den nichtfinanziellen Teil ergänzt werden, oder innerhalb des Lageberichts auf die nichtfinanziellen Kennzahlen verwiesen werden, oder vollständig in den Lagebericht integriert werden.19 Wird die Veröffentlichung separat vorgenommen, so kann dies in einem eigenständigen Bericht erfolgen, zu einem anderen Teil des Konzernberichts hinzugefügt werden oder vollständig in einen anderen Teil des Konzernberichts integriert werden. Bei der separaten Veröffentlichung muss auch auf die Zeitspanne der Veröffentlichung geachtet werden. Die Unternehmen sind verpflichtet die Veröffentlichung entweder zeitgleich mit dem Lagebericht vorzunehmen oder spätestens vier Monate nach dem Bilanzstichtag auf der Firmenwebsite öffentlich verfügbar zu machen.20

Die Agentur Kirchhoff Consult AG, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton und die Fachhochschule Wedel führten eine Studie durch, in der die DAX-30 Unternehmen nach ihrer Ausgestaltung des CRS-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes untersucht worden sind. Die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Veröffentlichung eines nichtfinanziellen Berichtes wurden von den Unternehmen voll ausgeschöpft. Die Option den Bericht innerhalb des Lageberichtes zu veröffentlichen nutzten über die Hälfte der DAX-30-Unternehmen. Nur insgesamt vier von ihnen nutzten dabei die Möglichkeit den nichtfinanziellen Bericht ein eigenes Kapitel im Lagebericht zu geben. Fünf Unternehmen integrierten die nichtfinanziellen Kennzahlen vollständig in den Lagebericht. Die andere Hälfte der Unternehmen nahmen die Veröffentlichung des nichtfinanziellen Berichts separat vor. Fünf von ihnen veröffentlichten den nichtfinanziellen Bericht sogar als eigene PDF-Datei, während sechs Unternehmen den Bericht in einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht integrierten. Nicht nur die unterschiedliche Art der Veröffentlichung der Daten kam bei dieser Studie zum Vorschein, sondern auch die inhaltliche Größe der nichtfinanziellen Berichte. Die Berichte haben eine minimale Seitenanzahl von acht Seiten und eine maximale Seitenanzahl von 93 Seiten.21 Dadurch ist es für Anteilseigner und potenzielle Investoren besonders schwierig die nichtfinanziellen Berichte der Unternehmen zu vergleichen, nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Art der Veröffentlichung, sondern auch aufgrund des weit auseinanderklaffenden Umfangs der nichtfinanziellen Berichte.

3.2. Environmental Profit and Loss Account (E P&L)

Für das Geschäftsjahr 2010 veröffentlichte PUMA im Jahr 2011 als erste Firma weltweit eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung. Im Folgenden sollen sowohl die Intention dieser Veröffentlichung, die Erstellung der ersten E P&L und deren Ergebnisse herausgestellt werden. Die Daten hierfür stammen aus der erstmals veröffentlichten Version der E P&L von PUMA aus dem Jahre 2011. Im Vorwort der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung erklärt PUMA‘s Executive Chairman Jochen Zeitz wie es zu der Entwicklung dieser neuartigen Form der Gewinn- und Verlustrechnung gekommen ist. Bereits 1999 versuchte PUMA mithilfe von einigen nachhaltigen Initiativen die negativen ökologischen Auswirkungen zu minimieren. Ende 2009 setzte sich PUMA sodann ehrgeizige Ziele um ihre CO2-Bilanz und andere Emissionswerte bis zum Jahre 2015 um 25% zu reduzieren. Im Rahmen dieser Zielsetzung entwickelte PUMA unter anderem eine umweltfreundlichere Verpackung. Und obwohl all diese Initiativen den negativen ökologischen Einfluss von PUMA minimierten, wollte PUMA noch mehr erreichen. Eine Studie namens „The Economics of Ecosystems and Biodiversity“ (TEEB) inspirierte das Unternehmen dazu den ökologischen Einfluss messbar zu machen. Jochen Zeitz entschied, dass das Projekt nur dann Sinn machen würde, wenn man die neu berichteten Zahlen genauso lesen könnte wie eine traditionelle Gewinn- und Verlustrechnung.22 Damit entstand die Definition der Environmental Profit and Loss Account. „An Environmental Profit & Loss Account is a means of placing monetary value on the environmental impacts along the entire supply chain of a given business.”23

In Zusammenarbeit mit PricewaterhouseCoopers (PwC) und Trucost untersuchte PUMA welche Umweltbereiche das Unternehmen am meisten mit seiner Tätigkeit beeinflusste und fasste diese in insgesamt fünf Umwelteinflüsse zusammen. Diese sind Wasserverbrauch, Treibhausgasemissionen, Landflächennutzung, andere Luftverschmutzung und Abfälle. Zudem musste für jede dieser Einflüsse eine Messgröße bestimmt werden. Der Wasserverbrauch wird in Millionen Kubikmetern, die Treibhausgasemissionen in tausend Tonnen CO2-Äquivalente, Landflächennutzung in tausend Hektar und die Luftverschmutzung und Abfall in tausend Tonnen gemessen. Die Messung der Daten erfolgte aber nicht nur für das gesamte Unternehmen in Summe, sondern wurde aufgeteilt in die einzelnen Bereiche der Lieferkette. Da PUMA den größten Teil ihrer Produktion ausgelagert hat, wurde die Lieferkette in insgesamt fünf Ebenen eingeteilt.24

Die erste Ebene „PUMA Operations“ besteht aus PUMA’s Geschäftsstellen, bestehend aus den Büros, Verkaufsstellen, Lagerhallen, Geschäftsreiseaktivitäten, der Logistik und IT. Die zweite Ebene „Tier 1 Manufacturing“ besteht aus den Produktionsstätten für Schuhe, Kleidung und Accessoires. Die Ebene „Tier 2 Outsourcing“ besteht aus den Produktionsstätten der Außen- und Innensohle, dem Textilzuschnitt und der Kleber- und Farbherstellung. Die nächste Ebene „Tier 3 Processing“ besteht aus den Teilen Ledergerbung, Erdölraffinerie und Baumwollweberein und Baumwollfärbereien. Die letzte Ebene „Tier 4 Raw Materials“ beschäftigt sich hauptsächlich mit der Generierung der Rohsoffe durch Viehzuch, Gummiplantagen, Baumwollfarmen, und Erdölproduktion. Die folgende Abbildung zeigt auf, welche Ebene sich auf welche der zuvor bestimmten Umwelteinflüsse auswirkt und welche Ursache hierfür gefunden werden konnte.25

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung1: Zuordnung von Umwelteinflüssen und Ursache Quelle: in Anlehnung an PUMA Group (Hrsg.) (2011), S.7

Um die Werte der betreffenden Ebenen für die Erstellung der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung zu erhalten wurden nicht nur Daten aus allen Betriebsstätten PUMA’s abgefragt, sondern auch die Lieferanten von PUMA befragt. Einige große Lieferanten wurden zudem beauftragt um weitere Daten zu erheben. Die erhaltenden Daten machen insgesamt 30% der Treibhausgasemissionen, 11% der Luftverschmutzung, 1% der Wassermenge und 55% der Abfallmenge aus. Die restlichen Daten wurden mit Hilfe eines Input-Output Modells von der Firma Trucost modelliert.26

Nachdem die Umwelteinflüsse, Ebenen und Messgrößen bestimmt wurden, mussten die einzelnen Messgrößen noch finanziell bewertet werden, damit der Einfluss auf die Umwelt in Euro dargestellt werden konnte. Hierfür wurden auf der Grundlage von Annahmen unterschiedliche komplexe Berechnungsmethoden angewandt. Aus den Berechnungen entstanden folgende Ergebnisse. Die Treibhausgasemissionen verursachen in Euro 66 Tonnen pro CO2-Äquivalente. Für die Luftverschmutzung ergaben sich gewichtete Werte pro

[...]


1 Vgl. Förster (2008), S. 18ff.

2 Vgl. Hoffmann, Dietsche, Westermann (2015), S. 3.

3 Vgl. Hansen, Schrader (2005), S.373.

4 Vgl Colsman (2012) S. 11.

5 World Commission on Environment and Development (1987).

6 Vgl. Colsman (2012), S. 14.

7 Vgl. Sigloch, Egner, Wildner (2015), S. 35.

8 Vgl. Colsman (2012), S. 44.

9 Vgl. Univ.-Prof. Dr. Wall, Dr. Schröder(Hrsg.) (2009), S. 271.

10 Univ.-Prof. Dr. Wall, Dr. Schröder (Hrsg.) (2009), S. 277.

11 Funk, Rossmanith (Hrsg.) (2017), S. 374.

12 Behncke, Horst, Schlange, Dr. Serfas (2017), S. 21.

13 Behncke, Horst, Schlange, Dr. Serfas (2017), S. 24ff.

14 Funk, Rossmanith (Hrsg.) (2017), S. 84ff.

15 Prof. Dr. Ewelt-Knauer, M.Sc. Schneider, M.Sc. Blaß (2018), S. 1678ff.

16 Rat für nachhaltige Entwicklung (2013).

17 Brink, Schweren (2016), S. 177ff.

18 Prof. Dr. Ewelt-Knauer, M.Sc. Schneider, M.Sc. Blaß (2018), S. 1677ff.

19 Vgl. HGB (1900) §298b Abs. 1; §315b Abs. 1.

20 Vgl. HGB (1900) §289b Abs. 3 Nr. 2; §315b Abs. 3 Nr. 2.

21 Vgl. EQS Group AG (Hrsg.) (2018), S. 3ff.

22 Vgl. PUMA Group (Hrsg.) (2011), Vorwort.

23 PUMA Group (Hrsg.) (2011), S. 2.

24 Vgl. PUMA Group (Hrsg.) (2011) S.6ff.

25 Vgl. PUMA Group (Hrsg.) (2011) S.6ff.

26 Vgl. PUMA Group (Hrsg.) (2011) S.13.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die ökologische Gewinn- und Verlustrechnung von PUMA. Die ökologische Berichterstattung
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Jahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V499476
ISBN (eBook)
9783346044815
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ökologische Berichterstattung, Green Controlling, Nachhaltigkeit Rechnungslegung, CSR Richtlinie, Wissenschaftliches Arbeiten, Quantitative Methoden, Qualitative Methoden
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Die ökologische Gewinn- und Verlustrechnung von PUMA. Die ökologische Berichterstattung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499476

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