Unbestritten ist, dass der Handel sich dauerhaft in einem Wandlungsprozess befindet, der durch den technologischen Fortschritt eine zusätzlich starke Dynamik bekommt. Dieser Einfluss führt zu einer nachhaltigen strukturellen Veränderung der Handelslandschaft sowie zu einer tiefgreifenden Veränderung im Konsumverhalten der Menschen, was wiederum
Auswirkungen auf den Handel zur Folge hat. Immer kürzere Entwicklungszyklen von Technologien und Produkten verschärfen nicht nur den Wettbewerb, sondern führen zukünftig zu einer noch nie da gewesenen Vielfalt an neuen Technologien und technischen Lösungsmöglichkeiten.
Wollen Handelsbetriebe in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben, sollten sie sich mit dem technologischen Einfluss tiefgründiger auseinandersetzen und für sich grundlegende Fragen beantworten. Für die Zukunft gilt es, verstärkt technologische
Kompetenzen für die unternehmerische Existenz aufzubauen, technologische Chancen zu nutzen und Risiken des Scheiterns zu reduzieren. Neben neuen Technologien müssen frühzeitig relevante technologische Trends erkannt, beobachtet und bewertet werden.
Einerseits, um rechtzeitig geeignete Aussagen über ihren zukünftigen Einfluss auf das Unternehmen sowie andererseits deren potenziellen Einsatz im Unternehmen treffen zu können. Mit Hilfe dieser Aussagen können geeignete Handlungsempfehlungen für das strategische Handelsmanagement abgeleitet werden. Bei der Fülle an neu aufkommenden Technologien gilt es, die Technologien zu finden, die den größten Erfolg für den Handelsbetrieb versprechen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
Teil 1 – Technologie im Handel
2 Die Rolle des Technologiemanagements
2.1 Grundlagen
2.1.1 Technologie und Technik
2.1.2 Klassifizierung von Technologien
2.1.3 Das Konzept der Technologielebenszyklen
2.1.4 Management von Technologien
2.1.5 Abgrenzung zu Innovations- und F&E-Management
2.2 Technologiefrüherkennung
2.2.1 Charakteristika
2.2.2 Technologiefrüherkennungsprozess
2.2.3 Betrachtungsobjekte und -bereiche
2.2.4 Informationsbegriff und Quellen
2.2.5 Basisaktivitäten
2.2.6 Methoden der Technologiefrüherkennung
2.3 Technologiemonitoring
2.3.1 Charakteristika
2.3.2 Technologiemonitoring-Prozess und Prozessphasen
2.3.3 Organisatorische Verankerung im Unternehmen
2.3.4 Integration in die Organisationsstruktur des Unternehmens
2.3.5 Methoden des Technologiemonitorings
2.3.6 Technologieradar
2.4 Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) (Exkurs)
2.4.1 Charakteristika
2.4.2 Internettechnologien
2.4.3 Mobile Technologien
2.4.4 Zukunftstechnologien
3 Die Struktur des Handels
3.1 Charakteristika
3.1.1 Einordnung des Handels in die Gesamtwirtschaft
3.1.2 Bereiche des Handels
3.1.3 Handelsbetriebe und ihr wirtschaftliches Umfeld
3.2 Technologischer Wandel im Einzelhandel
3.2.1 Charakteristika
3.2.2 Veränderung der Einzelhandelsstrukturen
3.2.3 Entwicklungstendenzen (Trends)
3.3 Unternehmensführung im Handel
3.3.1 Strategisches und operatives Handelsmanagement
3.3.2 Der Prozess des strategischen Handelsmanagements
3.3.3 Herausforderungen und Konsequenzen
4 Zusammenfassung Teil 1 - Überleitung Teil 2
Teil 2 – Technologieorientierte Früherkennung im Handel
5 Technologische Trends im Handel identifizieren und bewerten
5.1 Das „Retail-Technology-Radar”
5.1.1 Technologiebedarfsprofil
5.1.2 Trendrecherche und Expertenidentifikation
5.1.3 Trendauswertung und Trendanalyse
5.2 Experteninterviews
5.2.1 Identifikation der Experten
5.2.2 Inhalt der Interviews
5.2.3 Erkenntnisse der Experteninterviews
5.3 Innovationsbarrieren
6 Handlungsempfehlung für die Unternehmensführung im Handel
6.1 Der „Retail Technology Approach”- Ansatz
6.1.1 Aufbau des RTA-Ansatzes
6.2.1 Gelebte Unternehmenskultur
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen, technologieorientierten Ansatz zur Früherkennung technologischer Trends im Handel zu entwickeln und zu validieren, um Handelsunternehmen bei der strategischen Zukunftsplanung zu unterstützen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Entwicklung einer praxisnahen Vorgehensweise, wie Technologien identifiziert, bewertet und in die Unternehmensführung integriert werden können.
- Entwicklung eines „Retail-Technology-Radar“ für den Handel.
- Analyse technologischer Trends und deren Auswirkungen auf Handelsstrukturen.
- Konzeption eines „Retail Technology Approach“ zur strategischen Unternehmensführung.
- Untersuchung von Innovationsbarrieren und Umsetzungsstrategien in Handelsunternehmen.
- Methoden-Validierung durch Experteninterviews mit Branchenakteuren.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Charakteristika
Nach Schuh et al. ist die Technologiefrüherkennung ein wesentlicher Teilbereich der strategischen Früherkennung, welcher auch als „Business Intellegence“ bezeichnet wird und stellt die elementare Grundaktivität bzw. Phase der Identifikation des Technologiemanagementprozesses dar. Ziel der Früherkennung ist das rechtzeitige Bereitstellen relevanter Informationen über aktuelle und künftige technologische Veränderungen im gesamten Umfeld des Unternehmens, um potenzielle Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Dieses frühzeitige Erkennen oder Identifizieren von technologischen Potenzialen und Bedrohungen kann dem Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern. (Vgl.: Schuh et al., 2011, S. 14 f)
Zur Unterstützung strategischer Entscheidungsprozesse im Unternehmen ist es von Vorteil eine transparente Informationsbasis zu schaffen. Diese Informationsbasis umfasst die Beschaffung, Analyse und Kommunikation gewonnenen Wissens im Unternehmen. Durch einen systematischen Früherkennungsprozess können Unternehmen die Informationsflut bewältigen und eine belastbare Basis für die Technologieplanung und somit für technologierelevante Entscheidungen schaffen. (Vgl.: Wellensiek, 2015)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den strukturellen Wandel im Handel durch technologischen Fortschritt und definiert das Ziel, einen systematischen Früherkennungsansatz zu konzipieren.
2 Die Rolle des Technologiemanagements: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen zu Technologietypen, Lebenszyklusmodellen und grenzt das Technologiemanagement von F&E- und Innovationsmanagement ab.
3 Die Struktur des Handels: Hier werden die Funktionen des Handels, der technologische Wandel im Einzelhandel sowie Herausforderungen für das strategische Management detailliert analysiert.
4 Zusammenfassung Teil 1 - Überleitung Teil 2: Das Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und schlägt die Brücke zur praktischen Anwendung im zweiten Teil der Arbeit.
5 Technologische Trends im Handel identifizieren und bewerten: Der Praxisteil entwickelt das „Retail-Technology-Radar“ zur Trendidentifikation und präsentiert Ergebnisse aus Experteninterviews.
6 Handlungsempfehlung für die Unternehmensführung im Handel: Hier wird der „Retail Technology Approach“-Ansatz vorgestellt, um die Früherkennung strategisch im Unternehmen zu verankern.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Weiterentwicklung des entwickelten Früherkennungssystems.
Schlüsselwörter
Technologiemanagement, Handel, Technologiefrüherkennung, Technologiemonitoring, Einzelhandel, Retail Technology, Technologieradar, Strategische Planung, Innovation, Digitalisierung, Connected Retail, Innovationsbarrieren, Technologielebenszyklus, Strategisches Management, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines systematischen Ansatzes für eine technologieorientierte Früherkennung innerhalb des Handels, um technologische Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Zentrale Themen sind die Rolle des Technologiemanagements, die Handelsstruktur, technologische Trends im Einzelhandel sowie Methoden zur Früherkennung und strategische Handlungsempfehlungen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist die Konzipierung eines „Retail-Technology-Approach“-Ansatzes, um Handelsunternehmen dabei zu unterstützen, technologische Entwicklungen systematisch in ihre Strategieplanung zu integrieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Der Autor nutzt Literaturanalysen zur theoretischen Fundierung sowie ein „Retail-Technology-Radar“ und Experteninterviews zur praktischen Untersuchung.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Technologiemanagements und der Handelsstruktur sowie einen Praxisteil, der Methoden wie das Technologieradar und Experteninterviews anwendet.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Wichtige Begriffe sind Technologiemonitoring, Digitalisierung, Connected Retail, Innovationsbarrieren und das Retail-Technology-Radar.
Wie unterscheidet sich die ECE von den anderen untersuchten Unternehmen?
Die ECE zeichnet sich durch eine proaktive „geplante Evolution“ und die Bereitschaft zu Risiko-Investitionen in einem „Future Lab“ aus, im Gegensatz zu konservativeren Ansätzen der anderen Unternehmen.
Welche Bedeutung hat das „Retail-Technology-Radar“?
Es dient als visuelles Instrument, um relevante technologische Trends für den Handel zu identifizieren, zu beobachten und deren Anwendungsreife grafisch einzuordnen.
Warum ist eine „gelebte Unternehmenskultur“ so entscheidend?
Der Autor argumentiert, dass ohne eine offene, technologieorientierte Kultur im Unternehmen die besten technischen Früherkennungssysteme nicht erfolgreich in die Strategie implementiert werden können.
- Arbeit zitieren
- André Böhme (Autor:in), 2015, Identifizierung und Bewertung technologischer Trends im Handel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499541