Die Arbeit stellt Studien zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung und Suchterkrankungen vor, um anhand eines modellhaften Beratungsgesprächs die Psychologie des Gesundheitsverhaltens zu analysieren. Selbstwirksamkeitserwartung ist eine subjektiv geprägte Eigenschaft des Menschen, welche ihn veranlasst, eine Handlung durchzuführen oder niederzulegen. Diese Eigenschaft hat Ihren Ursprung in den persönlichen Erfahrungen des jeweiligen Menschen. Wenn man eine ähnliche Situation bewältigen konnte, verfügt man über bestimmte Handlungsstrategien mit deren Hilfe man diese Handlung ausführen kann.
Selbstwirksamkeit ist nicht angeboren, sondern wird individuell durch bewältigte Situationen und Aufgaben erlernt. Sucht betrifft viele Menschen in Deutschland. Mit Suchterkrankungen sind nicht nur die Abhängigkeitserkrankungen gemeint, sondern die Gesamtheit von riskanten, missbräuchlichen und abhängigen Verhaltensweisen in Bezug auf Suchtmittel (legale und illegale) sowie nichtstoffgebundene Verhaltensweisen, Glücksspiel oder pathologischer Internetgebrauch.
Inhaltsverzeichnis
1 SELBSTWIRKSAMKEIT
1.1 Definition Selbstwirksamkeitserwartung
1.2 Befragung zum Thema: spezifische Selbstwirksamkeitserwartung
1.3 Vergleich von zwei Studien zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung
2 SUCHTERKRANKUNGEN
2.1 Alkohol
2.2 Tabak
2.3 Illegale Drogen
3 BERATUNGSGESPRÄCH
3.1 Einordnung der Kundin in ein Modell des Gesundheitsverhaltens und gesundheitspsychologische Ziele in der Intentionsphase
3.2 Gesundheitspsychologische Beratung: Rolle des Beraters und die ersten Schritte
3.3 Gesundheitspsychologisches Beratungsgespräch
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Grundlagen der Selbstwirksamkeit sowie deren Bedeutung für das Gesundheitsverhalten. Ziel ist es, den Prozess der Verhaltensänderung bei Suchterkrankungen zu beleuchten und aufzuzeigen, wie gesundheitspsychologische Beratungsgespräche erfolgreich strukturiert werden können, um Klienten bei der Erreichung ihrer Gesundheitsziele zu unterstützen.
- Grundlagen der Selbstwirksamkeitserwartung und deren Bedeutung für Handlungsentscheidungen
- Analyse stoffgebundener Suchterkrankungen (Alkohol, Tabak, illegale Drogen)
- Anwendung des HAPA-Modells zur Einordnung gesundheitsrelevanten Verhaltens
- Strukturierung und Durchführung von Beratungsgesprächen zur Verhaltensänderung
Auszug aus dem Buch
1.1 Definition Selbstwirksamkeitserwartung
„Selbstwirksamkeitserwartung (oder Kompetenzerwartung) meint die Fähigkeit, die sich eine Person zuschreibt, ein bestimmtes Verhalten auf Grund von bestimmten Handlungsstrategien, über die sie verfügt bzw. nicht verfügt, ausführen oder nicht ausführen zu können“ (Pieter, 2017, S. 126). Bandura verwendete den Begriff „Selbstwirksamkeit“ in seiner sozialkognitiven Lerntheorie und prägt somit einen großen Bestandteil der Psychologie (1986, 1997).
Selbstwirksamkeitserwartung ist demnach eine subjektiv geprägte Eigenschaft des Menschen, welche ihn veranlasst eine Handlung durchzuführen, oder niederzulegen. Diese Eigenschaft hat Ihren Ursprung in den persönlichen Erfahrungen des jeweiligen Menschen, denn wenn man eine ähnliche Situation bewältigen konnte verfügt man über bestimmte Handlungsstrategien mit deren Hilfe man diese Handlung ausführen kann. Selbstwirksamkeit ist nicht angeboren, sondern wird individuell durch bewältigte Situationen und Aufgaben erlernt.
Elemente dieses unbewussten Lernprozesses sind direkte, indirekte und symbolische Erfahrungen und Gefühlserregungen (Pieter, 2017, S.127).
Die direkte Erfahrung aus bewältigten Situationen ist die wichtigste Informationsquelle zum Erwerb von Selbstwirksamkeitserwartung. Die Person ist einer Situation gewachsen und erfüllt diese sehr gut, dadurch erlebt sie die positiven Konsequenzen in Verbindung mit der vorangegangenen Anstrengung. Beispielsweise hat eine Person mit Gelenkproblemen an einem Präventionskurs teilgenommen und erlebt, dass sich ihre Beschwerden durch regelmäßigen Sport eindämmen lassen. Damit es zu einer solchen Beeinflussung der eigenen Selbstwirksamkeitserwartung durch Erfolgs- / Misserfolgserlebnisse kommt, muss die Person jedoch diese (Miss-)Erfolge ihrer eigenen Fähigkeit zuschreiben (Schöne, Tandler, 2017). Diesen Vorgang nennt man Kausalattribution, bei der man zwischen internale und externale Attribution unterscheidet. Die internale Attribution beschreibt die Ursache des Erfolgs von der Person selbst ausgehend und die externale bezeichnet die Ursachenbeschreibung als umweltbedingt (Heider, 1977). Zudem gibt es erfolgs- und misserfolgsorientierte Menschen, deren Einstellung ebenfalls sehr viel Einfluss auf die Handlungsentscheidung hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 SELBSTWIRKSAMKEIT: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Selbstwirksamkeitserwartung, erläutert deren Entstehung durch Lernerfahrungen und vergleicht wissenschaftliche Studien zur praktischen Anwendung.
2 SUCHTERKRANKUNGEN: Hier werden stoffgebundene Suchtformen wie Alkohol, Tabak und illegale Drogen analysiert, Ursachenmodelle wie die „Sucht-Trias“ vorgestellt und aktuelle Präventionsansätze diskutiert.
3 BERATUNGSGESPRÄCH: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Klienten anhand des HAPA-Modells eingeordnet werden und welche Anforderungen an die Rolle des Beraters bei der Durchführung zielorientierter Beratungsgespräche gestellt werden.
Schlüsselwörter
Selbstwirksamkeit, Gesundheitspsychologie, Suchterkrankungen, Alkoholprävention, Tabakkonsum, Illegale Drogen, HAPA-Modell, Verhaltensänderung, Beratungsgespräch, Intentionsphase, Volitionsphase, Gesundheitsmanagement, Sucht-Trias, Kompetenzerwartung, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Grundlagen des Gesundheitsverhaltens, insbesondere mit dem Konzept der Selbstwirksamkeit und der Unterstützung bei Suchterkrankungen durch professionelle Beratung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Selbstwirksamkeitserwartung, den verschiedenen Formen stoffgebundener Sucht (Alkohol, Tabak, Drogen) sowie der Methodik von Beratungsgesprächen in der Gesundheitspsychologie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung der Selbstwirksamkeit und Suchtproblematik sowie die praktische Anwendung durch ein beispielhaftes Beratungsgespräch zur Verhaltensänderung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller psychologischer Theorien sowie der Anwendung des HAPA-Modells (Health Action Process Approach) zur Fallbeispielgestaltung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Selbstwirksamkeit, eine detaillierte Betrachtung von Suchtformen und deren Risiken sowie die methodische Vorbereitung und Durchführung eines Beratungsgesprächs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Selbstwirksamkeit, Suchtprävention, HAPA-Modell, Verhaltensänderung und gesundheitspsychologische Beratung.
Wie definiert die Autorin den Begriff der Selbstwirksamkeit?
Die Autorin stützt sich auf Pieter (2017) und definiert Selbstwirksamkeitserwartung als die Fähigkeit, die sich eine Person zuschreibt, aufgrund eigener Handlungsstrategien ein bestimmtes Verhalten ausführen zu können.
Wie wird das Fallbeispiel "Frau Müller" in das HAPA-Modell eingeordnet?
Frau Müller befindet sich in der motivationalen Phase, da sie den Wunsch zur Gewichtsreduktion äußert, jedoch noch Schwierigkeiten mit der eigenen Selbstwirksamkeit und der Handlungsplanung hat.
Welche Bedeutung hat das "Vierfelder-Schema" für die Beratung?
Es dient dazu, dem Klienten durch eine Kosten-Nutzen-Analyse (Beibehaltung vs. Veränderung) bewusst zu machen, welche Vorteile eine Verhaltensänderung langfristig bietet.
Welche Rolle spielt die Compliance für den Beratungserfolg?
Compliance beschreibt die aktive Mitarbeit des Klienten und seine Eigeninitiative bei der Umsetzung der erarbeiteten gesundheitlichen Empfehlungen, was als Voraussetzung für den Erfolg des Beratungsprozesses gilt.
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- Julia Schmitt (Author), 2018, Selbstwirksamkeit und Suchterkrankungen. Psychologie des Gesundheitsverhaltens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499545