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"Gesundheitssucht" als Radikalisierungstendenz bei Digital Natives auf Basis einer digitalen Singularisierung

Titel: "Gesundheitssucht" als Radikalisierungstendenz bei Digital Natives auf Basis einer digitalen Singularisierung

Hausarbeit , 2019 , 32 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Olivia Mantwill (Autor:in)

Soziologie - Medizin und Gesundheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Arbeit soll sein, einen ersten Überblick über Zusammenhänge zu erstellen und deren Verknüpfungen, Ursachen und Wirkungen auf diese Weise sichtbar werden zu lassen. Die Forschungsfrage lautet daher, inwiefern die hier so betitelte Gesundheitssucht als angenommene Radikalisierungstendenz bei Digital Natives tiefer verankert ist als bei anderen Generationen und wie dieses Phänomen mit auf Digitalisierung basierender Singularisierung zusammenhängen kann.

Das Bild der Singularisierung spielt dabei eine grundlegende Rolle. Nach Reckwitz (2017) ist sie, was in der Forschung bereits als Tatsache gilt, als ein gesamtgesellschaftliches Phänomen spätmoderner, inzwischen digitalisierter Gesellschaften zu betrachten – im heutigen Verständnis vor allem der jungen Generationen der Digital Natives. Neben Themenfeldern wie der Ökonomie, Arbeitswelt, Lebensführung und Politik ist dabei ihm zufolge auch in der Digitalisierung ein umfassender Kulturwandel hin zum singularisierten Lebensstil zu beobachten. Die Annahme ihrer Gültigkeit bildet daher einen der drei Pfeiler meiner Argumentation.

Radikalisierung ist der zweite Begriff, der definiert werden wird und an dieser Stelle kurz umrissen werden muss, um verständlich zu machen, worauf die Arbeit hinausläuft. Wie bereits angedeutet, findet in modernen Gesellschaften gefühlt eine zunehmende Faszination radikaler Denkweisen Anklang. Wie es dazu kommen kann, muss fallabhängig diskutiert werden mit Berücksichtigung von in besonderem Maße beeinflussenden Faktoren. In diesem Fall wird sich auf den digital basierten Vorgang der Radikalisierung hin zur Gesundheitssucht konzentriert, um digitale Einflussnahme und Entwicklungsprozesse zu klären.

Gesundheitssucht ist schließlich das Beispiel, anhand dessen die genannten Prozesse erklärt werden sollen. Zwar ist sie als solche noch nicht offiziell als Krankheit anerkannt, jedoch ist davon auszugehen, dass sie, ebenso wie andere verhaltensgebundene Suchtformen wie Computerspielsucht im Jahr 2019, demnächst anerkannt wird. Hier wird der Begriff als nicht fest definierte, richtungsweisende Formulierung verwendet, die auf gesundheitsschädliche – wenn auch vom Betroffenen selbst als gesundheitsfördernd wahrgenommene – Verhaltensweisen hinausläuft; Näheres dazu wird im Verlauf der Arbeit erklärt. Als Sucht kann diese Verhaltensweise anlehnend bezeichnet werden, da sie die typischen Verhaltensmerkmale einer Verhaltenssucht aufweisen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mediatisierung, Singularisierung und Selbstdarstellung

2.1 Digital Natives und die Mediatisierung

2.2 Singularisierung und Selbstdarstellung

3 Selbstoptimierung und zwanghafte Verhaltensweisen

3.1 Self-Tracking als Beispiel der Selbstoptimierung

3.2 (Gesundheits-)Sucht

4 Prozesse der Radikalisierung

4.1 Abschottung

4.2 Self-Tracking: Von Selbstoptimierung zu Radikalisierung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die sogenannte "Gesundheitssucht" als Radikalisierungstendenz bei Digital Natives verankert ist und wie dieses Phänomen mit der durch Digitalisierung forcierten Singularisierung zusammenhängt.

  • Zusammenhang zwischen Mediatisierung und digitaler Selbstdarstellung
  • Prozesse der Selbstoptimierung und Quantifizierung des Selbst
  • Radikalisierung durch Abschottung und Echokammern
  • Analyse der "Gesundheitssucht" (Orthorexia nervosa) als sozialer Störung
  • Die Rolle des Self-Trackings als technologischer Verstärker

Auszug aus dem Buch

3.1 Self-Tracking als Beispiel der Selbstoptimierung

Das Beispiel des Self-Trackings ist typisch für eine sogenannte Technologie des Selbst, da es dem Einzelnen ermöglicht, mithilfe von Messinstrumenten den eigenen Körper, das Verhalten und je nach App auch das eigene Denken zu verändern mit dem Ziel der Selbstoptimierung. (Neubauer 2016: 12) Technologien des Selbst sind zu verstehen als:

„Technologien (…), die es dem Einzelnen ermöglichen, aus eigener Kraft oder mit Hilfe anderer, eine Reihe von Operationen an seinem Körper oder seiner Seele, seinem Denken, seinem Verhalten und seiner Existenzweise vorzunehmen, mit dem Ziel, sich so zu verändern, dass er einen gewissen Zustand des Glücks, der Reinheit, der Weisheit, der Vollkommenheit oder der Unsterblichkeit erlangt.“ (Foucault 1993: 26)

Dabei kann der Körper aus verschiedenen Sichtweisen betrachtet werden: als unvollkommener Körper, disziplinierter Körper, als Gestaltungs- und Forschungsobjekt, als Ergebnis persönlicher Leistung oder sogar als Maschine (Neubauer 2016: 17 ff). Egal, welches dieser Selbstbilder herangezogen wird oder ob sie kombiniert werden – sie alle suggerieren, dass der natürliche, gesunde Körper an sich nicht gut genug ist und es immer die Möglichkeit oder sogar die Pflicht gibt, ihn weiter zu optimieren, da immer die Gelegenheit zur Verbesserung gegeben ist. Dies legt in anschaulicher Weise dar, wie Technologien des Selbst wie das Self-Tracking oder die im Folgenden thematisierte Quantifizierung zu einer intensiven Form der Selbstoptimierung beitragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Digitalisierung als Strukturwandel der Öffentlichkeit ein und formuliert die Forschungsfrage zur "Gesundheitssucht" als Radikalisierungstendenz bei Digital Natives.

2 Mediatisierung, Singularisierung und Selbstdarstellung: Dieses Kapitel analysiert, wie Digital Natives durch mediatisierte Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken zu Singularisierungsprozessen neigen.

3 Selbstoptimierung und zwanghafte Verhaltensweisen: Hier wird der Übergang von der Selbstdarstellung zur Selbstoptimierung beleuchtet, wobei Self-Tracking als Technologie des Selbst und "Gesundheitssucht" als Form der Verhaltenssucht identifiziert werden.

4 Prozesse der Radikalisierung: Das Kapitel beschreibt, wie Abschottung in Filterblasen und Echokammern zusammen mit Self-Tracking-Praktiken Radikalisierungsprozesse begünstigen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur gesellschaftlichen Radikalisierung durch digitale Selbstoptimierung.

Schlüsselwörter

Digital Natives, Mediatisierung, Singularisierung, Selbstdarstellung, Selbstoptimierung, Self-Tracking, Gesundheitssucht, Orthorexia nervosa, Radikalisierung, Abschottung, Filterblasen, Echokammern, Biohacking, digitale Kommunikation, soziale Netzwerke

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der sogenannten Gesundheitssucht als eine Radikalisierungstendenz bei der Generation der "Digital Natives" im Kontext der zunehmenden Digitalisierung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen Mediatisierung, digitale Selbstdarstellung, Prozesse der Selbstoptimierung (insbesondere Self-Tracking) sowie die Entstehung von Radikalisierung und Abschottung im Internet.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen digitaler Selbstdarstellung und Suchtverhalten zu geben und zu klären, inwiefern Gesundheitssucht als Radikalisierung bei jungen Generationen verankert ist.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf soziologischen Konzepten wie der Mediatisierung und der Gesellschaft der Singularitäten (nach Reckwitz) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil analysiert den Prozess von der digitalen Selbstdarstellung über die Selbstoptimierung (Self-Tracking) bis hin zur Radikalisierung durch Abschottung in Echokammern und Filterblasen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Digitale Singularisierung", "Self-Tracking", "Gesundheitssucht" und "Mediatisierung" geprägt.

Inwiefern unterscheidet die Arbeit zwischen "Digital Natives" und "Digital Immigrants"?

Die Arbeit fokussiert auf die "Digital Natives", da diese mit der digitalen Kultur aufgewachsen sind und eine intensivere soziale Zwanghaftigkeit zur Mediatisierung und damit einhergehender Selbstoptimierung zeigen.

Was genau bedeutet der Begriff "Gesundheitssucht" im Kontext dieser Arbeit?

Die Autorin verwendet den Begriff als soziale Störung, die über klassische Essstörungen wie die Orthorexia nervosa hinausgeht und zwanghafte Fitness- und Optimierungstätigkeiten als Suchtphänomen begreift.

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Details

Titel
"Gesundheitssucht" als Radikalisierungstendenz bei Digital Natives auf Basis einer digitalen Singularisierung
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,3
Autor
Olivia Mantwill (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
32
Katalognummer
V499619
ISBN (eBook)
9783346025784
ISBN (Buch)
9783346025791
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesundheitssucht radikalisierungstendenz digital natives basis singularisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Olivia Mantwill (Autor:in), 2019, "Gesundheitssucht" als Radikalisierungstendenz bei Digital Natives auf Basis einer digitalen Singularisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499619
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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