Rituale in der Grundschule. Einsatzmöglichkeiten und Chancen

Eine empirische Untersuchung


Bachelorarbeit, 2018
55 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Hauptteil

1. Theoretischer Rahmen
1.1 Allgemeine Begriffsklärung
1.2 Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
1.2.1 Regel
1.2.2 Gewohnheit
1.2.3 Ritus
1.2.4 Zeremonie
1.2.5 Brauch
1.3 Rituale aus pädagogischer Sicht
1.4 Rituale im Wandel

2. Rituale in der Schuleingangsphase
2.1 Arten
2.1.1 Rituale für die Schulgemeinschaft
2.1.2 Rituale für die Klassengemeinschaft und den Fachunterricht
2.1.2.1 Verantwortungsrituale
2.1.2.2 Anfangsund Verabschiedungsrituale
2.1.2.3 Ruheund Entspannungsrituale
2.2 Initiierung und Umgang

3. Empirische Untersuchung
3.1 Leitfadengestütztes Experteninterview
3.1.1 Auswahl der Interviewpartner
3.1.2 Aufbau und Inhalt
3.1.3 Vorbereitung und Durchführung
3.1.4 Auswertung
3.1.5 Methodenkritik
3.2 Systematisch teilnehmende Beobachtung
3.2.1 Vorbereitung und Durchführung
3.2.2 Auswertung
3.2.3 Methodenkritik

4. Ergebnis

III Fazit

IV Literaturverzeichnis

V Anhang

I Einleitung

Der Schuleintritt stellt Kinder und Lehrkräfte zumeist vor eine besondere Herausforderung. Der Tagesablauf, die Umgebung, das soziale Umfeld und die Anforderungen wandeln sich grundlegend. Im Kindergarten gefördertes freies, spielerisches Lernen wird abgelöst durch strukturiertes, schulisches Lernen.

Die kindgerechte Bewältigung dieses bedeutenden Entwicklungsschritts bedarf der intensiven Begleitung und Unterstützung durch die Lehrkräfte in der Schuleingangsphase. Lehrkräfte stehen dabei vor der Aufgabe, eine vertraute Lernumgebung zu schaffen, die den Kindern zunehmend selbstständiges Lernen ermöglicht.

Auf der Suche nach geeigneten pädagogischen Methoden, um Kindern die Anforderungen in der Schuleingangsphase zu erleichtern, bin ich während meines berufsorientierenden Praktikums auf das Thema Rituale aufmerksam geworden.

Diese Arbeit beschäftigt sich innerhalb der Fachdisziplin der frühkindlichen Pädagogik mit Ritualen in der Schuleingangsphase, deren Einsatzmöglichkeiten, Wirkungen und Chancen unter der spezifischen Fragestellung: Können Rituale in der Schuleingangsphase den Schulalltag erleichtern? Da diese Thematik bisher nur im geringen Umfang empirisch erforscht wurde und nur wenig wissenschaftliche Literatur hierüber zu finden ist, entschied ich mich für eine empirische Untersuchung.

Um meinem Thema einen theoretischen Rahmen zu geben, werden zunächst eine Begriffsklärung und eine Abgrenzung zu vergleichbaren Handlungsformen vorgenommen. Ein kleiner Exkurs soll zudem die geschichtliche Entwicklung von Ritualen in der Schule aufzeigen. Es wird ein Überblick über die Arten von Ritualen in der Schuleingangsphase gegeben. Danach befasst sich der empirische Teil der Arbeit mit den Erfahrungen von Lehrkräften in der Schuleingangsphase beim Einsatz von Ritualen. Dort werden zunächst die Methoden des leitfadengestützten Experteninterviews sowie die systematisch teilnehmende Beobachtung erläutert und analysiert. Abschließend wird anhand der theoretischen Grundlagen und den Ergebnissen der empirischen Untersuchung ein Fazit gezogen.

II Hauptteil

1. Theoretischer Rahmen

1.1 Allgemeine Begriffsklärung

Das Wort Ritual findet seinen Ursprung im Lateinischen und bezeichnet eine schriftlich festgelegte Ordnung für religiöse Zeremonien (vgl. „Ritual“ auf Duden online). Diese Bedeutung blieb über Jahrhunderte unverändert. Erst Ende des 20 Jahrhunderts entstand eine wachsende Aufmerksamkeit aus verschiedensten Wissenschaftsund Kulturdisziplinen, die sich aus ganz unterschiedlichen Perspektiven mit dem Ritualbegriff beschäftigten (vgl. Brosius 2013, S.13).

Bislang hat sich keine wissenschaftsund kulturübergreifende Definition zum Wort Ritual herausgebildet. Zwischen den unterschiedlichen ritualtheoretischen Ansätzen sind jedoch einheitliche Merkmale zu erkennen, die den Ritualbegriff kennzeichnen. (vgl. Petersen 2001, S. 13; Brosius 2013, S.13)

Demnach werden Rituale allgemein als symbolische, sozial gestaltete und situative Handlungsabläufe bezeichnet, die bestimmten Regeln folgen und so zur Ausdrucksform einer Kultur dienen. Annähernd jede Handlungsbezeichnung existiert auch in Verbindung mit einem Kompositum des Wortes Ritual, wie zum Beispiel Ernteritual, Heilritual, Übergangsritual oder Alltagsritual. So kann man Rituale auch „als eine gesonderte Form menschlichen Verhaltens“ bezeichnen, da sie bewusstes und zielgerichtetes Einwirken des Menschen auf seine Umwelt darstellen. Dabei werden sowohl kognitive und emotionale, als auch psychische und sinnliche Prozesse angesprochen, unabhängig von dessen aktiver oder passiver Teilnahme. Daraus schlussfolgernd sind Rituale immer bewusst durchgeführte Handlungen, trotz einiger unbewusst wirkender Anteile. Symbole und Zeichen innerhalb von Ritualen weisen meist auf den Beginn oder Schluss hin und sind oft durch zusätzliche räumliche Gegebenheiten verstärkt. Weiterhin sind Rituale durch Formalität und Stereotypen charakterisiert, sodass diese größtenteils wiederholbare sowie nachahmbare Handlungen bezeichnen. (vgl. Brosius 2013, S.13ff)

1.2 Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Durch das Fehlen einer allgemein anerkannten Definition, werden oft ähnliche Begrifflichkeiten, die sich auf den ersten Blick nicht direkt voneinander unterscheiden lassen, mit dem Ritualbegriff in Verbindung gebracht. So werden häufig Regel, Gewohnheit, Ritus, Zeremonie und Brauch mit dem Begriff Ritual synonym verwandt. In diesem Abschnitt wird jeder Begriff, durch Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten definiert und so versucht, sie vom Begriff Ritual abzugrenzen.

1.2.1 Regel

Regeln werden eingesetzt, um einen geordneten Ablauf zu schaffen (vgl. „Regel“ auf Duden online). Sie fordern im Unterschied zum Ritual direkt deren Einhaltung, wirken appellierend und dienen der Behebung und Vorbeugung von Missständen. Regeln sind rational und besitzen im Gegensatz zu Ritualen weder Symbolik noch Feierlichkeit. Grund für die häufige Vermischung der Begrifflichkeiten ist deren gleichartige Entstehungsweise. Sowohl Rituale als auch Regeln beginnen mit Absprachen innerhalb einer Gruppe, in der diese eingeführt werden sollen, meist zur Disziplinierung und Regulierung. (vgl. Petersen 2001, S.15)

1.2.2 Gewohnheit

Gewohnheit wird definiert als „häufige und stete Wiederholung“ die zu einer „selbstverständlich gewordenen Handlung, Haltung oder Eigenheit geworden ist“, die „oft nur noch mechanisch oder unbewusst ausgeführt“ wird („Gewohnheit“ auf Duden online). So unterscheidet sich die Gewohnheit durch fehlende Dynamik sowie fehlende Emotionen und durch Unterdrückung jeglicher Alternativen zum Begriff des Rituals (vgl. Petersen 2001, S.16).

1.2.3 Ritus

Ritus wird als eine „Ausübung einer Religion […] bei feierlichen Handlungen“ definiert („Ritus“ auf Duden online). Demnach ist ein Ritus, im Gegensatz zu Ritualen, ein rein religiöser Begriff, der jegliche nicht religiöse Handlungen ausschließt (vgl. Mohnhoff 2007, S.11).

1.2.4 Zeremonie

Als Zeremonie wird eine in bestimmten festen Formen bzw. nach einem Ritus ablaufende feierliche Handlung definiert (vgl. „Zeremonie“ auf Duden online). Bei Zeremonien stehen sichtbare meist religiöse Zeichen und Handlungen im Vordergrund. Beispiele hierfür sind die Taufe oder die Hochzeit. Auch nicht religiöse Handlungen werden heutzutage als Zeremonie bezeichnet, wie die Schuleinführung. (vgl. Mohnhoff 2007, S.12) Die Zeremonie kann man auch als „erstarrtes Ritual“ bezeichnen, da der maßgebliche Unterschied in der fehlenden Dynamik der Zeremonie liegt (vgl. Petersen 2001, S.16).

1.2.5 Brauch

Ein Brauch ist eine überlieferte Gewohnheit, die innerhalb einer Gemeinschaft fest geworden und in bestimmten Formen ausgebildet ist (vgl. „Brauch“ auf Duden online). Meist ist dieser ein Ausdruck von Volkskultur und wird im Verlauf eines Jahres zelebriert, wie Ostern, das Erntedankfest und Weihnachten. Ähnlichkeit zum Ritual besteht in den Merkmalen der Regelmäßigkeit, Wiederholung und darin, dass er nicht allein von einer Person durchführbar ist. Größere Freiräume in der Gestaltung und im Ablauf sowie der geringe manipulative Charakter von Bräuchen, grenzen den Begriff jedoch vom Ritual ab. (vgl. Mohnhoff 2007, S.12)

Durch die Definition und Merkmalsbestimmung der einzelnen Begriffe kann man feststellen, dass die Grenzen der Begrifflichkeiten zueinander fließend und auch nicht eindeutig abgrenzbar sind. Jedoch können anhand einzelner Merkmale Unterschiede zum Begriff Ritual festgemacht werden.

1.3 Rituale aus pädagogischer Sicht

Selbst innerhalb der Pädagogik umfasst der Begriff Ritual eine große Vielfalt an Definitionen, da jeweils unterschiedliche Merkmale in den Mittelpunkt gestellt werden. Meier fokussiert die Wiederholbarkeit von Ritualen und dessen festgelegten Handlungsabfolgen in dem er sagt: „Rituale sind wiederkehrende, gestaltete Handlungen, die in einer gewohnten Ausprägung und Reihenfolge der Bestandteile ablaufen.“ (Meier 1993, S.28). Hinz bezeichnet Rituale hingegen als etwas Sinnliches, Sichtbares, Erfahrbares und Hörbares. „Das Ritual lebt von der Wirklichkeit, der Wiederholbarkeit und von Formen der Partizipation. […] Es benötigt besondere Arrangements oder sogar eigene Räume.“ (Hinz 1999, S.22). Kaiser fasst den Begriff weiter, indem er Rituale aus pädagogischer Sicht an folgenden Kriterien festmacht: 1. Rituale sind feste, durch Wiederholbarkeit geprägte Handlungsmuster und bilden damit ein bestimmtes soziales System. 2. Sie werden interaktiv von mehreren Personen hergestellt und durch eine gemeinsame Leitidee getragen. 3. Rituale heben sich durch ihren besonderen Charakter von Alltagsformen ab. 4. Sie sind an bestimmte szenische Arrangements und gegenständliche Elemente gebunden, die teils festgelegt, teils variabel sind. 5. Rituale sind ganzheitlich angelegt und erhalten durch ihre emotionalen Dimensionen von den beteiligten Personen einen großen Stellenwert zugeschrieben und entwickeln sich so zu einer unver- zichtbaren Form. 6. Durch ihre emotional-symbolische Ebene sind Rituale in ihrer Bedeutung und Wirkung nicht vollständig erklärbar. (vgl. Kaiser 2014, S.5f)

Schlussfolgernd kann man Rituale aus pädagogischer Sicht als feststehende und regelmäßig wiederkehrende Interaktionsund Handlungsmuster im Schulleben bezeichnen. Durch ihren erziehenden Charakter sowie ihre Klarheit und Vorhersagbarkeit, schaffen sie Sicherheit und Geborgenheit, was zur Konstituierung des Klassenund Schullebens beiträgt. Sie regeln das Miteinander, welches zur Unterstützung des Zusammengehörigkeitsgefühls führt und identitätsbildend wirkt. Sie strukturieren den Schulalltag sowie Zeitabläufe, um den Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Verlässlichkeit zu vermitteln. (vgl. Christiani, 2007, S.140f)

1.4 Rituale im Wandel

Im Lauf der Geschichte waren Rituale in der Schule einem ständigen Wandel ausgesetzt. Ihren Ursprung fanden Rituale in traditionellen, kulturellen oder religiösen Handlungen. Von der Neuzeit an bis in das 19. Jahrhundert dienten Rituale vorrangig der Disziplinierung und Bestrafung von Schülerinnen und Schülern. So bekamen zum Beispiel schlechte Schülerinnen und Schüler eine Eselskappe aufgesetzt; als Symbol für ihre Dummheit und als Bestrafung für schlechtes Benehmen waren Schläge üblich. Züchtigung und Drill prägten die Schulgeschichte des frühen 19. Jahrhunderts. Ab dem 19. Jahrhundert besaßen Rituale zunehmend auch militärischen Charakter. In dieser Zeit entstanden viele Rituale die wir heute noch in der Schule vorfinden, wie zum Beispiel das Melden und Sprechen nach Aufruf. Rituale sollten zu dieser Zeit zur allgemeinen Begeisterung für das Militär beitragen. Anfang des 20. Jahrhunderts kam es unter einigen Pädagoginnen und Pädagogen zum Umdenken und zum Beginn der Reformpädagogik. Sie lehnten die zur Bestrafung und Disziplinierung verwendeten Rituale ab und setzten sich für eine kindergerechte Schule ein. So entwickelten Pädagoginnen und Pädagogen, wie zum Beispiel Maria Montessori und Célestin Freinet, neue Methoden und Rituale, die von den Bedürfnissen der Kinder ausgehen sollten und die Gemeinschaftsbildung in den Vordergrund stellten. Dazu sagte Maria Montessori: „Baut Kindern eine aus Orten, Zeiten und Ritualen bestehende Welt; diese bezeichnete Welt wird sie die ersten Wichtigkeiten lehren.“ (Maria Montessori nach Hinz 1999, S.19f). Viele dieser Rituale finden wir heute noch in unseren Schulen, wie zum Beispiel den Morgenkreis, den Klassenrat oder die Freiarbeit. Doch außerhalb von reformpädagogischen Schulen wurde weiter an Disziplinierungsritualen festgehalten. 1933 bis 1945 kam es zum Missbrauch von Ritualen als Machtmittel durch den Nationalsozialismus. Hier wurden nicht nur Lehrpläne, sondern auch Rituale an die Ideologie des Nationalsozialismus angepasst. Hintergrund war es, Kinder schon in der Grundschule so weit wie möglich zu steuern und unkritisch gegen- über der Regierung werden zu lassen. Mit der 68er Bewegung gerieten Rituale dann endgültig in Verruf und man forderte eine Verbannung von Ritualen aus jeglichen Bildungseinrichtungen. (vgl. Mohnhoff 2007, S.20-26)

Dies versuchte die BRD umzusetzen und Rituale kritisch zu hinterfragen, aber die DDR fand große Beliebtheit an Ritualen, wie dem Fahnenapell und den Uniformen der FDJ. Erst ab Ende der 80er Jahre kehrten Rituale mit positivem Verständnis durch Impulse der Reformpädagoginnen und Reformpädagogen in alle Schulen zurück. Bis heute werden Rituale zur Orientierung und Strukturierung des Schulalltags eingesetzt und man gelangte zu einer sinnvollen Auseinandersetzung mit dem Thema Rituale, welche bis heute fortgeführt wird. (vgl. Mohnhoff 2007, S.20-26)

2. Rituale in der Schuleingangsphase

Unter dem Begriff Schuleingangsphase wird der „Unterricht für Schulanfänger nach der Einschulung in die Grundschule“ verstanden, „mit dem für alle Kinder eines Jahrgangs die Schullaufbahn beginnt“ (Toman 2007, S.17). Die Schuleingangsphase umfasst die ersten beiden Grundschuljahre. Pädagogischer Schwerpunkt der Schuleingangsphase ist die Gestaltung des Überganges aus dem Kindergarten, der Familie oder der Vorklasse in die Grundschule. Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler positive Erfahrungen in ihrem neuen sozialen Umfeld Schule sammeln, Freude am Lernen geweckt wird und Interesse für entdeckendes und problemorientierendes Lernen entwickelt wird. (vgl. Toman 2007, S.17)

Für Schülerinnen und Schüler beginnt mit der Schuleingangsphase ein völlig neuer Lebensabschnitt, der durch die Ansprüche des schulischen Umfelds und einer neuen Orientierung und Anpassung auch mit kritischen Erfahrungen verbunden sein kann. (vgl. Toman 2007, S.17) Dabei stellen Rituale ein pädagogisches Instrument dar. Nachfolgend wird nur auf die Rituale eingegangen, die in der Schuleingangsphase von besonderer Relevanz sind.

2.1 Arten

Rituale in der Schuleingangsphase sind vielfältig. Sie werden allgemeingültig für die gesamte Schulgemeinschaft eingeführt oder auch nur im kleinen Kreis, innerhalb eines Klassenverbands oder sie können im Klassenverband von unterschiedlichen Lehrkräften gepflegt werden. Es gibt verschieden Arten von Ritualen, die auf bestimmte Umstände und Situationen angepasst sind.

2.1.1 Rituale für die Schulgemeinschaft

Rituale für die Schulgemeinschaft sind Rituale, die auf allgemeinschulischer Ebene stattfinden und jede Klasse, jede Lehrkraft und auch Eltern betreffen. Durch wiederkommende und allgemeingültige Gemeinschaftsaktionen, geben Rituale der Schule eine grobe Form und Ordnung. Sie helfen, die Schule als Gemeinschaft anzusehen und die Gemeinschaft nach außen zu vermitteln. Lehrkräfte fügen sich in die bestehenden Rituale ein, können sie mitgestalten oder auch neue Rituale zusammen mit der Gemeinschaft entwickeln. Die meisten schulbezogenen Rituale dienen zur Symbolisierung des Jahresverlaufs und beinhalten das Zelebrieren von Festen, wie das Osterbasteln, das Faschingsfest oder das gemeinsame Weihnachtssingen. Weitere schulbezogene Rituale sind der Lesewettbewerb, die Schulzeitung, das Schulforum oder die Patenschaft unter Schülerinnen und Schülern. (vgl. Christiani 2007 S.140)

2.1.2 Rituale für die Klassengemeinschaft und den Fachunterricht

Rituale für die Klassengemeinschaft und den Fachunterricht finden im Gegenteil zu schulbezogenen Ritualen im Klassenverband statt und sind individuell auf eine Klasse abgestimmt. Durch die Flexibilität bieten sie den Schülerinnen und Schülern die Chance, auf die Gestaltung der Rituale Einfluss zu nehmen. Eine besondere Ausprägung der Klassenbezogenen Rituale sind Rituale zur Einleitung, Gliederung und Beendigung des Fachunterrichts. Täglich und im gesamten Tagesverlauf kommen diese Rituale zum Einsatz, zum Beispiel in Situationen wie Konflikten, Unruhe, Phasen hoher Belastung, Festen und zur Gemeinschaftsbildung sowie Aufgabenverteilung innerhalb einer Klasse. (vgl. Christiani 2007, S.140f)

2.1.2.1 Verantwortungsrituale

Grundschülerinnen und Grundschüler möchten eine besondere Stellung oder Aufgabe in der Klassengemeinschaft innehaben, um persönlich für die Klasse bedeutsam zu sein. Daher sind sie zusätzlichen Diensten oder Aufgabenbereichen gegenüber sehr aktivierungsfreudig. Rituale wie Klassendienste oder Klassensprecher sind dadurch bei den Schülerinnen und Schülern sehr beliebt. Ziel dieser Rituale ist frühzeitig Verantwortung zu übernehmen und damit umzugehen, um zum sozialen miteinander beizutragen. Besonders die Einführung von Verantwortungsritualen sollte mit großer symbolischer Betonung erfolgen, um Verantwortung und die damit verbundene Pflicht gegenüber der Klasse zu verdeutlichen und um die Wichtigkeit des Aufgabengebiets für die Gemeinschaft zu betonen. (vgl. Kaiser 2014, S.111) Klassendienste wie Tafeldienst, Milchdienst oder Schuhdienst dienen vordergründig als Mit- tel zur Übung des Umgangs mit Verantwortung. Die Verteilung der einzelnen Dienste kann zu Beginn freiwillig geschehen, sollte aber nach einer gewissen Zeit in ein Rotationsverfahren übergehen, um Ungerechtigkeiten zu vermeiden. (vgl. Kaiser 2014, S.88,111/ Christiani 2007, S.132f) Auch der Klassensprecher ist eine beliebte Aufgabe in der Klassengemeinschaft, die den Schülerinnen und Schülern ein bestimmten Grad an Mitbestimmung und Verantwortung bietet. Dieser wird durch die gesamte Klasse demokratisch gewählt und hat die Aufgabe, die Meinung der Klasse bei Schulversammlungen zu vertreten und innerhalb der Klasse auf Einhaltung der Regeln und Ordnung zu achten. (vgl. Kaiser 2014, S.112)

2.1.2.2 Anfangsund Verabschiedungsrituale

Der Beginn und der Abschluss bilden den Rahmen um eine Unterrichtsstunde und enthalten wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Für Schülerinnen und Schüler ist es wichtig einen deutlichen und gemeinsamen Anfang und Schluss im Unterricht zu haben. Dies dient zur Strukturierung des Schultages und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Die bekanntesten und an den meisten Schulen etabliert sind die Schulglocke oder andere akustische Zeichen, das Aufstehen zum Unterrichtsbeginn, ein Gruß, Lied, Gedicht oder Spiel. Zu den meist empfohlenen Anfangsritualen in der Grundschule zählt der Morgenkreis, der zur Darstellung des Übergangs von Freizeit zum Schulalltag dient. (vgl. Kaiser 2014, S.60f, 62ff)

2.1.2.3 Ruheund Entspannungsrituale

Die Schule ist ein Ort, indem viele Menschen aufeinandertreffen und dadurch eine lebhafte Atmosphäre entsteht. Diese kann nicht nur für Lehrinnen und Lehrer, sondern auch für Schülerinnen und Schüler zur Belastung werden. Gerade nach der Hofpause oder nach kognitiv anspruchsvollen Unterrichtseinheiten ist es wichtig, Ruheund Entspannungsrituale durchzuführen. Diese dienen zum Abbau der Hektik, zum geistigen Sammeln und Erfrischen sowie der gezielten Herbeiführung eines entspannten Zustandes. Der Einsatz kann regelmäßig oder bei Bedarf auch individuell geschehen. Beispiele für Ruheund Entspannungsrituale sind das Hören von Musik, eine Fantasiereise, das Streichelspiel, das Vorlesen von Geschichten oder Malen nach Musik. (vgl. Kaiser 2014, S.81, 120, 140f)

2.2 Initiierung und Umgang

„Rituale können spontan entstehen, sich verfestigen […] und wandeln.“ (Petersen 2001, S.18). Sie stehen unter ständigem Einfluss aller Beteiligten und nehmen erst mit der Zeit gültige Züge an. Die meisten Rituale werden von den Lehrkräften aus Lehrbüchern oder von Kollegen übernommen oder auch selbstentwickelt. (vgl. Petersen 2001, S.18)

Vor der Initiierung von Ritualen ist es wichtig, mögliche Probleme oder Schwierigkeiten herauszufiltern, um diesen entgegenwirken zu können. Auch müssen Rituale immer begründbar sein bezüglich Einsatz, Ablauf und Wirkungsweise. Rituale in der Schuleingangsphase werden durch die Lehrkraft vorgeschlagen und mit den Kindern gemeinsam eingeführt und geübt. Dabei ist es wichtig die Bedeutung der Rituale, die Rolle der Schülerinnen und Schüler und das zu erwartende Verhalten zu vermitteln. Der Ablauf sowie verwendete Symbole müssen nachvollziehbar für die Schülerinnen und Schüler sein. Bei manchen Ritualen ist ein Requisit wie ein Erzählstein oder Glocke nötig, bei einigen sogar räumliche Anpassungen wie zum Beispiel beim Morgenkreis. Nach einer gewissen Probezeit kann die Lehrkraft über Fortsetzung, Veränderung oder Abschaffung des Rituals entscheiden. (vgl. Petersen 2001, S.18)

Rituale für die Schulgemeinschaft werden durch die Schule vorgegeben und müssen von Lehrerinnen und Lehrern übernommen werden. Rituale für die Klassengemeinschaft oder im Fachunterricht sind für die Lehrkraft frei wählbar und können auch von den Schülerinnen und Schülern mitgestaltet und beeinflusst werden. Wichtig ist, dass klassenbezogene Rituale nicht im Gegensatz zu schulbezogenen Ritualen stehen, sondern mit dem allgemeinen Schulleben vereinbar sind. Rituale benötigen eine hohe Aufmerksamkeit in der Durchführung sowie eine ständige Überprüfung der Wirksamkeit und Akzeptanz durch die Lehrkraft. Sie können nur ihre Wirkung bezüglich Sicherheit und Struktur entfalten, wenn sie immer auf dieselbe Weise und in gewisser Regelmäßigkeit durchgeführt werden. (vgl. Christiani 2007, S.140f)

3. Empirische Untersuchung

Im Rahmen von empirischen Untersuchungen soll nun die Fragestellung bearbeitet werden: Können Rituale in der Schuleingangsphase den Schulalltag erleichtern?

Empirische Untersuchungen sind Methoden der empirischen Sozialforschung, „die einen bestimmten Ausschnitt der sozialen Welt beobachten, um mit diesen Beobachtungen zur Weiterentwicklung von Theorien beizutragen“ (Gläser 2009, S.24). Abhängig vom For- schungsstand und der Forschungsfrage kommen unterschiedliche Forschungsmethoden zum Einsatz. Neben quantitativen Studien, die sich durch die Erhebung von standardisierten Massendaten mit der Untersuchung von Häufigkeiten und Verteilungen von Handlungen und Einstellungen beschäftigen, ermöglichen qualitative Studien die Identifizierung von Ursachen und Wirkungen durch die Beobachtung eines oder weniger Fälle. (vgl. Gläser 2009, S.26) Um eine möglichst gegenstandsnahe Erfassung der Fragestellung vornehmen zu können, wurde eine qualitative Studie durchgeführt. Die qualitative Studie befasste sich mit der detaillierten und fokussierten Betrachtung der individuell-subjektiven Perspektive von Lehrkräften in der Schuleingangsphase bei der Integration von Ritualen in den Schulalltag.

Die durchgeführten Erhebungsmethoden waren das leitfadengestützte Experteninterview in Verbindung mit der systematisch teilnehmenden Beobachtung. Interview und Beobachtung wurden nur an einer Grundschule durchgeführt. Die Ergebnisse sind daher nicht repräsentativ.

3.1 Leitfadengestütztes Experteninterview

Das Experteninterview wird definiert als eine Untersuchung, „in denen soziale Situationen oder Prozesse rekonstruiert werden sollen“, mit dem Ziel „eine sozialwissenschaftliche Erklärung zu finden“ (Gläser 2009, S.13). Ziel des Experteninterviews ist das Sammeln von besonderem und erfahrungsgestütztem Wissen. Der Experte kann schlussfolgernd als ein Medium betrachtet werden, der über spezialisiertes Sonderwissen verfügt, das nicht allen zugänglich ist und somit einen Wissensvorsprung besitzt, auf den das Experteninterview zielt (vgl. Meuser 2009, S.467). Dies war Entscheidungsgrundlage für die Auswahl dieser Erhebungsmethode, da zur Beantwortung der Forschungsfrage Wissen generiert werden muss, über welches nur Experten, in diesem Fall Lehrkräfte verfügen. Unter leitfadengestützt werden Interviews verstanden, die sich mit einem bestimmten Themenkomplex beschäftigen und mit einer vorgefertigten Frageliste, dem Leitfaden, arbeiten. Dieser enthält Fragen, die in allen Interviews gestellt werden, wobei Frageformulierung und Reihenfolge variabel sind, um so den Gesprächsverlauf an die befragte Person anpassen zu können. (vgl. Gläser 2009, S.42) Grund für die Interviewart waren Flexibilität und Offenheit, die einen natürlichen Gesprächsverlauf ermöglichten. Die befragte Person verfügt somit über einen freien Antwortspielraum und die Möglichkeit den Verlauf des Interviews mitzugestalten.

3.1.1 Auswahl der Interviewpartner

Um eine ausreichende Menge an Daten zu generieren ohne den Rahmen der Bachelorarbeit zu sprengen, wurde eine Anzahl von drei Lehrerinnen und Lehrern festgelegt. Durch das Thema Schuleingangsphase war die Auswahl auf Lehrkräfte der ersten und zweiten Klasse beschränkt. Dabei war wichtig ein möglichst breites Spektrum an unterschiedlichen Lehrkräften bezüglich Berufserfahrung und Klassenstufen zu erlangen. Kriterien wie das Alter oder das Geschlecht spielten bei der Entscheidung über die Befragten keine Rolle. Kontakt zu geeigneten Lehrkräften konnte durch Kommilitonen hergestellt werden. Diese Lehrkräfte wurden durch eine E-Mail angefragt und über Thema, Ziel und Umfang meiner Hospitation mit anschließendem Interview informiert, die daraufhin eine sofortige Zusage mit Terminvorschlägen schickten. Dabei handelte es sich um drei Lehrerinnen und Lehrer aus derselben Grundschule bestehend aus einer/einem Referendarin/Referendar, einer Lehrkraft mit neun Jahren Berufserfahrung und einer Lehrkraft mit 21 Jahren Berufserfahrung.

3.1.2 Aufbau und Inhalt

Der Leitfaden wurde auf 15 Fragen eingegrenzt, um den zu beanspruchten Zeitrahmen nicht zu sprengen und so Zeit für Nachfragen oder detaillierte Ausführungen des Experten zu ermöglichen. Die Fragetypen setzten sich zusammen aus Erzählanregungen und Fragen nach Erfahrungen, Wissen, Hintergründen und Meinungen (vgl. Gläser 2009, S.123). Der Interviewleifaden untergliederte sich in allgemeine Angaben, einer Einleitung und anschließenden sechs Themenkomplexen zu Begriffsklärung, Einsatz, Initiierung, Nutzen und Zielen von Ritualen, der Schülerperspektive sowie der Lehrerperspektive und den eigenen Erfahrungen und Meinungen zu Ritualen.

Zum Einstieg in das Interviewthema wurde nach persönlichen Erfahrungen mit Ritualen aus der eigenen Schulzeit gefragt. Der Einstieg diente dazu, die Interviewten an das Thema heranzuführen. Als erster Themenkomplex folgte die Begriffsklärung, die als Wissensfrage (vgl. Gläser 2009, S.123) formuliert wurde, indem der Experte zu einer Definition von Ritualen, anhand von Merkmalen kommen sollte. Nachdem nun geklärt wurde, was der Interviewte unter Ritualen verstehe, schlossen sich vier Fragen zum zweiten Themenkomplex, dem Einsatz von Ritualen, an. Hiermit sollte die Häufigkeit des Einsatzes und die dabei verwendeten Arten von Ritualen sowie der Einsatz bezogen auf Schulstufe und Situation erfragt werden. Diese wurden als Hintergrundfragen formuliert, da hier Informationen erfragt wurden, die das eigene Erleben zum Gegenstand hatte (vgl. Gläser 2009, S.123). Der dritte Themenkomplex beschäftigte sich mit der Initiierung von Ritualen, um zu klären, wie der Interviewte Rituale in eine Klasse einführe. Anschließend folgte der vierte Themenkomplex zu Nutzen und Zielen von Ritualen. Hierbei wurde erst das Vorhandensein eines allgemeinen Nutzens erfragt, um dann bestimmte Ziele bei der Einführung von Ritualen zu ermitteln. Nachfolgend wurde die Meinung des Experten gefordert, welches Ritual seines Erachtens nach den größten Nutzen oder Effekt habe. Abschließend wurde eine Sondierungsfrage zum allgemeinen Nutzen von Ritualen gestellt, um zu erfahren, wem Rituale seiner Meinung nach helfen sollten und stellte dabei die Lehrkraft, das Schulkind und das Unterrichtsgeschehen zur Auswahl. Dieser Themenkomplex zielte durch seine Meinungsfragen auf die Handlungsziele und Motive sowie eine Bewertung des Experten ab. Der nächste Themenkomplex beschäftigte sich mit der Schülerperspektive. Hierbei sollte erfragt werden, wie die Schülerinnen und Schüler mit den Ritualen umgehen würden und wie deren Akzeptanz sei. Der letzte Themenkomplex zielte auf die Lehrerperspektive und die Erfahrungen mit Kollegen im Umgang mit Ritualen ab. Hierbei wurde der Experte durch eine Meinungsfrage befragt, ob man einen Unterschied wahrnehme, wenn in einer Klasse Rituale vorhanden seien oder nicht. Abschließend sollte eine Stellungnahme zur folgenden These bezogen werden: Rituale werden in ihrer Wirkung unterschätz und müssten im Unterricht häufiger zum Einsatz kommen. (vgl. Anlage 1)

3.1.3 Vorbereitung und Durchführung

Die Vorbereitung des Experteninterviews bestand zum einen in der theoretischen Einarbeitung in die Thematik, um die nötige Kompetenz für ein ertragreiches Interview zu erlangen (vgl. Meuser 2009, S.473). Zum anderen wurde der Interviewleitfaden erstellt und die Interviewpartner ausgewählt.

Die Durchführung der Interviews fand im Zeitraum vom 31.01. – 13.02.2018 in drei persönlichen Gesprächen statt. Diese wurden in der Schule nach der regulären Unterrichtszeit durchgeführt. Um eine ruhige und vertrauliche Atmosphäre zu schaffen, wurden die Interviews in leeren Klassenräumen geführt. So konnte jedes Experteninterview ohne Unterbrechungen oder Störungen abgeschlossen werden. Zu Beginn jedes Experteninterviews wurde eine kurze Einleitung gegeben, in dem das Thema dieser Bachelorarbeit sowie Inhalt und Ziel des Interviews erläutert wurden. Anschließend wurde um Erlaubnis für die digitale Tonaufzeichnung gefragt, die alle drei erteilten. Durch die digitale Aufzeichnung war es möglich, die volle Aufmerksamkeit auf das Interview zu lenken, da hierdurch schriftliche Aufzeichnungen während des Interviews bis auf kleine Randnotizen überflüssig wurden. Entstehende Schreibpausen oder Konzentrationsschwierigkeiten konnten so vermieden und ausführliche Antworten der Experten ermöglicht werden. Die Gesprächsdauer eines Interviews lag zwischen neun bis dreizehn Minuten, abhängig von der Ausführlichkeit der Antworten.

3.1.4 Auswertung

Die Auswertung der Experteninterviews erfolgt nach dem Verfahren von Meuser und Nagel (vgl. Meuser 2009, S.476f) auf der Grundlage der angefertigten Transkriptionen. Das Auswertungsverfahren nach Meuser und Nagel gliedert sich nach thematischen Einheiten und inhaltlichen Zusammenhängen, um eine Vergleichbarkeit der einzelnen Interviews zu gewährleisten. Die verbindlichen Stufen des Verfahrens setzten sich zusammen aus Transkription, Paraphrase, Kodierung, thematischer Vergleich, soziologischer Konzeptualisierung und theoretischer Generalisierung. (vgl. Meuser 2009, S.476)

Die Transkription bezeichnet die Niederschrift des audiografisch aufgezeichneten Interviews. In der Stufe der Paraphrase erfolgt die Sequenzierung des Textes nach thematischen Einheiten in der Folge des Gesprächsverlaufs und ohne Verengung der Expertenäußerung. Als Kodierung wird die textnahe Verdichtung des Materials durch das thematische Ordnen der paraphrasierten Abschnitte der einzelnen Interviews benannt. Dies erfolgt textnah und anhand der Terminologie der Interviewten. Dabei können Sequenzen aufgelöst und unterschiedlichen Kodes zugeordnet werden. Im nachfolgenden thematischen Vergleich werden die thematisch vergleichbaren Textabschnitte aus allen Interwies zusammengefügt. Erst ab der Stufe der soziologischen Konzeptualisierung erfolgt die Ablösung vom Text und der Terminologie der Experten. Es kommt zur begrifflichen Gestaltung der Gemeinsamkeiten und Differenzen sowie deren Verdichtung und Spezifizierung. Hier werden erste Aussagen über das Expertenwissen getroffen. Bei der letzten Stufe, der theoretischen Generalisierung, werden abschließend die empirischen Ergebnisse mit wissenschaftlichen Theorien in Verbindung gebracht. (vgl. Meuser 2009, S.476f)

Die Transkription der Experteninterviews zum Thema Rituale in der Schuleingangsphase erfolgte in eigenständiger, schriftlicher Form. Hierbei wurden nur inhaltlich relevante Abschnitte transkribiert und Dialekte sowie Füllwörter überarbeitet. Die Stimmlage, Pausen oder emotionale Reaktionen wurden nur verschriftlicht, wenn sie Auswirkung auf den Inhalt der Aussage hatten. Die interviewende Person wurde durch ein „I“ und die interviewten Lehrkräfte durch „L1“, „L2“ und „L3“ gekennzeichnet, wobei die Zahl nach der zeitlichen Reihenfolge der Interviews vergeben wurde. (vgl. Anhang 2-4) Die Sequenzierung und Kodierung jedes einzelnen Interviews erfolgte nach dem Aufbau des Interviewleitfadens (s.o. S.11). Im thematischen Vergleich wurden die jeweils gleich kodierten Aussagen aller Interviews zusammengeführt. Danach wurden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Aussagen der Interviewpartner herausgearbeitet und bewertet. Schließlich wurde im Ergebnisteil ein generalisierendes Fazit in Verbindung mit den Ergebnissen der systematisch teilnehmenden Beobachtung und den Ausführungen aus dem theoretischen Rahmen gezogen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Rituale in der Grundschule. Einsatzmöglichkeiten und Chancen
Untertitel
Eine empirische Untersuchung
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
55
Katalognummer
V499664
ISBN (eBook)
9783346034588
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rituale, Grundschule, Schuleingangsphase
Arbeit zitieren
Alicia Göthe (Autor), 2018, Rituale in der Grundschule. Einsatzmöglichkeiten und Chancen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499664

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