Die vorliegende Studie analysiert die Sicherheitsstrukturen in Bundesligastadien und zeigt auf, welche Aufgaben Technologie und Mensch übernehmen. Besonders wird untersicht, ob sie klassisch funktionieren oder gemeinsam erfüllt werden, und welche Rolle sie in den Aktionszusammenhängen einnehmen. Das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse dieser Arbeit ist es, Aktionszusammenhänge heterogener Akteure in der Praxis sichtbar zu machen und die Hypothese, dass das Zusammenspiel heterogener Akteure nicht auf unilinearen Wirkungsverhältnissen basiert und komplexe Systeme nur im Zusammenspiel von verschiedenartiger Akteuren funktionieren, zu untersuchen.
In immer komplexer werdenden Systemen von Großveranstaltungen kommt es vermehrt zu auf Mensch und Maschine verteilten, vermischten Aktivitäten. Je nach Grad der Technisierung sind die Technologien befähigt, an Prozessen teilzuhaben und klassische Rollenbilder von funktionierenden Technologien und handelnden Menschen verschwimmen teilweise. Aus verteilten hybriden Aktionszusammenhängen entsteht ein sozio-technisches System, welches nur durch das Zusammenspiel der in ihm agierenden heterogenen Akteure funktioniert. Eingebettet in die Fachdebatte der Techniksoziologie, wie sich Handlungsträgerschaften auf technische und menschliche Instanzen verteilen, wird in dieser Studie anhand des Besuchermanagements deutscher Fußballstadien die passive, aktive, reaktive und instrumentell sowie instruktiv-kommunikative Rolle der digitalen Technologien untersucht.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Crowdmanagement als Herausforderung
- 1.2 Zu klärende Begriffe
- 2. Fachliche Einbettung
- 2.1 Eine Studie im Zeichen der Techniksoziologie
- 2.2 Aktorische Interaktivität
- 3. Methoden
- 3.1 Forschungssetting - ethnografisch und analytisch
- 4. Empirie
- 4.1 Handlungsträgerschaften - 5 Technologien und 3 Aktoriken
- 4.1.1 Passiv
- 4.1.2 Aktiv
- 4.2.3 Reaktiv
- 5. Diskussion
- 6. Fazit
- 6.1 Zwischen neuer und klassischer Rollenverteilung
- 6.2 Erkenntnisse
- 6.3 Ausblick
- 7. Glossar
- 8. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Studie zielt darauf ab, das Zusammenspiel von menschlichen und technischen Akteuren im Besuchermanagement von Fußballstadien zu untersuchen. Sie beleuchtet, wie digitale Technologien in komplexen sozio-technischen Systemen agieren und welche Rolle sie im Rahmen von Handlungszusammenhängen spielen. Die Studie basiert auf der Hypothese, dass das Besuchermanagement ein komplexes System heterogener Akteure ist, das nicht auf linearen Wirkungsverhältnissen beruht.
- Rolle digitaler Technologien im Besuchermanagement
- Verteilte hybride Aktionszusammenhänge
- Sozio-technische Systeme
- Aktorik und Interaktivität
- Distribution von Handlungsträgerschaften
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Forschungsfeld des Besuchermanagements von Fußballstadien vor und zeigt die Herausforderungen auf, die durch den Einsatz digitaler Technologien entstehen. Das Kapitel "Fachliche Einbettung" situiert die Studie im Kontext der Techniksoziologie und analysiert die Interaktivität zwischen menschlichen und technischen Akteuren. Kapitel 3 behandelt die Methoden der Studie, die sowohl ethnografische Feldforschung als auch Dokumentenanalyse umfassen. Kapitel 4 präsentiert empirische Ergebnisse und analysiert die verschiedenen Rollen, die digitale Technologien im Besuchermanagement spielen. Die Diskussion in Kapitel 5 befasst sich mit den Implikationen der Ergebnisse für die sozio-technische Systemgestaltung.
Schlüsselwörter
Die Studie beschäftigt sich mit den Schlüsselbegriffen digitale Technologien, sozio-technisches System, Aktorik und Interaktivität im Kontext des Besuchermanagements von Fußballstadien. Die Analyse untersucht, wie Handlungsträgerschaften auf menschliche und technische Instanzen verteilt werden und welche Auswirkungen dies auf die Organisation und Steuerung von Massenveranstaltungen hat.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein sozio-technisches System im Kontext von Fußballstadien?
Es beschreibt ein komplexes Gefüge, in dem menschliche Akteure und digitale Technologien (Maschinen) gemeinsam Aufgaben im Besuchermanagement erfüllen.
Welche Rollen können digitale Technologien im Besuchermanagement einnehmen?
Technologien können passive, aktive, reaktive sowie instrumentelle oder instruktiv-kommunikative Rollen übernehmen.
Was ist das Ziel der Studie zum Crowdmanagement?
Die Studie untersucht, wie Handlungsträgerschaften auf Mensch und Maschine verteilt sind und wie dieses Zusammenspiel die Sicherheit und Effizienz in Stadien beeinflusst.
Was versteht man unter „hybriden Aktionszusammenhängen“?
Damit sind Aktivitäten gemeint, bei denen die Grenzen zwischen dem handelnden Menschen und der funktionierenden Technik verschwimmen.
Welche methodische Herangehensweise wurde für die Studie gewählt?
Die Untersuchung kombiniert ethnografische Feldforschung (Beobachtung in der Praxis) mit analytischen Methoden der Techniksoziologie.
Warum ist das Zusammenspiel heterogener Akteure nicht unilinear?
Weil komplexe Systeme Rückkopplungen und Interaktionen zwischen Mensch und Technik erfordern, die über einfache Ursache-Wirkungs-Prinzipien hinausgehen.
- Quote paper
- Julia Weber (Author), 2018, Die Entstehung eines sozio-technischen Systems beim Besuchermanagement in Bundesligastadien. Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499684