Wie bringt man Schülerinnen und Schülern Tennis bei? Die Vorhand als Grundschlag


Ausarbeitung, 2016
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung I Thema:

2. Sachanalyse
2.1 Vorhand- ein Grundschlag
2.2 Schlaganalyse- Vorhand seitliche Stellung
2.3 Schlaganalyse-Vorhandoffene Stellung

3. Bedingungsanalyse
3.1 Interne Bedingungsanalyse
3.2 Externe Bedingungsanalyse

4. Ziele der Stunde

5. Methodisch-didaktische Strukturierung

6. Unterrichtspraktische Planung
6.1 Erste Unterrichsstunde
6.2 Zweite Unterrichtsstunde

7. Reflexion

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis 11

1. Einleitung / Thema:

Wer spielt denn heutzutage noch Tennis? ZugegebenermaRen ist es ein bisschen ruhiger und ubersichtlicher um die Sportart Tennis in den letzten Jahren geworden, wenn man es mit den goldenen Jahren des Tennisbooms der 80er und 90er Jahre vergleicht. Da, wo Millionen von Menschen Steffi Graf und Boris Becker dabei zuschauten, wie Steffi Graf den „Golden Slam" gewann und Boris Becker mit der legendaren „Becker-Rolle" die Menschen begeisterte. Leider ist dieser Boom etwas abgeflacht und die Tennisvereine dieser Nation haben mehr und mehr mit Mitgliederschwund zu kampfen. Kinder und Jugendliche kommen nur noch selten von sich aus auf die SportartTennis. Das beklagen zumindest viele Vereinsfunktionare derweil.

Ein Grund dafur ist, dassTennis selten in der Schule unterrichtet wird. Den Schulen fehlt es oftmals an Material und der benotigten Ausbildung um die komplexe Sportart unterrichten zu konnen. Diese Grunde sind nachvollziehbar. Trotzdem gibt es gut entwickelte Programme des Deutschen-Tennis-Bundes, um auch ohneTennisplatz den Schulerinnen und Schuler die SportartTennis zu vermitteln. Hier werden den Schulerinnen und Schuler dann die Grundfertigkeiten und -fahigkeiten des Tennis vermittelt.

Naturlich nimmt dann die Vorhand ein GroRteil der Zeit ein. Dieser Schlag ist ein sogenannter Grundschlag und ist neben der Ruckhand der am Haufigsten angewandte Schlag im Tennis. Er ist der leichtere Schlag von Beiden und eignet sich deshalb besonders gut dafur, einfache Spielformen durchzufuhren.

Die folgende Arbeit ist ein Beispiel dafur, wie man den Grundschlag Vorhand bei Schulerinnen und Schulern einfuhren kann.

2. Sachanalyse

2.1 Vorhand- ein Grundschlag

Wenn man von einer Vorhand spricht, so denkt man automatisch an einen Vorhand- Grundschlag. Da sollte man aber vorsichtig sein, denn eine Vorhand kann beispielsweise auch ein Vorhand-Winner sein Oder ein Vorhand-Angriffsball. Eine Vorhand muss nicht zwangslaufig hinter der Grundlinie als Grundschlag gespielt werden, sondern kann beispielsweise auch mitten im Feld erfolgen. In der folgenden Sachanalyse soil jedoch lediglich der Vorhand-Grundschlag analysiert werden. Dies schlieRt auch den Topspin aus. Es empfiehlt sich auch im Kinder- und Jugendtennis den Topspin erst einzufuhren, nachdem der Vorhand-Grundschlag gefestigt ist und die korperlichen Voraussetzungen fur den Topspin geschaffen wurden.

2.2 Schlaganalyse- Vorhand seitliche Stellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[Abb, 1: Bilderreihe Vorhand Grundschlag, (www.ilias.uni-giessen.de) Danisch, M. Cues fur Schlagbewegungen im Tennis.)

Der Vorhand Grundschlag kann entweder mit der offenen Stellung Oder mit der seitlichen Stellung gespielt werden. Spielt man die Vorhand mit der seitlichen Stellung, so steht das linke Bein vorne (siehe Bilderreihe). Spielt man die Vorhand mit der offenen Stellung, so steht eher das rechte Bein vorne. Im modernen Tennis wird die offene Stellung bevorzugt. Durch die verbesserte Oberkorperrotation ist der Spieler in der Lage den Ball Schneller zu beschleunigen. Es gibt eine Debatte daruber, ob sich die seitliche Oder die offene Stellung fur das Kinder- und Jugendtennis eignet. In unserer Analyse konzentrieren wir uns jetzt als erstes auf die seitliche Stellung, ehe wir in Punkt 2.3 auf die offene Stellung genauer eingehen.

Bild 1: Der Spieler befindet sich in der Ausgangsstellung und reagiert auf den Schlag des Gegners. Interessant ist dabei, dass es Studien gegeben hat, wonach bewiesen wurde, dass Topspieler schon vor dem Treffpunkt des Bailes abschatzen konnen, wohin der Ball und mit welcher Drallart der Ball fliegt. Tennisspieler antizipieren also welcher Schlag gebraucht wird, um den Ball zuruckzuspielen. Der Spieler auf Abbildung 1 befindet sich in der Mitte der Grundlinie mit Blickrichtung zum Gegner. Der Schlager ist in beiden Handen vor dem Korper.

Justus-Liebig-Universitat Giefien Fachbereich 06, Psychologie und Sportwissenschaftlnstitut fur Sportwissenschaft

Kurz vor dem Treffpunkt des Gegners, macht der Spieler einen sogenannten „Split-Step". Einen kurzen Hupfer, um anschlieRend Schneller reagieren zu konnen.

Bild 2+3+4 (Ausholphase): Der Spieler dreht die Schulter nach hinten. Das Korpergewichtwird auf das rechte Bein verlagertund der Schlager wird nach hinten genommen. Die linke Schulter zeigt zum Netz. AuRerdem zeigt der linke Arm in Richtung des ankommenden Bailes.

Bild 5+6+7+8 (Schlagphase): Der Schlager befindet sich am sogenannten Beschleunigungspunkt (Bild 5). Die Vorbereitungs- Oder Ausholphase ist nun abgeschlossen. Von hier aus erfolgt die Zuschlagbewegung. Ab dem Beschleunigungspunkt erfolgt keine Stoppbewegung des Schlagers mehr. Der Schlager schwingt unter dem Ball nach vorne. Dabei geht der Spieler in die Knie und verlagert das Gewicht auf das linke Bein. Wahrend der Schlager nach vorne in Richtung des Bailes schwingt, wird die linke Schulter immer weiter nach hinten verschoben, sodass am Ende des Schlages die rechte Schulter nach vorne in Richtung Netz zeigt. Der Treffpunkt des Bailes liegt vor dem Korper und das Korpergewicht ist auf dem linken Bein.

Bild 9+10 (Ausschwung): Der Schlager schwingt uber die linke Schulter. Das Korpergewicht wird auf dem linken Bein abgefangen. Es kann einen kleineren Sprung mit dem linken Bein geben, je nachdem wie explosiv die Schlagausfuhrung ist. Der Spieler muss sein Gleichgewicht wieder erlangen und auf die Ausgangsposition zuruckfinden. Sobaid der Gegner schlagt, muss der Spieler wieder den „Split-Step" machen um bereit fur den Schlag des Gegners zu sein.

2.3 Schlaganalyse- Vorhand offene Stellung

Wahrend man noch zu Boris Beckers Zeiten lediglich Vorhand aus der seitlichen Stellung gespielt hat, spielt man sie heutzutage fast nur noch in der offenen Stellung. Aus der offenen Stellung kann man wesentlich mehr Topspin und Druck erzeugen, da der gesamte Oberkorper gedreht wird und es eine explosivere Schlagausfuhrung mit Sprung gibt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb, 2 (www.tennismagazin.de): Dieses Bild zeigt deutlich, dass es bei der Vorhand eine offene Stellung gibt. Das linke Bein steht nicht vor dem rechten, so wie bei der seitlichen Stellung, sondern das rechte steht fast parallel zum linken. Der Oberkorper ist nach hinten rotiert, sodass die linke Schulter zum Netz zeigt. Das Korpergewicht wird beim Schlag auf das rechte Bein verlagert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb, 3 (www.tennisfragen.de): Dieses Bild zeigt eine vollstandige Streckung der Beine. Die Verspannung aus Bild 1 (in die Knie gehen, Oberkorperrotation) wird komplett aufgelost und der Spieler trifft den Ball vor dem Korper. Die Hufte und die Schulter sind nahezu auf gleicher Linie. Es kommt zu einer Auflosung der Bewegungskette. Angefangen mit der Streckung der Beine, zum Eindrehen der Hufte bis zur Drehung der Schulter und dem Schlag.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb, 4 (www.tennismagazin.de): Diese Bild zeigt den Ausschwung der Vorhand aus der offenen Stellung. Am Ende der Schlagbewegung ist das Korpergewicht aus dem linken Bein und die rechte Schulter zeigt vollstandig zum Netz. Es erfolgt also eine vollstandige Oberkorperrotation.

3. Bedingungsanalyse

3.1 Interne Bedingungsanalyse

In der letzten Unterrichtseinheit haben sich die Gruppenmitglieder motiviert, sozial und diszipliniert verhalten und gemeinsam die an sie gestellten Bewegungsanforderungen explorativ gelost, sodass in dieser Hinsicht wahrscheinlich keine Interventionen erfolgen mussen. Da die Unterrichtsgruppe aus Sportstudierenden besteht, kann man sagen, dass aufgrund unterschiedlicher Vorerfahrungen und erst einer Praxisstunde inhomogene Voraussetzungen in Bezug auf tennisspezifische Regelkenntnis, Taktik und Techniken gegeben sind, aber sowohl die koordinativen und konditionellen Kompetenzen, als auch die Belastbarkeit homogen gut ausgepragt sind, sodass UnterrichtsmaKnahmen wohl eher im Bereich der technischen Unterstutzung und Korrektur liegen.

Durch unser System der .Level" haben die Studierenden einen Richtwert, wo und in welcher Phase sie sich gerade befinden. Ganz einfach kann man bei einer Gruppe, die die geforderten Level schon erfolgreich gemeistert haben, ein Level weiter nach oben gehen und ihnen eine schwierigere Bewegungsaufgabe geben. Bei etwas schwacheren Studierenden geht man ein Level weiter nach unten, um Basics nachzuholen. Das System der Level eignet sich also gut um binnendifferenziert innerhalb der Gruppe zu arbeiten. Das erweist sich auch als notig, da es wie anfangs erwahnt, eine breite Leistungsspanne innerhalb der Gruppe gibt.

Das klassische Tennistraining, so wie es im Vereinstraining praktiziert wird, hat in der Regel maximal 4 Teilnehmer pro Gruppe. Hier hat der Trainer die Kontrolle uber jeden einzelnen Teilnehmer und kann ihm individuelles Feedback geben. Oftmals wird das Training so gestaltet, dass dieTeilnehmer die Balle aus einem Ballkorb angespielt bekommen ( das sogenannte ..Feeding" Oder ..Drills"). Diese Form des Trainings ist in der Schule bzw. mit so einer groRen Lerngruppe unmoglich. Es mussen deshalb Formen gefunden werden, wo die SuS bzw. Studierenden interaktiv miteinander spielen und sich Sachen selbst erarbeiten. Dieses interaktive Spielen wird in unserer Stunde praktiziert. Die Studierenden werden anfangs daruber aufgeklart, wie die Vorhand-Technik auszusehen hat, ehe sie sich selbst ausprobieren und dem Partner ein Feedback uber deren Bewegung geben. Durch Bilder am Zaun des Platzes bzw. durch ein Plakat, auf dem die Knotenpunkte nochmalgenannt sind, bekommen dieTeilnehmer jederzeit eine Orientierungan der Idealtechnik.

3.2 Externe Bedingungsanalyse

Die Dauer des Unterrichts betragtrund zwei Stunden und die Teamzuteilung der 22 Studierenden erfolgt mithilfevon Karten und durch abzahlen. Wenn eine ungerade Anzahl an Studierenden vorhanden ist und ein Partner vonnoten ist beteiligt sich einer der Referenten innerhalb des Spiel- und Ubungsgeschehen. Weitere benotigte Materialien auRer den Karten sind Tennisballe, Ringe, ein Plakat, Bildreihen, courtgerechtes Schuhwerk und Tennisschlager. Wichtig ist es auch einen zentralen Sammelpunkt zu definieren von dem aus die Instruktionen abgehalten werden um eine moglichst effiziente Ausnutzung der Unterrichtszeit zu gewahrleisten.

Hinsichtlich der Raumnutzung ist zu sagen, dass uns 5 Platze zur Verfugung stehen. Dies ist einerseits ein guter Punkt, wenn man bedenkt, dass 22 Teilnehmer auf Platzen unter gebrachtwerden mussen. Es kann aber auch schwierig werden Instruktionen zu geben, diejeder mitbekommen soil. Hier sollte man Zeichen (z.B ein Pfiff) verabreden, damit die SuS die Balle stoppen, schnell zusammenkommen und zuhoren konnen. Ebenfalls zu beachten ist, dass Tennis ein Freiluftsport ist. So schon dies manchmal sein mag, so gefahrlich kann es aber auch sein. Bei Hitze muss man beispielsweise dafur sorgen, dass die SuS genugend Flussigkeit zu sich nehmen und eine Kopfbedeckung tragen, um einen Sonnenstich zu vermeiden. Der Faktor Wind kann das Spielgeschehen ebenfalls negativ beeinflussen. Selbstverstandlich hat der Regen auch Einfluss auf das Spiel. Bei zu starkem Regen muss der Spielbetrieb unterbrochen werden, da der Platz nicht in der Lage ist viel Wasser aufzunehmen. Nachdem der Regen aufgehort hat, muss mit einem „weichen" Platz zu rechnen sein. Der Zustand des Platzes hatAuswirkungen auf das Sprungverhalten des Bailes. Bei trockenen Bedingungen springt der Ball hoher und Schneller ab und bei nassen Bedingungen springt der Ball tiefer und langsamer ab.

Das Thema der Platzpflege spielt im Tennis ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch in der Schule soil von Anfang an darauf geachtet werden, dass „Abziehen" Oder „Wassern" ein Teilbestand vom Tennisspiel ist. In Deutschland wird groRtenteils auf dem Rotasche-Platz gespielt. In den USA beispielsweise ist der Hardcourt der fuhrende Belag.

4. Ziele der Stunde

In unserer Unterrichtsstunde „Einfuhrung der Vorhandtechnik" werden auRer den sportlich-technischen Lernzielen auch didaktische und soziale Ziele innerhalb der Lerngruppe angestrebt. Diese verschiedenen Lernziele werden im Folgenden weiter beschrieben.

Das Grobziel der Unterrichtsstunde ist das Kennenlernen und Anwenden derTechnik des Vorhand-Grundschlages aus der Sportart Tennis.

Dieses ubergeordnete Lernziel setzt sich jedoch aus verschiedenen Feinzielen innerhalb der Unterrichtsstunde zusammen. Zunachst sollen die SuS theoretisch an die Knotenpunkte der Vorhandtechnik herangefuhrt werden. Durch diese kognitive Erarbeitung konnen die

Lernenden zwischen zwei verschiedenen Schlagtechniken (offene und seitliche Stellung) unterscheiden. AuRerdem erkennen sie Fehlerpunkte und konnen diese bei anderen Teilnehmern erkennen und verbessern. Durch die Kommunikation mit anderen Studenten, werden ebenfalls soziale Kompetenzen, wie z.B. Hilfs- und Kooperationsbereitschaft, sowie Verantwortung und Toleranz erworben. Aus diesem Grund haben wir uns verschiedene Ubungen mit dem Partner bzw. in einer Gruppe ausgesucht.

Auf die Praxis bezogen geht es nicht um eine perfekte Technikdurchfuhrung des Vorhand-Schlags. Aufgrund der zeitlichen Begrenzung und didaktischen Vorzuge in diesem Seminar, sollen die SuS lediglich ein Gefuhl fur die Bewegungsmerkmale erhalten und gegebenenfalls ihre Technikverbessern. Sie sollten wissen, dass derVorhand-Schlag ein grundlegendes Element der Sportart Tennis darstellt. AuRerdem sollten die Lernenden einschatzen konnen, in welcher Situation sie den Vorhand-Schlag anwenden sollten und das der Druckauf den Ball unterschiedlich dosiert werden muss, um verschiedene Distanzen erfolgreich zu uberwinden. Vor allem die unerfahrenen Tennisspieler in diesem Kurs sollten erfahren, wie man einer Lerngruppe in der Schule die Technik des Vorhand-Grundschlages didaktisch sinnvoll vermittelt und welche methodischen Kompetenzen dazu wichtig sind.

Taktisch gesehen sollen die SuS erkennen, dass die Vorhandtechnik zu den grundlegenden Techniken im Tennis zahlt und deshalb auch in der Taktikschulung unabdingbar ist. Bevor man zur Ausbildung bestimmter Taktikmerkmale kommt, sollte man zunachst wissen, wann man den Vor- und Ruckhandschlag benutzt und diesen auch sicher anwenden konnen. 1st der Grundschlag der Vorhandtechnik erlernt, kann man sich auch auf vorteilhafte taktische Merkmale der Vorhandtechnik konzentrieren. Hierzu zahlt der bereits erwahnt „Top-Spin" und der „Slice". Da wir uns jedoch auf den Vorhand-Grundschlag konzentrieren, stehen die taktischen Merkmale zunachst im Hintergrund. Die Lernenden sollten jedoch zur Kenntnis nehmen, dass bestimmte technische Vorhandschlage auch in der Taktikschulung eine groRe Rolle spielen.

Die Studenten sollten somit die benotigten Fertig- und Fahigkeiten der Vorhandtechnik theoretisch erlernen, sodass sie wissen, wie man diese Kompetenzen situationsangemessen, didaktisch und methodisch sinnvoll in der Schule bzw. innerhalb einer heterogenen Lerngruppe umsetzt.

5. Methodisch-didaktische Strukturierung

Im nun folgenden Teil werden die Methoden anhand der unterrichtspraktischen Planung didaktisch erlautert und begrundet.

In der Technikausfuhrung im Tennis ist der Vorhand-Schlag ein entscheidender Faktor. Wie bereits erwahnt, ist die Lerngruppe sowohl in der Schule, aber auch in der Universitat sehr heterogen bezuglich ihrer technischen Vorkenntnisse in diesem Sportspiel. Ziel ist somit nicht die perfekte Ausfuhrung des Schlags, sondern das Kennenlernen der Vorhand-Technik, sowohl das Erlernen von Knotenpunkten und bestimmten Bewegungsmerkmalen.

Daher haben wir uns dafur entschieden, dass wir nach der BegruRung und dem kurzen Ruckblick zu letzter Stunde, den SuS einen groben Uberblick uber das kommende Thema verschaffen. Ein grober Uberblick, d.h. eine Stundenubersicht mit den jeweiligen Ubungsformen, bietet sich in der Weise an, dass die SuS ggf. motivierter bei den einzelnen Ubungen und Spielen agieren. AuRerdem konnen sie sich psychisch schon auf die nachste Phase der Stunde vorbereiten. Ein Ruckblick ist auch in der Schule sinnvoll, damit die Lernenden das bereits Gelernte sichern und man eine optimale Verknupfung mit dem neuen Lerninhalt schafft. Dieser Ruckblick sollte den Lernenden nicht eingetrichtert werden, sondern sie sollten die bereits gelernten Merkmale selbststandig aufzahlen konnen. Somit erganzen sich die SuS gegenseitig und die Lehrkraft muss im optimalen Fall nichts erganzen.

Im Anschluss an die Einstiegsphase folgt die Vorbereitungsphase bzw. das tennisspezifische Aufwarmen. Hierbei wird versucht, durch spielerische Phasen die Muskulatur zu erwarmen und das Herz-Kreislauf-System zu aktivieren. In der Schule sollte man grade in den fruhen Morgenstunden darauf achten, dass die SuS nicht zu fruh sprinten und somit zu schnell an ihre korperlichen Grenzen gehen. Da die Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System zu der Zeit noch nicht vollstandig aktiv sind, kann es zu Verletzungen, aber auch zu Kreislaufstorungen innerhalb der Lerngruppe kommen. Daher sollte versucht werden, dass jederTeilnehmer mit einbezogen wird, die entsprechenden Korperteile bewegt werden und sich an das Spielgerat gewohnt werden kann.

Zu Beginn dieser praktischen Einheit werden die Spiele „Dribbellauf mit Anweisung" und „Reise nach Jerusalem" durchgefuhrt. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, erst nach der Aufwarmphase mit der kognitiven Erarbeitung zu beginnen, damit die Lernenden sich erst ausprobieren konnen und nach der Theoriephase das Gelernte direkt umsetzen konnen.

Bei dem Spiel „Dribbellauf mit Anweisung" bewegen sich alle Teilnehmer mit einem Ball und dem Schlager in einem bestimmten Spielfeld. Voraussetzung ist, dass jeder Spieler den Ball mit der Vorhand leicht nach oben schlagt, ihn einmal auf dem Boden aufkommen lasst, und ihn dann erneut leicht nach oben schlagt. Nun kommt ein weiterer Effekt hinzu, der nicht nur das Ball- und Schlagergefuhl, sondern auch die Koordination und Geschicklichkeit schult. Sobaid sich zwei Studenten treffen, mussen sie sich wahrend dem Dribbeln die Hand geben. Nach ein paar Minuten wird die Schwierigkeit gesteigert und es mussen zweiTeilnehmer gegeneinander „Schnick-Schnack-Schnuck" spielen, sobaid sie aufeinander treffen. Auch bei dieser Variation sollte weiterhin mit dem Tennisball gedribbelt werden. Derjenige Spieler, der die Runde„Schnick-Schnack-Schnuck"verloren hat, muss dribbelnd eine Strafrunde um das angegebene Spielfeld absolvieren.

Das zweite Spiel namens „Reise nach Jerusalem" ist in seiner klassischen Form oftmals bekannt. Bei dieser abgewandelten Form des Spiels laufen die SuS wie in Spiel 1 in einem vorgegebenen Spielfeld dribbelnd umher. Nach einer gewissen Zeit ertont ein Pfiff und alle Teilnehmer mussen so schnell wie moglich in einen Reifen dribbeln. Da immer ein Reifen weniger als Spieler auf dem Spielfeld liegt, kommt es neben den benotigten Schnelligkeits- und Geschicklichkeitsfahigkeiten auch zu einem gewissen Wettkampfgedanken, da immer ein Spieler ausscheidet.

Nach dieser praktischen Aufwarmphase haben wir uns dafur entschieden, mit der kognitiven Erarbeitung der Vorhandtechnik zu beginnen. Zu Beginn dieser Theoriephase dient die Lehrkraft und ein freiwilliger Student als Modell. Diese spielen sich auf einem der Tennisfelder den Ball „Cross", d.h. diagonal, zu. Die restlichen SuS stehen an der Seitenlinie des Feldes und beobachten die technischen Bewegungsmerkmale. Nach ca. einer Minute tragen die Lernenden die Knotenpunkte auf einem Plakat zusammen. Ziel ist es, dass die SuS eine Bewegungsvorstellung erhalten und die wichtigsten Punkte zur Vorhandtechnik eigenstandig auf dem Plakat erarbeiten. Lediglich fehlende Aspekte werden von der Lehrkraft erganzt. In dieser theoretischen Erarbeitungsphase kommt es ebenfalls zu eine sozialen Interaktion innerhalb der Studenten.

Nachdem die SuS nun eine theoretische Bewegungsvorstellung erhalten haben und auch die wichtigsten Knotenpunkte der Vorhandtechnik erfahren haben, wird die Technik nun in den kommenden Ubungen praktisch angewandt.

In dieser Ubungsphase kommt es zum Ausprobieren und Uben derVorhandtechnikin 2er bzw. 4er Gruppen. Innerhalb dieser Kleingruppen werden vier verschiedene Technikubungen mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen vorgestellt. Hier geht es nach dem Prinzip „vom Leichten zum Schwierigen", sodass jede/r Lernende zu Beginn dieser Praxisphase einen Lernerfolg erfahrt und die Technik spielerisch erarbeitet wird. Da jedoch auch erfahrene Tennisspieler an dem Kurs teilnehmen, wird der Schwierigkeitsgrad der Ubungen kontinuierlich erhoht, sodass jederTeilnehmer gefordert und gefordertwird. Wahrend dieserVariationsubungen hangt aufjedem Spielfeld eine kurze Bilderreihe, sodass sich jeder Student bzw. jede Studentin sich die Bewegung nochmal individuell anschauen kann und sich gegebenenfalls selbst verbessert. Nach jeder geschlossenen Technikubung wird die neue Schwierigkeitsstufe von der Lehrkraft vorgestellt und es werden Fehlerbilder angesprochen. Es sollte moglichst versucht werden bei jeder Ubung den Ball „Cross"in das andere Feld zu schlagen. Tennisexperten sollten hierbei den unerfahrenen Tennisspielern helfen und diese verbessern.

Level 1 (Ball-Anwurf): Hier befindet man sich mit 4er Gruppen, welche durch Skatkarten ausgelostwerden, auf einem derTennisfelder. Partner Awirft den Ball 2-3m Meter nachvorne zu Partner B. Dieser schlagt den Ball mit der korrekten Vorhandtechnikauf das andere Feld, wobei Partner C den Ball fangt. Hier wirft Partner C den Ball zu Partner D der den Ball ruber schlagt. Nach zwei Minuten wird gewechselt. Gespielt wird innerhalb des T-Feldes, jedoch konnen Experten als Variation auch von der Grundlinie schlagen.

Level 2 (Ball-Annahme): Hier teilen sich die Lernenden innerhalb der 4er-Gruppe in eine 2er-Gruppe auf. Partner A schlagt den Ball zu Partner B, wobei dieser den Ball annehmen muss und somit die Ubung verlangsamt. Danach lasst er/sie den Ball auf den Boden aufkommen und schlagtihn danach wieder zu PartnerA. Gespieltwird 3-4 Minuten innerhalb des T-Feldes. Auch hier giltals Variation, dass die erfahrenen Tennisspielervon der Grundlinie spielen durfen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Wie bringt man Schülerinnen und Schülern Tennis bei? Die Vorhand als Grundschlag
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V499737
ISBN (eBook)
9783346077240
ISBN (Buch)
9783346077257
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tennis, schule, sport, vorhand, grundschlag, schlaganalyse, wimbledon, Anfänger, anfängerschulung
Arbeit zitieren
Manuel Rothe (Autor), 2016, Wie bringt man Schülerinnen und Schülern Tennis bei? Die Vorhand als Grundschlag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499737

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