Können Fake News auch etwas Positives bewirken? Mit dieser Thematik, insbesondere mit satirischen Fake News, befasst sich die vorliegende Hausarbeit. Im Zusammenhang mit dem Begriff Kommunikationsguerilla möchte sie aufzeigen, wie satirische Fake News helfen können, die Welt zu verbessern. Hierfür wird sich die Hausarbeit nicht nur theoretisch mit den notwendigen Begrifflichkeiten, Methoden und Techniken auseinandersetzten, sondern auch anhand eines Analysebeispiels. Dabei dient die US-amerikanische Aktivistengruppe The Yes Men als Grundlage. Sie betreiben sogenannte Kommunikationsguerilla. Eine ihrer bevorzugten Methoden ist die Verbreitung von satirischen Fake News. Da The Yes Men im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Aktionen geplant und durchgezogen hat, konzentriert sich die Ausarbeitung lediglich auf ihre gefälschte „Special Edition“ von der New York Times. Im Zuge der Arbeit wird folgende Frage geklärt: Inwiefern kann Kommunikationsguerilla, mit Hilfe von satirischen Fake News, seine Ziele erreichen?
Nachrichtenmedien und Falschmeldungen waren schon immer Teil unseres politischen Alltags. Doch seit der aktuelle US-amerikanische Präsident Donald Trump auf der politischen Weltbühne erschienen ist, bekommen sogenannte Fake News verstärkt Aufmerksamkeit. Trump und seine Anhänger verwenden den Begriff gegen Journalisten und Nachrichtenmedien, die ihre Politik kritisieren und wollen sie damit unterdrücken. Somit haben er und seine Mitstreiter dem Begriff Fake News eine neue Dynamik und Eigenbegrifflichkeit verliehen. Das Internet und die sozialen Netzwerke verstärken diese Effekte. Dabei ist die Entwicklung und Anwendung des Begriffes besorgniserregend, denn es entsteht eine zunehmende globale Vertrauenskrise in Politik und Nachrichtenmedien.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verständnis von Fake News
3 Satirische Fake News
3.1 Definition von Satire
3.2 Satirische News und deren Bedeutungszuwachs
3.3 Definition von Satirische Fake News
4 Kommunikationsguerilla
4.1 Das Verständnis von Kommunikationsguerilla
4.2 Grundprinzipien der Kommunikationsguerilla
4.3 Kommunikationsguerilla und der Fake
5 The Yes Men und die Special Edition von The New York Times
5.1 Über The Yes Men
5.2 Vorgehensweise von The Yes Men
5.3 The Yes Men – „Special Edition“ von The New York Times
5.4 Analyse von Special Edition von The New York Times
5.5 Kennzeichen von Kommunikationsguerilla
5.6 Satirische Fake News in der „Special Edition“
5.7 Wie reagierten die Menschen und Medien auf The New York Times „Special Edition“?
6 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Kommunikationsguerilla im Zusammenspiel mit satirischen Fake News als Werkzeug zur gesellschaftlichen Kritik und Mobilisierung, wobei die Aktivistengruppe The Yes Men und deren gefälschte New York Times-Ausgabe als zentrales Analysebeispiel dienen.
- Verständnis von Fake News und deren Abgrenzung zu Gerüchten und Fälschungen.
- Theoretische Fundierung von Satire und Kommunikationsguerilla.
- Untersuchung der Methodik und Ziele der Aktivistengruppe The Yes Men.
- Analyse der Wirkung und Rezeption der "Special Edition" der New York Times.
Auszug aus dem Buch
5.6 Satirische Fake News in der „Special Edition“
Wie bereits erwähnt, folgt diese Ausgabe von der New York Times den Prinzipien Verfremdung und Überidentifizierung und setzt diese mittels satirischer Fake News um. Nach meinem Verständnis von satirischen Fake News, ist es für ein solches Produkt zentral, zu einem bestimmten Zeitpunkt entlarvt zu werden. So auch bei der „Special Edition“ von The Yes Men. Damit der Betrachter den Betrug nicht unmittelbar entdeckt, kopieren die Macher das Original im Bezug zum Format, Corporate Design und Logo (Überidentifizierung). Betrachtet man die „Special Edition“ von The Yes Men, ist sie vom Original kaum zu unterscheiden. Doch damit die Leserschaft die Fälschung aufdecken kann, setzten die Macher voll und ganz auf den inhaltlichen „Fake“ (Verfremdung). Abgesehen von den verfassten satirischen Artikeln haben The Yes Men auch das Motto der Originalausgabe für ihre Zwecke verändert. Während die echte Tageszeitung mit dem Motto „All the News, That Fit to Print“ gedruckt wird, hat The Yes Men es in „All the News we Hope to Print“ geändert. Nicht nur, dass die Zeitung kostenlos ist („Free“), sondern auch das futuristische Datum („New York, Saturday, July 4, 2009“) sollte die Lesenden verwundern, denn die Zeitung wurde bereits im November 2008 verteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Themas in Zeiten globaler Vernetzung und die Formulierung der Forschungsfrage zur Wirksamkeit von satirischen Fake News im Rahmen der Kommunikationsguerilla.
2 Verständnis von Fake News: Differenzierung des Begriffs Fake News von Fälschungen und Gerüchten im Kontext des aktuellen politischen Diskurses.
3 Satirische Fake News: Definition von Satire und Analyse des wachsenden Bedeutungszuwachses satirischer Nachrichtenformate als Mittel zur Gesellschaftskritik.
4 Kommunikationsguerilla: Theoretische Einordnung der Kommunikationsguerilla und ihrer zentralen methodischen Prinzipien wie Verfremdung und Überidentifizierung.
5 The Yes Men und die Special Edition von The New York Times: Detaillierte Darstellung der Strategie von The Yes Men anhand ihres konkreten Fallbeispiels der gefälschten New York Times-Ausgabe.
6 Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse mit der Erkenntnis, dass satirische Fake News zwar nicht die Welt retten, aber wichtige Impulse für den gesellschaftlichen Diskurs setzen können.
Schlüsselwörter
Kommunikationsguerilla, Satire, Fake News, The Yes Men, New York Times, Medienaktivismus, Verfremdung, Überidentifizierung, Gesellschaftskritik, Politik, Meinungsbildung, Demokratie, Rezeption, Journalismus, Täuschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Zusammenwirken von Kommunikationsguerilla und satirischen Fake News als Aktivismusform am Beispiel der US-amerikanischen Gruppe The Yes Men.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit umfasst die theoretischen Grundlagen von Satire, die Definition und Abgrenzung von Fake News sowie Methoden der Kommunikationsguerilla.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern Kommunikationsguerilla mit Hilfe von satirischen Fake News ihre Ziele erreichen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die durch eine fallbezogene Analyse der „Special Edition“ der New York Times von The Yes Men illustriert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Neben den theoretischen Begriffsklärungen wird insbesondere das Fallbeispiel The Yes Men sowie die mediale Resonanz und die Wirksamkeit ihrer „Sonderausgabe“ untersucht.
Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kommunikationsguerilla, satirische Fake News, The Yes Men, Überidentifizierung und mediale Kritik.
Was unterscheidet das „Fake“ von The Yes Men von einer gewöhnlichen Falschmeldung?
Im Gegensatz zu böswilliger Desinformation zielt das Fake von The Yes Men darauf ab, nach einer gewissen Zeit entlarvt zu werden, um eine kritische öffentliche Debatte anzustoßen.
Wie erfolgreich war die Aktion der „Special Edition“ der New York Times?
Die Aktion erzeugte breite mediale Aufmerksamkeit und erreichte, dass ihr Anliegen im öffentlichen Diskurs thematisiert wurde, auch wenn direkte politische Änderungen ausblieben.
Welche Rolle spielt die „Überidentifizierung“ bei den Aktionen von The Yes Men?
Durch die nahezu identische Kopie von Optik und Corporate Design täuschen die Aktivisten das Publikum zunächst, um dann durch inhaltliche Brüche die Verfremdung und damit die Kritik offenzulegen.
- Citar trabajo
- Jasmin Lehmann (Autor), 2018, Die Effektivität von Kommunikationsguerilla mit satirischen Fake News. Die Aktivistengruppe "The Yes Men", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499814