deutsch:
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen Überblick über die wichtigsten Mechanismen des Bedeutungswandels zu geben, wie Metapher, Metonymie, lexikalische Absorption, Generalisierung und Spezialisierung, kohyponymische Übertragung und analogischer Bedeutungswandel.
Intensivierung und Deintensivierung sind Sekundärprozesse eines Sinnwandels, da sie erst nach einem anderen Bedeutungswandel einsetzen (z.B. metaphorischer Art).
In dieser Arbeit soll auch die Frage beleuchtet werden, inwiefern es sich um Bedeutungswandel handelt, wenn man von Verbesserung und Verschlechterung einer Wortbedeutung spricht.
In der Zusammenfassung soll eine Antwort auf die Frage gegeben werden, ob die Liste aller dieser Mechanismen begrenzt oder erweiterbar ist.
französisch:
Ce mémoire a pour but de donner un aperçu des mécanismes les plus importants du changement sémantique, comme la métaphore, la métonymie, l’absorption lexicale, la généralisation et la spécialisation, le transfert cohyponymique et le transfert analogique. Ce que l’on appelle l’intensification et la désintensification sont des processus secondaires d’un changement de sens puisqu’ils ne commencent qu’après un autre changement sémantique (p.ex. métaphorique). En ce qui concerne l’amélioration et la détérioration du sens d’un mot, on essayera d’élucider la question dans quelle mesure il s’agit là de mécanismes du changement sémantique. Dans la conclusion, une réponse doit être donnée à la question de savoir si la liste de tout ces mécanismes est limitée ou bien étendable.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Bedeutungswandel
3. Funktionsweise von Bedeutungswandel
4. Mechanismen des Bedeutungswandels
4.1 Metapher und Metonymie
4.2 Lexikalische Absorption
4.3 Generalisierung und Spezialisierung
4.3.1 Generalisierung
4.3.2 Spezialisierung
4.4 Kohyponymische Übertragung
4.5 Analogischer Bedeutungswandel
4.6 Intensivierung und Deintensivierung
4.7 Bedeutungsverbesserung und Bedeutungsverschlechterung
5. Zusammenfassung
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das systematische Wirken von Mechanismen hinter dem Bedeutungswandel in natürlichen Sprachen. Dabei wird der Frage nachgegangen, nach welchen Prinzipien sich Wörter semantisch verändern und ob die Liste dieser Mechanismen theoretisch begrenzt oder erweiterbar ist.
- Grundlagen und Definitionen des Bedeutungswandels
- Funktionsweise und Etappen semantischer Innovation
- Klassifizierung wichtiger Mechanismen (Metapher, Metonymie, Absorption)
- Bedeutungserweiterung vs. Bedeutungsverengung
- Die Rolle kognitiver Prozesse und der Theorie der "unsichtbaren Hand"
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Bedeutungswandel ist nicht irgendein Phänomen, mit dem sich die historische Semantik beschäftigt. Es ist ein Phänomen, das eine lebendige Sprache von einer toten, eine natürliche von einer künstlichen unterscheidet. Damit sind Bedeutungswandel unverzichtbar für die Weiterentwicklung einer Sprache. Doch wer entwickelt eigentlich eine Sprache weiter? Jeder einzelne einer Sprachgemeinschaft? Oder führt jede menschliche Sprache ein Eigenleben, das nicht vom menschlichen Willen beeinflusst werden kann? Einerseits kann nicht jeder Einzelne den Wandel seiner Sprache beschleunigen oder aufhalten, selbst wenn er es wollte, andererseits aber ändert sich Sprache nur durch ihren täglichen Gebrauch, der ja wiederum nur von Menschen vollzogen wird. Die Lösung liegt in der Mitte und kann gut durch das Beispiel des Trampelpfades veranschaulicht werden: Ein Trampelpfad entsteht durch häufiges Begehen einer gleichen Wegstrecke, die, neben einer offiziellen und artifiziell erstellten, schneller zum Ziel führen soll. Er ist jedoch nicht einfach da, sondern muss zuerst „erfunden“ werden. Dies geschieht meist durch eine Einzelperson oder eine kleine Gruppe, die den Weg als für ihre Zwecke passend empfinden (meistens steckt Energieersparnis dahinter) und ihn als erste beschreiten. Doch erst, wenn auch andere den neuen, „vorgetrampelten“ Weg entdecken und nutzen, entsteht daraus ein Trampelpfad, der, sollte sich seine Nützlichkeit weiterhin bestätigen, schließlich zum „normalen“ Weg neben dem offiziellen werden, ja letzteren sogar an Besucherfrequenz übertreffen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Bedeutungswandels als essentielles Merkmal lebendiger Sprachen ein und illustriert den Prozess der Etablierung neuer sprachlicher Formen anhand des Trampelpfad-Modells.
2. Definition von Bedeutungswandel: Dieses Kapitel differenziert zwischen innovativem und reduktivem Bedeutungswandel und erläutert, wie sich Wortbedeutungen erweitern oder durch den Verlust von Lexien verändern können.
3. Funktionsweise von Bedeutungswandel: Hier wird der Prozess der semantischen Innovation in drei Etappen unterteilt und am Beispiel des Wandels von altfranzösisch "molt" zu "beaucoup" detailliert veranschaulicht.
4. Mechanismen des Bedeutungswandels: Dieses Hauptkapitel analysiert systematisch verschiedene linguistische Prozesse wie Metapher, Metonymie, Absorption, Generalisierung und Spezialisierung als Treiber sprachlicher Veränderungen.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass die Mechanismen des Bedeutungswandels auf universellen kognitiven Übertragungsstrategien beruhen und trotz der Unvorhersehbarkeit im Einzelfall in einem begrenzten System agieren.
6. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die für die Untersuchung herangezogene Fachliteratur auf.
Schlüsselwörter
Bedeutungswandel, Historische Semantik, Sprachwandel, Metapher, Metonymie, Lexikalische Absorption, Generalisierung, Spezialisierung, Semantische Innovation, Kognitive Linguistik, Unsichtbare Hand, Polysemie, Kohyponymische Übertragung, Bedeutungserweiterung, Bedeutungsverengung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Mechanismen, die hinter der Veränderung der Bedeutung von Wörtern in natürlichen Sprachen stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung semantischer Innovationsprozesse, die Funktionsweise von Bedeutungswandel und die Rolle der Sprachgemeinschaft bei der Etablierung neuer Begriffe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die wichtigsten Mechanismen des Bedeutungswandels zu geben und zu prüfen, ob dieses System beliebig erweiterbar oder durch kognitive Faktoren begrenzt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die historische Semantik und kognitiv-linguistische Ansätze, um Sprachwandel anhand von Beispielen aus romanischen Sprachen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Mechanismen wie Metapher, Metonymie, lexikalische Absorption, Generalisierung, Spezialisierung sowie analogischer Bedeutungswandel detailliert definiert und erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Bedeutungswandel, semantische Innovation, kognitive Strategien, Sprachökonomie und die Theorie der unsichtbaren Hand.
Was genau versteht die Arbeit unter dem Begriff "lexikalische Absorption"?
Dabei werden komplexe, häufig verwendete Ausdrücke verkürzt, da der Kontext (der Frame) bereits eine eindeutige Zuweisung ermöglicht, wodurch das Wort an Ökonomie gewinnt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "Bedeutungsverbesserung" und "Bedeutungsverschlechterung" laut Autor problematisch?
Da diese Phänomene meist an andere Mechanismen wie Metonymie oder Generalisierung gekoppelt sind und nur eine subjektive soziale Bewertung darstellen, hält der Autor eine Einstufung als eigenständige Arten des Bedeutungswandels für nicht haltbar.
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- Evelyn Glose (Author), 2005, Mechanismen des Bedeutungswandels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49985