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Handlungsursachen bei Plotin. Das Eine, der Geist und die Seele

Titel: Handlungsursachen bei Plotin. Das Eine, der Geist und die Seele

Hausarbeit , 2019 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Dr.-Ing. Joachim Schwarte (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In den folgenden Kapiteln dieser Arbeit werden zunächst die metaphysischen Grundlagen des Plotinischen Systems zusammengestellt. Das erste Kapitel behandelt die drei Hypostasen, also das Eine, den Geist und die Seele. Im anschließenden zweiten Kapitel wird das Verhältnis dieser Hypostasen zum Sein und zum Denken erörtert. Das dritte Kapitel ist ein Einschub, in dem ein modellartiges Analogon zu Plotins Weltordnung skizziert wird. Die hierbei auftretenden Gegebenheiten werden bezüglich vorliegender Entsprechungen zu den in den ersten Kapiteln dargestellten ontologischen Grundlagen analysiert.

Das vierte Kapitel behandelt den Aufstieg und den Abstieg innerhalb des Systems der Plotinischen Hypostasen und deren Bedeutung für ethische Fragestellungen. Das fünfte Kapitel behandelt kurz die Frage, ob das von Plotin vorgelegte metaphysische System als Ausgangspunkt für die Entwicklung einer besonderen Art von Religion dienen kann oder dienen soll. Abschließend werden die Konsequenzen bzgl. ethischer Aufgabenstellungen, die sich aus der Philosophie Plotins ergeben, noch einmal zusammengefasst.

Plotin ist bereits in den Augen seiner Zeitgenossen ein rätselhafter Mensch, der einerseits sein eigenes Erdenleben mit Geringschätzung betrachtet und eine eigentümliche, teilweise sogar gesundheitsgefährdende Askese betreibt. Andererseits legt er großen Wert auf Verlässlichkeit in seinen Beziehungen gegenüber Schülern, Freunden und Mündeln, die ihm in großer Zahl anvertraut sind.

Manche Autoren vermissen bei Plotin Bezüge zur Ethik und zur Politik, also zu den konkreten praktischen Aspekten der Philosophie, die bei Platon und Aristoteles großen Raum einnehmen, in Plotins schriftlichem Werk aber viel geringeren Stellenwert besitzen. Ob hieraus der Schluss gezogen werden darf, dass Plotin unpolitisch und bzgl. ethischer und moralischer Fragen wenig interessiert ist, muss wegen der bereits oben erwähnten Merkmale seiner Lebensführung bezweifelt werden.

In diesem Zusammenhang ist es auch interessant, dass er sogar kurzzeitig die Absicht verfolgt, den idealen Platonischen Stadtstaat, ein "Platonopolis", auf den Ruinen einer verlassenen süditalienischen Stadt zu errichten. Es muss somit vielmehr davon ausgegangen werden, dass Plotins philosophische Überzeugungen und seine Vorstellungen von guter oder richtiger Lebensführung und auch die Umsetzung dieser Lebensführungsideale in einem sehr engen Zusammenhang zueinanderstehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1 Die drei Hypostasen

2 Das Sein und das Denken

3 Einschub: Ein einfaches Analogon

4 Aufstieg und Abstieg

5 Plotin als Religionsstifter?

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Frage, ob aus Plotins metaphysischen Konzepten der drei Hypostasen notwendige Schlussfolgerungen für eine praktische Philosophie im Sinne einer Ethik oder eines religiösen Verhaltenskodex gezogen werden können, wobei insbesondere die Rolle Plotins als Wegbereiter der philosophischen Theologie kritisch hinterfragt wird.

  • Metaphysische Grundlagen des Plotinischen Systems
  • Struktur und Wechselwirkung der drei Hypostasen (Das Eine, Geist, Seele)
  • Analyse der Aufstiegs- und Abstiegsbewegungen der Seele
  • Untersuchung der ethischen Implikationen für die Lebensführung
  • Kritische Einordnung Plotins als Religionsstifter oder Wegbereiter

Auszug aus dem Buch

3. Einschub: Ein einfaches Analogon

Praktische Beispiele zur Veranschaulichung metaphysischer Zusammenhänge sind in aller Regel unzureichend, da im Zuge der hierbei notwendigen Vereinfachungen meist wesentliche Aspekte ausgegrenzt oder unbeabsichtigte Interpretationen provoziert werden. Selbst jene Beispiele die PLATON selbst zur Veranschaulichung seiner Ideenlehre vorbringt, sind von diesem Mangel nicht sämtlich frei. Dennoch wird im Folgenden der Versuch unternommen, das System der Hypostasen und das Verhältnis dieser Hypostasen zum Denken und zum Sein anhand der einfachen Analogie zwischen der realen Welt und der formalisierten Welt eines Brettspiels, wobei speziell das Schachspiel herangezogen wird, zu modellieren.

Das Analogon zu den Einzeldingen und Vorgängen in der sinnlichen wahrnehmbaren Welt ist in diesem Modell das verwendete Spielmaterial, also ein quadratisches Spielbrett und die zugehörigen zweiunddreißig Spielfiguren sowie die Spielzüge, die unter Verwendung dieses Materials im Zuge einer Schachpartie, die gleichsam dem Lebensweg der beteiligten Spieler entspricht, durchgeführt werden. Die Tatsache, dass nun überhaupt eine Partie stattfindet, ist offenbar im Denken der Spieler begründet, deren Aktionsmöglichkeiten durch die Regeln des Spiels festgelegt sind. Jenes Denken, das sich auf eine konkrete Schachpartie bezieht und das ausschließlich in die Ausführung konkreter Spielzüge mündet, entspricht einem Denken auf der Ebene der Seelen-Hypostase. Die der Seelentätigkeit entsprechende Denkvorgänge erwecken somit gleichsam das Spielmaterial zum Leben.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Umbruchsituation zur Zeit Plotins und skizziert die Fragestellung nach der Relevanz seiner metaphysischen Konzepte für die praktische Philosophie.

1 Die drei Hypostasen: Dieses Kapitel erläutert die ontologische Struktur von Plotins System, bestehend aus der Seele, dem Geist und dem Einen als zentralem Fixpunkt.

2 Das Sein und das Denken: Hier wird die philosophische Herleitung der Hypostasen aus dem Platon-Dialog Parmenides sowie die notwendige Strukturäquivalenz von Denken und Sein erörtert.

3 Einschub: Ein einfaches Analogon: Ein Modell basierend auf dem Schachspiel veranschaulicht die komplexen metaphysischen Zusammenhänge der drei Hypostasen durch eine Analogie.

4 Aufstieg und Abstieg: Das Kapitel untersucht die dynamischen Bewegungen innerhalb des Systems, die für ethische Fragestellungen und das Verständnis der Selbstvervollkommnung maßgeblich sind.

5 Plotin als Religionsstifter?: Es wird die Frage diskutiert, ob Plotins Mystik eine religiöse Komponente besitzt oder ob sein System eher als unabhängig von traditioneller Religion zu betrachten ist.

Zusammenfassung: Das Fazit stellt die Bedeutung Plotins als Transformationskünstler der platonischen Lehre dar und unterstreicht die Relevanz seines Modells als ethischer Orientierungsrahmen.

Schlüsselwörter

Plotin, Hypostasen, Das Eine, Geist, Seele, Metaphysik, Aufstieg, Abstieg, Ethik, Philosophiegeschichte, Mystik, Platonismus, Emanation, Trinität, Handlungsursachen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das metaphysische System Plotins und prüft, ob sich daraus zwingende Schlussfolgerungen für eine ethische Praxis oder ein religiöses Handeln ableiten lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Schwerpunkte sind die drei Hypostasen (Das Eine, Geist, Seele), die Beziehung zwischen Denken und Sein, die Dynamik des Auf- und Abstiegs sowie die Frage nach Plotins Rolle in der Religionsgeschichte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, ob Plotins theoretische Metaphysik als Grundlage für eine religiöse dogmatische Ethik dienen kann oder ob sie eher einen weltlichen Verhaltenskodex begründet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, kombiniert mit einer historischen Kontextualisierung und der Entwicklung eines modellhaften Analogons zur Veranschaulichung der Metaphysik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der drei Hypostasen, die Untersuchung der Verbindung von Sein und Denken, ein veranschaulichendes Modell anhand des Schachspiels sowie eine Analyse der ethischen Relevanz von Auf- und Abstiegsbewegungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Plotin, Hypostasen, Das Eine, Metaphysik, Aufstieg/Abstieg, Ethik und Philosophiegeschichte geprägt.

Wie bewertet der Autor Plotins Beziehung zum Christentum?

Der Autor stellt fest, dass Plotin dem Christentum ablehnend gegenübersteht, obwohl seine metaphysischen Konzepte, insbesondere die Lehre der Hypostasen, später von christlichen Theologen als Grundlage für die Trinitätslehre adaptiert wurden.

Welche Rolle spielt das "Schach-Modell" innerhalb der Argumentation?

Das Schach-Modell dient als Einschub, um die abstrakte Hierarchie der Hypostasen – vom Spielmaterial bis zur Regelursache – besser verständlich zu machen und die Notwendigkeit der Transzendenz des Einen zu verdeutlichen.

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Details

Titel
Handlungsursachen bei Plotin. Das Eine, der Geist und die Seele
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Präsenzseminar „Die Bedeutung des Begriffs der Religion im Deutschen Idealismus (Kant, Fichte, Hegel)“
Note
2,3
Autor
Dr.-Ing. Joachim Schwarte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V499989
ISBN (eBook)
9783346031396
ISBN (Buch)
9783346031402
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Plotin Ethik Neuplatonismus Hypostasen das Eine Henologie Metaphysik Ontologie Dreifaltigkeit negative Theologie Emanation Enneaden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr.-Ing. Joachim Schwarte (Autor:in), 2019, Handlungsursachen bei Plotin. Das Eine, der Geist und die Seele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499989
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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