Welche Faktoren tragen dazu bei, dass sich Kinder trotz ungünstiger Lebensumstände stark und Widerstandsfähig entwickeln?Welche Eigenschaften und Fertigkeiten sind es, die diese Kinder haben, um sich positiv und gesund zu entwickeln? Wie kann ich diese Ressourcen in der Praxis stärken und unterstützen? Diesen Fragen soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird ein theoretischer Überblick über das Konzept der Resilienz gegeben, indem erläutert wird, was sich genau darunter verbirgt. Zunächst findet eine ich Auseinandersetzung mit dem Begriff Resilienz statt und näher erläutert. Daran anschließend befasst sich die Autorin mit den Risiko- und Schutzfaktoren der Resilienz. Anschließend wird das Rahmenmodell von Resilienz und das Zusammenwirken von Schutz- und Risikofaktoren kurz zusammengefasst. Danach wird die Kauai-Längsschnittstudie vorgestellt und auf die relevanten Ergebnisse für die Anwendung in der pädagogischen Praxis eingegangen.
Daran Anschließend werden die bekannte Schriftstellerin Astrid Lindgren und ihre Bücher erwähnt. Am Schluss kommt der praktische Teil, der aufzeigen soll, wie in der Tageseinrichtung die Kinder gestärkt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Risikofaktorenkonzept
3.1 Vulnerabilitätsfaktoren
3.2 Risikofaktoren
3.3 traumatische Erlebnisse
4. Schutzfaktorenkonzept
4.1 Schutzfaktoren
4.2 Resilienzmodelle
4.3 Rahmenmodell von Resilienz nach Kumpfer (1999)
5. Die Kauai- Längsschnittstudie von Werner und Smith
6. Stark wie Pippi Langstrumpf
7. Resilienzstärkung im Kindergarten
7.1 Resilienzstärkung auf der individuellen Ebene anhand von Märchen und Geschichten
7.2 Resilienzstärkung Anhand der Geschichte „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe
7.3 Weitere Spiele zur Resilienzförderung
7.4 Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern
8. Bezug auf das aktuelle Projekt „Spielzeugfreier Tag“ in der Kita T.
9. Persönliches Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht das Konzept der Resilienz im Kindergartenalter (3-6 Jahre), mit dem Ziel, pädagogische Ansätze zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Kindern aufzuzeigen und einen Perspektivenwechsel weg von der Defizitorientierung hin zur Ressourcenstärkung zu fördern.
- Theoretische Grundlagen von Risiko- und Schutzfaktoren.
- Die Bedeutung der Kauai-Längsschnittstudie für die Praxis.
- Methoden der Resilienzförderung durch Märchen und Spiele.
- Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern als Unterstützungssystem.
- Praktische Umsetzung des Projekts „Spielzeugfreier Tag“ in der Kindertagesstätte.
Auszug aus dem Buch
7.2 Resilienzstärkung Anhand der Geschichte „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe
An meinem Angebot haben zunächst 7 Kinder im Alter von 5-6 Jahren teilgenommen. Mit meinem Mentor wurde vereinbart, dass ich mein Vorhaben mit den älteren Kindern durchführe und später mit jüngeren Kindern das Buch anschaue.
Zur Geschichte (Zusammenfassung): Das Kinderbuch „Ich bin Ich“ handelt von einem keinen bunten, phantasievollen Wesen, das zunächst glücklich und zufrieden durch die Welt geht. Es freut sich an seiner Umgebung und an der schönen Natur. Bis plötzlich ein Frosch daherkommt und es fragt. Wer es denn sei?“. Auf der Suche nach der Antwort, begegnet es verschiedenen Tieren wie Pferden, Fischen, Nilpferden, Hunden und einem Papagei, die feststellen, dass das bunte Tier anders ist als sie. Dabei erfährt es Zurückweisung, Unfreundlichkeit, Spott aber auch Hilfsbereitschaft. Am Ende der Reise, macht es traurig und verunsichert über sich selbst Gedanken ob es denn „Nur ein keiner, Irgendeiner“ ist und kommt dann selbst zur Erkenntnis: „Ich bin Ich“, es gibt mich nur einmal und genau so, wie ich bin, ist es gut“. Voller Selbstbewusstsein wird es nun auch von den anderen Tieren akzeptiert und angenommen. So freut sich das Tier wieder über die Welt und die Natur.
Die Geschichte ist reich an resilienten Verhalten: Die Hauptfigur ist zunächst einem Konflikt ausgesetzt: Das Wesen sucht nach eigener Identität und erlebt, dass es anders ist als die anderen Lebewesen. Es hat zwar einige Merkmale, von den anderen Tieren wie z.B. die Ohren eines Dackels aber es kann sich mit niemanden identifizieren und die anderen Tiere haben auch keine Idee was es sein könnte. Dennoch lässt sich das Wesen nicht entmutigen (Vertrauen in sich selbst) und versucht selbst nach einer passenden Lösung zu suchen (Kommunikation und Problemlösefähigkeit), zunächst holt es einmal bei den anderen Tieren Hilfe (Handlungsfähigkeit), indem es alle fragt, was es denn sein könnte. Doch leider kann keiner wirklich helfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Bedeutung der Resilienzstärkung im Kindergarten und begründet den fachlichen Perspektivenwechsel von der Defizit- hin zur Ressourcenorientierung.
2. Definition: Das Kapitel erläutert den Resilienzbegriff als dynamischen Prozess der psychischen Widerstandsfähigkeit gegenüber belastenden Lebensumständen.
3. Risikofaktorenkonzept: Es wird definiert, welche Vulnerabilitätsfaktoren, Risikobedingungen und traumatischen Erlebnisse die kindliche Entwicklung beeinflussen können.
4. Schutzfaktorenkonzept: Dieses Kapitel stellt personale und soziale Ressourcen gegenüber, die den Effekt von Risikofaktoren mindern oder beseitigen können.
5. Die Kauai- Längsschnittstudie von Werner und Smith: Die Studie dient als wissenschaftliche Basis, um Erkenntnisse über resiliente Entwicklungsverläufe und die Bedeutung von Bezugspersonen zu gewinnen.
6. Stark wie Pippi Langstrumpf: Die Autorin reflektiert die Rolle von Literatur als Mittel, um Kindern den Glauben an sich selbst zu vermitteln und Akzeptanz zu fördern.
7. Resilienzstärkung im Kindergarten: Das Hauptkapitel beschreibt praktische Ansätze zur Stärkung der Resilienz durch Märchenarbeit, Spiele und die Einbindung der elterlichen Erziehungskompetenz.
8. Bezug auf das aktuelle Projekt „Spielzeugfreier Tag“ in der Kita T.: Hier wird ein konkretes Fallbeispiel aus der Praxis geschildert, bei dem die Kinder durch den Verzicht auf Spielzeug in ihrer Kreativität und Autonomie gestärkt wurden.
9. Persönliches Resümee: Die Autorin reflektiert ihre Erkenntnis, dass Resilienz ein individueller Prozess ist und Erzieher vor allem durch Vorbildfunktion und Ressourcenstärkung unterstützen können.
Schlüsselwörter
Resilienz, Kindergarten, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Resilienzstärkung, Kauai-Studie, Selbstwirksamkeit, Eigenaktivität, Erziehungskompetenz, Identitätsfindung, Pädagogik, Kleinkindalter, Spielzeugfreier Tag, Kind-Umwelt-Beziehung, Ressourcenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Stärkung der Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) bei Kindern im Kindergartenalter, um sie bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die Analyse von Risiko- und Schutzfaktoren, die Bedeutung der Kauai-Längsschnittstudie, der Einsatz von Literatur (z. B. Pippi Langstrumpf) sowie praktische Projekte zur Resilienzförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Blickwinkel pädagogischer Fachkräfte von einer Defizitorientierung hin zu einer stärkenorientierten Begleitung zu verschieben, um das kindliche Potenzial optimal zu entfalten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie der Dokumentation und Reflexion von praktischen Beobachtungen und Angeboten im Kindergartenalltag.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Modelle der Resilienz erläutert, die Ergebnisse der Kauai-Studie diskutiert und methodische Ansätze wie der Einsatz des Buches „Das kleine Ich bin Ich“ oder das Projekt „Spielzeugfreier Tag“ vorgestellt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Resilienz, Ressourcenstärkung, Selbstwirksamkeit, Schutzfaktoren und die Erziehungspartnerschaft zwischen Fachkräften und Eltern definiert.
Welche Rolle spielt die Geschichte „Das kleine Ich bin Ich“ für die Resilienz?
Sie dient als Methode zur Identitätsstärkung, bei der Kinder lernen, sich selbst positiv wahrzunehmen, Unterschiede zu akzeptieren und durch die Geschichte Strategien zur eigenen Bewältigung zu entwickeln.
Wie trägt das Projekt „Spielzeugfreier Tag“ zur Resilienz bei?
Durch den Verzicht auf vorgefertigtes Spielzeug werden die Kinder angeregt, eigene Ideen zu entwickeln, ihre Kreativität zu entfalten und soziale Kompetenzen wie Konfliktfähigkeit in der Gruppe zu üben.
- Citar trabajo
- Katrin Krämer (Autor), 2018, Resilienz von Kindern. Wie kann sie im Kindergarten gestärkt werden?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/499992