Die Entwicklung der Hotellerie in den USA unter besonderer Berücksichtigung der Destination Las Vegas


Seminararbeit, 2005
51 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen des Hotelmanagements
2.1 Der Begriff und Erscheinungsformen von Hotelunternehmungen
2.2 Einordnung der Hotellerie in die Tourismuswirtschaft
2.3 Systematik des Beherbergungsgewerbes
2.3.1 Betriebsarten und Betriebstypen
2.3.2 Die funktionelle Entkopplung von Eigentum und Betrieb eines Hotels
2.4 Individual- und Kettenhotellerie
2.5 Konzentrationsprozesse in der Hotellerie
2.5.1 Hotelkooperationen im engeren Sinne
2.5.2 Franchising
2.5.3 Verbände
2.6 Die Entwicklung der Hotelnachfrage und des Hotelangebotes

3 Der US-Amerikanische Hotelmarkt
3.1 Historische Entwicklung der Hotellerie in den USA
3.2 Analyse des Hotelmarktes
3.2.1 Statistische Kennzahlen aus der Marktforschung
3.2.2 Struktur des US-Amerikanischen und Deutschen Hotelmarktes im Vergleich
3.2.3 Klassifikation von Hotelbetrieben in den USA
3.2.4 Die Branchenführer

4 Die Struktur und Bedeutung des Hotelmarktes Las Vegas
4.1 Die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für die Entwicklung der Stadt Las Vegas und ihre wirtschaftliche Bedeutung
4.2 Überblick über den aktuellen Hotelmarkt
4.2.1 Strukturdaten
4.2.2 Das Hotelangebot
4.2.3 Führende Hotelkonzerne in Las Vegas
4.2.4 Die Nachfrage nach Kapazitätserweiterungen und damit verbundene Probleme
4.3 Las Vegas als Konferenzstadt
4.4 Attraktionen der Stadt und deren Bedeutung für den Hotelmarkt Las Vegas

5 Schlussbetrachtung

Anhangsverzeichnis

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellungsverzeichnis

Darst. 1: Zusammenhang von Gastgewerbe und Tourismuswirtschaft

Darst. 2: Hotelbetriebstypen nach Anlagen und personellen Dienstleistungen

Darst. 3: Die Struktur des Hotelmarktes in den USA und in Europa

Darst. 4: Die Entwicklung der Hotellerie in den USA

Darst. 5: Zweidimensionale Hotelklassifizierung in den USA

Darst. 6: Die zehn größten Hotelgruppen der Welt (nach Anzahl der Zimmer), Stand 01/05

Darst. 7: Entwicklung der Besucherzahlen in Las Vegas

Darst. 8: Die Entwicklung der Zimmerbelegung von Hotels und Motels 1970 – 2004

1 Einleitung

Die Globalisierung ist in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der wichtigsten gesellschaftlichen Phänomene geworden. Diese Entwicklung macht auch vor dem Tourismus und der Hotelbranche nicht halt. Die wachsende Bedeutung weltweiter Hotelketten zeigt sich in der rasant zunehmenden Ausdehnung und internationalen Verflechtung von Hotels und Hotelgesellschaften.

Den Ursprung dieser Entwicklung findet die Hotellerie in den USA, wo bereits Anfang des letzten Jahrhunderts die ersten Hotelketten entstanden sind. Ebenso wie die Entstehung der Kettenhotellerie werden in den Vereinigten Staaten weitere Trends geboren, von denen sich einige, wie beispielsweise die funktionelle Entkopplung von Eigentum und Betrieb eines Hotels, auf dem internationalen Hotelmarkt verbreiten.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung der Hotellerie in den USA unter besonderer Berücksichtigung der Destination Las Vegas. Das zweite Kapitel dient der Begriffsdefinition und gewährt einen allgemeinen Überblick über das Beherbergungsgewerbe, seine Einordnung in die Tourismuswirtschaft, seine Systematik sowie Besonderheiten. Im dritten Kapitel wird ein Überblick über den US-Amerikanischen Hotelmarkt, dessen Entwicklung und Strukturmerkmale gegeben. Im letzten Teil der Arbeit wird schließlich die Struktur des Hotelmarktes der Stadt Las Vegas untersucht, dessen Angebot an Unterkünften sich stark von dem anderer Großstädte der USA unterscheidet. Zum 100. Geburtstag der Stadt in diesem Jahr gab es den größten Geburtstagskuchen der Welt. Dieser Rekord ist bezeichnend für ganz Las Vegas sowie seinen Hotelmarkt. Nach Untersuchung dieses Marktes schließt die folgende Arbeit mit einem Ausblick aus Sicht der Verfasserin ab.

2 Grundlagen des Hotelmanagements

2.1 Der Begriff und Erscheinungsformen von Hotelunternehmungen

Alleine in Deutschland existieren für den Begriff der Hotelunternehmung, als höchste Ausprägungsform eines Beherbergungsbetriebes, aufgrund der vielfältigen Erscheinungsformen eine Vielzahl an Definitionen und Anforderungsprofilen. Versuche, eine einheitliche Auffassung zum Hotelbegriff im engeren Sinne national oder sogar international durchzusetzen, waren bisher erfolglos. Ein grundlegendes Merkmal jedoch, das jeder Definition zu Grunde liegt, ist die Hauptleistung eines jeden Hotels, das Beherbergungs- und Verpflegungsbedürfnis.

Bei Betrachtung des Begriffs der Hotelunternehmung aus rein betriebswirtschaftlicher Sichtweise, liegt ihr Wesen in der erwerbswirtschaftlichen Bereitstellung (Formalziel) von Beherbergungs- und Verpflegungsleistungen in konsumreifem Zustand (Sachziel) für den vorübergehenden Aufenthalt ortsfremder Gäste.[1]

Komplementär- bzw. Nebenleistungen, deren Umfang als Maßstab für den Standard der Hotelleistung gelten, ergänzen die Hauptleistung, die sowohl Beherbergungs- als auch Bewirtungsleistungen umfasst und somit dem Hauptzweck des Hotels entsprechen. Von Bedeutung ist auch die nähere Betrachtung der Hilfsleistungen, da sie einen Ansatzpunkt für eventuelle Rationalisierungsmaßnahmen im Sinne von Outsourcing darstellen.

Das Statistische Bundesamt dagegen charakterisiert das Hotel als eine Beherbergungsstätte, die jedermann zugänglich ist und in der ein Restaurant – auch für Passanten – vorhanden ist, sowie in der Regel weitere Einrichtungen oder Räume für unterschiedliche Zwecke (Konferenzen, Seminare, Sport, Freizeit, Erholung) zur Verfügung stehen.

Die Definition, die sich in der deutschen Tourismuswirtschaft durchgesetzt hat, ist die der Fachgruppe Hotel des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA). Diese stellt genaue Mindestanforderungen hinsichtlich des Leistungsangebotes, die erfüllt sein müssen und definiert das Hotel als einen „... Beherbergungsbetrieb mit angeschlossenem Verpflegungsbetrieb für Hausgäste und Passanten. Es zeichnet sich durch einen angemessenen Standard seines Angebotes und entsprechende Dienstleistungen aus und sollte die folgenden Mindestvoraussetzungen erfüllen: Es werden 20 Zimmer angeboten, wobei ein erheblicher Teil der Gästezimmer mit eigenem Bad/ Dusche und WC ausgestattet ist. Außerdem steht ein Hotelempfang zur Verfügung.“[2]

2.2 Einordnung der Hotellerie in die Tourismuswirtschaft

Wie aus der nachfolgenden Darst. 1 zu erkennen ist, besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Begriff Gastgewerbe und Tourismuswirtschaft. So ist sowohl das Gaststätten- als auch das Beherbergungsgewerbe jeweils diesen beiden Oberbegriffen unterzuordnen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darst. 1: Zusammenhang von Gastgewerbe und Tourismuswirtschaft

Quelle: In Anlehnung an Henschel, Hotelmanagement, 2. Aufl. 2005, S. 4 ff.

Zu den Kernfunktionen des Tourismus gehören neben der Transportleistung und touristischen Nebenleistungen als wichtiger Bestandteil auch die Beherbergungs- und Verpflegungsleistung. Folglich ist das Beherbergungsgewerbe und somit die Hotellerie ein wesentlicher Bestandteil der Tourismuswirtschaft.

Das Beherbergungsgewerbe kann nach Hotellerie, als dessen Kernstück, sowie nach Parahotellerie differenziert werden. Die Hotellerie im weiteren Sinne umfasst alle Einrichtungen, die den Bedarf des Touristen nach Beherbergungs-, Bewirtungs- und Komplementärleistungen während seines Aufenthaltes am Tourismusort deckt. Die Parahotellerie dagegen deckt vor allem den Beherbergungsbedarf; Bewirtungs- und Komplementärleistungen sind eingeschränkt bzw. fehlen ganz.

Die Einordnung des Gaststättengewerbes ist differenziert zu betrachten: Sofern die Bewirtungsleistung von Ortsfremden mit touristischer Motivation in Anspruch genommen wird, kann diese, neben dem Gastgewerbe, auch der Tourismuswirtschaft zugeordnet werden. Wird die Bewirtungsleistung jedoch von Ortsansässigen beansprucht, ist das Gaststättengewerbe nur dem Gastgewerbe zuzuordnen.[3]

Dem DEHOGA zufolge ist und bleibt das Gastgewerbe in Deutschland „eine der Zugmaschinen des Mittelstandes und der Jobmotor in Deutschland.“ Gemeinsam mit dem Beherbergungsgewerbe und den Kantinen und Caterern erwirtschaftete das Gaststättengewerbe 56,8 Milliarden Euro Jahresumsatz 2003.[4]

2.3 Systematik des Beherbergungsgewerbes

2.3.1 Betriebsarten und Betriebstypen

Aufgrund der Vielzahl der Betriebe des Beherbergungsgewerbes, erscheint es sinnvoll, diese in Kategorien zusammenzufassen, da sie häufig in wesentlichen Merkmalen übereinstimmen. Im Folgenden wird das Beherbergungsgewerbe, ausgehend von seinen Grundfunktionen in Betriebsarten und –typen unterteilt.

Folgende Betriebsarten werden unterschieden:

- Hotels (Hotellerie im engeren Sinne)
- Gasthöfe:

Beherbergungs- und Bewirtungsstätte mit herkömmlichem Dienstleistungsangebot - auch für Passanten. Der Gasthof hat jedoch neben den Speise- und Schankräumen keine weiteren Aufenthaltsräume.

- Pensionen:

Beherbergungsstätte, in denen Speisen und Getränke nur an Hausgäste abgegeben werden.

- Hotels Garni:

Beherbergungsstätte, in der an Hausgäste nur Frühstück abgeben wird.[5]

Da sich diese einzelnen Betriebsarten auch nach weiteren charakteristischen Merkmalen stark unterscheiden, werden diese dann zur differenzierten Beschreibung des Angebotes wiederum in Betriebstypen untergliedert. Der Begriff Betriebsart kann demzufolge als Oberbegriff gesehen werden.

Die Untergliederung nach Betriebstypen kann nach zahlreichen Kriterien erfolgen. Ein wesentliches Merkmal zur Unterscheidung von Hotelbetrieben ist deren Leistungsangebot, das wiederum in die Leistungsgruppen Beherbergung, Verpflegung und sonstige Leistungen untergliedert werden kann. Je nachdem welche Leistung angeboten wird und wie diese gestaltet ist, ergibt sich ein bestimmter Betriebstyp, dessen Grundform das „Standardhotel“ ist. Werden diese Grundleistungen um Zusatzleistungen erweitert, ergeben sich, wie aus der folgenden Darstellung ersichtlich ist, weitere Betriebstypen.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darst. 2: Hotelbetriebstypen nach Anlagen und personellen Dienstleistungen

Quelle: Hänssler, Management in der Hotellerie und Gastronomie, 5. Aufl., S. 46.

Neben der Einteilung der Betriebstypen nach dem Leistungsangebot, dienen weitere Kriterien der Bildung zusätzlicher Untergruppen. Hänssler unterscheidet hier desweiteren nach Aufenthaltszweck (Urlaubs-, Geschäftsreise- und Kurhotels), Eigentumsverhältnissen (Eigentümerbetrieb, Pachtbetrieb, Managementbetrieb), Grad der wirtschaftlichen Selbständigkeit (Einzelbetriebe, Kooperations-, Franchise- und Konzernbetriebe), Betriebsgröße (Groß-, Mittel- und Kleinbetriebe) bzw. nach dem Konzeptionsgrad (Individual- und Kettenhotellerie). Die Unterscheidung in Individual- und Kettenhotellerie wird in Kapitel ‎2.4 dargestellt.

2.3.2 Die funktionelle Entkopplung von Eigentum und Betrieb eines Hotels

Das wesentliche Merkmal der funktionellen Entkopplung ist die Trennung der beiden Kernbereichen einer jeden Hotelunternehmung: die Trennung von Eigentum und Betrieb.

Die Aufgaben des Investors auf der einen Seite umfassen die Planung, den Bau sowie die Finanzierung des Hotels. Die Zuständigkeit des Betreibers dagegen liegt im eigentlichen operativen Geschäft. Er ist für die einzelnen Betriebsabläufe und die tatsächliche Abwicklung des Hotelbetriebs verantwortlich.

Ihren Ursprung fand die funktionelle Entkopplung in den 40er Jahren, als amerikanische Hotelgesellschaften in politisch instabile Länder expandierten, jedoch dabei kein großes Investitionsrisiko eingehen wollten.

Inländische Investoren übernahmen den Bau der Immobilie und die Hotelgesellschaft den Betrieb. Erst durch die Reduktion des Kapitalbedarfs für den Betreiber wurde eine schnelle Expansion und globale Ausdehnung der großen Hotelketten möglich. Der Investor, der Eigentümer der Immobilie, profitiert dagegen von der Bekanntheit und dem Management-Know-how einer profilierten Hotelgesellschaft.[7] Aufgrund der funktionellen Entkopplung und der damit verbundenen Expansion der Kettenhotellerie, sind US-Amerikanische Hotelketten heute noch führend auf dem Weltmarkt.

Die wesentlichen Möglichkeiten dieser soeben dargestellten Zusammenarbeit zwischen Eigentümer und Betreiber sind Pacht- und Managementverhältnisse:

Die in Deutschland am häufigsten gewählte Form der Zusammenarbeit ist die Pacht. Hierbei einigen sich Betreiber und Investor auf einen Pachtzins, der die Kompensation für gegenseitig zu erbringende Leistung darstellt. Der Eigentümer und Verpächter ist an der Betriebsführung nicht beteiligt; das Risiko für die Betreibung des Hotels liegt beim Pächter.

Eine weitere Erscheinungsform ist der Managementvertrag, der dadurch gekennzeichnet ist, dass der Investor die Hotelimmobilie zur Verfügung stellt und eine Hotelgesellschaft beauftragt, den Betrieb in eigener Verantwortung zu führen. Der Betreiber übernimmt die Verantwortung für den Umsatz und die operativen Kosten und zahlt den Gewinn nach Abzug seiner Managementgebühr an den Investor. Dieser dagegen trägt die finanzielle Verantwortung.

Befinden sich dagegen die Immobilie sowie das operative Geschäft des Betriebes in einer Hand, wird von einem Eigentümerbetrieb gesprochen.[8]

2.4 Individual- und Kettenhotellerie

In der Literatur wird zwischen den beiden unternehmerischen Konzeptionen der Individual- und Kettenhotellerie unterschieden, wobei die Begriffe Individual- und Privathotellerie häufig synonym verwendet werden.

Die für den westlichen Teil Europas typische Individualhotellerie ist gekennzeichnet durch überwiegend kleine und mittlere Unternehmen, die meist in der Betreiberform eines Eigentümer- oder Pachtbetriebes geführt werden. Diese Einzelhotels sind stark durch die Persönlichkeit und Vorstellungen des Unternehmers geprägt und im unteren und mittleren Qualitäts- und Preissegment anzusiedeln. Einerseits kann der Unternehmer frei entscheiden, erhält den gesamten Gewinn und sein Betrieb zeichnet sich durch ein hohes Maß an Individualität und Flexibilität aus, andererseits trägt er auch die volle Verantwortung für den Erfolg der Unternehmung.

Hotels, die der Kettenhotellerie, der zweiten unternehmerischen Konzeption in der Hotellerie zuzuordnen sind, werden von einer nationalen oder internationalen Hotelgesellschaften gesteuert und von einem Manager, der im Angestelltenverhältnis zum Eigentümer steht, geführt. Diese Gruppe von Hotelbetrieben, die einer Kette angehören, operieren unter einheitlichem Namen und bieten hinsichtlich ihres Angebotes den gleichen qualitativen Standard. Die Zentrale der Kette übernimmt dabei Werbung, Marktforschung und das Qualitätsmanagement.

Der häufig verwendete Begriff der Hotelkette wird auch synonym zum Begriff Markenhotellerie verwendet. Der DEHOGA, der seit 1985 jährlich eine Aufstellung der Hotelgesellschaften in Deutschland veröffentlicht, unterschied anfänglich in Hotelketten und Hotelkooperationen. Diese Zweiteilung jedoch wird der dynamischen Marktentwicklung zunehmend nicht mehr gerecht, da Hotelkooperationen immer stärker Eigenschaften klassischer Hotelketten annehmen und Hotelketten sich zum Beispiel im Wege des Franchising für selbständige Unternehmer öffnen. Aus diesem Grund wählte der Hotelverband Deutschland (IHA) für diese Unternehmen den Begriff Markenhotellerie.[9]

Wie aus der folgenden Darst. 3: Die Struktur des Hotelmarktes in den USA und in Europa zu erkennen ist, sind im Gegensatz zu Europa, wo die Hotellandschaft zur Zeit noch durch kleine und mittlere Betriebe geprägt ist, auf dem US-Amerikanischen Hotelmarkt überwiegend Häuser zu finden, die unter einer Dachmarke mit einheitlicher Konzeption geführt werden. Während sich die Ausbreitung der Hotelketten zunächst auf Betriebe der gehobenen Kategorien (5 - und 4 - Sterne) konzentrierte, vollzieht sich diese Entwicklung in den letzten Jahren auch zunehmend auf Betriebe der unteren Kategorie. Zu den weltweit führenden Hotelketten zählen amerikanische Unternehmen wie beispielsweise Hilton, Marriott, und Starwood Hotels & Resorts, auf die in Kapitel ‎3 noch näher eingegangen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darst. 3: Die Struktur des Hotelmarktes in den USA und in Europa

Quelle: Henschel, K.: a.a.O., S. 56.

Durch diese fortschreitende Globalisierung und Expansion der internationalen Hotelketten entsteht ein immer härter werdender Konkurrenzkampf für die Privathotellerie. Ein weiteres Problem stellen die rückläufigen bzw. stagnierenden Belegungszahlen und die damit verbundenen entsprechend geringeren Umsätze dar.

Einzelunternehmungen, die ihre Marktposition gegenüber den Konzernbetrieben stärken und ihre Existenz langfristig sichern wollen, stellt sich die Frage, ob sie sich entweder einer Hotelkette anschließen, um vorhandene Potentiale und Synergien auszuschöpfen oder einer Kooperation beitreten oder aber ob sie sich durch Qualität, Bildung einer Marke oder Positionierung in einer Nische gegenüber den Konkurrenten profilieren können.[10]

2.5 Konzentrationsprozesse in der Hotellerie

Durch die zuvor erwähnten Entwicklungen auf dem Hotelmarkt hat die Verbesserung der Marktstellung in der Branche an Bedeutung gewonnen. Der damit verbundene Trend zur Konzeptionsform der Kettenhotellerie sowie zu Hotelkooperationen sind Ausdruck von aktuellen Konzentrationstendenzen, die mit einer Marktbereinigung der Branche verbunden sind.

Bezugsgrößen für den Nachweis und den Grad der Konzentration in der Hotellerie sind neben dem Anteil an Hotels von Ketten und Kooperationen an den gesamten Hotels auch die Betriebsgröße (Anzahl der Betten bzw. Zimmer pro Hotelbetrieb, Umsatz und Beschäftigte pro Unternehmen). Obwohl im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen in der Hotellerie noch eine relative geringe Konzentration vorliegt, ist ein Fortschreiten des Prozesses festzustellen, der sich unter anderem in der zunehmenden Betriebsgröße bei allen Betriebsarten zeigt.[11]

Im Folgenden werden nun die Formen der Kooperation im weiteren Sinne, welche die Hotelkooperationen im engeren Sinne, Franchising und Verbände umfassen, näher betrachtet:

2.5.1 Hotelkooperationen im engeren Sinne

In der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre versteht man unter Kooperation die freiwillige Zusammenarbeit selbständiger Unternehmen mit dem Ziel, bei grundsätzlicher Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Selbständigkeit gewisse Vorteile aus der Zusammenarbeit zu ziehen.[12]

In der Hotelbranche dagegen wird der Kooperationsbegriff enger gefasst. Der eigenständige Begriff der Hotelkooperation umfasst sämtliche mehr oder weniger lockeren Zusammenschlüsse, die neben Franchising und den Verbänden noch möglich sind. Der Intensitätsgrad der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit ist dabei von den angestrebten Kooperationszielen abhängig.

Das Ziel einer solchen Hotelkooperation für die einzelnen Hotels liegt in der Bündelung der Kräfte zur Erreichung einer wirtschaftlichen Machtposition und einer langfristigen Existenzsicherung, wobei die wirtschaftliche Selbständigkeit und Individualität gewahrt werden.[13]

2.5.2 Franchising

Unter Franchising versteht man ein „Vertriebssystem, bei dem Marken- oder Know-how-Geber sowie Franchisenehmer rechtlich selbständige Unternehmer sind. Der Franchisenehmer übernimmt gegen Entgelt den Namen des Franchisegebers aufgrund vertraglicher Vereinbarungen, die zum Beispiel diverse Dienstleistungen in den Bereichen Marketing und Verwaltung beinhalten…“[14]

Diese langfristig angelegte vertikale Kooperationsform bietet sich für Hotelketten als Expansionsstrategie an, um ihre Markenpolitik durchzusetzen, indem nicht in eigene Hotels investiert wird, sondern Hotelbetreibern gegen Bezahlung ein Angebot an Produkten, Rechten und Know-How gestellt wird. Somit wird ein einheitliches Auftreten sowie ein systemkonformes Verhalten mit gemeinsamen Strategien gewährleistet.[15]

Für den Franchisegeber ist das Franchising also ein geeignetes Mittel zur raschen Expansion ohne große Kapitalinvestition. Für den Franchisenehmer bietet es eine Möglichkeit der Existenzsicherung bzw. –erhaltung im Zuge der Konzentrationswelle in der Branche.

Henschel unterscheidet hierbei drei Varianten des Franchising in der Hotellerie:

1. Der Franchisegeber unterstützt den Franchisenehmer mit einem Gesamtleistungspaket. Der Franchisenehmer baut das Hotel und erhält dabei Hilfe und Unterstützung durch den Franchisegeber.
2. Der Franchisegeber plant, baut und finanziert das Hotel entsprechend seinem Standard und verkauft es anschließend an den Franchisenehmer, der es betreibt. Das Leistungspaket beschränkt sich auf die operative Tätigkeit.
3. In reduzierter Form wird der Hotelier nur in bestimmten operativen Funktionen vom Franchisegeber unterstützt. Dabei stellt der Franchisegeber seinen Markennamen oder sein Reservierungssystem einem Betreiber zur Verfügung. Der Franchisenehmer muss dabei allerdings bestimmte vorgegebene gestalterische und operative Standards sowie produktpolitische Kriterien des Franchisegebers erfüllen.[16]

Dem Prinzip der funktionellen Entkopplung, das unter Punkt ‎2.3.2 näher erläutert wurde, entspricht das Franchising jedoch nicht, da der Franchisegeber die Betreibung des Hotels nicht übernimmt, sondern lediglich den Hotelbetreiber durch sein System unterstützt. In der Literatur jedoch wird Franchising aus der Sicht der Hotelgesellschaften häufig als Betreiberkonzept behandelt, da durch das Franchisesystem eine einheitliche Marke mit einheitlichem Namen und Branding auf dem Markt auftritt.[17]

2.5.3 Verbände

Neben den Kooperationen im engeren Sinne und dem Franchising handelt es sich bei Verbänden um eine sehr lose, freiwillige Kooperationsform, die lediglich eine gemeinsame Interessenvertretung in der Öffentlichkeit gegenüber anderen Organisationen und Verbänden wahrnimmt. In der Hotellerie und Gastronomie gilt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) mit Sitz in Berlin als der Bedeutendste.[18]

[...]


[1] Vgl. Henselek, H.: Hotelmanagement, Planung und Kontrolle, 1. Aufl., München: Oldenbourg Verlag, 1999, S. 4.

[2] Vgl. Henschel, K.: Hotelmanagement, 2. vollständig überarbeitete Aufl., München: Oldenbourg Verlag, 2005, S. 70.

[3] Vgl. Henschel, K.: a.a.O., S. 4 ff.

[4] Vgl. DEHOGA: http://www.dehoga-berlin.de/home/daten_und_fakten [02.08.05].

[5] Vgl. Seitz, G.: Hotelmanagement, Berlin, Heidelberg, New York: Springer Verlag, 1997, S. 19.

[6] Vgl. Hänssler, K.H.: Management in der Hotellerie und Gastronomie, 5., überarbeitete und erweiterte Aufl., München, Wien: Oldenbourg Verlag, 2001, S. 44 ff.

[7] Vgl. Hänssler, K.H.: a.a.O., S. 61 ff.

[8] Vgl. Gardini, M.: Marketing Management in der Hotellerie, München, Wien: Oldenbourg Verlag, 2004, S. 36 ff.

[9] Vgl. Hotelverband Deutschland: http://www.hotellerie.de/home/markenhotellerie [25.08.05].

[10] Vgl. Seitz, G.: a.a.O., S. 40 ff.

[11] Vgl. Henschel, K.: a.a.O, S. 37 ff.

[12] Vgl. Schierenbeck, H.: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre, 15. überarb. und erw. Aufl., München: Oldenburg Verlag, 2000, S. 49.

[13] Vgl. Hänssler, K.H.: a.a.O., S. 69 ff.

[14] Vgl. Schroeder, G.: Lexikon der Tourismuswirtschaft, 3. überarb. und erw. Aufl., Hamburg: TourCon Hannelore Niedecken GmbH, 1998, S. 126.

[15] Vgl. Hänssler, K.H.: a.a.O., S. 70 ff.

[16] Vgl. Henschel, K.: a.a.O., S. 52 ff.

[17] Vgl. Hänssler, K.H.: a.a.O., S. 70 ff.

[18] Vgl. Hänssler, K.H.: a.a.O., S. 70.

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der Hotellerie in den USA unter besonderer Berücksichtigung der Destination Las Vegas
Hochschule
Fachhochschule Worms
Veranstaltung
Hotelmanagement
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
51
Katalognummer
V50028
ISBN (eBook)
9783638463362
ISBN (Buch)
9783638598002
Dateigröße
632 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Hotellerie, Berücksichtigung, Destination, Vegas, Hotelmanagement
Arbeit zitieren
Cornelia Klären (Autor), 2005, Die Entwicklung der Hotellerie in den USA unter besonderer Berücksichtigung der Destination Las Vegas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50028

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