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Die Habermas-Luhmann-Debatte. Ein Theorievergleich

Title: Die Habermas-Luhmann-Debatte. Ein Theorievergleich

Term Paper , 2019 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Linne (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Im Rahmen dieser Arbeit werden beide Theorien auf den Begriff des Systems bezogen. Der Systembegriff enthält wie der Begriff der Kommunikation Diskussionsbedarf, weshalb dieser für die vorliegende Arbeit gewählt wurde. Systeme sind eine Menge von geordneten Elementen mit Eigenschaften. Diese sind durch Relationen verknüpft. Zwischen den Elementen eines Systems sind eine Vielzahl von Relationen zu finden, die die Struktur des Systems ausmachen. Unter einem Element wird ein Bestandteil eines Systems verstanden, der in dieser Gesamtheit nicht weiter in einzelne Bestandteile aufgeteilt werden kann. DieOrganisation eines Systems setzt sich aus der Struktur bzw. der Ordnung des Systems zusammen. Der Begriff Organisation ist deshalb mit dem der Struktur gleichzusetzen.

Es wird sich an folgenden Fragen orientiert. Wie stellt sich der Begriff System in den Handlungstheorien von Habermas und Luhmann dar? Welche Unterschiede lassen sich in den Handlungstheorien von Luhmann und Habermas ausmachen? Welche Gemeinsamkeiten finden sich?

1969 kam eine Debatte auf, welche die Studentenbewegung zum Kontext hatte. Es handelt sich um die Habermas-Luhmann-Debatte. Diese nahm ihren Anfang in Frankfurt, als Luhmann dort ein Seminar über die Soziologie der Liebe anbot. Die politisch engagierten Studenten waren über die "distanziert wissenschaftliche Herangehensweise" (Füllsack 2010) Luhmanns irritiert und fragten Habermas nach einer Stellungnahme.

Habermas war zu der Zeit der Assistent von Adorno. Seine Publikationen wurden vermehrt innerhalb der Studentenbewegung diskutiert. Aufgrund der Studenten lud Habermas Luhmann zu einem seiner Seminare ein. Daraus entstand 1971 das Buch "Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie" (Habermas, Luhmann 1971). Was den Ausgangspunkt dieser Theoriedebatte darstellt. Der inhaltliche Ausgangspunkt der Kontroverse lag in den grundlegend verschiedenen Ansichten über das Leistungsspektrum von Sozialwissenschaftlern. Die Unterschiede in der theoretischen Herkunft der Kontrahenten ist eine der vielen Begründungen hierfür. Habermas Theorie behandelt Mechanismen der Handlungskoordinierung, die regelhafte und stabil vernetzte Interaktionen nach sich ziehen. Luhmann hingegen war an der Analyse von Problemen formaler Organisationen interessiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Theorie des kommunikativen Handelns

2.1.1 Sozialintegration vs. Systemintegration

2.1.2 Lebenswelt vs. System

2.1.3 Rationalität

2.1.4 Typen des Handelns

2.1.5 Entkopplung von System und Lebenswelt

2.1.6 Gefährdung der Lebenswelt

2.2 Theorie der sozialen Systeme

2.2.1 Soziale Systeme

2.2.2 Komplexität

2.2.3 Interpenetration

2.2.4 Problem der doppelten Kontingenz

2.2.5 Sinn

2.2.6 Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation

2.2.7 Funktionale Differenzierung

2.3 Diskussion der Theorien Habermas und Luhmanns

3. Lassen sich die Theorien Luhmanns und Habermas vereinbaren?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas und der Theorie der sozialen Systeme von Niklas Luhmann mit einem spezifischen Fokus auf den jeweiligen Systembegriff.

  • Habermas' Konzept der Lebenswelt und Systemintegration
  • Luhmanns systemtheoretischer Ansatz und funktionale Differenzierung
  • Die Habermas-Luhmann-Debatte und ihre theoretischen Differenzen
  • Vergleich der zentralen Konzepte wie doppelte Kontingenz und Rationalität
  • Diskussion über eine potenzielle Vereinbarkeit beider Ansätze

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Sozialintegration vs. Systemintegration

Die beiden Grundformen gesellschaftlicher Handlungskoordinierung werden von der Sozialintegration und der Systemintegration gebildet (vgl. Habermas 1995: 458f; Habermas 1981: 213). Die Sozialintegration entsteht durch einen normativ gesicherten oder durch einen kommunikativ erzielten Konsens. Analysiert werden kann die Sozialintegration durch die normative Selbstbeschreibung der Mitglieder einer Gesellschaft (vgl. Habermas 1981: 226f). Deshalb wird die Sozialintegration der Teilnehmerperspektive der handelnden Subjekte zugeordnet (vgl. Habermas 1984: 604). Allerdings ist die Lebenswelt nur teilweise reflexiv zugänglich, da sie den selbstverständlichen Kontext des Denkens und Handelns bildet. Sie ist nicht in der selben Weise wie die systemischen Mechanismen der Handlungskoordination zu erfassen (vgl. Joas, Knöbl 2004: 338). Die Systemintegration stabilisiert Handlungszusammenhänge mit Hilfe der funktionalen Vernetzung von Handlungsfolgen. Häufig vollzieht sich die Systemintegration ohne das Bewusstsein der Akteure (vgl. Rapic 2008: 340). Daraus folgt, dass sie im Gegensatz zur Sozialintegration nur angemessen in der Außenperspektive, durch einen Beobachter erfasst werden kann (vgl. Habermas 1995: 240). Dieser Beobachter kann ein Wissenschaftler sein, der das System mittels funktionaler Analyse beobachten kann (vgl. Joas, Knöbl 2004: 338). In diesen methodischen Perspektiven sind zwei verschiedene Begriffe der Gesellschaft angelegt. Diese Begriffe handeln einerseits von der Lebenswelt und andererseits von dem System.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung und den inhaltlichen Hintergrund der Habermas-Luhmann-Debatte ein.

2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Theorie des kommunikativen Handelns von Habermas und der Theorie der sozialen Systeme von Luhmann.

2.1 Theorie des kommunikativen Handelns: Dieses Kapitel erläutert Habermas' Konzepte, darunter Sozial- und Systemintegration sowie die Unterscheidung von Lebenswelt und System.

2.1.1 Sozialintegration vs. Systemintegration: Hier wird der Gegensatz zwischen der Teilnehmerperspektive der Akteure und der Beobachterperspektive bei der Handlungskoordinierung behandelt.

2.1.2 Lebenswelt vs. System: Dieses Kapitel definiert die Lebenswelt als handlungstheoretischen Kontext und das System als funktionale Ordnung.

2.1.3 Rationalität: Dieses Kapitel verknüpft Lebenswelt und System mit kommunikativer bzw. systemischer Rationalität.

2.1.4 Typen des Handelns: Hier werden instrumentelles, normenreguliertes und dramaturgisches Handeln sowie kommunikatives Handeln unterschieden.

2.1.5 Entkopplung von System und Lebenswelt: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Prozess der Ausdifferenzierung von Systemen durch Steuerung via Geld und Macht.

2.1.6 Gefährdung der Lebenswelt: Hier wird die These der Kolonialisierung der Lebenswelt durch systemische Mechanismen diskutiert.

2.2 Theorie der sozialen Systeme: Dieses Kapitel führt in Luhmanns funktional-strukturelle Systemtheorie ein.

2.2.1 Soziale Systeme: Hier wird Luhmanns Definition sozialer Systeme als autopoietische Kommunikationseinheiten dargelegt.

2.2.2 Komplexität: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle der Reduktion von Weltkomplexität für die Systembildung.

2.2.3 Interpenetration: Hier wird die wechselseitige Durchdringung von Systemen zur Komplexitätssteigerung beschrieben.

2.2.4 Problem der doppelten Kontingenz: Dieses Kapitel erklärt, wie Systeme aus der Unbestimmtheit sozialer Erwartungen entstehen.

2.2.5 Sinn: Hier wird Sinn als evolutionäre Errungenschaft und Medium der Systembildung definiert.

2.2.6 Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation: Dieses Kapitel erörtert, warum Kommunikation nach Luhmann unwahrscheinlich ist und wie sie dennoch erfolgt.

2.2.7 Funktionale Differenzierung: Hier wird die moderne Gesellschaft als System funktional geschlossener Subsysteme beschrieben.

2.3 Diskussion der Theorien Habermas und Luhmanns: Dieses Kapitel vergleicht die Herangehensweisen, Interessen und Differenzen der beiden Theoretiker kritisch.

3. Lassen sich die Theorien Luhmanns und Habermas vereinbaren?: Das Fazit erörtert die Inkompatibilität der Systembegriffe und das Potenzial beider Theorien für zukünftige soziologische Untersuchungen.

Schlüsselwörter

Habermas, Luhmann, Systemtheorie, Theorie des kommunikativen Handelns, Lebenswelt, Systemintegration, Sozialintegration, doppelte Kontingenz, funktionale Differenzierung, Kommunikation, Rationalität, Kolonialisierung, Soziologie, Systembegriff, Interpenetration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht und vergleicht die soziologischen Theorien von Jürgen Habermas und Niklas Luhmann mit einem Fokus auf deren unterschiedliche Systembegriffe.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die System- und Handlungstheorie, das Verhältnis von Lebenswelt und System, Kommunikation als soziales Konstrukt sowie die funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Theorien von Habermas und Luhmann herauszuarbeiten und zu diskutieren, ob eine Vereinbarkeit der beiden Ansätze möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse und theoretische Diskussion, um die Konzepte der beiden Sozialwissenschaftler gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von Habermas (z.B. kommunikatives Handeln, Lebenswelt) und anschließend von Luhmann (z.B. soziale Systeme, Komplexitätsreduktion) detailliert erläutert, gefolgt von einer kritischen Diskussion der gegensätzlichen Positionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Habermas, Luhmann, Systemtheorie, Kommunikation, Lebenswelt, soziale Systeme und funktionale Differenzierung.

Wie begründet Habermas die „Kolonialisierung der Lebenswelt“?

Habermas sieht die Gefahr, dass systemische Steuerungsmedien wie Geld und Macht immer stärker in Bereiche der Lebenswelt eindringen, die eigentlich auf verständigungsorientiertem Handeln basieren sollten.

Warum betrachtet Luhmann Kommunikation als unwahrscheinlich?

Luhmann argumentiert, dass soziale Interaktionen aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten und der psychischen Geschlossenheit der Akteure hochgradig riskant sind und erst durch bestimmte Mechanismen (wie Sinn und Codierung) wahrscheinlich werden.

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Details

Title
Die Habermas-Luhmann-Debatte. Ein Theorievergleich
College
University of Hannover  (Institut für Soziologie)
Grade
1,0
Author
Franziska Linne (Author)
Publication Year
2019
Pages
23
Catalog Number
V500417
ISBN (eBook)
9783346030962
ISBN (Book)
9783346030979
Language
German
Tags
Habermas Luhmann Theorievergleich Theorie des kommunikativen Handelns Theorie sozialer Systeme System Handlungstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Linne (Author), 2019, Die Habermas-Luhmann-Debatte. Ein Theorievergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500417
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