Diagnostik der Beweglichkeit des Sprunggelenks in Bezug auf die Kniebeuge bei Athleten


Hausarbeit, 2019

25 Seiten, Note: 13

Oliver Hahn (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

TABELLENVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 PROBLEMSTELLUNG
2.1 Entwicklung der Fragestellung
2.2 Zielsetzung
2.3 Relevanz der zu erwartenden Ergebnisse
2.4 Konzeptionelle Grundlagen
2.5 Statusklassen
2.6 Interventionen

3 MESSUNG UND DURCHFÜHRUNG
3.1 Untersuchte Personen
3.2 Auswahl eines angemessenen Testverfahrens
3.3 Der Overhead-Squat Test
3.4 Der Weight-Bearing-Lunge Test
3.5 Ablauf der Diagnostik
3.6 Reflektion der Testdurchführung

4 ERGEBNISSE

5 FAZIT DER DIAGNOSTIK

6 ZUSAMMENFASSUNG

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Einteilung in die Statusklassen

Tab. 2: Deskriptive Statistik der Testgruppe

Tab. 3: Deskriptive Statistik des Alters der Gesamtgruppe

Tab. 4: Deskriptive Statistik der beiden Tests

Tab. 5: Einteilung nach Trainingsniveaus

Tab. 6: Einteilung in die Trainingserfahrung

Tab. 7: Einteilung der Probanden in die Status-Interventions-Klassen

1 Einleitung

Calisthenics, auch bekannt als Street Workout, ist eine Trainingsform, bei der Bewegungen frei und hauptsächlich mit Eigengewicht oder, je nach Trainingsniveau, mit Zusatzgewicht ausgeführt werden, um somit das Ziel des Kraft- und Muskelaufbaus zu erreichen. Laut Kalym (2015, S.14) versteht man unter Calisthenics „die Kunst, sein eigenes Körpergewicht (...) einzusetzen, um seine Physis zu entwickeln”. Es werden viele Elemente aus dem Geräteturnen mit Eigenkörpergewichtsübungen kombiniert. Durch das Training wird die Muskelkraft, Körperkontrolle, der Gleichgewichtssinn, die Koordinationsfähigkeit und die Beweglichkeit gefördert (Kalym, 2015, S. 14). Eine zentrale Übung ist die tiefe Kniebeuge, die mit und ohne Gewicht ausgeführt werden kann. Auch in vielen Calisthenics Wettkämpfen, national sowie international, ist die tiefe Kniebeuge ein fester Bestandteil. So ist eine der drei Disziplinen bei der “Street Workout Power and Strength World Championship 2019”, neben Klimmzügen und dem Barrenstütz, die tiefe Kniebeuge. Die Athleten müssen mit einer Langhantelstange und einer Last von 80 bis 100 Kilogramm möglichst viele korrekte Wiederholungen absolvieren. Als korrekt zählt unter anderem jede Durchführung, bei der im Knie ein Winkel unter 90° erreicht wird ("World Power and Strength Championship 2019", 2019). Um sowohl im Training als auch bei einem Wettkampf gut abzuschneiden, ist es für einen Calisthenicsathleten also unabdingbar, funktionell und technisch in der Lage zu sein, eine tiefe Kniebeuge korrekt ausführen zu können.

2 Problemstellung

2.1 Entwicklung der Fragestellung

Beweglichkeit ist eine grundlegende Vorbedingung für die sportliche Leistungsfähigkeit und damit auch für das Ausführen eines Krafttrainings (Röthig & Prohl, 2003, S. 243). Im Rahmen der Diagnostik haben wir uns auf die Beweglichkeit des Sprunggelenks in der Dorsalextension beschränkt, denn diese ist essenziell für die korrekte Ausführung der tiefen Kniebeuge. Aus diesem Grund werden Calisthenicsathleten untersucht und Daten erhoben, weil diagnostiziert werden soll, ob bei ihnen die Ausführung der tiefen Kniebeuge aufgrund von eingeschränkter Beweglichkeit im Sprunggelenk oder mangelnder Technik unzureichend ist. Weiterhin wird untersucht, ob die Beweglichkeit im Übermaße ausgeprägt ist, und somit das Verletzungsrisiko steigen könnte. Das heißt, dass die aktuelle individuelle Beweglichkeit im Sprunggelenk oder die technische Fertigkeit nicht ausreichend sind, um eine korrekte, tiefe Kniebeuge auszuführen. Dies hat die Konsequenz, dass Empfehlungen für ein individuelles, ergänzendes Training zur Verbesserung der Kniebeuge abgeleitet werden.

2.2 Zielsetzung

Es soll anhand der Durchführung von tiefen Kniebeugen untersucht werden, ob die Athleten und Athletinnen diese Sportart aufgrund ihres vorhandenen Bewegungsausmaßes im Sprunggelenk weiterhin zielgerichtet ausführen können, oder, ob bei ihnen eine unzureichende oder überdurchschnittliche Beweglichkeit oder mangelnde Technik vorliegt. Eine mangelnde Sprunggelenksbeweglichkeit erhöht das Risiko für eine Knieverletzung, erhöht die Belastung der Wirbelsäule, vor allem im unteren Rücken (Wunsch, Teufl, Alexander & Schwameder, 2016), und führt zu geringeren Erfolgen bezüglich Hypertrophie und Kraftentfaltung (Hartmann & Wirth, 2014). Nach Lewis (2014, S. 139) ist sie ein bestimmender Faktor des funktionellen Bewegungsvermögens für die tiefe Kniebeuge. So soll diagnostiziert werden, ob die Athleten dieser funktionellen Voraussetzung der Sprunggelenksbeweglichkeit gerecht werden und zusätzlich die notwendige Technik zur Ausführung der tiefen Kniebeuge beherrschen. Weiterhin soll durch die Diagnostik festgestellt werden, ob ein potentielles Verletzungsrisiko aufgrund einer Hypermobilität im Sprunggelenk besteht, damit dieses durch geeignete Interventionen gesenkt werden kann.

2.3 Relevanz der zu erwartenden Ergebnisse

Alle Athleten profitieren von der Diagnostik, da sie durch sie Schwachstellen erkennen und optimieren können. So kann der Trainingsfortschritt in der Kniebeuge beschleunigt werden und das Verletzungsrisiko gesenkt werden. Im Konkreten werden durch die Interventionen Beweglichkeit im Sprunggelenk optimiert und technische Ausführung der Kniebeuge verbessert. Zusätzlich wird durch eine Intervention zur Verletzungsprophylaxe das Verletzungsrisiko gesenkt, und somit auch langfristiger Trainingserfolg gewährleistet. Gerade bei Anfängern in der Sportart, welche vermutlich noch nicht sehr sicher in der Ausführung der Kniebeuge sind, erachten wir dies als sehr sinnvoll. Zudem kann die Diagnostik die Trainingsmotivation der Athleten erhöhen und ihnen helfen, ihren persönlichen Leistungsstand in der Kniebeuge einzuschätzen. Dies zeigt die Relevanz der Diagnostik.

2.4 Konzeptionelle Grundlagen

Umfassend untersucht wurde der Zusammenhang zwischen eingeschränkter Beweglichkeit in der Dorsalextension des Sprunggelenks und einer Valgus-Stellung der Knie während der Kniebeuge. So fanden Macrum, Bell, Boling, Lewek und Padua (2012) heraus, dass durch eine simulierte Einschränkung der Dorsalextension eine um 18 % erhöhte Valgus-Stellung im Vergleich zur Gruppe ohne Einschränkung auftrat. Weiterhin kollabierten die Knie eher nach medial während der Kniebeuge, wodurch das Risiko für eine Knieverletzung erhöht ist. Zudem verringerte sich das Bewegungsausmaß der Kniebeuge um 16 %. Somit steigt das Risiko für eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes und das Auftreten des patellofemoralen Schmerzsyndroms, wenn eine eingeschränkte Beweglichkeit in der Dorsalextension des Sprunggelenkes vorliegt (Macrum et al., 2012). Auch Pürzel (2009, S.90) bestätigt, dass durch ein verringertes Moment im Sprunggelenk, größere Kräfte auf die Patellarsehne und das Patellofemoralgelenk wirken.

Überdies gibt es Belege, dass eine Einschränkung der Dorsalextension im Sprunggelenk zu einer verstärkten Vorwärtsneigung des Oberkörpers während der Kniebeuge führt. Schon Perry und Burnfield (2010) berichteten von den Kompensationen einer eingeschränkten Dorsalextension des Sprunggelenks während des Gehens. Dazu zählt das Vorwärtslehnen des Oberkörpers und die Vorwärtsneigung des Beckens. Folglich führt eine größere Beweglichkeit im Sprunggelenk auch zu einer aufrechteren Oberkörperposition während der Kniebeuge. Fuglsang, Telling und Sorensen (2017) konnten zeigen, dass neben der Sprunggelenksbeweglichkeit, weiterhin das Verhältnis zwischen Länge des Rumpfes, des Oberschenkels und des Unterschenkels beeinflussen, wie aufrecht die Kniebeuge ausgeführt werden kann. So ist nach Pürzel (2009, S. 90) vor allem bei einem langen Femur für eine aufrechte Ausführung der Kniebeuge eine größere Dorsalextension im Sprunggelenk notwendig. Laut Fuglsang et al. (2017) ist zudem eine aufrechtere Ausführung der Kniebeuge schonender für den unteren Rücken, denn es reduziert die Scher- und Kompressionskräfte der Wirbelsäule.

Weiterhin treten nach Hartmann und Wirth (2014) besonders in der tiefen Kniebeuge neben Querschnittszunahmen, auch Längenzunahmen in der Muskulatur auf, die durch die tiefe Gelenkposition, und die damit verbundenen hohen myofibrillären Spannungen auf Hüft- und Beinextensoren, verursacht werden.

Wie Goldsping und Harridge (2003) berichten (zitiert nach Hartmann & Wirth, 2014, S.19), kontrahiert eine längere Muskelfaser, verglichen mit einer Kürzeren, schneller, durch die gesteigerte Anzahl von möglichen Querbrückenzyklen. Daraus schließen Hartmann und Wirth (2014), dass eine längere Muskelfaser positiv auf die Kraftentfaltung wirkt. Somit erzielt die tiefe Kniebeuge im Rahmen eines Krafttrainings größere Erfolge bezüglich Hypertrophie und Explosivkraft, als die halbe oder Viertel Kniebeuge. Auch Macrum et al. (2012) konnte bei eingeschränkter Beweglichkeit im Sprunggelenk eine verringerte Aktivität im Musculus quadrizeps femoris zeigen, was zu geringeren Kraftzuwächsen beim Training der Kniebeuge führen könnte.

Besonders wichtig ist es also, tief in die Kniebeuge zu kommen, wofür eine ausreichende Beweglichkeit im Sprunggelenk benötigt wird. Dabei sollte die Kniebeuge mindestens so tief ausgeführt werden, dass der Oberschenkel unterhalb der Horizontalen verläuft. Weiterhin sollte der Oberkörper parallel zur Tibia, bzw. möglichst aufrecht sein und die Fersen sollten dabei den Kontakt mit dem Boden nicht verlieren.

Zusammenfassend bedeutet dies, dass eine verbesserte Beweglichkeit im Sprunggelenk die Athleten präventiv vor zukünftigen Rückenproblemen oder - Verletzungen schützt, da es die Scherkräfte im Oberkörper während der Kniebeuge reduziert. Weiterhin sorgt eine verbesserte Beweglichkeit im Sprunggelenk für geringere Kompressionskräfte im Kniegelenk und es kann zu vermehrten Hypertrophieeffekten der Knieextensoren kommen (Fuglsang et al., 2017).

Ein Sprunggelenk, welches eine überdurchschnittlich ausgeprägte Beweglichkeit aufweist, ist zunächst keine Gefährdung. Bonnin (1944) erwähnt jedoch, dass, sobald sich eine Verletzung im Bereich der Bänder durch ein Umknicken oder einen anderen Unfallmechanismus ereignet, das Gelenk instabil wird. Sachse, Lewit und Berger, (2004, S. 7) betonen außerdem, dass sich durch eine zurückliegende Verletzung im Bereich der Bänder eine höhere Anfälligkeit für weitere Verletzungen ergibt. Laut Van der Wees et al. (2006) ist eine Verstauchung des Sprunggelenks mit einer Einschränkung der Dorsalextension im Sprunggelenk assoziiert, was beim Training der Kniebeuge von Nachteil wäre. Dies verdeutlich die Notwendigkeit einer Verletzungsprophylaxe bei Athleten mit potentieller Hypermobilität im Sprunggelenk, um einem Unfallmechanismus vorzubeugen, welcher die zukünftige Ausführung der Kniebeuge einschränken würde.

2.5 Statusklassen

Die latente Variable der Diagnostik basiert auf der Sprunggelenksbeweglichkeit, wobei die Technik der Kniebeuge ebenfalls als latente Variable dazu gezählt werden kann. Daraus resultieren die unterschiedlichen Statusklassen. Anhand des Overhead-Squat Tests und des Weight-Bearing-Lunge Tests (WBLT) werden die Athleten in fünf Statusklassen eingeteilt, die sich wie folgt zusammensetzen: ausreichende Beweglichkeit, potentielle Hypermobilität, unzureichende Beweglichkeit, unzureichende Technik und nicht diagnostizierbar.

Zunächst wird der Overhead-Squat Test durchgeführt, wobei die Athleten einen Score von null bis drei erreichen können. Ein Score von drei wird vergeben, wenn die Athleten alle Bewertungskriterien erfüllen. Hierbei kann allerdings noch nicht entschieden werden, ob eine potentielle Hypermobilität vorliegt, weshalb der darauffolgende WBLT genauere Angaben darüber gibt. Bei diesem Test wird immer der niedrigere Wert der beiden Füße herangezogen. Liegt der Wert beim WBLT unter 16,7 cm, wird der Athlet in die Statusklasse ausreichende Beweglichkeit eingeteilt, da die Beweglichkeit ausreichend ist und kein Anzeichen für eine Hypermobilität vorliegt. Liegt der Wert im WBLT allerdings über 16,7 cm, wird der Athlet der Statusklasse potentielle Hypermobilität zugeordnet. Ein Score beim Overhead-Squat Test von eins bis zwei entspricht einer unzureichenden Beweglichkeit oder unzureichenden Technik, sodass hier genauer unterschieden werden muss. Zur genauen Beurteilung der Ursache wird wieder der WBLT herangezogen. Liegt der Wert unter 11,3 cm, wird der Athlet der Statusklasse unzureichende Beweglichkeit zugeordnet. Erreicht der Athlet einen Wert über 11,3 cm, wird er der Statusklasse unzureichende Technik zugeordnet, da hier die unzureichende Ausführung im Overhead-Squat Test an einer mangelnden Technik liegen muss. Beweglichkeit gegeben ist, allerdings die richtige Technik, um eine Kniebeuge korrekt ausführen zu können, fehlt. Kann der Athlet den Overhead-Squat Test nicht ausführen, da er Schmerzen bei der Ausführung angibt, wird ihm ein Score von null zugeordnet und er muss den WBLT nicht mehr durchführen. Dementsprechend wird der Athlet in die Statusklasse nicht diagnostizierbare ingeordnet.

Die Normwerte des WBLTs sind angelehnt an die Dissertation „Training Strategies and Movement Assessments in Athletes and Non-Athletes“ von Lewis (2014, S. 138). Sie untersuchte die Wirksamkeit und den Zusammenhang verschiedener Tests, unter anderem auch die des WBLTs und des Overhead-Squat Tests. Hierbei wird der WBLT wird als geeignetes Instrument, um die allgemeine Sprunggelenksbeweglichkeit messen zu können, bestätigt. So hatten Athleten mit einem Score von eins oder zwei, verglichen mit einem Score von drei im Overhead- Squat Test, einen signifikant niedrigeren Bewegungsumfang in der Dorsalextension des Sprunggelenks. Daher leiten wir die Normwerte von den Ergebnissen dieser Studie ab. In der Studie ergab sich ein Mittelwert von 14,04 cm im WBLT bei Athleten mit einem Score von drei im Overhead-Squat Test, mit einer Standardabweichung von ± 2,67. Somit liegt die Obergrenze bei 16,7 cm. Mittels der Standardabweichung von 2,67, ergibt sich eine Untergrenze von 11,3 cm. Dieser Wert wurde bewusst als Untergrenze gewählt, da der Athlet hier noch als ausreichend beweglich eingestuft werden kann, um eine korrekte Kniebeuge ausführen zu können. Um auch bei der Diagnostik zwischen ausreichender und unzureichender Beweglichkeit differenzieren zu können, gilt so 11,3 cm als guter Grenzwert.

Wir haben uns dafür entschieden den Overhead-Squat Test in der Einteilung der Statusklassen stärker zu gewichten, da dieser bewegungsspezifischer ist und näher an der Fragestellung liegt. Allerdings wird der WBLT ebenfalls zur Beurteilung der Sprunggelenksbeweglichkeit hinzugezogen, da der Overhead-Squat Test nicht genügend Informationen über die Sprunggelenksbeweglichkeit gibt, sondern lediglich über die Ausführung einer Kniebeuge.

Konkret äußert sich die stärkere Gewichtung darin, dass, wenn ein Athlet einen Score von drei im Overhead-Squat Test erreicht, nicht mehr berücksichtigt wird, ob die Untergrenze von 11,3 cm im WBLT unterschritten wird, da der Athlet im Overhead-Squat Test schon eine ausreichende Beweglichkeit für die tiefe Kniebeuge zeigt. Dies könnte zum Beispiel bei Athleten Vorkommen, die anatomisch bedingt, vergleichsweise zu den anderen Gliedmaßen, ein kürzeres Femur aufweisen, und somit weniger Beweglichkeit in der Dorsalextension für die Ausführung einer tiefen Kniebeuge benötigen. Bei einem Athleten, welcher im Overhead-Squat Test einen Score von eins oder zwei, im WBLT allerdings einen Wert von über 16,7 cm erreicht hat, wird das Ergebnis im Overhead-Squat Test ebenfalls mehr gewichtet und somit wird er der Statusklasse unzureichende Technik zugeordnet.

Tab. 1: Einteilung in die Statusklassen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.6 Interventionen

Gemäß den eingeteilten Statusklassen (siehe Tab. 1) finden unterschiedliche Interventionen bei den Teilnehmern Anwendung. Generell ist aus der Studie von Davies, Bull, Farrelly und Wakelin (2007) zu entnehmen, dass sich die latente Variable der Sprunggelenksbeweglichkeit durch einfache Trainings zuhause sehr gut trainieren lässt. Im Fokus der Interventionen dieser Diagnostik steht ebenfalls die Optimierung der Sprunggelenksbeweglichkeit. Dies soll für die entsprechenden Statusklassen durch geeignete Trainingsmaßnahmen erzielt werden.

Bei Athleten der Statusklasse ausreichende Beweglichkeit folgt keine Intervention. Sie verfügen bereits über eine ausreichende Beweglichkeit im Sprunggelenk, um die Kniebeuge korrekt ausführen zu können. Die Werte liegen ebenfalls unter dem kritischen Wert, der für eine potentielle Hypermobilität sprechen würde.

Im Gegensatz dazu, stellt die Statusklasse potentielle Hypermobilität eine womöglich gefährdete Gruppe dar. Bei ihnen wurde der kritische Wert von 16,7 cm im WBLT überschritten, weshalb anzunehmen ist, dass sie womöglich eine Hypermobilität im Sprunggelenk aufweisen. Ein hypermobiles Sprunggelenk stellt zunächst keine Gefährdung dar. Sobald jedoch eine Verletzung im Bereich der Bänder durch einen typischen Unfallmechanismus wie z.B. ein Umknicken eintritt, wird das Gelenk instabil (Bonnin, 1944) und wesentlich anfälliger für weitere Verletzungen (Sachse et al., 2004, S. 7). Mit einem entsprechenden Training zur Verletzungsprophylaxe sollen Bänder und Muskeln rund um das Sprunggelenk gekräftigt werden, sodass mögliche Verletzungen ein deutlich reduzierteres Ausmaß annehmen. Gemäß van der Wees et al. (2006) ist ein Bewegungstraining wirksam, um das Risiko für Verletzungen und insbesondere wiederkehrende Verletzungen, zu minimieren. Konkrete Übungen eines Koordinationstrainings, Stabilisationsübungen mit Hilfe von Balance Boards oder Wobble Boards, sowie Übungen zur Kräftigung der Wadenmuskulatur werden in die entsprechenden Trainingseinheiten zur Verletzungsprophylaxe eingebaut. Ebenfalls können Athleten, die in diese Interventionskategorie fallen, ein Training mit der Slackline anstreben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Diagnostik der Beweglichkeit des Sprunggelenks in Bezug auf die Kniebeuge bei Athleten
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Psychologie und Sportwissenschaften)
Veranstaltung
Trainingswissenschaftliche Diagnostik
Note
13
Autor
Jahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V500452
ISBN (eBook)
9783346039163
ISBN (Buch)
9783346039170
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beweglichkeit, Sprunggelenk, diagnostik, kniebeuge, trainingswissenschaft, sportwissenschaft
Arbeit zitieren
Oliver Hahn (Autor), 2019, Diagnostik der Beweglichkeit des Sprunggelenks in Bezug auf die Kniebeuge bei Athleten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500452

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Diagnostik der Beweglichkeit des Sprunggelenks in Bezug auf die Kniebeuge bei Athleten



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden