Diese Arbeit untersucht, auf welche Weise die Partei Alternative für Deutschland (AfD) anhand ihrer Bundestagskampagne politische Propaganda in Demokratien verbreitet. Im Fokus steht die Wahlkampagne der AfD zum Bundestag 2017, die hinsichtlich des Begriffes der Propaganda nach der Definition von Gerhard Maletzke untersucht wird.
Seit September 2017 sitzt zum ersten Mal seit über 60 Jahren eine Partei im Deutschen Bundestag, die offen rassistische und rechtsextreme Positionen vertritt. Der erstaunliche Sieg der AfD ist in erster Linie ein Erfolg ihrer Medienstrategie im Wahlkampf. Es ist wichtig, sich mit der AfD und ihrer politischen Vorgehensweise auseinanderzusetzen, da sie eine realistische politische Bedrohung für die Demokratie in Deutschland darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Manipulation in Krisenzeiten
2. Propaganda und die Politik
2.1 Definition
2.2 Begriffsgeschichte
2.3 Sozialwissenschaftliche Definition und Hypothesenbildung
2.4 Propagandatypen
3. Die Partei Alternative für Deutschland (AfD)
3.1 Entstehung und Werdegang
3.2 Bundestagswahl 2017
3.2.1 Programm und inhaltliche Positionen
3.2.2 Wahlplakate der AfD
4. Hypothesenprüfung
5. Ein kleiner Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bundestagswahlkampagne 2017 der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) unter dem theoretischen Blickwinkel der Propaganda-Definition nach Gerhard Maletzke. Ziel ist es, wissenschaftlich zu belegen, ob die Wahlkampfstrategien der Partei als Propaganda im Sinne der Maletzke-Definition klassifiziert werden können und wie diese zur Beeinflussung der Wählerschaft eingesetzt wurden.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmung von Propaganda
- Historische Entwicklung des Propagandabegriffs
- Sozialwissenschaftliche Analyse von Propaganda-Mechanismen
- Entstehung, Struktur und ideologische Ausrichtung der AfD
- Analyse der Wahlkampfmittel (Programm und Wahlplakate) der AfD 2017
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition
Das lateinische Wort propagare heißt auf Deutsch erweitern oder ausdehnen. Propaganda bedeutet die gezielte und systematische Verbreitung von politischen Ideen, Weltanschauungen oder Meinungen. Beim politischen Propaganda geht es auch um die Manipulation von Meinungen und Einstellungen. Sie bezweckt das gezielte Beeinflussen des Denkens, Handelns und Fühlens von Menschen. Propaganda tritt in unterschiedlichen Formen auf. Es gibt Propagandaformen, die ohne den Einsatz von Medien auskommen. Dazu zählen Reden, Predigten oder Lieder vor einem anwesenden Publikum. Diese Formen fanden seit der Antike Verwendung. Heute findet Propaganda fast ausschließlich mit Hilfe von Medien statt. Häufig eingesetzte Formen sind schriftliche Dokumente wie Flugblätter, Zeitungs- und Internetartikel oder Plakate, fotografische Aufnahmen, Filmaufnahmen, Radiosendungen oder Computerspiele. Charakteristisch für Propaganda ist, dass sie die verschiedenen Seiten einer Thematik nicht darlegt und Meinung und Informationen vermischt. Propagandisten sind nicht an Diskussionen oder Argumente interessiert, sondern möchten die Emotionen und das Verhalten der Menschen beeinflussen. Das erfolgt indem sie diese ängstigen, wütend machen oder ihnen Verheißungen suggerieren.
Im Gegensatz zur journalistischen Information, welche alle verfügbaren Fakten und Hintergründe darlegt und die Menschen selbst entscheiden lassen, was richtig oder falsch ist, nimmt Propaganda dem Menschen das Denken ab und gibt ihm stattdessen das Gefühl, mit der übernommenen Meinung richtig zu liegen. Der Wahrnehmungsraum, in dem die Empfänger Informationen einordnen oder bewerten können, wird so durch Propaganda langfristig manipuliert (Bundeszentrale für politische Bildung 2011).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Manipulation in Krisenzeiten: Dieses Kapitel führt in die Thematik der politischen Manipulation ein, beleuchtet historische Beispiele und leitet zur Relevanz der Untersuchung des AfD-Wahlkampfes über.
2. Propaganda und die Politik: Hier werden Definitionen, die Begriffsgeschichte sowie soziologische und psychologische Ansätze zur Propaganda dargelegt, um das theoretische Fundament der Arbeit zu bilden.
3. Die Partei Alternative für Deutschland (AfD): Dieses Kapitel beschreibt die Gründung und Entwicklung der AfD sowie die inhaltliche und strategische Ausrichtung während der Bundestagswahl 2017.
4. Hypothesenprüfung: In diesem Teil werden die zuvor aufgestellten Hypothesen auf Basis der analysierten Wahlkampfmaterialien und Strategien der AfD überprüft.
5. Ein kleiner Ausblick: Der abschließende Abschnitt reflektiert die Gefahren unkontrollierter Propaganda und appelliert an die Notwendigkeit kritischer Medienkompetenz in der demokratischen Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Propaganda, Politische Kommunikation, AfD, Bundestagswahl 2017, Manipulation, Gerhard Maletzke, Wahlkampfstrategie, Rechtspopulismus, Meinungsbildung, Massenmedien, Politische Ideen, Identitätspolitik, Krisenrhetorik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert, inwieweit die Wahlkampagnen der AfD zur Bundestagswahl 2017 als gezielte politische Propaganda nach der Definition von Gerhard Maletzke einzustufen sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Propaganda, die Entwicklung der Partei AfD sowie die Analyse ihrer strategischen Kommunikation mittels Wahlplakaten und Parteiprogrammatik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Anwendung der wissenschaftlichen Definition von Propaganda auf das Fallbeispiel AfD zu belegen, ob die Wahlkampfmethoden der Partei propagandistische Merkmale aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird eine deduktive Herangehensweise gewählt: Basierend auf der Propaganda-Definition von Maletzke werden Hypothesen abgeleitet, die anschließend an der Wahlkampfpraxis der AfD geprüft werden.
Welche Inhalte prägen den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Propagandabegriffs und eine detaillierte Untersuchung der AfD-Kampagne, einschließlich einer inhaltlichen Analyse ihrer Wahlplakate und Rhetorik.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Propaganda, Politische Kommunikation, AfD, Wahlkampfstrategie und Meinungsmanipulation charakterisiert.
Wie geht die AfD in ihren Wahlplakaten laut der Analyse vor?
Laut der Arbeit nutzt die AfD subtile Symbolsprache und Provokationen, um Ängste zu schüren, Vorurteile zu bedienen und eine klare Abgrenzung gegenüber Migranten und dem Islam zu konstruieren.
Welche Rolle spielen dabei spezifische Symbole wie Tiere?
Die Arbeit interpretiert die Verwendung bestimmter Symbole, wie etwa Raben in Verbindung mit dem Sozialstaat, als gezieltes Spiel mit negativen Assoziationen zur gezielten emotionalen Beeinflussung der Wähler.
- Citar trabajo
- Andrada Davisca (Autor), 2018, Die Bundestagskampagne der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Politische Propaganda in Demokratien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500575