Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den jüngsten Entwicklungen im sog. inter-dependenten Dreieck der Weltwirtschaft und zwar im Zeitraum von 1996 bis in Jahr 2001, wobei auch ein gelegentlicher Blick auf das Jahr 2002 nicht vermieden werden soll. Der Entstehung dieses Dreiecks, gemeint sind die drei grossen "Gravitationszentren" (Link) Nordamerika, West-Europa und der asiatisch-pazifische Raum, soll dabei ebenso nachgegangen werden wie der Frage nach den Machtverhältnissen innerhalb des Dreiecks. Die Antwort auf diese Frage scheint leicht und schon an dieser Stelle zu beantworten, doch geben historische als auch aktuelle Entwicklungen der Frage eine Dynamik, die es zu ergründen gilt. Expliziert zu einer konkreten Fragestellung lässt sich diese wie folgt formulieren: "Auf welche Art und Weise füllen die USA ihre Hegemon-Stellung im Weltwirtschaftssystem aus ?" Der Beantwortung dieser Frage soll in dieser Arbeit im wesentlichen Rechnung getragen werden.
Da sich die Wirtschaftspolitik der mit dem Dreieck umgrenzten Akteure auf das gesamte Weltwirtschaftssystem auswirkt, bzw. es maßgeblich gestaltet, werden ebenso die Akteure "außerhalb", oder besser: am Rande der jeweiligen "Pfeiler" des Dreiecks betrachtet. Gemeint sind damit die sog. Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländer. Auch hier ergeben sich Fragen: Wie nehmen sie Einfluss, welche tatsächlichen Möglichkeiten der Einflußnahme bieten sich ihnen und wo sind die Grenzen ihrer Interessenvertretung erreicht?
Um eine theoretische als auch historische Fundierung des oben formulierten Arbeitsansatzes zu leisten, sollen im folgenden der Forschungsgegenstand "Weltwirtschaft" sowie die wichtigsten historischen Eckdaten der Entstehung des modernen Weltwirtschaftssystems in nuce skizziert werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Teil
1.1 Einleitung
1.1.1 "Weltwirtschaft" als Forschungsgegenstand
1.1.2 Historische Eckdaten zur Entwicklung des modernen Weltwirtschaftssystems
II. Teil
2.1 Die weltwirtschaftlichen Akteure
2.1.1 Die Vereinigten Staaten von Amerika
2.1.1.a Der Wandel der Hegemonial-Rolle
2.1.1.a.1 Verlust der Währungskontrolle
2.1.1.a.2 Die USA als Handelspartner
2.1.1.a.3 Investitionen und Finanzströme
2.1.2 Europa
2.1.2a Einführung: Regionalisierung und Regionalismus
2.1.3 Japan und asiatische Schwellenländer
2.1.4 Schwellen- , Reform-, und Entwicklungsländer
2.1.4.1. Schwellenländer: Lateinamerika
2.1.4.2 (östliche) Reformländer (die GUS)
2.1.4.3 Entwicklungsländer
2.2 Schlusskommentar
III. Teil
3.1 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die jüngsten Entwicklungen im interdependenten Dreieck der Weltwirtschaft (Nordamerika, West-Europa, asiatisch-pazifischer Raum) im Zeitraum von 1996 bis 2001. Das zentrale Ziel ist es, die Machtverhältnisse innerhalb dieses Dreiecks zu ergründen und insbesondere zu untersuchen, auf welche Weise die USA ihre Hegemonialstellung im Weltwirtschaftssystem ausfüllen und welche Auswirkungen dies auf andere Wirtschaftsakteure hat.
- Analyse der Hegemonialrolle der USA im Weltwirtschaftssystem.
- Untersuchung der wirtschaftlichen Verflechtungen und der Rolle der Interdependenz.
- Einfluss des Regionalismus und der Regionalisierung auf die Weltwirtschaft.
- Die Rolle von Schwellen-, Reform- und Entwicklungsländern im globalen Gefüge.
- Reaktionen auf Finanz- und Währungskrisen in den untersuchten Regionen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1.a.1 Verlust der Währungskontrolle
Wie bereits an anderer Stelle aufgezeigt, wurde 1944 das Währungsregime von Bretton Woods etabliert. Das von den USA maßgeblich mitinitiierte Regime garantierte über das Kernstück des Regimes, des Internationalen Währungsfonds (IWF), auf der Grundlage eines Gold-Dollar-Standards feste Wechselkurse für alle seine Mitglieder. Obwohl die internationale Nachkriegsliquiditätsmenge nicht nur durch den US-Dollar sondern auch durch das britische Pfund Sterling garantiert wurde, kam dem US-Dollar eine Sonderrolle zu. Merkmale dieser Sonderrolle waren beispielsweise der Gebrauch des Dollars als internationaler Handelswährung, der entwickelte Kapitalmarkt und das Produktionspotenzial der USA (Andersen 2000: 214). Darüber hinaus und wohl als maßgeblichstes Argument für die Positionierung des US-Dollars müssen die enormen Geldreserven der Federal Reserve Bank genannt werden. Das daraus erwachsene Selbstbewusstsein veranlasste die USA zu der Garantie, "Dollarguthaben ausländischer offizieller Stellen auf Wunsch jederzeit in Gold zu tauschen" (Andersen, ibd.).
Verschiedene Phasen (insgesamt vier) kennzeichnen die Wirkungsweise- und kraft des neuen Währungsregimes. Zum einen ist die Phase des Wiederaufbaus zu nennen, die sich von 1946 bis 1958 erstreckte. Sie wurde erfolgreich abgeschlossen, als führende europäische Länder zur Konvertibilität übergingen (Rode 1996: 418). In den Jahren 1959 bis 1971, der zweiten Phase, kam das Bretton-Woods-Regime zu voller Blüte, i.e. "voller internationaler Funktionsfähigkeit" (Rode). Damit einher gingen allerdings auch erste Zweifel der Mitgliedsländer, ob die Umtausch-Garantie der USA den Anforderungen des internationalen Wirtschaftsgeschehens gerecht werden könne. In der Folge häuften sich Spekulationen seitens einiger Mitgliedsländer, die ihre Währungen temporär "floaten" liessen, d.h. die festen Wechselkurse kurzzeitig aufgaben. Als Antwort wurden 1968 vom IWF die sog. Sonderziehungsrechte (SZR) geschaffen; durch die SZR wurde "die Methode nationaler Liquiditätsschöpfung damit ansatzweise auf das internationale System übertragen" (Andersen 2000: 215).
Zusammenfassung der Kapitel
I. Teil: Dieses Kapitel führt in den Forschungsgegenstand "Weltwirtschaft" ein und skizziert die historischen Eckdaten zur Entstehung des modernen Weltwirtschaftssystems.
1.1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungszeitraum von 1996 bis 2001 und benennt die Fragestellung nach der Ausgestaltung der Hegemonialstellung der USA innerhalb des interdependenten Dreiecks der Weltwirtschaft.
1.1.1 "Weltwirtschaft" als Forschungsgegenstand: Dieser Abschnitt erläutert die theoretische Einordnung der Weltwirtschaft als Forschungsgegenstand der Politischen Ökonomie und beleuchtet die Interaktion zwischen politischem und wirtschaftlichem Subsystem.
1.1.2 Historische Eckdaten zur Entwicklung des modernen Weltwirtschaftssystems: Hier wird die Genese des Weltwirtschaftssystems vom Beginn des 20. Jahrhunderts über die Weltwirtschaftskrise bis hin zur Etablierung der WTO nach 1945 nachgezeichnet.
II. Teil: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Darstellung und Analyse der am Weltmarktgeschehen beteiligten Akteure, ausgehend von den drei Gravitationszentren.
2.1 Die weltwirtschaftlichen Akteure: Einleitender Überblick über die Akteure des interdependenten Dreiecks sowie eine Abgrenzung zu externen Ländern.
2.1.1 Die Vereinigten Staaten von Amerika: Analyse der USA als Hegemon und ihrer handelspolitischen sowie finanzwirtschaftlichen Rolle seit dem 2. Weltkrieg.
2.1.1.a Der Wandel der Hegemonial-Rolle: Untersuchung der Faktoren, die zur Beeinträchtigung der uneingeschränkten Machtposition der USA beigetragen haben.
2.1.1.a.1 Verlust der Währungskontrolle: Analyse des Wandels des Währungsregimes von Bretton Woods bis zum System der flexiblen Wechselkurse und der Rolle des US-Dollars als Leitwährung.
2.1.1.a.2 Die USA als Handelspartner: Darstellung der handelspolitischen Strategien der USA, einschließlich der Reaktion auf Handelsbilanzdefizite und protektionistischer Maßnahmen.
2.1.1.a.3 Investitionen und Finanzströme: Betrachtung der Bedeutung von Transnationalen Konzernen und Banken sowie der Veränderung der US-Position in den internationalen Kapitalströmen.
2.1.2 Europa: Analyse Europas als Akteur im Dreieck, inklusive der Exkurse zur Regionalisierung und zum Erfolg des Binnenmarktes.
2.1.2.a Einführung: Regionalisierung und Regionalismus: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen und Konzepten der Regionalisierung und des Regionalismus in den Internationalen Beziehungen.
2.1.3 Japan und asiatische Schwellenländer: Untersuchung des japanischen Aufstiegs, der Krise der 1990er Jahre und der wirtschaftlichen Dynamik in den asiatischen Schwellenländern.
2.1.4 Schwellen- , Reform-, und Entwicklungsländer: Überblick über die Rolle und die Herausforderungen der Länder außerhalb des "Triaden-Dreiecks".
2.1.4.1. Schwellenländer: Lateinamerika: Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung und Krisenanfälligkeit lateinamerikanischer Staaten am Beispiel der Währungskrisen.
2.1.4.2 (östliche) Reformländer (die GUS): Darstellung der Transformationsprozesse und der regionalistischen Bestrebungen unter russischer Führung nach dem Zerfall der Sowjetunion.
2.1.4.3 Entwicklungsländer: Untersuchung der Marginalisierung Afrikas und der Rolle der OPEC-Staaten im globalen Wirtschaftssystem.
2.2 Schlusskommentar: Zusammenfassende kritische Reflexion der Hegemonialstellung der USA und ein Plädoyer für die Suche nach Alternativen durch andere internationale Akteure.
III. Teil: Dieser Teil enthält die ergänzenden Verzeichnisse der Arbeit.
3.1 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die vorliegende Studienarbeit.
Schlüsselwörter
Weltwirtschaft, Interdependenz, USA, Hegemonie, Europa, Regionalisierung, Regionalismus, Schwellenländer, Entwicklungsländer, Finanzkrise, Bretton Woods, Welthandel, Globalisierung, Kapitalströme, Währungspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Dynamiken der Weltwirtschaft im Zeitraum von 1996 bis 2001 mit einem Fokus auf das interdependente Dreieck aus Nordamerika, West-Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Hegemonialstellung der USA, den Prozess der ökonomischen und politischen Regionalisierung, die Rolle von Schwellen- und Entwicklungsländern sowie die Auswirkungen globaler Finanz- und Währungskrisen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Machtverhältnisse innerhalb des globalen Wirtschaftsgefüges zu untersuchen und zu analysieren, wie die USA ihre Vormachtstellung ausüben und welche Konsequenzen dies für andere Akteure hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Studienarbeit, die auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und aktueller Analysen des Untersuchungszeitraums basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der drei Gravitationszentren (USA, Europa, Japan/Asien) sowie die Betrachtung der peripheren Regionen wie Lateinamerika, die GUS-Staaten und Entwicklungsländer im Kontext der Globalisierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Weltwirtschaft, Hegemonie, Interdependenz, Regionalismus, Finanzkrisen und Globalisierung charakterisieren.
Welche Rolle spielen die USA als "Hegemon"?
Die USA werden als prägender Akteur analysiert, der durch seinen Binnenmarkt und seine Rolle in internationalen Organisationen Stabilität bietet, aber durch eine unilaterale Interessenpolitik auch destabilisierend wirken kann.
Warum wird Lateinamerika als Beispiel für Schwellenländer herangezogen?
Lateinamerika dient als Beispiel, da sich dort spezifische wirtschaftliche Entwicklungen und Krisenmuster zeigen, die eine Abgrenzung zu weniger entwickelten Regionen erfordern und die Herausforderungen der Partizipation am Weltmarkt verdeutlichen.
Welche Bedeutung hat die Regionalisierung für die Weltwirtschaft?
Die Regionalisierung wird als Prozess gesehen, der einerseits zur Konzentration von Handelsströmen führt und andererseits, insbesondere durch politische Organisation, die Stabilität und Zusammenarbeit in der Weltwirtschaft beeinflusst.
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- Stefan Laszlo (Author), 2002, Jüngere Entwicklungen im interdependenten Dreieck der Weltwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50063