Die Arbeit stellt die Geschichte der RAF, insbesondere der ersten Genreration, und ihre politischen sowie gesellschaftlichen Folgen dar. Zudem wird untersucht, inwiefern der Terrorismus heute noch in der Bundesrepublik Deutschland besteht, speziell der Linksterrorismus, und ob Ähnlichkeiten zum rechtsextremen Nationalsozialisten Untergrund (NSU) bestehen.
Warum schließt man sich einer terroristischen Gruppe an, wenn sie ausschließlich negative Konsequenzen mit sich bringt? Tut man dies aus purer Verzweiflung und aus Sehnsucht nach Zugehörigkeit? Könnte es sogar möglich sein, dass jene Ziele nicht nur puren Wahnvorstellungen entsprechen, wie es häufig in den Medien beschrieben wird, sondern eine Intention haben, welche unserer Gesellschaft weiterhelfen und sie gerechter machen könnte?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorgeschichte
3. Wer war die „RAF“?
4. Der deutsche Herbst 1977
5. Gesellschaftliche und politische Folgen
6. Kontakte in die DDR
7. Terrorismus heute in der BRD
8. Linksterrorismus
9. RAF – Vergleiche mit dem NSU
10. Auswertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der historischen Aufarbeitung der Rote Armee Fraktion (RAF), ihren gesellschaftlichen Auswirkungen sowie einer Untersuchung der Frage, inwieweit Terrorismus heute in der Bundesrepublik Deutschland fortbesteht und welche Parallelen sich zum rechtsextremen „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) ziehen lassen.
- Historische Genese der RAF und ihre erste Generation.
- Analyse des „deutschen Herbstes“ 1977 als Zäsur.
- Untersuchung der Verbindung zwischen Linksterrorismus und DDR-Strukturen.
- Vergleichende Analyse zwischen der RAF und dem NSU hinsichtlich Vorgehen und Zielen.
- Definition von Terrorismus und Abgrenzung zum heutigen Extremismus.
Auszug aus dem Buch
Vorgeschichte
Der 2. Juni 1967 gilt als einer der bedeutendsten Tage in der Vorgeschichte der RAF. In der Bundesrepublik bildet sich zum Ende 1960er-Jahre eine zielorientierte Studentenbewegung. Das Ziel derer Demonstrationen war sehr vielseitig und brachte eine große Masse an Menschen auf die Straße. Als Streitgrund lässt sich die Abneigung gegen Stellvertreterkriege (wie beispielsweise der von der USA und der Sowjetunion geführte Vietnamkrieg) finden. Doch auch der eigene Staat wurde für seine Politik und die herrschenden Gesellschaftszustände kritisiert. Die Studenten stellten die Ausführung der Demokratie infrage und hielten die „Zehn-Prozent-Opposition“ der FDP im Bundestag für zu niedrig. An diesem besagtem Tag im Juni 1967 kommt es in Berlin zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des nach Berlin gereisten Schah von Persien, der deutschen Polizei und jungen Protestanten.
Der Besuch von Reza Pahlevi, dem damaligen Staatschef auf dem Gebiet des heutigen Irans, war für die Protestanten „ein erneuter Beweis für die faschistische Kontinuität in der Politik des deutschen Staates“ und verstärkte ihre Abneigungen, denn bereits seit 1953 herrschte er im Iran in enger Zusammenarbeit mit der vom Parlament gewählten Regierung und mit Hilfe der USA. Vor allem berüchtigt war sein landesinterner Geheimdienst SAVAK, welcher das internationale Ansehen des Schahs durch Folter und Spionage in ein dunkles Licht rückte.
Am frühen Abend dieses Tages kommt es schlussendlich zu den folgenreichsten Auseinandersetzungen. Bereits am Nachmittag schlugen Agenten des SAVAK (unbeachtet von der westdeutschen Polizei) auf Gegner ihres Regierungschefs „mit den Stangen ihrer Transparente, mit Holzknüppeln und Totschlägern“ ein. Kurz nach 20 Uhr greift die Polizei gewaltsam in die Auseinandersetzungen vor der deutschen Oper ein und verfolgt die Protestanten bis in die nächstgelegenen Gassen. Gegen die ebenfalls gewalttätigen „Edelperser“ wurde hingegen nichts unternommen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik des Terrorismus als gesellschaftliches Phänomen und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
Vorgeschichte: Darstellung der gesellschaftlichen Bedingungen Ende der 1960er Jahre sowie der Schlüsselereignisse wie der Tod von Benno Ohnesorg.
Wer war die „RAF“?: Porträt der Gründungsmitglieder und Analyse der Entstehung sowie des ersten Brandbombenanschlags als Akt gegen den Kapitalismus.
Der deutsche Herbst 1977: Betrachtung der Anschlagsserie von 1977 und der tragischen Ereignisse um Schleyer und die Lufthansa-Maschine „Landshut“.
Gesellschaftliche und politische Folgen: Untersuchung der langfristigen Auswirkungen der 68er-Bewegung und der RAF auf Politik, Sicherheit und Gesellschaft.
Kontakte in die DDR: Analyse der Verbindungen zwischen Terroristen und ostdeutschen Strukturen sowie dem MfS.
Terrorismus heute in der BRD: Einordnung aktueller islamistischer Bedrohungslagen und Abgrenzung des Begriffs Terrorismus zum Extremismus.
Linksterrorismus: Diskussion über das Fortbestehen linksextremer Strömungen und die Gefährdung durch ehemalige RAF-Akteure.
RAF – Vergleiche mit dem NSU: Gegenüberstellung der Arbeitsweisen, Ziele und gesellschaftlichen Wahrnehmung von RAF und NSU.
Auswertung: Fazit zur historischen Rolle der RAF und Appell an einen friedlichen Umgang mit politischer Kritik in der modernen Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Rote Armee Fraktion, RAF, Terrorismus, Linksextremismus, NSU, Deutscher Herbst, 68er-Bewegung, Staatssicherheit, DDR, Radikalisierung, Politische Gewalt, Ulrike Meinhof, Andreas Baader, Sicherheitsbehörden, Rechtsstaat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Entstehung, Geschichte und gesellschaftlichen Folgen der Rote Armee Fraktion (RAF) sowie ihre historische Einordnung im Kontext des Terrorismus in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der RAF stehen die Studentenbewegung der 60er Jahre, der „deutsche Herbst“ 1977, die Kontakte zur DDR, heutige Terrorismusformen sowie ein Vergleich mit dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der RAF aufzuarbeiten und zu prüfen, ob und inwieweit Terrorismus in Deutschland heute noch besteht, sowie Ähnlichkeiten zwischen linksextremen und rechtsextremen Terrorgruppen zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Autorin stützt sich auf eine deskriptive historische Analyse und Literaturrecherche, um die Ereignisse und Zusammenhänge systematisch darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte von der Vorgeschichte über die Aktivitäten der RAF-Generationen bis hin zu aktuellen Analysen über Linksextremismus und Vergleiche mit rechten terroristischen Gruppen.
Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Rote Armee Fraktion, Terrorismus, NSU, Radikalisierung, linker/rechter Extremismus und historisches Erbe.
Warum wird der „deutsche Herbst“ 1977 als besonders bedeutsam hervorgehoben?
Der Herbst 1977 markiert die blutigste Phase und die größte innenpolitische Herausforderung durch die RAF, die zur Zäsur in der Geschichte des deutschen Rechtsstaates wurde.
Welche spezifische Verbindung wird zwischen der RAF und dem NSU gezogen?
Obwohl beide Organisationen ideologisch gegensätzlich sind, identifiziert die Arbeit Gemeinsamkeiten in der Skrupellosigkeit der Ausführung, der Ablehnung des staatlichen Systems und im Untertauchen der Täter.
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- Valentin Pohle (Author), 2017, Terrorismus in der BRD. Politische und gesellschaftliche Folgen der RAF, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/500645