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Das Entstehen eines Österreichbewusstseins zwischen 1955-1966

Am Beispiel des Pflichtschulunterrichtes und unter Einbeziehung von Audioquellen

Title: Das Entstehen eines Österreichbewusstseins zwischen 1955-1966

Bachelor Thesis , 2013 , 62 Pages , Grade: Sehr Gut (1)

Autor:in: Martin Hammer (Author)

History - Miscellaneous
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Die Entwicklung einer gefestigten Österreich-Identität gehörte zu den vordergründigen Aufgaben der Zweiten Republik nach 1945. Bedingt wurde das neuformierte Österreichbewusstsein einerseits durch die Negativerfahrungen von Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg andererseits durch den Wiederaufbau und dem neuen weltpolitischen Klima des "Kalten Krieges", der sich in der österreichischen Neutralitätspolitik ausdrückte.

Aber auch institutionell sollten Österreichbilder verankert werden, die den republikanisch-demokratischen Kleinstaat, seine Wirtschaft und Politik legitimierten. Am Beispiel der Bildungspolitik, hier stellvertretend am Schulunterricht, zeigen sich Narrative, welche im Pflichtschulbereich erzählt und gefördert wurden. Den zeitlichen Rahmen der Arbeit bilden die Jahre 1955-1966, eine zentrale Phase im nation building Prozess des Landes, da sie die Phase von der wiedererlangten Unabhängigkeit Österreichs bis zum Ende der über 20 Jahre bestehenden Koalitionsregierung zwischen bürgerlicher Volkspartei (ÖVP) und Sozialdemokratie (SPÖ) 1966 sowie der Verabschiedung des Nationalfeiertagsgesetzes 1965 umfasst.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Quellenübersicht und -kritik

1.2 Forschungsstand zum und Definition vom Österreichbewusstsein

2 Was heißt Österreich? Wege von Bewusstseins- und Identitätsbildungen

2.1 Gedächtnis- bzw. Erinnerungsorte unter dem Gesichtsfeld von Pierre Nora – Beispiele von österreichischen Gedächtnisorten

2.1.1 Methodischer Ansatz: Überlegungen zum Werden des Österreichbewusstseins in den Jahren 1955-1966 mit besonderer Betrachtung von Pflichtschulkindern

2.1.2 Analyse der Lernmethoden: Differenzierungen zwischen „Soll- und Istwert“ des Unterrichtstoffes an Pflichtschulen und die Frage der dabei vermittelten Tiefe des Österreichbewusstseins

3 Die ersten Nachkriegsjahre und ihre Auswirkungen auf die Pflichtschulkinder

4 „Österreich ist frei!“. Markante innen- und außenpolitische Ereignisse in den Anfangsjahren der Zweiten Republik nach Abschluss des Staatsvertrages und ihre Bedeutungen für das Österreichbild von Schulkindern

4.1 Staatsvertrag und „Tag der Fahne“

4.2 Der „Ungarische Volksaufstand“ 1956

5 Der Beginn einer neuen Ära: Verortung und Stellung des Österreichbildes im Schulunterricht zwischen 1955-1966

5.1 Volksschule

5.2 Haupt- und Mittelschule

5.2.1 Tradierung des Österreichbegriffs im Geschichtsunterricht

5.2.2 Territoriale und wirtschaftliche Identifikationselemente im Erdkundeunterricht

5.2.3 Kulturelle Komponente Teil I – Deutschunterricht

5.2.4 Kulturelle Komponente Teil II – Musikunterricht: Das musikalische Österreich

5.2.5 Kulturelle Komponente Teil III – Turnunterricht: Österreich als Sportnation

5.2.6 Kulturelle Komponente Teil IV – Von der Theorie in die Praxis: Ausflüge, Exkursionen und sonstige identitätsstiftenden Faktoren eines Österreichbewusstseins

6 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Entwicklungsprozess eines österreichischen Nationalbewusstseins bei Pflichtschulkindern in den ersten zwei Jahrzehnten der Zweiten Republik (1955-1966). Dabei wird analysiert, wie durch schulische Vermittlung, familiäre Prägung und regionale Einflüsse sowie durch historische Ereignisse wie den Staatsvertrag und den Ungarischen Volksaufstand eine nationale Identität konstruiert und den Kindern nähergebracht wurde.

  • Kollektive Identitätsbildung und Gedächtnisorte nach Pierre Nora und Jan Assmann
  • Einflussfaktoren auf die Bewusstseinsbildung: Familie, Schule und regionale Identität
  • Analyse von Lehrplänen und Schulbüchern hinsichtlich identitätsstiftender Narrative
  • Rolle der Unterrichtsfächer (Geschichte, Heimatkunde, Deutsch, Musik, Leibeserziehung) bei der Vermittlung österreichischer Werte
  • Bedeutung markanter politischer Ereignisse für das Österreichbild von Schülern

Auszug aus dem Buch

2.1 Gedächtnis- bzw. Erinnerungsorte unter dem Gesichtsfeld von Pierre Nora – Beispiele von österreichischen Gedächtnisorten

Obwohl die erstmalige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema „kollektives Gedächtnis“, durch die unabhängig voneinander entstehenden Theorien des französischen Soziologen Maurice Halbwachs und dem deutschen Kunsthistoriker Aby Warburg, schon in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts begonnen hatte, dauerte es jedoch recht lange, bis diese neue Wissenschaftsdomäne allgemein an Berücksichtigung fand. Dies gelang erst dem französischen Historiker Pierre Nora mit seinem bahnbrechenden Werk lieux de mémoire, das er in sieben Bänden zwischen 1984-1992 publizierte und methodisch ganz nach dem Halbwachs'schen Schema, auf der Trennung zwischen Geschichte und Gedächtnis, aufgebaut hatte. Nora geht in seinem Werk sogar noch einen Schritt weiter und bestreitet die Existenz eines kollektiven Gedächtnisses in der heutigen Zeit, da durch Demokratisierung und Vermassung ein Ende der Gedächtnisgesellschaften und ein Ende der Gedächtnisideologien konfrontiert wird. Deshalb werden – französische – Gedächtnis- bzw. Erinnerungsorte zum zentralen Gegenstand seiner Untersuchung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Identitätsbildung von Schulkindern in der Zweiten Republik und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Quellenbasis der Arbeit.

2 Was heißt Österreich? Wege von Bewusstseins- und Identitätsbildungen: Dieses Kapitel definiert das kollektive Bewusstsein und führt die theoretischen Ansätze von Pierre Nora und Jan Assmann ein, um die Mechanismen der Identitätsstiftung zu erklären.

3 Die ersten Nachkriegsjahre und ihre Auswirkungen auf die Pflichtschulkinder: Hier wird die schwierige Nachkriegszeit, die Entnazifizierung im Schulwesen und die materielle Notlage sowie deren Einfluss auf die damaligen Schulkinder analysiert.

4 „Österreich ist frei!“. Markante innen- und außenpolitische Ereignisse in den Anfangsjahren der Zweiten Republik nach Abschluss des Staatsvertrages und ihre Bedeutungen für das Österreichbild von Schulkindern: Das Kapitel untersucht, wie Staatsvertrag und der Ungarische Volksaufstand 1956 als identitätsstiftende Ereignisse in den schulischen Kontext integriert wurden.

5 Der Beginn einer neuen Ära: Verortung und Stellung des Österreichbildes im Schulunterricht zwischen 1955-1966: Diese zentrale Sektion analysiert detailliert, wie in verschiedenen Fächern der Volks-, Haupt- und Mittelschulen aktiv und passiv ein Österreichbewusstsein vermittelt wurde.

6 Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die staatliche Identitätsvermittlung stark vom Ost-West-Gefälle sowie der Besatzungsgeschichte geprägt war, wobei die methodische Erfassung der tatsächlichen Wirkung bei den Schülern komplex bleibt.

Schlüsselwörter

Österreichbewusstsein, Identitätsbildung, Zweite Republik, Pflichtschulunterricht, kollektives Gedächtnis, Erinnerungsorte, Staatsvertrag, Schulbücher, Lehrpläne, Besatzungszeit, Nationalstolz, Ungarnkrise 1956, Geschichtsunterricht, Patriotismus, Oral History.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelorarbeit untersucht das Entstehen und die Vermittlung eines österreichischen Nationalbewusstseins bei Pflichtschulkindern im Zeitraum zwischen 1955 und 1966.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des kollektiven Gedächtnisses, die Analyse von Schulbüchern und Lehrplänen, sowie der Einfluss von politischen Ereignissen und regionalen Bedingungen auf die Identitätsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und in welcher Form den Schulkindern während ihrer Schulzeit ein Österreichbewusstsein zugänglich gemacht wurde und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus Quellenanalyse (Schulbücher, Lehrpläne, Zeitungen), Literaturstudien und Oral-History-Material, um die verschiedenen Tradierungsmöglichkeiten der Identität zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Schulfächern (Geschichte, Heimatkunde, Deutsch, Musik, Turnunterricht) und zeigt auf, wie diese zur Förderung eines Österreichbildes genutzt wurden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Österreichbewusstsein, Identitätsbildung, kollektives Gedächtnis, Schulbuchforschung, Staatsvertrag und die Zweite Republik.

Welche Rolle spielte das Ost-West-Gefälle für die Schulkinder?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Wahrnehmung von Ereignissen wie der Ungarnkrise 1956 stark davon abhing, ob sich die Kinder in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone oder in den westlichen Bundesländern befanden.

Wie wurde die Entnazifizierung im Schulwesen bewertet?

Das Thema wird als ein großes Problem der unmittelbaren Nachkriegszeit identifiziert, wobei ein Spannungsfeld zwischen dem notwendigen Wiederaufbau des Schulbetriebs und der Entnazifizierung des Lehrpersonals bestand.

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Details

Title
Das Entstehen eines Österreichbewusstseins zwischen 1955-1966
Subtitle
Am Beispiel des Pflichtschulunterrichtes und unter Einbeziehung von Audioquellen
College
University of Graz  (Geschichte)
Grade
Sehr Gut (1)
Author
Martin Hammer (Author)
Publication Year
2013
Pages
62
Catalog Number
V501004
ISBN (eBook)
9783346031242
ISBN (Book)
9783346031259
Language
German
Tags
Österreich Identität Schulunterricht Österreichbewusstsein Audioquellen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Hammer (Author), 2013, Das Entstehen eines Österreichbewusstseins zwischen 1955-1966, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501004
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