Die vorliegende Arbeit dokumentiert eine Unterrichtsbeobachtung, die den Schwerpunkt auf den Umgang mit Störungen im Unterricht setzt. Warum sind Unterrichtsstörungen in der Schule ein so großes und viel diskutiertes Thema? Nolting erwähnt einen zentralen Grund, weshalb der Umgang mit Unterrichtsstörungen eine vergleichsweise komplexe Thematik ist: Diese treten in vielfachen und unterschiedlichsten Ausprägungen und Intensitäten auf und ihre Ursachen können ebenso vielfältig sein.
Einige sind schon in der Institution Schule an sich angelegt: Die Schülerinnen und Schüler — oder zumindest ein veritabler Teil von ihnen — gehen nicht freiwillig in die Schule, sondern weil die staatliche Schulpflicht sie dazu zwingt. Auch das Programm der ihnen auferlegten Beschulung bestimmen sie in den allermeisten Fällen nicht. Es liegt folglich in der Natur der Sache, dass die Interessen der Schülerinnen und Schüler und die der Institution Schule oftmals nicht auf einer Linie liegen.
Inhaltsverzeichnis
Beobachtungsschwerpunkt „Umgang mit Störungen“
A Wissenschaftliche Darstellung
Der Umgang mit Störungen: eine komplexe Thematik
Arten von Störungen
Kategorisierungen von Störungen
Ursachen von Störungen
Definitionen von Störungen
Störungen im Alltag von Lehrkräften
Strategien gegen Unterrichtsstörungen
B) Fremdbeobachtungen
Prinzip der geringsten Intervention
„Kollektivhaftung“
Token Economies
Niedrigschwellige Interventionen
Disziplinierung, Allgegenwärtigkeit und Überlappung
C) Eigenbeobachtungen
Überlegungen vor Beginn des eigenen Unterrichts
Unterrichtsgestaltung
Zuspätkommende Schüler
Feedback der Schülerinnen und Schüler
Überlegungen nach Ende des eigenen Unterrichts
D) Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Unterrichtsstörungen sowie die Reflexion eigener und fremder Beobachtungen im schulpraktischen Kontext, um professionelle Handlungsstrategien im Umgang mit störendem Schülerverhalten zu erarbeiten.
- Theoretische Grundlagen und Definitionen von Störungen
- Klassifizierung von Störungsursachen und Interventionsmöglichkeiten
- Analyse praktischer Beispiele (Fremd- und Eigenbeobachtungen)
- Reflexion über effektive Klassenführung und Interventionsmethoden
- Erörterung pädagogischer Professionalität im Umgang mit Regelverstößen
Auszug aus dem Buch
Der Umgang mit Störungen: eine komplexe Thematik
Warum sind Unterrichtsstörungen in der Schule ein so großes und viel diskutiertes Thema? Und ist der Umgang mit ihnen wirklich so schwierig? Nolting gibt einen ersten wichtigen Anhaltspunkt: Störungen in der Schulklasse gibt es in vielen Variationen, (sic) und für unterschiedliche Probleme braucht man oft auch unterschiedliche Handlungskonzepte – so etwa für die vielen „kleinen“ Störungen, die den täglichen Unterricht begleiten, oder für einen gravierenden Konflikt mit der Klasse oder für wiederkehrende Zusammenstöße mit einzelnen Schülern (Nolting 2016, S. 9).
Nolting erwähnt einen zentralen Grund, weshalb der Umgang mit Unterrichtsstörungen eine vergleichsweise komplexe Thematik ist: Diese treten in vielfachen und unterschiedlichsten Ausprägungen und Intensitäten auf und ihre Ursachen können ebenso vielfältig sein. Einige sind schon in der Institution Schule an sich angelegt: Die Schülerinnen und Schüler — oder zumindest ein veritabler Teil von ihnen — gehen nicht freiwillig in die Schule, sondern weil die staatliche Schulpflicht sie dazu zwingt. Auch das Programm der ihnen auferlegten Beschulung bestimmen sie in den allermeisten Fällen nicht. Es liegt folglich in der Natur der Sache, dass die Interessen der Schülerinnen und Schüler und die der Institution Schule oftmals nicht auf einer Linie liegen.
Zusammenfassung der Kapitel
A Wissenschaftliche Darstellung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Definitionen, Kategorisierungen und Ursachen von Unterrichtsstörungen und bietet einen Überblick über verschiedene Strategien der Lehrkräfte.
B) Fremdbeobachtungen: Hier werden hospitierte Unterrichtssituationen analysiert, wobei insbesondere der Umgang mit Störungen, das Prinzip der geringsten Intervention und die Anwendung von „Kollektivhaftung“ kritisch beleuchtet werden.
C) Eigenbeobachtungen: Dieses Kapitel reflektiert die eigenen Unterrichtsversuche des Autors, die Vorbereitungen auf den Unterricht, den Umgang mit zuspätkommenden Schülern und das Feedback der Klasse.
D) Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer professionellen, reflexiven Haltung der Lehrkraft trotz der Herausforderungen im Schulalltag.
Schlüsselwörter
Unterrichtsstörungen, Klassenführung, Intervention, Lehrkraft, Schülerverhalten, Prävention, Disziplin, Schulpraxis, professionelle Reflexion, pädagogische Herausforderung, Lernprozess, Regelverstoß, Schulalltag, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Unterrichtsstörungen aus theoretischer Sicht sowie deren Beobachtung und Reflexion während des Schulpraktikums.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Klassifizierung von Störungen, die Rolle der Lehrkraft bei der Intervention und die Auswirkungen verschiedener Strategien auf das Klassenklima.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Umgang mit Störungen zu verstehen und durch die Verknüpfung von Fachliteratur mit praktischen Erfahrungen eigene Handlungsoptionen zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse und der Methode der teilnehmenden Fremd- und Eigenbeobachtung während der Schulpraktischen Studien angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte (z.B. nach Nolting, Lohmann) den konkreten Beobachtungen im Unterricht gegenübergestellt und kritisch bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Unterrichtsstörungen, Klassenführung, Intervention und professionelle Reflexion.
Warum wurde in der Eigenbeobachtung bewusst auf ein „neutrales“ Vorgehen gesetzt?
Der Autor wollte zunächst eine positive soziale Beziehung zu den Schülern aufbauen, um einen respektvollen Umgang zu etablieren, bevor Sanktionen oder Disziplinierungsmaßnahmen in den Vordergrund rücken.
Wie bewertet der Autor den Einsatz von „Kollektivhaftung“?
Der Autor stuft diesen Ansatz als ineffektiv und kontraproduktiv ein, da er zu Unmut führt, unschuldige Schüler benachteiligt und den geplanten Unterrichtsfluss massiv stört.
- Quote paper
- John Schulze (Author), 2018, Unterrichtsbeobachtung mit dem Schwerpunkt "Umgang mit Störungen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501023