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Das bedingungslose Grundeinkommen im Kontext liberaler Gerechtigkeitskonzeptionen

Título: Das bedingungslose Grundeinkommen im Kontext liberaler Gerechtigkeitskonzeptionen

Trabajo Escrito , 2018 , 14 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor)

Política - Generalidades y teorías de la política internacional
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Wie ist das bedingungslose Grundeinkommen im Kontext liberaler Gerechtigkeitskonzeptionen zu beurteilen? Dieser Frage soll in der vorliegenden Hausarbeit nachgegangen werden.

Die politische Forderung nach einem BGE lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen und tritt seitdem wellenartig immer wieder in Erscheinung. Angesichts der zunehmenden Produktivität fortgeschrittener Volkswirtschaften, der zunehmend ungleichen Einkommensverteilung, der mit der Automatisierung einhergehenden Abnahme klassischer Erwerbsarbeit und Zunahme „atypischer“ Beschäftigungsverhältnisse im Laufe des 20. Jahrhunderts wird das BGE zunehmend als sozialpolitische Alternative bemüht.

Neben einigen Pilotprojekten wie beispielsweise in Kanada und Finnland, wurde 2016 in der Schweiz das erste Referendum weltweit über die Einführung eines BGE abgehalten. Die Idee des BGE erlebt aber nicht nur im gesellschaftlichen und politischen Diskurs neuen Aufschwung, auch in der akademischen Debatte erlangt das Thema immer mehr Aufmerksamkeit. Seit 2006 widmet sich daher ein ganzes Journal, das „Basic Income Studies“, ausschließlich dem Thema Grundeinkommen. Die Idee jedem Menschen eine permanente Transferzahlung ohne Bedürftigkeitsprüfung oder Anknüpfung an Arbeitsbereitschaft zukommen zu lassen, wird dabei in vielerlei Hinsicht kritisiert. Neben ökonomischen Bedenken hinsichtlich der Finanzierbarkeit, der Auswirkung auf die öffentlichen Haushalte, sowie des Arbeitsmarktes werden vor allem aus gerechtigkeitstheoretischer Sicht Einwände gegen ein BGE erhoben.

Hinter diesem Einwand stehen zwei zutiefst liberale Konzeptionen von Gerechtigkeit. Vordergründig steht die Forderung nach Reziprozität, der Idee, dass Gerechtigkeit bzw. Fairness auf gegenseitigem Austausch beruhen muss. Eng damit verbunden steht der Gedanke der Selbstbestimmtheit und Freiheit gegenüber staatlichen Eingriffen in die Gesellschaft. Innerhalb der politischen Philosophie sind es deswegen vor allem Vertreter des Liberalismus, die der Idee eines BGE entgegenstehen. Sowohl Robert Nozick, prominentester Vertreter des Markt-Libertarismus, als auch John Rawls, Vertreter des egalitären Liberalismus, lehnen das BGE aus gerechtigkeitstheoretischer Perspektive ab.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Liberalismus - eine heterogene Strömung

3. Das BGE als Instrument der „realen Freiheit für alle“

4. Gerechtigkeitstheoretische Analyse des BGE

4.1. Der Freiheitsbegriff im Kontext der Aneignungstheorie

4.2. Freiheit und Umverteilung

4.3. Die gerechte Umverteilung nach dem Maxi-Min Prinzip

4.4. Das Neutralitätsprinzip: Die Crazy-Lazy Challange

4.5. Ressourcenegalitarismus – Lösung des Neutralitätsprinzips

4.6. Arbeitsplatzrenditen als umzuverteilende unverdiente Ressourcen

4.7. Das Problem der Reziprozität

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) mit zentralen liberalen Gerechtigkeitskonzeptionen vereinbar ist. Dabei wird insbesondere geprüft, wie das BGE den Anforderungen an Freiheitsrechte, das Neutralitätsgebot und die Reziprozität gerecht werden kann.

  • Grundzüge des Liberalismus als heterogene Strömung
  • Phillipe Van Parijs' Konzept der „realen Freiheit für alle“
  • Kritische Analyse anhand der Anspruchstheorie von Robert Nozick
  • Egalitär-liberale Perspektive nach John Rawls
  • Lösungsansätze für das Reziprozitäts- und Neutralitätsproblem

Auszug aus dem Buch

4.4. Das Neutralitätsprinzip: Die Crazy-Lazy Challange

Phillipe Van Parijs greift, der Idee des Maxi-Min Prinzip zur Erhöhung des Wertes der Freiheit folgend, auf ein Gedankenexperiment zurück, um die Vereinbarkeit eines BGE mit dem Differenzprinzip zu testen. Gegeben sind Crazy und Lazy, zwei Personen, die außer in ihrer Vorstellung des guten Lebens vollkommen identisch sind. Crazy hat eine starke Präferenz für ein hohes Einkommen und ist bereit dafür zu arbeiten. Lazy hingegen präferiert Freizeit. Gegeben den Index der Grundgüter, welche nach dem Differenzprinzip zu verteilen sind, würde die Einführung eines BGE zwangsmäßig über eine Steuer Geld von Crazy zu Lazy umverteilen. In dieser Situation wäre Crazy nicht zufrieden mit der Ausstattung, wohingegen Lazy sehr zufrieden wäre.

Crazies Einwand gegen diese Verteilung aufgrund seiner Präferenzen würde jedoch über das Argument selbstverantwortlicher Präferenzen nicht zulässig sein. Crazy könne aber die Einführung des BGE an sich in Frage stellen. Da Lazy und Crazy identische Talente haben, bräuchte es kein BGE. Lazy könne aufgrund der selbstverantwortlichen Präferenzen ebenso wenig wie Crazy auf seine Präferenz für Freizeit verweisen um ein BGE zu rechtfertigen. Eine ungleiche Verteilung ist nach Differenzprinzip jedoch nur gerechtfertigt, wenn dadurch der Index der Grundgüter der am schlechtesten Gestellten in der Gesellschaft erhöht wird. Da Einkommen zu diesem Index gehört, unter dem Differenzprinzip ein BGE zulässig sein und damit das Neutralitätsprinzip zugunsten von Lazy bzw. Freizeit gegenüber Crazy bzw. Einkommen bevorteilen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle Relevanz des BGE und skizziert die gerechtigkeitstheoretische Problematik innerhalb liberaler Theorien.

2. Der Liberalismus - eine heterogene Strömung: Dieses Kapitel erläutert die Grundideen des Liberalismus, insbesondere die Rolle von Eigentumsrechten, das Neutralitätsgebot und das Konzept der Reziprozität.

3. Das BGE als Instrument der „realen Freiheit für alle“: Hier wird Van Parijs' Rechtfertigung des BGE als Methode zur Maximierung substantieller Handlungsmöglichkeiten für alle Individuen vorgestellt.

4. Gerechtigkeitstheoretische Analyse des BGE: In diesem Hauptteil wird das BGE detailliert gegen die Theorien von Robert Nozick und John Rawls abgewogen, unter Einbeziehung von Aspekten wie Aneignung, Umverteilung und Neutralität.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass ein BGE aus liberaler Sicht nicht zwingend abgelehnt werden muss, wenngleich es bei der Begründung von Prämissen auf philosophische Herausforderungen stößt.

Schlüsselwörter

Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Liberalismus, Gerechtigkeitstheorie, Reale Freiheit, John Rawls, Robert Nozick, Phillipe Van Parijs, Neutralitätsprinzip, Differenzprinzip, Umverteilung, Reziprozität, Ressourcenegalitarismus, Anspruchstheorie, Arbeitsplatzrenditen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) aus der Sicht liberaler Gerechtigkeitstheorien und untersucht, ob eine Kompatibilität zwischen diesen Ansätzen besteht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die liberale Philosophie, die Bedeutung von Freiheitsrechten, das Neutralitätsgebot des Staates sowie unterschiedliche Ansätze zur gerechten Umverteilung von Gütern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das BGE kritisch an den Theorien von Robert Nozick und John Rawls zu messen, um zu klären, ob es als liberales Instrument der Gerechtigkeit bestehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die philosophisch-analytische Methode, insbesondere den Vergleich liberaler Gerechtigkeitskonzeptionen sowie die kritische Prüfung von Gedankenexperimenten wie der „Crazy-Lazy Challenge“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem Freiheitsbegriff, der Aneignungstheorie, dem Maxi-Min Prinzip, dem Ressourcenegalitarismus und dem Problem der Arbeitsplatzrenditen als Finanzierungsgrundlage.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „Reale Freiheit für alle“, „Neutralitätsprinzip“, „Anspruchstheorie“ und „unverdiente Ressourcen“.

Wie begegnet Van Parijs dem Argument der mangelnden Reziprozität?

Van Parijs argumentiert über den Ressourcenegalitarismus, dass auch Arbeitsunwillige einen Beitrag leisten, indem sie ihren rechtmäßigen Anteil an unverdienten natürlichen Ressourcen an die Gesellschaft abtreten.

Was unterscheidet Nozicks Anspruchstheorie von Van Parijs' Ansatz?

Während Nozick staatliche Umverteilung als Eingriff in negative Freiheitsrechte strikt ablehnt, argumentiert Van Parijs, dass für eine echte liberale Freiheit eine Grundausstattung an Ressourcen notwendig ist.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Das bedingungslose Grundeinkommen im Kontext liberaler Gerechtigkeitskonzeptionen
Universidad
University of Göttingen
Calificación
1,7
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
14
No. de catálogo
V501032
ISBN (Ebook)
9783346036858
ISBN (Libro)
9783346036865
Idioma
Alemán
Etiqueta
grundeinkommen kontext gerechtigkeitskonzeptionen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2018, Das bedingungslose Grundeinkommen im Kontext liberaler Gerechtigkeitskonzeptionen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501032
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