In der vorliegenden Arbeit werden zuerst die Ursachen, Verlauf und Folgen der Finanzkrise 2007 dargestellt. Danach werden einige Gegenmaßnahmen erläutert. Da die Finanzkrise schwere Folge für die Weltwirtschaft hatte und die schwerste Krise seit 1929 war, wurden neue Regulierungsmaßnahmen beschlossen, um nachhaltig das Vertrauen der Marktteilnehmer wieder herzustellen. Diese Regulierungen und ihre Auswirkungen auf das Finanzwesen werden hier anschließend analysiert und bewertet.
Insbesondere werde ich auf die Finanzmarktrichtlinie Markets in Financial Instruments Directive (MiFID) und Basel III eingehen. Anschließend werden die aktuellen Regulierungsmechanisemen und die Wirksamkeit dieser Regulierungen vorgestellt und analysiert. Aus der Analyse werden die Handlungsempfehlungen abgeleitet. In Fazit folgt die Einschätzung und Prognose, ob die aktuellen Regulierungen zukünftige Finanzkrisen vermeiden lassen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung der Finanzkrise 2007
2.1 Einleitung
2.2 Entstehen der Immobilienblase
2.3 Platzen der Blase
2.4 Übertrag auf die Realwirtschaft
3. Gegenmaßnahmen der Zentralbanken und Regierungen
3.1 Zinssenkungen und Liquiditätshilfen
3.2 Finanzmarktstabilisierungsgesetze
4. Gesetzgebungsverfahren MiFID
5. Regulierende Instanzen
5.1 Single Supervisory Mechanism
5.2 Single Resolution Mechanism
5.3 Harmonisierte Einlagensicherung
6. Wirksamkeit und Entwicklung der Basel-Vorschriften
7. Aktuelle Regulierungsmechanismen
8. Handlungsempfehlungen
8.1 Trennung des Investmentbankings vom normalen Konto- und Kreditgeschäft
8.2 Verbesserte Aufsicht über Rating Agenturen
9. Wirksamkeit der Regulierungen
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, den Verlauf und die Folgen der Finanzkrise 2007, um daraus die Wirksamkeit staatlicher Regulierungsmaßnahmen auf die Geschäftstätigkeit und Compliance von Sparkassen abzuleiten.
- Analyse der Entstehung und Ausbreitung der Finanzkrise 2007
- Bewertung der staatlichen Gegenmaßnahmen und Zentralbankinterventionen
- Untersuchung europäischer Regulierungsinitiativen wie MiFID II und Basel III
- Diskussion der Auswirkungen auf Bankenaufsicht und Einlagensicherung
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Stabilität des Finanzsystems
Auszug aus dem Buch
2.3 Platzen der Blase
Die Geschäfte mit den CDS unterlagen keinerlei Regulierungen. Man ist wie bei den Transaktionen zwischen Privatleuten vorgegangen. Aufzeichnungen über Käufe, Verkäufe und Mengen gab es nicht. Das Marktvolumen der gehandelten CDS war immens. Es wird zwischen $ 45 und $ 60 Billionen geschätzt. Das ist ca. das Vierfache des Bruttoinlandsproduktes (BIP) des Jahres 2007 der USA. Somit hatten Banken immense finanzielle Risiken an CDS in ihren Büchern, die bei Zahlungsunfähigkeit des Immobilienbesitzers fällig wurden.
Hypotheken (Immobilienkredite) können grundsätzlich mit festen oder mit variablen Zinssätzen abgeschlossen werden. Die meisten der vergebenen Hypotheken waren nicht an den Leitzins der Zentralbank gebunden, sondern an den Libor.
Der Libor ist ein Londoner Interbanken Zinssatz. Er ist ein Referenzzins und unter anderem Grundlagen für die Berechnung des Kreditzinses. Er drückt aus, zu welchen Konditionen sich die Banken untereinander Geld leihen. Wenn die Libor-Sätze steigen, steigen auch die Zinsen für das variabel verzinsliche Hypothekendarlehen. „Rund 73% der variabel verzinslichen Subprime – Hypotheken, die in USA zwischen April und September 2007 vergeben wurden, waren an den Sechs-Monats-Libor gebunden (und nicht an den Zentralbanksatz).“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Finanzkrise 2007 sowie die daraus resultierenden Regulierungsmaßnahmen und deren Auswirkungen auf Sparkassen zu analysieren.
2. Vorstellung der Finanzkrise 2007: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Krise in den USA durch Deregulierung, die Immobilienblase und den späteren Übergang auf die Realwirtschaft.
3. Gegenmaßnahmen der Zentralbanken und Regierungen: Hier werden die massiven Zinssenkungen sowie das Finanzmarktstabilisierungsgesetz als erste Interventionen zur Krisenbewältigung vorgestellt.
4. Gesetzgebungsverfahren MiFID: Das Kapitel beschreibt die Einführung und den Zweck der MiFID-Richtlinien zur Harmonisierung des europäischen Finanzmarktes und zur Verbesserung des Anlegerschutzes.
5. Regulierende Instanzen: Hier werden die drei Säulen der Bankenunion (SSM, SRM, DGS) als neue Strukturen für ein stabileres Bankenwesen in der Eurozone vorgestellt.
6. Wirksamkeit und Entwicklung der Basel-Vorschriften: Es erfolgt eine historische Einordnung der Baseler Vereinbarungen von Basel I bis III zur Stärkung der Eigenkapitalausstattung der Banken.
7. Aktuelle Regulierungsmechanismen: Dieses Kapitel behandelt ergänzende Richtlinien wie IFRS 9 und die EU-Datenschutzgrundverordnung im Kontext der Bankenregulierung.
8. Handlungsempfehlungen: Hier werden Maßnahmen wie die Trennung des Investmentbankings vom Einlagengeschäft und eine stärkere Aufsicht über Rating-Agenturen diskutiert.
9. Wirksamkeit der Regulierungen: Eine Analyse der Effektivität der eingeführten Maßnahmen unter Berücksichtigung neuer globaler Unsicherheitsfaktoren.
10. Fazit: Abschließende Einschätzung, ob die aktuellen Regulierungen ausreichen, um zukünftige Krisen zu verhindern, wobei eine zentrale, systemweite Regulierungsbehörde angeregt wird.
Schlüsselwörter
Finanzkrise 2007, Sparkassen, Regulierung, Basel III, MiFID II, Bankenunion, Eigenkapital, Immobilienblase, CDS, Risikomanagement, Einlagensicherung, Compliance, Realwirtschaft, Finanzstabilität, Rating Agenturen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der globalen Finanzkrise von 2007 und der Reaktion der Gesetzgeber durch verschärfte Regulierungen auf die Geschäftstätigkeit deutscher Sparkassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Krisenursachen, staatliche Stabilitätsmaßnahmen, europäische Bankenregulierung wie Basel III und MiFID II sowie die Rolle von Rating-Agenturen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu analysieren, wie effektiv die nach 2007 eingeführten Regulierungen sind und welche Auswirkungen sie spezifisch auf die Compliance und das operative Geschäft von Sparkassen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analysierende Literaturarbeit durchgeführt, die auf Wirtschaftsberichten, Gesetzesvorgaben und Fachstudien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Krisenhistorie, die Vorstellung der neuen EU-regulierenden Instanzen, die Erläuterung der Basel-Vorschriften sowie konkrete Handlungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Finanzstabilität, Eigenkapitalanforderungen, Bankenunion und Risikomanagement geprägt.
Wie werden Sparkassen durch die neuen Basel-III-Regeln belastet?
Die Sparkassen stehen unter dem Druck höherer Eigenkapitalanforderungen, haben jedoch als öffentlich-rechtliche Institute nur begrenzte Möglichkeiten, sich neues Kapital am Markt zu beschaffen.
Warum wird im Fazit die Gründung einer einzelnen Regulierungsbehörde vorgeschlagen?
Der Autor argumentiert, dass eine zentrale Behörde das globale Finanzsystem besser im Blick behalten könnte, anstatt die Kompetenzen auf verschiedene, gesplittete Instanzen zu verteilen.
- Citation du texte
- Ewa Grüneberg (Auteur), 2019, Regulierungen nach der Finanzkrise 2007. Wirksamkeit auf die Geschäftstätigkeit und Compliance der Sparkassen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501037