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Die Bedeutung von Geschlechterkonstruktionen in Bernhard Schlink's Roman "Der Vorleser"

Versuch einer Analyse und Decodierung

Título: Die Bedeutung von Geschlechterkonstruktionen in Bernhard Schlink's Roman "Der Vorleser"

Trabajo de Seminario , 2014 , 23 Páginas , Calificación: Sehr Gut (1)

Autor:in: Martin Hammer (Autor)

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Bernhard Schlink schrieb mit seinem Roman "Der Vorleser" einen Weltbestseller und führte damit viele LeserInnen zur Auseinandersetzung mit der Frage von Schuld, Scham und Sühne der Deutschen im Umgang mit der NS-Vergangenheit. Zugleich sah sich der Autor reger Kritik ausgesetzt, da er in der Darstellung einer Liebesgeschichte und einer naiv und beschämt wirkenden Analphabetin als Täterin, eine vermeintliche Schuldlinderung erzeugte. Diese Vorwürfe sind Gegenstand des folgenden Aufsatzes, wobei das Hauptaugenmerk auf den Faktor „Geschlecht“ und dessen konstruierten Bilder zu einer vermeintlichen Opfer-Täter-Umkehr beruht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Quellenkritik und Forschungsübersicht

2 Der Vorleser. Eine Betrachtung aus der Genderperspektive

2.1 Inhaltsangabe

2.2 Geschlecht und Analphabetismus als Gestaltungsmittel von Opfer- und Täterschaft

2.2.1 Wissenschaftliche Grundsatzdebatten über den Vorleser. Die Frage einer sympathischen oder unsympathischen Täterin

2.2.2 Geschlechterkonstruktionen und ihre Funktionen im Roman. Versuch einer Decodierung

2.3 Gerichtliche und medial vermittelnde Bilder ehemaliger KZ-Aufseherinnen. Eine Vergleichsstudie zu den Parallelen und Differenzen zwischen den angeklagten Frauen beim Vorleser und den real verurteilten Täterinnen

3 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Verknüpfungen von Geschlecht, Nationalsozialismus sowie Täter- und Opferschaft in Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser" mittels einer Decodierung der Geschlechterkonstruktionen zu analysieren. Dabei wird untersucht, inwiefern diese Konstruktionen, insbesondere in Verbindung mit dem Analphabetismus der Protagonistin, als entlastende Momente fungieren und die Grenzen zwischen historischer Faktenbezogenheit und fiktionaler Erzählung verschwimmen lassen.

  • Analyse der Geschlechterrollen und deren Bedeutung für die Täter- und Opferdarstellung.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Analphabetismus und der Viktimisierung der Figur Hanna Schmitz.
  • Vergleich historischer Bilder ehemaliger KZ-Aufseherinnen mit deren literarischer Darstellung bei Schlink.
  • Reflexion über die moralische Schuld und den Generationskonflikt in der deutschen Nachkriegsgesellschaft.
  • Dekonstruktion der eingesetzten Verteidigungsstrategien im literarischen Prozessverlauf.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Geschlechterkonstruktionen und ihre Funktionen im Roman. Versuch einer Decodierung

Wie bereits mehrfach hingewiesen wurde, bildete der Analphabetismus von Hanna den schärfsten Kritikpunkt, nicht aber die Wahl einer Frau als Vertreterin der Tätergeneration. Dass das bewusste Ausspielen von Geschlechterkonstruktionen hierbei durchaus gleichwertige Bilder der Schuldlinderung erzeugen, soll im Folgenden kurz thematisiert werden.

Die u.a. auf Geschlechterforschung spezialisierten HistorikerInnen Anette Dietrich und Andrea Nachtigall strichen in ihrer Analyse der Zusammenhangsstränge von Geschlecht und Nationalsozialismus und deren Vermittlungsstrategien in zeitgenössischen Spielfilmen, pointiert, die zentralen Funktionen die das Geschlecht als belastende und entlastende Komponente besitzt, hervor. Sie veranschaulichten dies exemplarisch am Beispiel der beiden Kino-Blockbuster Schindlers Liste und Der Untergang indem sie deren erzählerischen Strategiemuster decodierten. Diese sind: Feminisierung, (De)Maskulinisierung, Paarbildung, Sexualisierung, Erotisierung, Pornographisierung sowie Entpolitisierung mittels Einblicke in das „Private“, welche zur Festlegung von „Gut und Böse“, von TäterInnen und Opfern bewusst und mehrmals verwendet wurden. Obwohl diese Elemente in Filmen, wegen der hinzukommenden Audiovisualität, deutlich besser und v.a. effektiver als in schriftlichen Werken vermittelt werden können, finden sich fast alle genannten Punkte auch in Schlink's Roman wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Literatur als geschichtsbildendes Medium ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Geschlechterkonstruktionen in Schlinks Roman.

1.1 Quellenkritik und Forschungsübersicht: Hier erfolgt eine kritische Einordnung des verwendeten Quellenmaterials, insbesondere des Romans selbst sowie der wissenschaftlichen Sekundärliteratur und Medienanalysen.

2 Der Vorleser. Eine Betrachtung aus der Genderperspektive: Dieser Hauptteil widmet sich der genderorientierten Analyse der Romanfiguren und der Darstellung von Täter- und Opferschaft.

2.1 Inhaltsangabe: Eine zusammenfassende Darstellung der retrospektiven Lebensgeschichte von Michael Berg und seiner Beziehung zu Hanna Schmitz.

2.2 Geschlecht und Analphabetismus als Gestaltungsmittel von Opfer- und Täterschaft: Dieses Kapitel untersucht, wie der Autor gezielt Genderstereotype und den Analphabetismus nutzt, um die Rezeption der Täterin zu beeinflussen.

2.2.1 Wissenschaftliche Grundsatzdebatten über den Vorleser. Die Frage einer sympathischen oder unsympathischen Täterin: Eine Darstellung der wissenschaftlichen Kontroversen um die Schuldmarginalisierung und das Bild der "einfühlsamen" Täterin.

2.2.2 Geschlechterkonstruktionen und ihre Funktionen im Roman. Versuch einer Decodierung: Analyse der eingesetzten narrativen Strategien wie Feminisierung und Erotisierung, die Hanna Schmitz im Roman in eine Opferrolle rücken.

2.3 Gerichtliche und medial vermittelnde Bilder ehemaliger KZ-Aufseherinnen. Eine Vergleichsstudie zu den Parallelen und Differenzen zwischen den angeklagten Frauen beim Vorleser und den real verurteilten Täterinnen: Ein Vergleich zwischen den Verteidigungsstrategien im fiktionalen Prozess des Romans und realen historischen Prozessen gegen NS-Täterinnen.

3 Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Bestätigung, dass die Geschlechterkonstruktionen entscheidend zur Viktimisierung der NS-Tätergeneration beitragen.

Schlüsselwörter

Geschlechterkonstruktion, Der Vorleser, Bernhard Schlink, Nationalsozialismus, Täterschaft, Opferschaft, Analphabetismus, Vergangenheitsbewältigung, Genderperspektive, KZ-Aufseherin, Generationskonflikt, Schuld und Sühne, Feminisierung, Literaturwissenschaft, NS-Kriegsverbrecherprozesse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Geschlechterkonstruktionen in Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser" und analysiert, wie diese eingesetzt werden, um Täter- und Opferschaft darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Geschlecht und Nationalsozialismus, die Rolle des Analphabetismus als Gestaltungsmittel sowie die Differenz zwischen historischer Realität und literarischer Fiktionalisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, inwiefern Schlink gängige Charakterbilder von KZ-Aufseherinnen verwendet, um ein Täterinnenbild zu entwerfen, das aus analytischer Sicht verschwommene Grenzen zum Opferstatus aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor wendet eine Literaturanalyse an, die durch geschichtswissenschaftliche Theoriekonzepte, eine Gender-Perspektive sowie einen Vergleich mit historischen NS-Kriegsverbrecherprozessen gestützt wird.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der geschlechtsspezifischen Analyse des Romans, der Bedeutung des Analphabetismus, der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Diskursen und dem Vergleich zu realen Gerichtsverfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschlechterkonstruktion, Täterschaft, Opferschaft, Analphabetismus, Vergangenheitsbewältigung und Generationskonflikt charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Analphabetismus für die Wahrnehmung von Hanna Schmitz?

Der Autor argumentiert, dass der Analphabetismus von Hanna eine bewusste Strategie zur "Doppelviktimisierung" darstellt, die ihr Täterprofil abmildert und sie als moralisch Schuldige erscheinen lässt.

Warum spielt die Ich-Erzählperspektive von Michael Berg eine zentrale Rolle für die Analyse?

Die Erzählperspektive ist entscheidend, da sie die Geschichte durch die subjektiven Erinnerungen eines emotional geschädigten Mannes filtert, was die neutrale Rekonstruktion von Hannas Persönlichkeit und deren tatsächlichem Schuldbewusstsein erschwert.

Inwiefern lassen sich Parallelen zwischen dem Roman und historischen Prozessen ziehen?

Der Autor zeigt auf, dass sich die Verteidigungsstrategien im Roman – wie etwa die Berufung auf eine Befehlshierarchie oder die Abgrenzung zu anderen Täterinnen – eng an die realen Verteidigungsmuster in historischen NS-Prozessen anlehnen.

Was wäre die Folge eines Rollentauschs der Geschlechter im Roman-Plot?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der gesamte Romanplot nicht funktionieren würde, wenn die Geschlechterrollen vertauscht wären, da dies die als Liebesgeschichte wahrgenommene Handlung in einen Kontext von sexuellem Missbrauch und pädophilen Verbrechen rücken würde.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Bedeutung von Geschlechterkonstruktionen in Bernhard Schlink's Roman "Der Vorleser"
Subtítulo
Versuch einer Analyse und Decodierung
Universidad
University of Graz  (Geschichte)
Curso
Seminar (Zeitgeschichte)
Calificación
Sehr Gut (1)
Autor
Martin Hammer (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
23
No. de catálogo
V501091
ISBN (Ebook)
9783346031204
ISBN (Libro)
9783346031211
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bernhard Schlink Vorleser Geschlecht Gender Nationalsozialismus Fakten Fiktion
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Martin Hammer (Autor), 2014, Die Bedeutung von Geschlechterkonstruktionen in Bernhard Schlink's Roman "Der Vorleser", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501091
Leer eBook
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