"Functional Training" in der Fitnessbranche

Evaluation der Nachfrage nach Trends und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis


Bachelorarbeit, 2016
82 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Problemstellung

2 Zielsetzung

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand
3.1 Definitionen
3.1.1 Definition „Trend“
3.1.2 Trends in der Fitnessbranche
3.1.3 Definition und Beschreibung „Functional-Training“
3.2 Aktuelle Studien zu Nachfrage und Potenzial von Functional-Training
3.3 Vorstellung des Unternehmens ASS-Gesund & Fit

4 Methodik
4.1 Benchmarking
4.1.1 Definition Benchmarking
4.1.2 Beschreibung der Benchmarks
4.1.3 Untersuchungsdurchführung
4.2 Befragung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern
4.2.1 Entwicklung der Fragebögen für die externe Befragung
4.2.1.1 Kriterienorientierte Konstruktion der Fragebögen
4.2.1.2 Question Wording
4.2.1.3 Layout der Fragebögen
4.2.2 Entwicklung der Fragebögen für die interne Befragung
4.2.3 Auswahl und Rekrutierung der Stichproben
4.2.3.1 Interne Befragung
4.2.3.2 Externe Befragung
4.2.4 Beschreibung der Stichproben
4.2.4.1 Interne Stichprobe
4.2.4.2 Externe Stichprobe
4.2.5 Untersuchungsdurchführung
4.2.5.1 Pretest
4.2.5.2 Interne Befragung
4.2.5.3 Externe Befragung
4.2.6 Datenauswertung

5 Ergebnisse
5.1 Ergebnisse des Benchmarkings
5.1.1 Fitness First
5.1.2 McFIT
5.1.3 High
5.1.4 FitnessGym Freiburg
5.1.5 Übersicht
5.2 Ergebnisse der Befragung
5.2.1 Bekanntheit der Trainingsform Functional-Training
5.2.2 Interesse an Functional Training
5.2.3 Welches Konzept wünschen sich die Kunden?
5.2.4 Welche Zielgruppe hat Interesse an Functional Training?

6 Diskussion
6.1 Analyse der Ergebnisse
6.1.1 Bekanntheitsgrad von Functional Training
6.1.2 Interesse an Functional Training
6.1.3 Welches Konzept ist gewünscht?
6.1.4 Zielgruppe
6.1.5 Ergebnisüberblick
6.2 Zusammenführung der Ergebnisse aus Benchmark und Befragung
6.3 Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zur Einführung bzw. Konzeption von Functional Training im ASS- Gesund & Fit
6.4 Kritische Würdigung der Ergebnisse
6.4.1 Methodendiskussion
6.4.2 Ergebnisdiskussion

7 Zusammenfassung und Ausblick

8 Literaturverzeichnis

9 Abbildungs-, Tabellen-, Abkürzungsverzeichnis
9.1 Abbildungsverzeichnis
9.2 Tabellenverzeichnis
9.3 Abkürzungsverzeichnis

Anhang
Anhang 1: Fragebogen intern
Anhang 2: Fragebogen extern

1 Einleitung und Problemstellung

Im Wellness- und Gesundheitsunternehmen „ASS-Gesund & Fit“ in Lauchringen ist eine Erweiterung des Trainingsangebots durch einen separaten Functional-Trainingsbereich vorgesehen. Ziele der Maßnahme sind innovativ zu bleiben, weiterhin Alleinstellungsmerkmale und die Differenzierung zu Mitbewerbern zu sichern und damit sowohl Kunden zu binden als auch Neukunden dazu zu gewinnen sowie neue Zielgruppen zu erschließen. Im Fitnessmarkt setzt sich Functional Training weltweit als Trend schon seit einigen Jahren durch(American College of Sports Medicine (ACSM), 2014). Somit stellen sich für das Unternehmen mehrere Fragen:

-Ist der Trend „Functional-Training“ auch in diesem Markt für eine relevante Zielgruppe interessant?
-Was wünschen sich die potenziellen Kunden?
-Welches Konzept ist geeignet?
-Wie groß ist das Potenzial dieses Trends?

2 Zielsetzung

Die Nachfrage auf dem Markt soll diesbezüglich genau unter die Lupe genommen und bereits bestehende, funktionierende Unternehmens- und Kurskonzepte in Hinsicht auf ihre Eignung betrachtet werden.

Ziel dieser Arbeit ist es aufgrund der Ergebnisse einer Potenzialanalyse (repräsentative Befragung der Zielgruppe), die das Interesse an dem neuen Angebot überprüft, das vorhandene Marktpotenzial abzuschätzen und Maßnahmen bzw. Handlungsempfehlungen zur Einführung bzw. Konzeption eines Functional-Trainingsangebots abzuleiten.

Dabei ergeben sich folgende grundlegende Fragestellungen:

Ist bei den Mitgliedern und potenziellen Mitgliedern Interesse bzw. Bedarf an Functional Training gegeben? Welche Zielgruppe auf dem Markt wird durch die Trainingsform besonders angesprochen? Was wünschen sich die Kunden/ potenziellen Kunden? Welches Konzept ist geeignet?

3 Gegenwärtiger Kenntnisstand

3.1 Definitionen

3.1.1 Definition „Trend“

Das Wort „Trend“ kommt laut Duden aus dem Englischen ((to) trend = sich neigen, sich erstrecken, in einer bestimmten Richtung verlaufen) und ist eine „(über einen gewissen Zeitraum bereits zu beobachtende, statistisch erfassbare) Entwicklung[stendenz]“(Bibliographisches Institut GmbH, 2013). Christian Wopp (S. 14, 2006) definiert Trends in seinem Buch „Handbuch zur Trendforschung im Sport“ als „… von Menschen bewirkte Grundrichtungen von Entwicklungen in der Gesellschaft, durch die Handlungen großer Bevölkerungsgrupen nachhaltig beeinflusst werden.“.

Er unterscheidet dabei zwischen Hypes, Moden, Nischentrends, „echten“ Trends und Megatrends. Hypes und Moden zeichnen sich durch eine schnelle, aber kurzfristige Verbreitung bei einer maximalen Wirkungsdauer von vier Jahren aus, wobei Hypes eine große Wirkungsbreite haben und Moden die sogenannte „Trendschwelle“ nicht überschreiten, die als Kennziffer für die Wikungsbreite einer Entwicklung gilt, ab der diese als „echter“ Trend bezeichnet werden kann (vgl. Wopp, 2006, S. 19). Moden haben nur eine niedrige bis mittlere Wirkungsbreite. Auch Nischentrends bleiben während ihrer Wirkungsdauer meist unter dieser Trendschwelle, halten sich aber über Jahre und können dabei immer wieder Zeiten der Popularität ausweisen.

Sowohl „echte“ Trends als auch Megatrends zeichnen sich durch eine allmähliche Verbreitung aus. Ein „echter“ Trend überschreitet die Trendschwelle nach ca. 3-5 Jahren und hält sich anschließend noch weitere 2-3 Jahre oberhalb der Trendschwelle. Der weitere Verlauf eines Trends ist schwer abzusehen. Dagegen halten sich Megatrends in ihrer Wirkungsbreite langfristig auf hohem Niveau (Wopp, 2006, S. 15 ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Trendverläufe in Anlehnung an Buck et al. (1998, S. 67) (Wopp,C., 2006, S. 20)

3.1.2 Trends in der Fitnessbranche

Seit 2006 führt das American College of Sports Medicine (ACSM) jährlich eine Studie zu den Fitnesstrends für das darauf folgende Jahr durch. Auch die Wissenschaftler des ACSM unterscheiden zwischen „Trends“ und „Fads“(Modeerscheinungen, kurzfristigen Trends), wobei die Definitionen beider Begriffe identisch wie bei Christian Wopp (s.o.) sind. Die unten stehende Tabelle zeigt die zehn weltweit beliebtesten Fitnesstrends der letzten neun Untersuchungen(American College of Sports Medicine (ACSM), 2014).

Tabelle 1: Top 10 der weltweiten Fitnesstrends der Jahre 2007 bis 2015 in Anlehnung an ACSM, 2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es ist sofort zu erkennen, dass sich in den letzten beiden Jahren (2014 und 2015) dieselben Trends an der Spitze gehalten haben. Lediglich die Reihenfolge hat sich geändert.

Spezielle Fitnessprogramme für ältere Menschen, Krafttraining, Personaltraining und qualifizierte Fachkräfte mit dazugehöriger Praxiserfahrung scheinen Megatrends zu sein, die sich schon seit neun Jahren unter den erfolgreichsten zehn der Fitnesstrends halten. Auch „Functional-Fitness“ hat sich bis auf das Jahr 2009 (Platz 11)(American College of Sports Medicine (ACSM), 2014, S. 14) in jeder Umfrage unter den ersten zehn Spitzentrends gehalten. Die Themen „Kinder und Übergewicht“, sowie „Core Training“, die sich beide bis 2013 behaupten konnten, haben in den letzten zwei Jahren an Bedeutung verloren. Dafür tauchte für das Jahr 2013 „Training mit dem eigenen Körpergewicht” und 2014 „High-Intensity-Interval-Training“ und „Yoga“ auf. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Themen weiterentwickeln.

Bei einmalig genannten Themen, wie z.B. „Zumba®“ und „Balance Training“ handelt es sich um Hypes, Moden oder auch Nischentrends (siehe Definition nach Wopp und American College of Sports Medicine (ACSM), 2014, S. 8).

3.1.3 Definition und Beschreibung „Functional-Training“

Michael Boyle leitet in seinem Buch „Functional Training ­ Das Erfolgsprogramm der Spitzensportler“ funktionelles Training als „zweckmäßiges Training“ aus dem Begriff Funktion = Sinn, Zweck ab. Der Begriff „Functional-Training“ oder zu Deutsch „funktionelles Training“ bezeichnet das gleichzeitige Training der fünf motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination(Herrmannsdörfer, 2014). Es wird in komplexen Bewegungsabläufen trainiert, die mehrere Gelenke und ganze Muskelketten beanspruchen(Boyle, 2013, S. 11). Die Trainingsziele sind beim funktionellen Training Bewegungsabläufe zu verbessern und damit die Leistungssteigerung und die Verletzungsprophylaxe des Trainierenden. Dabei geht es weniger um Muskelzuwachs aus ästhetischen Gründen, sondern um Muskelzuwachs zur Steigerung der Leistungsfähigkeit. Ebenso wird keine Maximalkraft sondern eine möglichst große funktionelle d.h. „nützliche“ Kraft angestrebt(Boyle, 2013, S. 8 ff.).

Functional Training hat seine Wurzeln in der Physiotherapie (Stoecklin, 2013) und wurde ursprünglich nur mit dem eigenen Körpergewicht durchgeführt. Doch mittlerweile werden viele Kleingeräte wie z.B. Kettlebells (Rundhanteln), Medizinbälle, Battle-Ropes (dicke Seile), Schlingentrainer usw. eingesetzt. Immer mehr renommierte Gerätehersteller wie beispielsweise „Life Fitness“ und „gym80“ entwickeln Trainingszubehör und sogenannte „Functional-Trainings-Türme“ (Life Fitness, 2015) (gym80 International GmbH, 2015). Derzeit entstehen in vielen Studios Schlingentrainingsbereiche, „Freestyle-Zonen“ und Functional-Trainingsflächen(Herrmannsdörfer, 2014).

Es gibt verschiedene Formen und Konzepte, nach denen Functionaltraining auf dem Markt angeboten wird. Das Training wird sowohl outdoor als auch indoor angeboten und in Kleingruppen, als Personaltraining oder „freies Training“ durchgeführt. Die aktuellen funktionellen Trainingstrends werden im Folgenden auf Grundlage eines Beitrags von Schönegge(Schönegge, 2015, S. 22-34) näher erläutert und durch weitere Quellen ergänzt:

- Calisthenics: Die Bezeichnung der Trainingsform stammt aus dem Griechischen „kalos“ (= schön) und „sthenos“ (= Kraft). Calisthenics ist ein funktionelles Training mit dem eigenen Körpergewicht, das mit Hilfsmitteln wie Barren oder Klimmzugstangen ergänzt wird. Die Sportart wird meist draußen ausgeführt: Öffentliche Parks, Bushaltestellen und Spielplätze dienen als Trainingsorte. Das Ziel des auch häufig auch als „Streetworkout“ oder „Body-Weight-Training“ betitelten Trainings (Lutz, 2015) ist es die Bewegungsabläufe ästhetisch ausführen zu können (Zimnik, 2014).Daher sind auch sehr viele Übungen aus dem Turnen enthalten. Für diese Trainingsform gibt es eine Internetplattform, auf der sich die Sportler austauschen und ihr Wissen beziehen können. Allerdings ist die Trainingsform weder geschützt noch anderweitig organisiert. Jeder der Calisthenics-Anhänger trainiert für sich(Zimnik, 2014).
- Freeletics: Das Trainingsprogramm wird von dem gleichnamigen Unternehmen online oder per App gecoached. Es werden sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Trainingspläne angeboten, wobei das Training draußen, in Fitnessstudios oder auch von zuhause aus absolviert werden kann. Denn auch dieses Trainingsprogramm enthält ausschließlich funktionelle Übungen, die mit dem eigenen Körpergewicht auszuführen sind und benötigt somit kein Equipment. Es handelt sich um ein aus den Trainingsdisziplinen Workouts (Übungen, die in vorgegebener Reihenfolge und Satzzahl auszuführen sind), Exercises (einzelne Übungen von denen eine Gewisse Anzahl zu absolvieren ist) und Runs (vorgegebene Distanzen, die zurückzulegen sind) zusammengesetztes Trainingsprogramm, das die Trainierenden auf Zeit trainieren. Das heißt, jede der Trainingsaufgaben wird in möglichst kurzer Zeit absolviert und die Trainierenden versuchen stetig ihre persönliche Bestzeit (Personal Best (PB)) zu übertreffen. Über ein Punktesystem wird der Teilnehmer belohnt(Hutt, 2015). So werden die eigene Leistung und Trainingsfortschritte gemessen und mit den Leistungen anderer Trainierender verglichen. Zusätzlich zu Trainings- und Ernährungstipps hat das Unternehmen über verschiedene Internetplattformen und ihre eigene Homepage eine große Community aufgebaut, welche Freeletics-Trainierende zusätzlich motiviert und zum Austausch anregt(Freeletics GmbH, 2014).
- Crossfit®: Der Name „CrossFit®“ ist eine geschützte Marke und darf daher weltweit nur nach einem Lizenzierungsverfahren genutzt werden und erfordert - falls in einem Studio als Zusatzangebot eingegliedert-, eine klare räumliche Abgrenzung des CrossFit®-Bereichs vom restlichen Studiobetrieb(Joschko, 2014). In reinen Crossfit®-Studios, den sogenannten Crossfit®-„Boxen“, wird mit dem eigenen Körpergewicht oder auch mit Hilfsmittel wie Klimmzugstangen, Kettlebells, Langhanteln, Springseilen, Medizinbällen, Sprungkästen, Rudergeräten u.v.m. trainiert(Roser, Online-Quelle o.J.). Dabei werden Übungen aus dem Gewichtheben, Turnen und Ausdauertraining kombiniert(Glassmann, www.journal.crossfit.com, 2002, S. 3 PDF- Dokument). CrossFit® definiert sich selbst als „ständig variierendes, hochintensives funktionelles“ Training (Glassmann & Staff, www.journal.crossfit.com, 2014, S. 3 PDF-Dokument). Eine Trainingseinheit ist auf circa eine Stunde ausgelegt und beinhaltet ein Aufwärmtraining mit Kraft- und Beweglichkeitsübungen, anschließend ein Techniktraining und ein „Workout Of the Day“ (WOD). Das WOD ist der Hauptteil jeder Trainingseinheit und wird täglich neu zusammengestellt. Es ist in der Regel auf ca. fünf bis zwanzig Minuten ausgelegt und setzt sich aus unterschiedlichen Übungen der verschiedenen Bereiche zusammen, die so schnell wie möglich, entweder in einer vorgegebenen Zeit oder in einer vorgegebenen Anzahl von Wiederholungen zu absolvieren sind(Glassmann & Staff, www.journal.crossfit.com, 2014). Außerdem zeichnet sich das Trainingskonzept durch eine weltweit über das Internet gepflegte Gemeinschaft mit jedermann zugänglichem Wissensaustausch zu trainings- und ernährungswissenschaftlichen Themen und die Motivation durch Vorbilder, die einmal jährlich bei den CrossFit®-Games gekürt werden aus(Joschko, 2014).
- Bootcamps: Beim Training in sogenannten Bootcamps wird in Kleingruppen mit einem Trainer häufig in freier Natur trainiert. Für das im Kurssystem stattfindende Training werden dann öffentliche Plätze, Treppen, Geländer etc. als „Trainingsgeräte“ genutzt(Adelmann, 2013). Ansonsten wird kaum Equipment benötigt, da das Training viele funktionelle Übungen mit dem eigenen Körpergewicht und nur wenigen Hilfsmitteln wie Medizinbällen oder Battle-Ropes beinhaltet(Schönegge, 2015). Es gibt aber auch indoor stattfindende Bootcamps. Charakteristisch für das Training im Bootcamp ist die hohe Intensität und die Anlehnung des Trainingsstils an ein militärisches Training, was im Idealfall durch einen begeisternden und motivierenden Trainer angeleitet wird (American College of Sports Medicine (ACSM), 2014, S. 15 (PDF-Dokument)).
- Freestyle: Das als „Freestyle“ betitelte Trainingskonzept im Artikel des Lifestylemagazins „Fit for Fun“ in Anlehnung an das Angebot von Fitness First (Fitness First Germany GmbH, 2015) bezeichnet das in einigen Fitnessstudioketten und auch Einzelstudios angebotene Functional-Training in eigens dafür eingerichteten Trainingsbereichen, in denen die Mitglieder sowohl alleine oder mit Personaltrainer als auch im Rahmen einer Gruppe trainieren(Schönegge, 2015). Die Ausstattung der Functional-Trainingsbereiche reicht von sogenannten Functionaltrainingstürmen mit verschiedenen Stationen über Freihantelbereiche und Schlingentrainingsangebote bis hin zu markierten Bodenflächen für Koordinationstraining oder für die Platzierungen von Kleingeräten (Gymnastikbälle, Bosu®, Kettlebells,..), die ebenso dazu gehören. Zu verschiedenen Umsetzungskonzepten dieses Themas werden später im Rahmen eines Benchmarkings weitere Unternehmen und Anlagen betrachtet.

3.2 Aktuelle Studien zu Nachfrage und Potenzial von Functional-Training

Um einen Trend zu ermitteln, werden im ersten Schritt in einem sogenannten „Scanning“ systematisch Entwicklungen, die in Medien und bei Produkten zu beobachten sind, gesichtet. Dabei werden qualitative und quantitative Verfahren angewendet. Zu den quantitativen Verfahren gehören die Untersuchung von Mitglieder- bzw. Teilnehmerzahlen, Verkaufszahlen, soziodemographischer Struktur und Befragungen. Die qualitativen Verfahren beinhalten Expertenprognosen und Inhaltsanalysen von Medien und Zeitschriften (sog. „Monitoring“)(Wopp, 2006, S. 30 ff.).

Die Recherche nach quantitativen Quellen liefert noch keine handfesten Daten. Nach qualitativen Verfahren lassen sich jedoch einige aktuelle Expertenprognosen und das Thema „Functional Training“ aufgreifende Zeitschriftenartikel finden:

Der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen DSSV sieht Func-tional Training auf dem zweiten Platz der zehn Top-Trends für das Jahr 2015: „Schon 2014 war Functional Training einer der größten Trends in der Fitnessindustrie. Auch 2015 wird der Trend nicht abebben und eine große Zahl an Fitness- und Gesundheits-Anlagen ihr Portfolio weiter in Richtung ganzheitliches Fitnesstraining erweitern.“(DSSV e. V., 2014).

Diese Aussage wird unterstützt durch die Ausrichtung der internationalen Leitmesse für Fitness, Wellness und Gesundheit, der Fitness- und Bodybuildingmesse (FIBO). Der Veranstalter der diesjährigen FIBO in Köln gibt zur Begründung der wiederholten Bereitstellung eines eigenen Areals für das Thema „Functional Training“ an: „Die Bedeutung von Functional Training als effektives Workout im Fitnessclub nimmt seit 2 Jahren stetig zu. Immer mehr Fitnessstudios nehmen diesen Megatrend in ihre Programme auf und beleben somit ihre Trainingsfläche.“(Reed Exhibitions Deutschland GmbH, 2015). Auch die „starke Nachfrage nach Functional Training Konzepten und Equipment“ und die Tatsache, dass sich Investoren und Fitnessstudiobetreiber gezielt zu diesem Thema informieren wollten, führte zu dieser Entwicklung(Reed Exhibitions Deutschland GmbH, 2015).

Begründet wird das Interesse am ganzheitlichen, funktionellen Training vom Chefredakteur des Fitness- und Lifestylemagazins „FIT FOR FUN“, Axel Steidel, mit der mittlerweile großen Anzahl von weiblichen Kunden in Fitnessstudios und einer Veränderung der Einstellung der Menschen. Bei der weiblichen Kundschaft „sei die klassische'Gewichte-Stemmerei'nicht mehr so gefragt und es sei eine Lifestylefrage: Die Menschen wollten zwar gesund bleiben, aber durch den dafür nötigen Sport keine Muskelpakete werden“ (sw/dpa, 2015), erklärt er.

Ebenso zitiert die Nachrichtenwebsite „SPIEGEL ONLINE“ in ihrem Artikel „Functional Training - Kniebeugen statt Kraftmaschine“ verschiedene Experten zum Thema und behauptet dann: „Gewichte stemmen an Kraftgeräten war gestern“(Zimmermann, 2014) und somit, dass Functional Training gegenüber dem herkömmlichen Krafttraining an Bedeutung gewinne. Und auch Dustin Tusch vom Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) sieht im Fuctional Training den "momentan größten Trend" in der Fitnessbranche(Zimmermann, 2014).

Christoph Eifler, der Fachbereichsleiter der Trainingswissenschaft an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement Saarbrücken bestätigt: "Das Functional Training ist eindeutig als Trend zu erkennen, nicht nur in den Studios, sondern insgesamt im Freizeitsport“(sw/dpa, 2015). Im Gegensatz zu „SPIEGEL ONLINE“ sieht er darin jedoch keine Konkurrenz zum konventionellen Krafttraining an Geräten oder dem Ergometertraining, sondern ein Zusatzangebot. Inwieweit sich Functional Training etablieren werde, sei offen(Zimmermann, 2014).

Auch der pädagogische Leiter der Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung (DFLV), Michael Branke, betrachtet die Zukunft der Trainingsform kritischer: "Die Tendenz geht dahin, ja, aber ob es überall angeboten wird, ist eine andere Frage." Nicht jedes der circa 6000 Studios in Deutschland habe den Platz dafür oder könne Flächen freiräumen. Außerdem hänge es von der Zielgruppe ab: Ältere Kunden spreche dieses Training nicht so stark an. Er behauptet jedoch, dass sich neu eröffnende Studios derzeit auf Functional Training ausrichten (Zimmermann, 2014).

Insgesamt wird für Functional Training aber weiteres Wachstum erwartet: Der Fitnessmarktexperte und Geschäftsführer der Edelhelfer GmbH Niels Gronau gibt nach einer umfassenden Studie zu den führenden Fitness-Betreibern in Deutschland den Ausblick: „Discounter werden aber nicht die Einzigen sein, die weiter wachsen. Auch [...]Nischenkonzepte wie der Anbieter funktioneller Fitness CrossFit [...] zeigen, dass man auch mit höherpreisigen Anlagenkonzepten im Markt erfolgreich sein kann.“(edelhelfer GmbH, 2014)

3.3 Vorstellung des Unternehmens ASS-Gesund & Fit

Das ASS-Gesund & Fit ist ein Wellness- und Gesundheitsunternehmen mit Schwerpunkten in den Bereichen Rücken und Gelenke, Ernährung und Abnehmen, Gesundheitsvorsorge und Figurverbesserung. Auf 1.076 Quadratmetern bietet das Studio in modernem Ambiente derzeit Ausdauertraining, Krafttraining, Beweglichkeitstraining, Gruppenkurse, einen Wellnessbereich mit Sauna, Solarium und Massageangebot und verschiedene Ernährungskonzepte an. Für optimale Erfolge steht den Mitgliedern ein Gerätepark von 28 Kraft- und 24 Ausdauergeräten, so wie ein Milon®-Zirkel, 12 Beweglichkeitsgeräte von five®, 17 Gruppenkursstunden pro Woche und zwei verschiedene Konzepte im Bereich Ernährung zur Verfügung.

Das Unternehmen stellt sich als „Der Premiumclub am Hochrhein“ vor (ASS-Gesund & Fit, 2015) und liegt mit durchschnittlichen Mitgliederpreisen von 67,89 € (unternehmensinterne Kennzahlen, 2014) im gehobenen Preissegment. Daher ist die Zielgruppe dieses Angebots hauptsächlich die gesundheitsorientierte Mittelschicht. Das Durchschnittsalter der 1261 Mitglieder des Studios im Jahresdurchschnitt beträgt 47,5 Jahre, wobei 56,8% der Mitglieder Frauen und 43,2% Männer sind (Magicline 2014, 2015).Es wird sehr viel Wert auf eine gute Betreuung der Mitglieder und ein ganzheitliches Training gelegt, was ein standardisiertes Betreuungssystem und die Einführung der Mitglieder in möglichst alle Bereiche mit sich bringt. Außerdem wird das Personal bei Fort- und Ausbildungen vom Betrieb unterstützt. Auch die Qualität der Mitarbeiter ist von hoher Wichtigkeit für den Premiumclub(ASS-Gesund & Fit, ohne Jahresangabe).

4 Methodik

Um einen genaueren Einblick in die Umsetzungsmöglichkeiten zu bekommen und Ideen für ein Functional-Trainingsangebot zu sammeln, werden zunächst einige Unternehmen als Benchmarks betrachtet. Auf Basis der in Kapitel 3 „Gegenwärtiger Kenntnisstand“ bereits beschriebenen Grundlagen und den durch das Benchmarking dazugewonnenen Informationen basierend, wird daraufhin ein Fragebogen entworfen und damit sowohl Mitglieder des zu betrachtenden Unternehmens „ASS-Gesund & Fit“ als auch Personen, die derzeit keine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio haben (potenzielle Kunden), befragt.

4.1 Benchmarking

Im Folgenden wird im Hinblick auf die Umsetzung verschiedener Functional-Trainings-konzepte in Fitnessanlagen ein Benchmarking durchgeführt, um letztlich Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis des Unternehmens ASS-Gesund & Fit ableiten zu können.

4.1.1 Definition Benchmarking

„Benchmarking ist der kontinuierliche Vergleich von Produkten, Dienstleistungen sowie Prozessen und Methoden mit (mehreren) Unternehmen, um die Leistungslücke zum sog. Klassenbesten (Unternehmen, die Prozesse, Methoden etc. hervorragend beherrschen) systematisch zu schließen. Grundidee ist es festzustellen, welche Unterschiede bestehen, warum diese Unterschiede bestehen und welche Verbesserungsmöglichkeiten es gibt“(Springer Gabler Verlag (Herausgeber)). Das Verfahren wird auch als „Lernen von den Besten“ betitelt(Fleig, Wolf, Rößler, & Neidhardt).

In diesem Fall wird nicht die eigene Dienstleistung mit den Dienstleistungsangeboten anderer verglichen (da das eigene Angebot noch nicht vorhanden ist), sondern lediglich die anderen Unternehmen betrachtet, um letztlich das Beste (sog. „Best Practices“(Fleig, Wolf, Rößler, & Neidhardt)) für das eigene Unternehmen zu übernehmen.

4.1.2 Beschreibung der Benchmarks

Es werden die Unternehmen Fitness First, McFIT und sein Tochterunternehmen High5 und FitnessGym Freiburg betrachtet, im Folgenden vorgestellt und die Auswahl begründet:

Fitness First

Eines der führenden Fitness- und Gesundheitsunternehmen in Deutschland ist mit 84 Anlagen „Fitness First“(DSSV e.V., 2015). Das Unternehmen wurde ausgewählt, weil es ebenso wie das ASS-Gesund & Fit ein Premiumanbieter und mit seinem Unternehmenskonzept sehr erfolgreich und eines der Größten ist(Armborst, 2010).

Seit 2013 installiert Fitness First bundesweit in fast allen Studios besondere Trainingsflächen für Functional Training – sogenannte „freestyle-Zones“ (Fitness First Germany GmbH, 2015).

McFIT

Auch McFIT, der nach seinen Mitgliederzahlen (1,2 Millionen Mitglieder in Europa) größte Anbieter in Deutschland, rüstet seine Anlagen mit Functional-Trainingsbereichen auf und setzt sein nationales, sowie internationales Wachstum fort(edelhelfer GmbH, 2014). Aus diesem Grund werden auch die Ideen und Konzepte dieses Unternehmens zum Thema Functional Training betrachtet und mit einbezogen.

High5

Im April diesen Jahres hat McFIT ein Tochterunternehmen („High5“) gegründet, ein Discounter, der neben Ausdauergeräten, einem minimierten klassischen Krafttrainingsbereich und Freihanteltraining hauptsächlich Functional Training anbietet. Bisher sind vier Studios geöffnet, 22 weitere sollen folgen und noch dieses Jahr eröffnet werden(High5 Sports GmbH, 2015). Die Neugründung dieser Kette ist als Spezialisierung auf den Trend Functional Training äußerst interessant für ein Benchmarking.

FitnessGym Freiburg

Das FitnessGym in Freiburg im Breisgau hat ein ähnliches Angebot wie das ASS- Gesund & Fit in Lauchringen. Beide Studios bieten im Trainingsbereich Kraft- (milon®-Zirkel), Ausdauer-, Beweglichkeitstraining (mit dem five®-Konzept) und Gruppenkurse an (Fitness Gym Freiburg GmbH). Sie haben somit ein vergleichbares Konzept.

4.1.3 Untersuchungsdurchführung

Um Anregungen und Lösungsansätze zu sammeln, wie das Thema Functional Training in einem Fitnessunternehmen umgesetzt werden kann, wurden zunächst die Websites der jeweiligen Unternehmen im Rahmen einer Onlinerecherche im Bezug auf Functional-Trainingsangebote untersucht und die dargestellten Angebote beschrieben.

Weitere Informationen, wie beispielsweise die Organisation, die Preisgestaltung und die architektonische Umsetzung bzw. räumliche Gestaltung wurden über Mysterycalls und in zwei Fällen jeweils durch einen Testkauf (unter dem Vorwand ein Interessent zu sein) eingeholt: Im Fitness First in Freiburg und im FitnessGym Freiburg wurde jeweils ein Termin zum Probetraining vereinbart. Bei McFIT und High 5 wurden die fehlenden Informationen über Mysterycalls als Interessent getarnt erfragt. Die Ergebnisse des Benchmarkings sind im Kapitel 5.1 dargestellt.

4.2 Befragung von Mitgliedern und Nichtmitgliedern

4.2.1 Entwicklung der Fragebögen für die externe Befragung

Für die Ausarbeitung der Fragebögen werden zunächst die zu beantwortenden Fragestellungen der Untersuchung zusammengetragen:

-Wie hoch ist der Bekanntheitsgrad von Functional Training unter den Mitgliedern/Nichtmitgliedern?
-Besteht ein Interesse an Training dieser Art?
-Welche Art/ Welches Konzept von Functional Training wünschen sich die (potenziellen) Kunden, die Interesse haben?
-Welche Zielgruppe interessiert sich besonders für Functional Training?

4.2.1.1 Kriterienorientierte Konstruktion der Fragebögen

Die vier Untersuchungspunkte der Umfrage beziehen sich auf den Bekanntheitsgrad von Functional Training, das Interesse an Functional Training, die Motivation für Functional Training und die Zielgruppe, die Interesse an Functional Training hat (s.o.). Die einzelnen in der Untersuchung gestellten Fragen müssen die den übergeordneten Fragestellungen zugeordneten Kriterien überprüfen. Ob die Kriterien erfüllt bzw. nicht erfüllt sind, lässt später in der Auswertung Schlüsse auf die Hauptfragestellungen ziehen. Die Übersicht, welche konkreten Fragen in den Fragebögen (siehe Anhang 1 und Anhang 2) welche Untersuchungspunkte beleuchten sollen, liefert untenstehende Tabelle:

Tabelle 2: Übersicht kriterienorientierte Konstruktion der Fragebögen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2.1.2 Question Wording

Die Fragebögen (Anhang 1 und Anhang 2) beruhen auf den Anweisungen des Lehrbuches „Fragebogen – Ein Arbeitsbuch“ von Rolf Porst. Die dort genannten „10 Gebote der Frageformulierung“ wurden durchgehend berücksichtigt:

„1. Du sollst einfache, unzweideutige Begriffe verwenden, die von allen Befragten in gleicher Weise verstanden werden!
2. Du sollst lange und komplexe Fragen vermeiden!
3. Du sollst hypothetische Fragen vermeiden!
4. Du sollst Unterstellungen und suggestive Fragen vermeiden!
5. Du sollst doppelte Stimuli und Verneinungen vermeiden!
6. Du sollst Fragen vermeiden, die auf Informationen abzielen, über die viele Befragte mutmaßlich nicht verfügen!
7. Du sollst Fragen mit eindeutigem zeitlichen Bezug verwenden!
8. Du sollst Antwortkategorien verwenden, die erschöpfend und disjunkt (überschneidungsfrei) sind!
9. Du sollst sicherstellen, dass der Kontext einer Frage sich nicht (unkontrolliert) auf deren Beantwortung auswirkt!
10. Du sollst unklare Begriffe definieren!“ (Porst, 2014, S. 99 ff.)

Die Titelseite

Der Titel der Befragung „Functional Training: Wie groß ist die Nachfrage und welches Konzept ist gefragt?“ ist leicht verständlich und interesseweckend gewählt. Außerdem ist der Anlass bzw. das Ziel der Untersuchung erwähnt („Die Ergebnisse der Umfrage und der Arbeit sollen unter anderem zur Weiterentwicklung des Konzepts meines Ausbildungsbetriebes „ASS-Gesund & Fit“ in Lauchringen dienen.“ (Anhang 1)), um der Befragungsperson den Sinn und die Wichtigkeit seiner Teilnahme vor Augen zu führen(Porst, 2014, S. 25). Im auf der Titelseite platzierten Anschreiben ist aus diesem Grund der Begriff „Functional Training“ leicht verständlich definiert, da davon auszugehen ist, dass die Trainingsform weitgehend nicht bekannt ist bzw. dem Begriff zugeordnet wird. Die Anschreiben der beiden Fragebögen für Mitglieder und Nichtmitglieder unterscheiden sich geringfügig in der Wortwahl, um die Zielgruppe jeweils formgerecht anzusprechen.

Frage 1: Einstiegsfrage – Bekanntheit der Trainingsform „Functional Training“

Die Einstiegsfrage ist spannend, themenbezogen und technisch einfach gewählt. Sie spricht die Befragungsperson direkt an und ist von allen Befragten leicht zu beantworten (vgl. Porst, 2014, S. 142). Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit die Zielperson auch zu einer Befragungsperson zu machen und ihr Interesse zu wecken. Nach Porst (2014, S. 139 ff.) wird dadurch das Risiko eines Abbruchs nachweislich verringert.

Inhaltlich wird der Bekanntheitsgrad der Trainingsform „Functional Training“ (anhand von vier funktionellen „Trendsportarten“) und damit verbundener Begriffe (häufig verwendetes Trainingsequipment) abgefragt.

Zunächst wird der Fragebogen für die externe Befragung der potenziellen Kunden/Nichtmitglieder betrachtet, da sich die externen und internen Fragebögen ab Frage 2 geringfügig unterscheiden:

Frage 2-4: Fitnessstudiomitgliedschaft

Im Fragebogen für Nichtmitglieder sind die Fragen (2 und 4) im Vergleich zur internen Befragung eingeschoben, um weiterhin leicht in zu beantwortenden Fragen herauszufinden, ob bereits eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio besteht oder ob die Befragungsperson, falls sie derzeit nicht in einem Fitnessstudio trainiert, generell Interesse an Fitnesstraining hat. Es ist dabei davon auszugehen, dass Personen, die derzeit Mitglied in einem Studio sind, auch Frage 4 nach der Bereitschaft ein Fitnessstudio zu besuchen mit „ja“ beantworten. Äußerst interessant für spätere Schlüsse und Konzeptentwicklungen ist die Frage, was Befragte, die sich nicht vorstellen können in einem Fitnessstudio zu trainieren, von dem Training abhält. Hierzu wird eine offene Frage ohne Antwortkategorien gestellt, um jegliche Antwortmöglichkeiten ohne Beeinflussung zuzulassen. Frage 3 befasst sich mit der Häufigkeit des Trainings im Fitnessstudio, damit später Schlüsse für ein bestimmtes Trainingskonzept gezogen werden können. Zur Beantwortung der Frage wird anstatt einer Skala eine freie Antwort gesetzt, damit die Befragungsperson nicht das Gefühl bekommt sich auf einer Rangliste einordnen zu müssen. Dieser Effekt könnte das Ergebnis beeinflussen.

Frage 5-7: Trainingsgewohnheiten und Anforderungen an das Training

Es schließen sich weitere einfach zu beantwortende Fragen über das aktuelle Training der Befragungsperson, sowie über ihre Beweggründe für das Training und ihre Vorlieben und Einstellungen zum Training an. Die erste Filterfrage, bei der die Befragungspersonen eventuell einige Fragen überspringen müssen, steht bewusst erst an fünfter Stelle, damit diese Befragungsperson, nicht schon zu Beginn das Gefühl bekommen könnte, nicht für den Fragebogen geeignet zu sein (vgl. Porst, 2014, S. 146). Die fünfte Frage zielt darauf ab, herauszufinden, ob bzw. welche Sportler Interesse an der Trainingsform Functional Training haben und welche Sportarten bereits zur Erreichung bestimmter Trainingsziele (die im darauf folgenden Punkt abgeklärt werden) ausgeübt werden. Die Antwortvarianten der sechsten Frage decken alle denkbaren Trainingszwecke ab. In Frage 7 wird die Motivation bzw. die Ambition der Umfrageteilnehmer zu ihrem Trainingsziel abgerufen. Hieraus können später wichtige Schlüsse für die Organisationsform des Trainings gezogen werden.

Frage 8: Trainingsumfang

Die nächste Frage bezieht sich auf den Trainingsumfang. Die Antwortkategorien in Frage 8 sind „erschöpfend und disjunkt“ (Porst, 2014, S. 99) und lassen somit für jede Befragungsperson eine eindeutige und zutreffende Antwort zu. Auch hieraus können später wichtige Schlüsse für die Entwicklung bzw. Auswahl einer Organisationsform für das Functional Training gezogen werden. Die Frage soll beantworten, wie viel Zeit der potenzielle Kunde real für sein Training hat: Hat er wenig Zeit? Nimmt er sich viel Zeit? Investiert er mehr Zeit als nötig?

Frage 9: Nutzung von verschiedenen Trainingsangeboten

Es wird darauf abgezielt zu erfassen, was der (potenzielle) Kunde an Trainingsbereichen bereits nutzt und kennt oder woran er Interesse hätte. Gleichzeitig bereitet die Frage die Untersuchungsteilnehmer auf die nächste Frage vor, indem sie reflektiert, was sie bisher schon nutzt und bereits kennt oder nutzen würde.

Frage 10: Die Sicht auf Functional Training

Die zehnte Frage ist unauffällig gestellt und bildet das Herzstück der Befragung: Sie fragt explizit nach dem Bedarf bzw. Interesse nach Functional Training. Wird diese Frage mit „nein“ beantwortet, bleibt nur noch das Abfragen der bevorzugten Trainingsorganisation, -umgebung und Vorlieben allgemein, um später auf bevorzugte Trainingskonzepte schließen zu können, die sich aber in diesen Fällen nicht auf die Trainingsform Functional Training beziehen.

Frage 11-14: Intensität, Organisationsform und Umgebung des Trainings, sonstige Prioritäten

Es folgen Punkte, die für die letztendliche Entscheidung für ein bestimmtes Umsetzungskonzept der Trainingsform von größter Bedeutung sind: Die Vorlieben der Kunden im Bereich Intensität können sehr unterschiedlich ausfallen. Hier ist zu untersuchen, welcher Intensitätsbereich bevorzugt wird, gegebenenfalls durch andere Trainingsformen noch nicht abgedeckt und daher erwünscht ist. Die Antwortmöglichkeiten sind in einer verbalisierten Skala von „moderat“ bis „Ich möchte an meine Grenzen gehen…“ in 4 Skalenpunkten vorgegeben.

Die bevorzugte Organisationsform des Trainings spielt für das Wohlbefinden des potenziellen Kunden und damit für die Konzeptentwicklung ebenso eine entscheidende Rolle und wird mit Frage 12 ermittelt. Die Organisationsformen sind aus den im Benchmarking ermittelten Konzeptmöglichkeiten entnommen. Ebenso verhält es sich mit der Frage und den Antwortmöglichkeiten in der folgenden Frage nach der Trainingsumgebung. Während Functional Training z.B. in Bootcamps sowohl „outdoor“ (Antwortmöglichkeit 1) als auch „indoor“ (Antwortmöglichkeit 2) angeboten werden kann (s.o.), setzten Unternehmen wie Fitness First auf ein gepflegtes Auftreten und die moderne Gestaltung und Ausstattung ihrer Trainingsräumlichkeiten (Antwortmöglichkeit 3). Dagegen wird zum Beispiel in vielen Crossfit®-Boxen das Training in sehr einfachen, funktionalen Einrichtungen angeboten (siehe z.B. Crossfit Reutlingen, Onlinequelle o.J.)(Antwortmöglichkeit 4). Unternehmen wie High5 betreiben einen großen Aufwand, um durch die architektonische Gestaltung ihrer Trainingsräumlichkeiten eine gewisse Trainingsatmosphäre zu erzeugen, die etwas von dem amerikanischen „Vintage- und College-Look“ ins Studio holt (High5 Sports GmbH, 2015) (Antwortmöglichkeit 5). Zudem spielen häufig noch andere Punkte eine wichtige Rolle, die berücksichtigt werden müssen, damit Spaß, Motivation und Wohlbefinden gegeben sind: Um die Prioritäten der Kunden bzw. potenziellen Kunden abschätzen zu können, werden diese in Frage 14 dazu aufgefordert die beiden ihnen wichtigsten Bedingungen zu wählen.

Frage 15 und Frage 16: Stellenwert eines ganzheitlichen, ausgeglichenen Trainings und Betreuung durch qualifizierte Trainer

Die Befragungsperson bewerten jeweils die Bedeutsamkeit eines ganzheitlichen, ausgeglichenen Trainings und eine gute Betreuung durch qualifizierte Trainer für sich. Die Darstellung der Ordinalskalen ist unterschiedlich gewählt: In Frage 15 sind drei Antwortvarianten vorgegeben und jeweils als Satz ausformuliert, um die jeweiligen Variante genauer zu definieren.

Für Frage 16 wurde eine klassische numerische endpunktbenannte Skala zum Ankreuzen gewählt.

Frage 17: Definition „fit sein“/ „Fitness“

Die Befragungsperson soll sich mit dem Statement einer bestimmten Trainingsform identifizieren. Hierzu soll sie den ihr am sympathischsten erscheinenden Ansatz wählen:

-Wenn jemand fit ist, ist das vor allem nach außen sichtbar: Er oder sie sieht sportlich und/oder muskulös aus.
- Befragungspersonen, die diesen Ansatz wählen, trainieren aus ästhetischen Gründen in Richtung Bodybuilding.
-Fitness bedeutet, sich sowohl körperlich als auch geistig ausgeglichen und wohl zu fühlen und im Alltag leistungs- und belastungsfähig zu sein.
- Befürworter dieser Aussage, spiegeln einen Gesundheitssportler ohne größere Leistungsambitionen wieder, der zum Ausgleich zu seinem Alltag trainiert und der damit zufrieden ist, wenn er beschwerdefrei ist und seinen Alltag meistern kann.
-Um wirklich fit zu sein, muss ein ausgeglichenes Niveau in allen der folgenden „Disziplinen“ gegeben sein: Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Leistung, Schnelligkeit, Koordination, Geschicklichkeit, Treffsicherheit und Gleichgewichtssinn.
- Diese Definition ist in Anlehnung an die Begriffserklärung des Wortes „Fitness“ von Greg Glassmann (Entwickler von Crossfit®) erstellt (Glassmann, journal.crossfit.com, 2002). Sie steht für die Grundausrichtung des Functional Trainings.
-Fitness bedeutet in einer beliebigen „Disziplin“ überdurchschnittlich leistungsfähig zu sein (z.B. Marathonläufer, Sprinter, Gewichtheber)
- Die hier beschriebene spezifische Leistungsfähigkeit ist dagegen ein Ziel der Leistungssportler und weniger gesundheitlich orientiert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 82 Seiten

Details

Titel
"Functional Training" in der Fitnessbranche
Untertitel
Evaluation der Nachfrage nach Trends und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Veranstaltung
Fitnessökonomie
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
82
Katalognummer
V501292
ISBN (eBook)
9783346039750
ISBN (Buch)
9783346039767
Sprache
Deutsch
Schlagworte
functional, training, fitnessbranche, evaluation, nachfrage, trends, ableitung, handlungsempfehlungen, praxis
Arbeit zitieren
Franziska Scherer (Autor), 2016, "Functional Training" in der Fitnessbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501292

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: "Functional Training" in der Fitnessbranche


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden