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Ist Grundschullehrer ein reiner Frauenberuf? Über den Mangel von männlichen Lehrern an Grundschulen

Eine Bestandsaufnahme

Titre: Ist Grundschullehrer ein reiner Frauenberuf? Über den Mangel von männlichen Lehrern an Grundschulen

Thèse de Bachelor , 2019 , 45 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Janosch Winkelmann (Auteur)

Pédagogie - Le Professeur / Pédagogue
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Die Arbeit untersucht den Mangel männlicher Schullehrkräfte im feminisierten Umfeld der Grundschule. Dieses Defizit wird in der Politik und den Medien immer wieder kontrovers diskutiert. Die erzieherische Rolle ist in Deutschland eher weiblich besetzt. Doch warum ist dies der Fall?

Dass Frauen aus evolutionsbiologischer Sicht vorwiegend die erzieherische Rolle einnehmen ist nachvollziehbar, jedoch war der Beruf des Lehrers bis weit ins 19. Jahrhundert überwiegend von Männern ausgeübt. Die Notwendigkeit von männlichen Lehrkräften an Grundschulen ist bekannt. Das fehlende männliche Vorbild für Jungen kann dazu führen, dass das Verhalten der Jungen von den Erzieherinnen und Lehrerinnen falsch aufgefasst wird.

Im Jahr 2006/2007 waren laut Statistischem Bundesamt nur 13 % der Lehrkräfte an Grundschulen männlich. Eine aktuelle Erhebung zeigt sogar einen Anteil von rund 11 % an männlichen Lehrkräften. Man sollte meinen, dass die aktuellen Erkenntnisse und der Bedarf an männlichen Lehrkräften den Anteil der Männer an Grundschulen in den letzten 10 Jahren positiv beeinflusst haben sollte, jedoch ist der Trend sogar rückläufig. Eine genaue Literaturanalyse soll eine differenzierte Erschließung des Problemhorizonts des Männermangels an Grundschulen liefern.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Männliche Lehrkräfte an Grundschulen aus empirischer Perspektive

2.1 Methodisches Vorgehen

2.2 Statistische Analyse der Geschlechterstrukturen nach Schulformen

2.2.1 Verteilung der Geschlechter im Ländervergleich

2.2.2 Männliche Lehrkräfte in Deutschland nach Schulform

2.3 Bestandsaufnahme empirischer Studien

2.3.1 Persönlichkeitsmerkmale männlicher Grundschullehrkräfte im Vergleich

2.3.2 Berufsvererbung – Eine Studienübersicht im Vergleich

2.3.3 Milieuzugehörigkeit - Einfluss auf den Lehrerberuf

3. Modelle zur Gewinnung männlicher Lehrkräfte

3.1 Hamburg: „Männer und Grundschule – Erhöhung des Anteils männlicher Studierender (…)“

3.2 Bremen: „Rent a teacherman“

3.3 Niedersachsen: „Männer und Grundschullehramt“

3.4 Begründungsmuster der Initiativen

3.4.1 Begründung Initiative Hamburg: „Männer und Grundschule“

3.4.2 Begründung Initiative Bremen: „Rent a teacherman“

3.4.3 Begründung Initiative Niedersachen: „Männer und Grundschule“

3.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Inhalts- und Begründungsmuster

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung einer Bestandsaufnahme zum Mangel an männlichen Lehrkräften an Grundschulen unter Analyse empirischer Studien sowie der Evaluation spezifischer staatlicher Förderinitiativen.

  • Statistische Auswertung der Geschlechterverteilung an deutschen Schulen.
  • Untersuchung von Berufswahlmotiven, Persönlichkeitsmerkmalen und Milieueinflüssen männlicher Lehramtsstudierender.
  • Analyse und Vergleich der Begründungsmuster von Förderprogrammen in Hamburg, Bremen und Niedersachsen.
  • Diskussion des Einflusses von Berufsvererbung und familiären Prägungen auf die Lehrerlaufbahn.
  • Reflektion über gesellschaftliche Rollenbilder und deren Auswirkungen auf das „feminisierte“ Berufsfeld Grundschule.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Persönlichkeitsmerkmale männlicher Grundschullehrkräfte im Vergleich

Die von Martin Rothland et al. (2014) durchgeführte explorative Studie „‵Mit männlicher Wucht′“ in das ‵weibliche Biotop ′“ versucht Männer, die das Grundschullehramt anstreben vergleichend mit Frauen zu charakterisieren. Dies soll der Frage Aufschluss bringen,

ob Männer, die Grundschullehrer werden wollen, sich aufgrund ihres Geschlechts in ihren ausbildungs- und berufsrelevanten Persönlichkeitseigenschaften, motivationalen sowie kognitiven Ausgangslagen von den angehenden Grundschullehrerinnen unterscheiden, wie es die Begründungen für die Forderung von mehr Männern für das Grundschullehramt suggerieren (Rothland et al., 2014, S. 141).

Diese Studie geht davon aus, dass männliche Studierende des Grundschullehramts besondere charakterliche Merkmale aufweisen, die sie sowohl von ihren weiblichen Kommilitoninnen als auch von anderen männlichen Mitstreitern anderer Lehrämter unterscheiden und diese in ihrer Berufswahl motivational bestärken. Klischeehaft anmutende Männlichkeitskonstruktionen werden kritisch hinterfragt. Jenseits der vielfach geführten Debatten über Geschlechterstereotype, wird empirisch der Frage nachgegangen, ob gerade solche Männer Grundschullehrer werden sollten, die sich in vielerlei Hinsicht von angehenden Grundschullehrerinnen unterscheiden (vgl.Rothland et al., 2014, S. 143). Rothland (2014) konstatiert weiter, dass das Bild eines idealtypischen Mannes vorherrscht, der jede schwierige Situation meistert und dabei männlich-markant und souverän wirkt. So sollen die Jungen ihn als Vorbild akzeptieren. Es wird deutlich, dass von männlichen Grundschullehrkräften erwartet wird, eine Form der „idealen Männlichkeit“ zu verkörpern (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Mangels an männlichen Grundschullehrkräften ein und skizziert das methodische Vorgehen sowie die Relevanz der Untersuchung.

2. Männliche Lehrkräfte an Grundschulen aus empirischer Perspektive: Dieses Kapitel liefert eine fundierte statistische Bestandsaufnahme und analysiert empirische Studien zu Persönlichkeit und Berufswahlmotiven.

3. Modelle zur Gewinnung männlicher Lehrkräfte: Hier werden beispielhaft Initiativen aus Hamburg, Bremen und Niedersachsen vorgestellt und ihre theoretischen sowie praktischen Begründungsmuster verglichen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass keine monokausale Begründung für den Männermangel existiert, sondern ein komplexes Gefüge aus soziokulturellen Faktoren vorliegt.

Schlüsselwörter

Grundschule, Männermangel, Lehrkräfte, Berufswahl, Berufsvererbung, Geschlechterverteilung, Lehramt, Rollenvorbilder, empirische Forschung, Förderung, männliche Lehrkräfte, Bildungssoziologie, Studienkompass, Rent a teacherman, Persönlichkeitsmerkmale

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem quantitativen Mangel an männlichen Lehrkräften an deutschen Grundschulen und untersucht die Hintergründe sowie politische Gegenmaßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der statistischen Geschlechterverteilung an Schulen, psychologischen Aspekten der Berufswahl und der Evaluation spezifischer Förderprojekte für männliche Studierende.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme, um zu ergründen, warum der Anteil männlicher Lehrkräfte an Grundschulen so gering ist und welche Strategien zur Minderung dieses Mangels existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und einer anschließenden Bestandsaufnahme und Sekundäranalyse vorhandener empirischer Studien und statistischer Daten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Situationsanalyse, eine Untersuchung persönlicher und soziologischer Einflussfaktoren auf die Berufswahl sowie eine vergleichende Analyse von Initiativen zur Gewinnung männlicher Lehrkräfte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Männermangel, Berufsvererbung, Persönlichkeitsfaktoren (Big Five), Milieuzugehörigkeit und gezielte Förderinitiativen für Männer im Grundschullehramt.

Wie unterscheidet sich die Bremer Initiative „Rent a teacherman“ von den anderen untersuchten Modellen?

Im Gegensatz zu den eher informativen Ansätzen aus Hamburg und Niedersachsen zeichnet sich das Bremer Modell durch einen starken Praxisbezug aus, bei dem Studierende direkt in Grundschulen als männliche Ansprechpartner eingesetzt werden.

Welche Rolle spielt die „Berufsvererbung“ laut den Ergebnissen der Arbeit?

Die Arbeit stellt fest, dass familiäre Prägungen, insbesondere durch Geschwister und Partner im Lehrerberuf, zwar eine Einflussgröße darstellen, jedoch keine hinreichende Erklärung für den generellen Mangel männlicher Grundschullehrkräfte liefern können.

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Résumé des informations

Titre
Ist Grundschullehrer ein reiner Frauenberuf? Über den Mangel von männlichen Lehrern an Grundschulen
Sous-titre
Eine Bestandsaufnahme
Université
University of Osnabrück  (Erziehungswissenschaften)
Note
2,0
Auteur
Janosch Winkelmann (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
45
N° de catalogue
V501325
ISBN (ebook)
9783346031969
ISBN (Livre)
9783346031976
Langue
allemand
mots-clé
Grundschule Männermangel Männliche Vorbilder Lehrermangel
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Janosch Winkelmann (Auteur), 2019, Ist Grundschullehrer ein reiner Frauenberuf? Über den Mangel von männlichen Lehrern an Grundschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/501325
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Extrait de  45  pages
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